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Anatoly Karpov

Anatoly Karpov

  • Geb.:
    23.05.1951 (Alter 68) Zlatoust, Russische Föderation
  • FIDE-Titel:
    Großmeister
  • FIDE-ID:
    4100026
  • Verband:
    Russland
  • Höchste Elo-Zahl:
    2780 (Juli 1994)
  • Elo-Zahl:
    2617 (August 2019)
  • Rang:
    195 (August 2019)

Anatoly Karpov füllte das von Bobby Fischer hinterlassene Vakuum und war zwischen 1975 und 1985 der unbestrittene Champion. Durch seinen ruhigen aber unachgiebigen Stil dominierte er die Schachwelt, bis sein großer Rivale Garry Kasparov die Bühne betrat.

Karpov war ein sowjetisches Modelkind. Er wurde in der schwierigen Nachkriegsära in Zlatoust (Ural), wo sein Vater als Ingenieur in der Rüstungsindustrie arbeitete, geboren. Er erlernte das Schachspiel im Alter von 12 Jahren und wurde in der Mikhail Botvinnik-Schachschule aufgenommen. Obwohl der „Patriarch des sowjetischen Schachs“ bezüglich Karpovs Talent skeptisch war, machte dieser schnelle Fortschritte, insbesondere wenn er mit dem Eröffnungsexperten GM Semyon Furman zusammenarbeitete. Er war der erste sowjetische Spieler nach Boris Spassky, der die Junioren-Weltmeisterschaft gewann und sorgte beim Aljechin Memorial 1971 für Aufsehen. Obwohl nur an 14 gesetzt, gewann er das Turnier zusammen mit Leonid Stein vor einem Teilnehmerfeld, das den amtierenden Weltmeister Boris Spassky und die früheren Weltmeister Smyslov, Tal und Petrosian beinhaltete.

Karpov gab an, dass er noch nicht bereit sei, den Weltmeister herauszufordern, doch es war ein Understatement. Er besiegte Lev Polugaevsky (5,5-2,5), Boris Spassky (7-4) sowie Viktor Kortschnoi (12,5-11,5) und qualifizierte sich für den WM-Kampf gegen Bobby Fischer. Die komplete sowjetische Schachmaschinerie wurde in Gang gesetzt, um den schwächlich wirkenden Karpov bei seinem Versuch, die Schachkrone wieder zurück nach Russland zu bringen, zu unterstützen. Der 23-Jährige gewann den Titel aber ohne einen Zug auszuführen, da Fischer die Wettkampf-Bedingungen nicht anerkannte.

Karpov beseitigte alle Zweifel an der Legimität seines Titels, indem er in der Folge an allen Topturnieren teilnahm und seine Gegner dominierte. Er verteidigte seinen Titel in zwei Kämpfen gegen Kortschnoi. 1978 überlebte er das späte Comeback seines Gegners und gewann 16,5-15,5, während er 1981 mit drei Siegen aus den ersten vier Partie startete und zu einem klaren 11-7 Sieg kam.

Die späten 80er Jahre wurden von den Wettkämpfen zwischen Karpov und Kasparov dominiert. 1984 schien der amtierende Weltmeister seinem jungen Herausforderer eine Lektion zu erteilen, nachdem er von den ersten neun Partien vier gewann. Kasparov bunkerte sich danach ein, doch nach einer Rekordserie von 17 Remis in Folge gelang Karpov ein weiterer Sieg, wonach ihm nur noch einer fehlte, um die erforderliche Anzahl von sechs Siegen zu erreichen. In den nächsten 21 Partien gelang Karpov allerdings kein weiterer Sieg, während Kasparov drei Partien gewann. Es kam unter Protest beider Spieler, ageblich wegen der ausufernden Länge, zum Abbruch des Wettkampfs durch FIDE-Präsident Florencio Campomanes.

Kasparov gewann ein Jahr später den Rückkampf und verteidigte seinen Titel gegen Karpov 1986, 1987 und 1990. Alle Wettkämpfe verliefen sehr eng und insbesondere 1987 stand Karpov kurz davor, die WM-Krone zurückzugewinnen, als er in der letzten Partie nur ein Remis benötigte, aber verlor.

1992 ging die K & K-Sage zu Ende, da Karpov das Kandidatenfinale gegen Nigel Short verlor. Da sich Kasparov und der Engländer von der FIDE trennten, um ihr eigenes Match auszurichten, konnte Karpov die weniger prestigeträchtige FIDE-Weltmeisterschaft durch einen Sieg gegen Jan Timman 1993 gewinnen. Er verteidigte seinen Titel gegen Gata Kamsky 1996 und Viswanathan Anand 1998, gab ihn aber ab, als das Knockout-Format 1999 eingeführt wurde.

Karpov verblieb in den 90er Jahren in der absoluten Weltspitze und erzielte einen der beeindruckendsten Turniersiege der Schachgeschichte, als er 1994 das Topturnier in Linares mit dem fantastischen Score von 11/13 und 2,5 Punkten Vorsprung vor Kasparov und Shirov gewann. Sein Spiel hat inzwischen nachgelassen, da er sich vom professionellen Schach zurückgezogen hat, auch wenn er selten in Mannschafts- und Schnellschachwettbewerben mitspielt. Neben dem Schachspiel war Karpov immer ein extrem wettkampferprobter Kartenspieler und fanatischer Briefmarkensammler, dessen Sammlung auf ungefähr 15 Millionen Dollar geschätzt wird. Mit seinem 60. Lebensjahr begann für Karpov eine neue Karriere, als er als Abgeordneter in das russische Parlament gewählt wurde.

Foto: Georgios Souleidis


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Kommentare 2

Guest
Guest 7324457425
 
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  • 01.05.2015 | 09:11
    schmittie

    Ja genau, er spielt Ruhig und stark und ehe der Gegner was merkt,ist es aus. Des weiteren hat er so glaube ich als spielender Weltmeister die meisten Tuniererfolge aufzuweisen !!



  • 18.04.2015 | 18:12
    gelöschter User
    gelöschter User

    Karpov ist der beste !




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