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Robert James Fischer

Robert James Fischer

  • Geb.:
    09.03.1943 Chicago, Vereinigte Staaten
  • Todestag:
    17.01.2008 (Alter 64) Reykjavík, Island
  • FIDE-Titel:
    Großmeister
  • Verband:
    Vereinigte Staaten von Amerika
  • Höchste Elo-Zahl:
    2785 (Juli 1972)
  • Elo-Zahl:
    2785 (Juli 1972)

Bobby Fischer war ein einsames Genie, das auf eigene Faust die gesamte russische Schachmaschinerie besiegte. Er setzte sich im medienwirksamsten Match der Schachgeschichte gegen Boris Spassky durch und gewann die Weltmeisterschaft im Alter von 29 Jahren. Traurigerweise war das auch das Ende seiner Karriere, denn der Amerikaner mutierte zum Einsiedler, der in den nächsten zwei Jahrzehnten keine ernsthafte Partie mehr spielte.

Fischer überwältigte die Schachwelt als 13-jähriger Junge, als er IM Donald Byrne in der „Partie des Jahrhunderts“ schlug. Ein Jahr später gewann er seine erste US-Meisterschaft und qualifizierte sich für das Interzonenturnier 1958 in Jugoslawien. Die öffentlichen Erwartungen waren gering, doch er landete unter den ersten sechs Spielern. Dadurch qualifizierte er sich für den kommenden WM-Zyklus und errang den Großmeistertitel. Er verblieb der jüngste Großmeister der Schachgeschichte, bis Judit Polgar 30 Jahre später seinen Rekord brach.

Das Kandidatenturnier 1959 war noch eine zu hohe Hürde für den 16-jährigen Fischer, der gegen den Sieger Mikhail Tal alle vier Partien verlor, doch drei Jahre später war er nach seinem Sieg beim Interzonenturnier 1962 einer der Favoriten. Fischer beendete das Turnier weit hinter dem Sieger Tigran Petrosian und beklagte in einem Artikel in der Sports Illustrated eine betrügerische Absprache zwischen den russischen Spielern. Während der 60er Jahre zog sich Fischer immer wieder von wichtigen Turnieren zurück und spielte generell wenig, aber sein Spielniveau stieg nichtsdestotrotz. Sein unbändiger Siegeswille, seine tiefe Eröffnungsvorbereitung und sein kristallklares Spiel machen ihn berechtigterweise zum stärksten Spieler der Schachgeschichte. Nach 1966 und seinem 23. Lebensjahr gewann er jedes Turnier oder Match, das er spielte.

Die finale Besteigung des Schachtrohns ist der Stoff, aus dem Legenden gestrickt werden. Er dominierte das Interzonenturnier 1970 auf Palma de Mallorca, bevor er Mark Taimanov und Bent Larsen mit 6:0 vorführte und eine nie dagewesene Serie von 20 Siegen in Folge gegen stärkste Gegner als Rekord aufstellte. Petrosian konnte den Schaden etwas begrenzen und verlor „nur“ 6,5:2,5, wonach Fischer sich für die Weltmeisterschaft gegen Boris Spassky qualifizierte. Das „Match des Jahrhunderts“ fand in Reykjavik und vor dem Hintergrund des Kalten Krieges statt. Es hätte als Rohrkrepierer enden können, nachdem Fischer die zweite Partie ohne Kampf aufgab, doch Spassky war bereit seinem Gegner bei dessen Forderungen entgegenzukommen. Der Kampf endete mit der erwarteten Krönung Fischers, der 12,5:8,5 gewann.

Fischer entfachte in den USA einen Schachboom und ihm schien die Welt zu Füßen zu liegen, aber er verschwand in der Dunkelheit. Die FIDE wies seine Bedingungen für den WM-Kampf gegen Anatoly Karpov 1975 zurück und ohne Kampf nahm der Russe Fischers Platz ein. Auch wenn er 1992 überraschend und für kurze Zeit zu einem „Rückkampf“ im Kriegsgebiet Jugoslawien gegen Spassky aus der Versenkung auftauchte, überschattete seinen komfortablen Sieg die Tatsache, dass er gegen die UN-Sanktionen verstoßen hatte und nun als US-Flüchtling galt. In den folgenden Jahren machte Fischer durch Hasstiraden gegen die USA und Israel auf sich aufmerksam. 2004 wurde er in Japan aufgrund eines US-Haftbefehls gefangen genommen, doch er erhielt in Island Asyl, wo er die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte.

Foto: Wikipedia


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Kommentare 7

Guest
Guest 7941773250
 
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  • 12.12.2017 | 17:12
    BobbyPfuscher

    Danke, das wäre nicht nötig gewesen.^^



  • 11.12.2017 | 19:02
    gelöschter User
    gelöschter User

    Ein Tippfehler im vierten Absatz: Statt "des Schachtrohns" muss es "des Schachthrons" heißen.



  • 25.01.2017 | 03:25
    SchachPiratCH

    Vielleicht sollte auch noch erwähnt werden, dass Fischer (19 Punkte aus 22 Partien) das stärkste Blitzturnier in Herceg Novi am 08.04.1970 mit 4.5 Punkten Vorsprung auf den 2. Mikhail N. Tal (14.5) gewann!

    Wenn schon Tal als herausragender Blitzspieler bezeichnet wurde. Dies erklärt vielleicht die Bewunderung, die Anfang der 1970er Jahre "Bobby" Fischer entgegen gebracht wurde. Robert James Fischer sagte einmal: "Patzer und Freunde nennen mich Bobby!" :D



  • 25.01.2017 | 02:59
    SchachPiratCH

    Russische Spieler sollte durch Sowietische Spieler ersetzt werden, denn Tal (Lettland), Keres (Estland), Petrosian (Armenien) waren alles keine "Russen"! ;)



  • 21.01.2017 | 09:15
    schachmeister1000

    shut up




  • 19.01.2017 | 18:30
    BobbyPfuscher

    Tell me why?




  • 18.01.2017 | 17:51
    schachmeister1000

    ich werde genauso wir Bobby




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