Berichte & News 11.08.2014 | 21:26by Tromso Olympiad 2014

Schacholympiade Tromsø, 9. Runde: Frankreich holt China ein

In der offenen Gruppe ist Frankreich der Sieger des Tages. Währen die meisten Teams sich unentschieden trennten, sicherte Etienne Bacrot das 2,5:1,5 gegen Tschechien und den Vorstoß an die Spitze. Bei den Frauen liegt Russland weiterhin vorne und Deutschland hat sogar Chancen auf eine Medaille. 


Frankreich Sieger des Tages

In der offenen Gruppe ist Frankreich der Sieger des Tages. Etienne Bacrot gewann als einziger Spieler im Kampf gegen Tschechien eine Partie und führte damit sein Team zu einem 2,5:1,5.

33... f6 34. ♗xf6! ♖f8

34... gxf6 35. ♕xf6 ♖f8 (35... ♖d7 36. ♖e8+ ♔h7 37. ♖h8# ) 36. ♕g6+ ♔h8 37. ♕xd6 und Weiß verbleibt mit zwei Mehrbauern und starkem Angriff.

35. ♗xg7! Der Läufer befindet sich im Zerstörungsmodus.

35... ♔xg7 36. ♕g5+ ♔h7 37. ♕xh5+ ♔g7 38. ♕g5+ ♔h7

38... ♔h8 39. ♕h6+ ♔g8 40. ♕g6+ ♔h8 41. ♕xd6+−

39. ♖e7+ und Schwarz gab auf wegen

39... ♗xe7 40. ♕xc1 und entscheidendem Vorteil für Weiß.

1-0

Etienne Bacrot ist mit 6/8 der beste Spieler seines Teams und mitverantwortlich für den Höhenflug der Franzosen in Tromsø | Foto: Georgios Souleidis

Damit liegt Frankreich punktgleich mit China an der Spitze. Die Chinesen konnten ihre Position durch ein 2:2 gegen Ukraine, alle Partien endeten remis, halten.

Aserbaidschan kam gegen Rumänien trotz deutlicher nomineller Vorteile nicht über ein 2:2 hinaus und verpasste den Sprung an die geteilte Spitze. Bulgarien lässt sich an der Spitze nicht abschütteln. Dank der weiterhin gut aufgelegten Veselin Topalov und Valentin Iotov siegten sie gegen Kuba mit 2,5:1,5 und liegen mit Chancen auf Medaillen im Verfolgerfeld.

Die hier häufig erwähnte Ausgeglichenheit der offenen Gruppe zeigte sich an den vielen 2:2 dieser Runde, wodurch einige Teams den Sprung auf 14 Punkte verpassten. Unter ihnen gehört mit Armenien der amtierende Olympiasieger. Nach dem Unentschieden gegen Serbien wird die Enttäuschung bei Aronian und Co. groß gewesen sein.

USA-Deutschland endet ebenfalls 2:2

Deutschland bleibt weiterhin unbesiegt bei der Schacholympiade – neben China das einzige Team. Das ist die gute Nachricht, aber fünf Mal Unentschieden bedeutet auch, dass man kaum noch Chancen auf eine Medaille hat – auch wenn das nicht unbedingt der Erwartung entsprechen würde. In diesem Kampf endete die Siegesserie von Sam Shankland, der gegen Liviu Dieter Nisipeanu remisierte. Mit 6,5/7 liegt Shankland aber weiterhin auf Medaillenkurs an seinem Brett. Georg Meier spielt weiter ein bärenstarkes Turnier. Nach seinem Sieg gegen Gata Kamsky, der letztendlich das 2:2 nach der Niederlage Daniel Fridmans gegen Varuzhan Akobian sicherte, liegt Meier bei 5,5/7 und einer Eloleistung von über 2800 Punkten super im Rennen. 

Aus norwegischer Sicht soll nicht unerwähnt blieben, dass Magnus Carlsen weiter sein magisches Schach vollführt. Dank des Sieges gegen Dragan Solak rettete er seinem Team das 2:2 gegen die Türkei, aber was noch viel wichtiger ist, er ist mit 6/8 voll auf Goldkurs am ersten Brett.

Nicht nur Carlsens Schach ist "magic", sondern auch dieses fantastische Foto von David Llada, einem der offiziellen Fotografen bei dieser Schacholympiade

Russland behauptet Führung bei den Frauen

Ermüdungserscheinungen und schwache Nerven machten sich bemerkbar in der 9. Runde, je näher die erste Zeitkontrolle rückte. Die chinesischen Damen hofften kurz auf einen Ausrutscher der Russinnen, nachdem Kateryna Lagno am Spitzenbrett gegen Armenien verlor. Elina Danielian gewann eine Figur, als Lagno unter Druck geriet und es sah zu diesem Zeitpunkt nach weiteren Überraschungen aus. Allerdings war das Glück auf russischer Seite, denn sowohl Valentina Gunina (siehe Partie) als auch Olga Girya konnten sich aus schlechten Stellungen retten. Aus dem potentiellen Sieg für Armenien wurde ein 2,5:1,5 für Russland.

31. ♕d5 ♖ad8! 32. ♕xf7+ ♔h8 33. ♖d7 ♖xd7 34. ♕xd7 d2 35. ♘xd2 ♗xd2 36. c5 Weiß hat drei Bauern für den Läufer, aber nur der a- und c-Bauern können vorgeschoben werden, ohne den weißen König zu schwächenn.

36... ♗e1?

36... ♗a5 mit der Idee die weißen Bauern zu blockieren, hätte den schwarzen Vorteil bewahrt.

37. c6 ♖f8 38. ♕d4 ♕d2 39. ♕c5 ♖e8? Es sieht so aus, als ob Schwarz hier das Remis hätte sichern können mit

39... ♖xf2 40. ♖xf2 ♗xf2+ 41. ♕xf2 ♕c1+ 42. ♔g2 ♕xc6+ , z.B. 43. ♕f3 ♕c2+ 44. ♔h3 ♕c8+ 45. ♕g4 ♕c1 46. a4 ♕f1+ 47. ♔h4 ♕f6+ 48. ♔h5 ♕e5+ führt zu Dauerschach.

40. c7 ♕d7? Die letzte Chance für Schwarz bestand in

40... ♖c8 41. ♕e5 ♗xf2+ 42. ♖xf2 ♕d7 43. a4 ♖xc7

41. a4 ♕e6 42. a5 ♕c8 43. ♕b6 ♗d2 44. ♖d1 ♕a8 45. a6 ♕f3 46. ♖f1 h5 47. ♕b7 und Schwarz gab auf wegen

47... ♕f5 48. a7 ♕c8 49. ♕b8 und der a-Bauer läuft durch.

1-0

Valentina Gunina scheint ein sehr fröhlicher Mensch zu sein. Hier lacht sie mit Evgeniy Najer (Sekundant für Russland) um die Wette | Foto: Georgios Souleidis

China tat alles, um so viel Druck wie möglich auf die Russinnen zu entfalten, indem sie mit 3,5:0,5 gegen Frankreich gewannen, obwohl die Weltmeisterin Yifan Hou nur remis spielte. Die Nr. 3 der Setzliste, Ukraine, bastelt weiter am Comeback. Nach dem 2,5:1,5 gegen Indien liegt Ukraine auf den alleinigen dritten Platz und kann mit einem Sieg gegen Russland – und man darf davon ausgehen, dass die Ukrainerinnen alles geben werden in diesem Match - das Zünglein an der Waage spielen an der Spitze.

Die deutschen Frauen nutzten die Gunst der Stunde. Durch das 2,5:1,5 gegen die nominell etwa gleichwertigen Ungarinnen liegen sie plötzlich auf Platz fünf und können bei optimalen Verlauf sogar an Bronze denken. Gegen Ungarn schwächelte zwar Zoya Schleining weiterhin und verlor gegen Ildiko Madl, doch Elisabeth Paehtz und Sarah Hoolt sorgten für die entscheidenden Punkte und den 7. Sieg in neun Kämpfen. Dass Sarah Hoolt ein bärenstarkes Turnier hinlegt, berichteten wir schon, doch inzwischen wächst sie beinahe über sich hinaus. Mit 7/8 hat sie Chancen auf eine Medaille an ihrem Brett und so nebenbei gewinnt sie schon 30 Elopunkte – das ist viel.

In der 10. Runde trifft Deutschland auf die leicht favorisierten Rumäninnen – warum sollte hier nicht auch ein Sieg herausspringen? Für unsere Damen heißt es also Daumendrücken, oder?

Siehe auch:


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