Über Magnus Carlsen

Manöver gegen den König

Carlsen, Magnus 1:0 Ivanchuk, Vassily (Mühlhausen, 2007)

Wir setzen uns mit der amtierenden Nummer 1, Magnus Carlsen, auseinander. Er ist offensichtlich ein außerordentlich vielseitiger und starker Spieler. Aber wie macht er das? Er ist kein so hervorragender Eröffnungstheoretiker wie Ex-Weltmeister Vladimir Kramnik. Seine Vorbereitung scheint ebenfalls nicht so tiefschürfend zu sein. Dennoch findet er sehr häufig einen Weg, seine Gegner auszuspielen. Natürlich können wir uns in dieser kleinen Trainingseinheit nicht mit allen Einzelheiten beschäftigen, doch ergab sich mir vor Jahren eine günstige Gelegenheit die entscheidende Fähigkeit des so überragenden Weltmeisters auszumachen. Ich traf mich mit seinem ehemaligen Trainer, dem fantastischen Spieler Garry Kasparov. Der gab mir zu verstehen, dass das positionelle Verständnis von Magnus erstaunlich ist. Um diese Gabe soll es uns hier gehen. Zu jeder Themeneinheit sind Aufgaben angefügt, mit denen du versuchen kannst, dir das Verständnis und Positionsgefühl von Magnus Carlsen anzueignen.

In der ersten Partie hier führte er die weißen Steine gegen Vassily Ivanchuk. Es kostet viel Mühe sich auf diesen vorzubereiten, denn der spielt sehr viele verschiedene Eröffnungen.

1. d4 ♘f6 2. c4 g6 3. ♘c3 d5 Die Grünfeldindische Verteidigung.

4. cxd5 ♘xd5 5. e4 ♘xc3 6. bxc3 ♗g7 7. ♗c4 c5 8. ♘e2 Magnus entschließt sich die Aljechin-Variante anzuwenden. Sie ist eine altbewährte Waffe gegen die Grünfeldindische Verteidigung. Aljechin war der Erste, der sich in dieser Formierung probierte. Doch auch Boris Spassky spielte damit einige großartige Partien gegen Bobby Fischer.

8... ♘c6 9. ♗e3 O-O 10. O-O Der Knotenpunkt in der Variante.

10... ♘a5 Dieser Zug wurde beispielsweise in der Begegnung Topalov-Anand probiert und popularisiert. Ich bin hingegen etwas skeptisch. Der Zug macht sich in mancherlei Hinsicht sicherlich verdient, doch ist der Nachteil offensichtlich - der Springer entfernt sich vom Zentrum.

10... ♕c7 Die alte Hauptvariante, die mitunter bei Fischer gegen Spassky Anwendung fand.

10... ♗g4 ist sehr populär. Karpov und Kasparov haben im Kampf um die Weltmeisterschaft im Jahr 1997 in Sevilla so gespielt. Das ist aber nur eine von vielen spannenden Partien, die in der Variante ausgetragen wurden. Für Weiß ist das Problem, dass Schwarz sich so vielseitig aufstellen kann. Es ist schwierig alles zu überdecken, zumal Schwarz so flexible Möglichkeiten offenstehen.

10... cxd4 Ein weiterer bekannter Zug.

10... ♗d7 Peter Svidler mag es so zu spielen und kam häufig zu der Gelegenheit.

11. ♗d3 erzwungen.

11... b6 12. ♖c1 sehr natürlich.

12. ♕d2 e5 In modernen Begegnungen wurde auch dieser Versuch gemacht. Die oben erwähnte Partie Topalov-Anand ist ein Beispiel.

12... cxd4 So wie die Partie lief, ist dies ein kleines Eingeständnis, denn Weiß kann die c-Linie mit seinem Turm besetzen und folglich von dieser kleinen Errungenschaft profitieren.

13. cxd4 Beachte das fabelhafte Figurenspiel von Magnus. Ich habe viele Partien von ihm beobachtet, ihn aber nie mit schlecht platzierten Figuren erlebt. In jeder Partie haben seine Figuren irgendwas gemacht.

13... e6 14. ♕d2 ♗b7 Der Aufbau von Schwarz ist deutlich gegen d4-d5 gerichtet. Der Nachteil daran ist die leichte Schwächung der schwarzen Felder infolge des Zuges 13...e6.

15. h4 Eine interessante und auch typische Idee, die weiterhin zur Theorie gehört. Weiß legt die Karten offen - Er will den Königsflügel angreifen und zieht mit dieser Absicht den h-Bauern voran, um die Bauernstruktur zu schwächen.

15... ♕e7 Ein zwar natürlicher Zug, der aber etwas widersinnig ist und von Carlsen kritisiert wurde. Schwarz verlor möglicherweise, weil er etwas zu passiv agierte. Seltsamerweise machte Ivanchuk keinen eindeutigen Fehler, der zum Partieverlust führte.

15... ♘c6 16. e5 Die von Carlsen gezeigte Zugfolge.

15... ♕xh4 Der Zug, der sich einem wohl zuerst aufdrängt, wird Schwarz nach hiernach zum Verhängnis: 16. ♗g5 ♕g4 ( 16... ♕h5 17. ♘g3 ♕g4 18. ♗e2+− ) 17. f3 ♕h5 18. ♘g3 Das Gegenspiel mit 18... ♗xd4+ funktioniert nicht nach 19. ♖f2 ♗xf2+ 20. ♔xf2 ♕h2 21. ♖h1+− Die Dame ist gefangen. Diese Variante war zweifelsohne beiden Spielern bekannt, doch auch die Berechnung ohne Vorwissen wäre Ivanchuk nicht schwer gefallen.

15... ♕d7 Ich hätte die Dame auf dieses Feld gestellt. Von hier aus greift sie den Bauern auf d4 an, kann in dieser Sache mit ♘c6 unterstützt werden und überdeckt das Feld c8, um den Turmtausch zu ermöglichen.

16. h5 Die offensichtliche Fortsetzung.

16... ♖fc8 Entspricht der Idee von Ivanchuk - die Verbindung der Türme. Den Bauern auf h5 zu schlagen ist keine gesunde Option, weil dann die Deckung des Königs zu sehr geschwächt werden würde. Wir haben einen kritischen Moment erreicht. Du bist gefragt! Was würdest du ziehen? Versuche dich an der ersten Aufgabe, die am Ende dieser ersten Unterrichtseinheit angefügt ist.


17. e5! Carlsen öffnet seine Karten und verfolgt seinen gewählten Plan. Weiß entfernt die Deckung des Feldes e5, aber daraus lässt sich für Schwarz kein Vorteil ziehen. Währenddessen wird Magnus auf den schwarzen Feldern mit Lg5 oderLh6 sein Spiel fortsetzen. Der Zug mit dem e-Bauern ist schon etwas überraschend, denn sehr oft bedeutet dies in der Grünfeldindischen Verteidigung, dass ein Fehler gemacht wurde. Das Feld d5 wurde nachhaltig geschwächt und oftmals kann Schwarz Druck auf den Bauern auf d4 ausüben. Carlsen ließ sich freiwillig auf den Zug ein, was eine tiefe und gründliche Beurteilung der Vor- und Nachteile erfordert. Er wusste was er tat und weiß um die Schlagkraft seines Angriffs gegen den Königsflügel mit gesunder Selbstsicherheit Bescheid.

17... ♖xc1 In diesem Fall verfehlt das Abtauschen von Figuren das Ziel den Angriff zu unterbinden. Die Türme greifen ohnehin nicht sonderlich ins Spielgeschehen ein. Invanchuk schwächt seine Grundreihe, doch sein größter Nachteil ist: Er verpasst es, Gegenspiel zu generieren.

17... ♘c6 Carlsen hatte gänzlich Einwände gegen die Spielweise seines Gegners. Er hätte das Momentum genutzt, um den Springer zurück ins Spiel zu holen. Möglicherweise ist dies aber auch nur eine Frage des Spielstils. Wir haben bereits gesehen, wie sehr Magnus darauf achtet, alle Figuren am Geschehen beteiligt haben zu wollen. Für ihn ist ein Springer auf a5 nur irritierend und er möchte ihn so schnell es geht wieder aktiver stellen.

18. ♖xc1 ♖c8

18... ♕d7

19. ♖xc8+ ♗xc8 Der schwarze Läufer steht schlecht. Eine schnelle Frage an dich: Wie setzt du fort? Nimm dir 5 Minuten und simuliere die Bedingungen einer ernsten Schachpartie.


20. ♗g5! Dieser Zug verfolgt das gleiche Ziel wie Lh6 - die schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen. Dies soll über f6 passieren. Zudem verhindert der Läufer mögliches Gegenspiel wie einen Damenausfall über h4. Des Weiteren kann sich die eigene Dame in den Angriff am Königsflügel einschalten. Carlsens Figuren bewegen sich in die richtige Richtung.

20. ♗h6 Dies wäre die Alternative gewesen. Es wird ebenfalls versucht die Läufer abzutauschen und mit h5-h6 einen günstigen Zeitpunkt für den Mattangriff abzuwarten. Es gibt jedoch konkrete Probleme bei dieser Vorgehensweise. Nach 20... ♗xh6 21. ♕xh6 ♕h4 bekommt Schwarz maßgebliches Gegenspiel. Beispielsweise 22. ♕c1 ♗b7 ermöglicht aktives Figurenspiel und damit einhergehende Chancen auf Gegenspiel. Der weiße h-Bauer sieht auch nicht mehr so gut aus.

20... ♕c7 Dieser natürliche Zug ist vielleicht ebenfalls ein kleiner Fehler von Ivanchuk. Zwar besetzt er die offene Linie, erhält aber keine Einbruchsfelder, weswegen die Linie nicht viel bedeutet. Weiß hat freie Hand bei seiner Umsetzung des Angriffs am Königsflügel.

20... ♕d7 21. ♗f6± laut Carlsen

20... f6 versucht ein paar Figuren zu tauschen. Nach der Analyse von Carlsen, der die erzwungene Zugfolge 21. exf6 ♗xf6 22. ♗xf6 ♕xf6 23. hxg6 hxg6 angibt, folgt ein Doppelangriff auf c8 und g6 mit 24. ♕c2± .

20... ♕a3 Ich kam zu dem Schluss, dass dieser Zug am meisten Schwierigkeiten bereitet. Er verhindert die Überführung der weißen Dame zum Königsflügel und sorgt für Ablenkung am Damenflügel.

21. ♗f6 ♘c6

21... ♗f8 Eine interessante Option ist der Versuch, den Läufer zu behalten. 22. ♕g5 ♘c6 23. hxg6 fxg6 24. ♗xg6 hxg6 25. ♕xg6+ ♗g7 26. ♗xg7 ♕xg7 27. ♕e8++− Schwarz überlebt den Angriff, büßt aber Material ein und verliert so die Partie.

22. ♕g5 Ein instruktiver Moment. Weiß schaltet die Dame in den Angriff ein und lässt 20.Lg5 folgen.

22... h6 Schwarz sah sich gezwungen so zu spielen. Der Druck auf den Königsflügel steigt und ein bedeutsamer Zug folgt. Nimm dir etwas Zeit und überlege, welcher Zug hier gespielt wurde. Probiere dich an Aufgabe 3, die du am Ende der Partie findest.


22... ♘b4? sieht zwar logisch aus, aber Weiß kann einfach 23. ♗xg7 ♔xg7 24. ♕f6+ ♔f8 spielen. Carlsen sah dazu während der Partie noch eine kleine Kombination: 25. ♗xg6! hxg6 26. h6+− Der h-Bauer ist plötzlich unglaublich stark.

23. ♕c1! Ganz typisch für Carlsen! Völlig unerwartet verlässt die Dame den Königsflügel und nimmt die c-Linie unter Beschuss. Er betrachtet das gesamte Schachbrett und beschränkt sich nicht auf den Königsflügel, wie es viele Spieler machen würden. Der unglaublich weite Blick ist eine seiner großen Stärken. Ein Zug wie Dg4 wäre natürlicher als der Rückzug. Was soll Schwarz machen? Der Bauer auf g6 hängt.

23... g5

23... ♕d7 24. hxg6+− und die schwarze Stellung ist ruiniert.

24. ♗b5 Plötzlich ist es die Fesselung auf der c-Linie, die die Begegnung entscheidet.

24... ♗d7 25. d5! Im Wesentlichen ist die Partie mit dem Figurengewinn vorbei. Magnus überzeugt aber weiterhin, indem er seinen Vorteil in instruktiver Weise zur Geltung kommen lässt.

25... exd5 26. ♘d4+− ♗xf6 27. exf6 ♕d6 28. ♗xc6 ♕xf6 29. ♗xd7 ♕xd4 Schwarz hat zwei Bauern für die Figur, doch reicht dies als Kompensation nicht aus.

30. g3 ♕c5 31. ♕xc5 bxc5 32. ♗c6 d4 33. ♗b5 ♔f8 34. f4 gxf4 35. gxf4 Ivanchuk gab sich geschlagen.

1-0

Exercise 1
Exercise 2
Exercise 3
Carlsen, Magnus 1:0 Malakhov, Vladimir (Khanty Mansiysk, 2005)

Die ist eine Stellung aus Carlsens Partie gegen den äußerst starken russischen Großmeister Vladimir Malakhov. Nimm dir ein paar Minuten und entscheide dich für eine Fortsetzung.


19. e5! Ein sehr schöner Zug. Das Feld e4 wird für den weißen Springer freigeräumt und der schwarze Springer wird angegriffen und muss ziehen. Es gibt hier viele Gemeinsamkeiten zu der vorherigen Partie. Schwarz hat zwar nicht so schwache schwarze Felder, doch ist zumindest das Feld c5 ein angenehmer Vorposten für den Springer. Dieser Springer erfüllt mehrere Zwecke, droht die postionelle Stärkung auf c5 und unterstützt den Angiff.

19... ♘fd5 20. ♘e4 ♘d7 Malakhov versucht das Feld c5 zu überdecken.

21. ♕d2!↑ Ein ebenfalls schöner Zug, der sich gut in das Konzept mit e5 und Se4 fügt. Wieder besteht ein Teil des Plans darin, die schwarzfeldrigen Läufer abzutauschen.

21... ♕b8 22. ♗h6 ♗h8 Wiederum wird der Versuch gemacht, die schwarzen Felder zu überdecken. Es gelingt aber nicht gut.

22... f5 wäre ein hartnäckiger Versuch gewesen. Nach 23. ♘c5± zeigt sich aber doch der deutliche Vorteil für Weiß.

23. h4 Carlsen führt seinem Angriff weitere Ressourcen zu.

23... ♘f8 24. ♘c5 Das Feld c5 ist ungeschützt, warum dann also nicht hineinhüpfen? Versucht Schwarz 24...Se6, wäre der Läufer auf h8 äußerst schwach positioniert und die Königsstellung wäre ebenso äußerst schwach.

24... ♕a7 Stratisch ist die Stellung bereits für Schwarz verloren. Carlsen wendet sich seinem Angriff zu.

25. h5 ♘c7 Vielleicht um Se6 vorzubereiten.

26. hxg6 hxg6 An dieser Stelle richte ich wieder eine kleine Frage an dich. Wie sollte Weiß seinen Angriff fortsetzen? In Übung 4 am Ende der Partie findest du die Aufgabe.


27. ♗xf8! Eine elegante Lösung. Carlsen schlägt die einzige Figur, die das Feld h7 deckt und öffnet der Dame den Weg nach h6. Der Läufer war durchaus eine gute Figur, doch ist Carlsen ein origineller Spieler, der keine Angst davor hat, etwas Ungewöhnliches zu tun. Wir bekommen hier sein starkes Selbstvertrauen vorgeführt.

27. ♘g5 Zu nennen als der Standardzug, der wohl Weiß auch großen Vorteil verspricht, sollte Df4 folgen.

27... ♖xf8 28. ♕h6 ♗g7 29. ♕h4 Hauptidee: Sg5 und Dh7#

29... f6 Schwarz unterbindet die Idee, doch schwächt der Zug auch die Königsstellung, insbesondere den Bauern auf g6.

30. ♕g4 ♔h7 31. ♘h4 g5 So ziehen zu müssen, ist nicht bloß unangenehm. Die Partie ist quasi vorbei.

32. ♕h5+ ♔g8 33. ♘f5 ♘e8 34. ♕g6 Malakhov gab an dieser Stelle auf. Es hätte so weitergehen können:

34... fxe5 35. ♕e6+ ♔h7 36. ♘xe7

1-0

Exercise 4
Carlsen, Magnus 1:0 Anand, Viswanathan (Sao Paulo/Bilbao, 2012)

Diese Stellung stammt aus einer großartigen Partie - Carlsen-Anand, Bilbau 2012. Was sollte Weiß ziehen? Versuche dich an Aufgabe 5, die du am Ende dieser Partie findest.


24. g4! Ein eher einfacher Zug, wenn du dich gefragt hast, was Schwarz plant. Er würde gerne mit Sf5 fortsetzen und vielleicht sogar zu Se3 kommen wollen. Weiß macht einen prophylaktischen Zug, um die Möglichkeiten für seinen Gegner zu beschränken.

24... ♖c6 Ein sehr natürlicher Zug, um e6 zu decken. Schwarz muss sich erst um den Bauern kümmern, bevor er den Springer über e8 auf bessere Felder führen kann. Möglicherweise hast du dich bereits tiefer mit der Stellung nach 24.g4! auseinandergesetzt und mit der Lösung der nächsten Aufgabe beschäftigt. Doch machen wir hier abermals einen kleinen Einschnitt, weil Magnus einen beeindruckenden Zug gefunden hat. Versuche dich an Aufgabe 6. Du findest sie wie immer am Ende der Partie.


25. ♘h3!↑ Ein unfassbar guter Zug, der von vielen Spielern auf hohem Niveau gelobt wurde. Hier kommt wieder die Selbstsicherheit, mit der Magnus agiert, zum Ausdruck. Er sieht die Vorzüge in seinem Plan mit Dh6 und Sg5. Daher lässt ihn die zwischenzeitlich schlechte Positionierung des Springers unbeeindruckt. Schwar steht vielleicht schon verloren.

25... ♘e8 Schwarz kann es probieren.

25... ♕d8 26. ♕h6 ♔h8 Wie sollst du sonst eine Verteidigung auf Sg5 finden? 27. ♘g5 ♕g8 Schwarz kann nur schwer atmen. Ein netter Plan, der für Weiß in betracht gezogen werden kann, ist 28. ♖e4 und verfolgt die Idee Tf4. Sollte Schwarz versuchen sich umzugruppieren: 28... ♘e8 Folgt von Weiß ( 28... ♖f8 29. ♖g1 gefolgt vonTg3-h3 und einer ausgezeichneten Stellung.) 29. ♖fe1± , Mit Angriff auf den Bauern e6.

26. ♕h6 ♘f6 27. ♘g5 d3 Anand war darauf bedacht etwas Gegenspiel zu finden, aber Magnus fand den entscheidenden Zug. Kannst du ebenfalls seine Idee finden?


27... ♕a6 28. ♖e5 ♕c8 29. ♖fe1±

28. ♖e5! Die Drohung besteht in Sxh7, und die Situation ist absolut grausam für den Weltmeister Vishy Anand.

28... ♔h8 Verteidigt Sxh7, gewährt aber die Kontrolle über f7. Weiß spielt einfach:

28... ♖d6 29. ♘xh7 ♘xh7 30. ♕xg6+ ♔f8 31. ♕xh7+− Nur für unseren Genuss habe ich die Variante bis zum Matt analysiert: 31... d2 32. ♕h8+ ♔f7 33. ♕h5+ ♔f8 34. ♖g5 d1=Q 35. ♕h8+ ♔f7 36. ♖g7+ ♔f6 37. ♖g8+ ♔f7 38. ♕g7# Ein Weltmeister rechnet natürlich nicht so weit, denn die Tödlichkeit des Angriffs ist unzweifelhaft.

29. ♖d1+− ♕a6 30. a4 Schwarz kann nichts weiter machen. Versucht er den Bauern zu decken, verliert er nach Sf7+ die Qualität. Versucht er den Bauern einstehen zu lassen, verbleibt er in einer hoffnungslosen Stellung. Deshalb gab Anand einfach auf. Wir konnten sehen, wie gut Carlsen darin ist, seinen Angriff durchzuführen. Ebensogut gruppiert er sein Figuren um. In bestimmter Weise ist Carlsen auch mit Anatoli Karpow vergleichbar, denn auch der schränkte seine Gegner häufig derart ein, dass sie nicht mehr atmen konnten. Vielleicht denken wir, in Anbetracht seines Talents, auch an die großen Meister Capablance, Botvinnik oder Smyslov. Seine Spielstärke ist beeindruckend und vielleicht lässt er sich sogar als Reinkarnation all dieser großartigen Spielern beschreiben.

1-0

Exercise 5
Exercise 6

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Über Magnus Carlsen GM Artur Jussupow

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Introduction

GM Artur Jussupow und Jan Gustafsson erklären euch in diesem ebook die herausstechenden Besonderheiten im Spiel des Weltmeisters Magnus Carlsen.

Goals

Das Ziel dieses ebooks ist die Verbesserung deiner Kenntnisse - insbesondere, um Turniererfolge zu erringen - indem wir einige Partien von Magnus Carlsen genauer betrachten.

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