Allgemein 27.05.2020 | 12:52von chess24 staff

Yu Yangyi: "90% Fleiß und 10% Talent"

Der Juniorenweltmeister von 2013 Yu Yangyi steht oft im Schatten seiner chinesischen Team-Kollegen, obwohl er schon die Top Ten erreichte und großen Anteil an den Goldmedaillen der Chinesen hatte. Zuletzt gewann er im Finale der Nations Cup eine wichtige Partie gegen Wesley So und auch sein Sieg gegen Ding Liren im Armageddon der Lindores Abbey Rapid Challenge war keine große Überraschung – immerhin schlug er letztes Jahr beim Norway Chess nacheinander MVL, Ding Liren, Caruana und Anand, als es um alles oder nichts ging! Liang Ziming porträtiert seinen Landsmann im neuesten Beitrag der Aktion #HeritageChess, die von der Lindores Abbey Heritage Society unterstützt wird. 


Im Vergleich zu anderen Weltklassespielern fing Yu Yangyi, der 1994 in Huangshi in der zentralchinesischen Provinz Hubei geboren wurde, etwas später mit dem Schach an. Erst mit sieben Jahren lernte er die Regeln.

In der ersten Grundschulklasse bat ihn sein Denksportlehrer, sich für Xiangqi (Chinesisches Schach), Go oder Schach zu entscheiden. Yu Yangyi entschied sich für Schach. "Ich weiß nicht mehr, warum ich mich für Schach entschied. Ich erinnere mich nur, dass meine Mutter Schach nehmen wollte und dann sagte, ich wäre es gewesen," erzählte mir Yu Yangyi in einem Interview.

Mit der Unterstützung von Shi Jiaoming, der fünfzehn Jahre hintereinander Schachmeister von Huangshi war, machte Yu Yangyi schnell Fortschritte und wurde mehrfach chinesischer Jugendmeister.

Yu Yangyi gewann 2011 die erste Austragung des GM-Turniers von Danzhou (vor Spielern wie Ding Liren, Wang Hao und Li Chao) und wiederholte diesen Triumph 2018 | Foto: qipai.org.cn 

Dank seiner zügigen Fortschritte und seiner hohen Spielstärke wurde das Team aus Peking, das damals von der ehemaligen Weltmeisterin Xie Jun betreut wurde, auf Yu Yangyi aufmerksam. Sie engagierte das Talent und fungierte als dessen Mentor. Wenig später wurde Yu Yangyi für das Nationalteam nominiert und begann mit GM Ye Jiangchuan zu trainieren.

Obowhl Yu Yangyi oft erwähnt hat, dass er nicht besonders talentiert ist, sind seine Ergebnisse wirklich herausragend. 2009 wurde er mit 15 Jahren Großmeister, und war damals der jüngste Großmeister Chinas. 2014 gewann er hintereinander die Chinesische Meisterschaft und die Asien-Meisterschaft, ehe er wenige Monate später einen großen Beitrag zum ersten chinesischen Olympia-Gold in Tromsø leistete. 

Yu Yangyi war 2014 nicht nur bei der ersten chinesischen Goldmedaille in Tromsø dabei, er erzielte auch die Turnierbestleistung von 9,5 aus 11 und eine Elo-Leistung von 2912 | Foto: David Llada, Turnierseite

Bei der Mannschafts-WM 2015 und 2017 und der Schach-Olympiade 2018 stand Yu Yangyi insgesamt drei weitere Male strahlend auf dem Siegerpodest.

Eine der besten Leistungen von Yu Yangyi in seiner gesamten Karriere war der Sieg bei den Qatar Masters 2014. Dort holte er 7,5 auf und landete nach einem Sieg gegen Vladimir Kramnik in der letzten Runde einen halben Punkt vor dem russischen Ex-Weltmeister und Anish Giri.

Beim ersten Online Nations Cup, der letzte Woche beendet wurde, war Yu Yangyi wieder einmal der Held der Chinesen. Im Finale holte er den entscheidenden Sieg gegen GM Wesley So aus den USA und verschaffte China so den nächsten Titel. Sogar Magnus Carlsen sparte nicht mit Lob.

Zu seinen Leistungen befragt, meinte Yu Yangyi:

Sie sind das Ergebnis von 90% Fleiß und 10% Talent. Erfolg hängt nicht nur vom Talent, sondern auch von harter Arbeit ab.  

Als eine der drei Stützen des chinesischen Schachs (gemeinsam mit Ding Liren und Wei Yi) hat Yu Yangyi aber hohe Ziele, denn irgendwann will er so gut sein wie Weltmeister Magnus Carlsen: "Ich weiß, dass das schwierig wird, aber ich werde alles geben."

Liang Ziming

Liang Ziming ist seit 2003 Schachjournalist, und er ist der Nachrichtenbeauftragte des chinesischen Schachverbands. Er arbeitet jetzt für chess24 an chinesischen Inhalten und Übersetzungen. 


Wie bist du zum Schach gekommen? Teile deine Erfahrungen hier in den Kommentaren oder unter dem Hashtag #HeritageChess!      

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