Magnus Carlsen gewinnt das Norway Chess zum 4. Mal!

Weltmeister Magnus Carlsen gewinnt das Norway Chess zum dritten Mal in Folge und zum insgesamt vierten Mal! Nach einem eher langsamen Start ins Turnier konnte sich Magnus in der 2. Hälfte in den Runden 5-10 überzeugend den ersten Platz erspielen. Dazu gewann er im klassischen Format vier Partien in Folge gegen Alireza Firouzja, Aryan Tari, Richard Rapport und Sergey Karjakin. Ein Sieg im Armageddon gegen seinen Herausforderer im Weltmeisterschaftsmatch in Dubai im November, Ian Nepomniachtchi, besiegelte den Turniersieg. Der 18-jährige Alireza Firouzja schaffte es durch eine ebenfalls starke Leistung im Turnier in die Top 10 der Weltrangliste, indem er in der Live-Wertung 16.2 Wertungspunkte dazugewann und sich nun auf dem 9. Platz befindet.

Weltmeister Magnus Carlsen gewinnt das Norway Chess zum dritten Mal in Folge und zum insgesamt vierten Mal! Nach einem eher langsamen Start ins Turnier konnte sich Magnus in der 2. Hälfte in den Runden 5-10 überzeugend den ersten Platz erspielen. Dazu gewann er im klassischen Format vier Partien in Folge gegen Alireza Firouzja, Aryan Tari, Richard Rapport und Sergey Karjakin. Ein Sieg im Armageddon gegen seinen Herausforderer im Weltmeisterschaftsmatch in Dubai im November, Ian Nepomniachtchi, besiegelte den Turniersieg. Der 18-jährige Alireza Firouzja schaffte es durch eine ebenfalls starke Leistung im Turnier in die Top 10 der Weltrangliste, indem er in der Live-Wertung 16.2 Wertungspunkte dazugewann und sich nun auf dem 9. Platz befindet.

Weltmeister Magnus Carlsen zeigte vor allem in der 2. Hälfte des Norway Chess seine Klasse und sein Können im Endspiel.

Ihr könnt die Partien des Norway Chess hier mit Computeranalyse nachspielen.

Magnus Carlsen findet seine Form

Wie wir zuvor berichtet haben, musste sich Magnus in der ersten Hälfte des Norway Chess zuerst seinem jetzigen Herausforderer bei der Weltmeisterschaft, Ian Nepomniachtchi, stellen, den er im Armageddon nach einem ruhigen Remis in der klassischen Partie besiegen konnte. Gegen seinen Herausforderer von 2016, Sergey Karjakin, musste der Weltmeister jedoch eine Niederlage einstecken. Währenddessen war Richard Rapport in Topform und konnte eine große Führung aufbauen. Magnus musste dementsprechend in der 2. Hälfte des Turniers nachlegen, um im Rennen um den Spitzenplatz zu bleiben.

Scheinbar per Knopfdruck aktivierte der Weltmeister daraufhin sein Können und gewann vier klassische Partien in Folge, von denen vor allem die erste durch ein systematisches und brillant gespieltes Endspiel gegen den Franzosen Alireza Firouzja ordentlich Eindruck machte.

Früh wurden sämtliche Figuren abgetauscht und die Partie schien sicher auf ein Remis zuzulaufen. Doch Magnus bewies abermals seine Sicherheit, Raffinesse und Fähigkeit, in Endspielen aus scheinbar ausgeglichenen Stellungen einen Sieg herauszuquetschen. Besonders beeindruckend war der Zug 41.Ke5!, der auf den ersten Blick wie ein Tempoverlust wirkt – schließlich wurde der weiße König zuvor erst in Richtung der schwarzen Bauern am Damenflügel manövriert. Doch der Weltmeister erzeugte damit eine Drohung, auf die adäquat reagiert werden musste – ein scheinbarer Zugzwang. Alireza hätte am Brett eine Variante finden müssen, die bis zum 53. Zug reicht, um ein Remis zu halten, bspw. beginnend mit Lh3. Stattdessen spielte der Franzose schlicht 41…Kg6?? und gab damit seinen Freibauern auf f4 auf. Dazu sollte gesagt sein, dass Magnus Carlsen diese Züge relativ schnell zog, während sein Gegner bereits in Zeitnot war!

Magnus zu erlauben, den Freibauern zu schlagen war ein großer Fehler, der auch dem Computer ganz und gar nicht gefiel. Daraufhin spielte der Norweger die Partie wie in einer Endspiel-Studie herunter und errang seinen ersten Sieg in der zweiten Hälfte, der der Beginn einer Siegesserie werden sollte.

Judit Polgar zeigte sich im Live-Kommentar sehr beeindruckt von 41.Ke5!

Interessant sind auch die Perspektiven der beiden Kontrahenten. Während Alireza Firouzja seine Niederlage als Gelegenheit sah, vom Weltmeister zu lernen und dessen Endspiel-Können genoss…

…war Magnus Carlsen weniger damit zufrieden, dass er nicht in der Lage war, seine Gegner früher zu überspielen und stattdessen in langen Endspielen einen Sieg herausquetschen musste:

„Ich bin nicht in der Lage, meine Gegner zu überspielen, weshalb dies die einzige Möglichkeit für mich ist, zu gewinnen – sehr, sehr hart zu arbeiten! Ich würde nicht sagen, dass es sich nach einem großartigen Erfolg anfühlt, aber manchmal bedarf es solcher Dinge, um ein schlechtes Turnier herumzureißen!“

Und er riss es herum! Denn in der Folge besiegte er seinen Landsmann Aryan Tari mit den schwarzen Steinen, den Führenden Richard Rapport mit den weißen Steinen sowie seinen Herausforderer von New York 2016, Sergey Karjakin, ebenfalls mit den weißen Steinen. Dabei lief die Partie gegen Sergey zuerst gar nicht zu Gunsten von Magnus.

Die Stellung des Weltmeisters wurde aus der Eröffnung immer schlechter und Sergey schob die weißen Steine immer mehr zusammen. Zeitweise spuckte der Computer dementsprechend auch eine Evaluierung von knapp -2 aus. Doch dann unterlief dem Russen im 30. Zug mit 30…e4? eine Ungenauigkeit, die dazu führte, dass Magnus Gegenspiel am Damenflügel bekam. Stattdessen hätte Sergey Dd8 spielen können, um seinen bedrohten Bauern auf b6 vor dem weißen Turm zu decken und die Spannung aufrecht zu erhalten. Nach 34…Tf5 hatte Magnus bereits einen Vorteil, den er langsam zu einem Sieg manövrierte. Im 53. Zug war die Partie nach 53.Kd4 von Magnus vorbei, denn in der Folge würden Sergeys Läufer und Springer nicht in der Lage sein, seine Bauern zu decken.

In der letzten und alles entscheidenden Runde, bei der sowohl Alireza Firouzja als auch Magnus Carlsen Chancen auf den Turniersieg hatten, spielte Magnus erneut gegen Nepo (diesmal mit Schwarz) und Alireza gegen den sichtlich geschlauchten Richard Rapport, der nur noch das Turnier beenden wollte. Ein Remis gegen Nepo in der klassischen Partie reichte Magnus indes aus, um das Turnier für sich zu entscheiden, er gewann jedoch abermals in einem Armageddon.

Nun bleibt abzuwarten, wie die beiden Kontrahenten bei der Weltmeisterschaft in Dubai gegeneinander spielen werden!

Magnus gab im Interview nach seinem Sieg an, dass das Turnier in diesem Jahr sehr schwer für ihn war und er nach der ersten Hälfte nicht zu große Hoffnungen auf einen Sieg hatte:

„Es fühlt sich diesmal sogar noch besser an [zu gewinnen], da es sehr, sehr schwer war und nach der ersten Hälfte nicht danach aussah…“

Alireza Firouzja Teil der Top 10

Eine weitere große Story des Turniers waren die ebenfalls beachtlichen Siege des 18-jährigen Alireza Firouzja. Denn mit Siegen über Tari, Nepomniachtchi, Karjakin und Rapport sicherte sich der der Franzose nicht nur den 2. Platz im Turnier mit 18 Punkten, 1.5 Punkte hinter Magnus, sondern auch 16.2 Wertungspunkte in der Live-Wertung, die ihn zum ersten Mal in die Top 10 katapultieren.

Alireza ist in der Live-Wertung zum ersten Mal in der Top 10 auf dem 9. Platz noch vor Richard Rapport | Quelle: 2700chess.com

Besonders mit 18 Jahren eine beachtliche Leistung! Es bleibt spannend zu sehen, ob Firouzja schon bald im Kandidatenturnier mitspielen wird und womöglich zukünftiger Weltmeisterschaftsherausforderer wird. Wir gratulieren zum Erfolg!

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