Allgemein 14.01.2017 | 10:46von Colin McGourty

Vorschau auf Tata Steel Chess 2017

Traditionell wird das Schachjahr mit dem Tata Steel-Turnier in Wijk aan Zee eröffnet, und erneut haben die Veranstalter ein starkes Teilnehmerfeld zusammengestellt. Weltmeister Magnus Carlsen ist wie sein Herausforderer Sergey Karjakin unter den 14 Spielern, die ab Samstag um den Sieg beim Masters kämpfen. Weitere Favoriten sind So, Aronian und Giri, während die Jungstars Wei Yi und Rapport sich mit den renommierten Stars messen können. Das gesamte Geschehen wird von Peter Svidler, Jan Gustafsson und Lawrence Trent live auf chess24 kommentiert.

Die Startnummern des Tata Steel Chess Masters 2017 wurden mit Fußballtrikots ausgelost, eine Runde wird im Stadion von Feyenoord Rotterdam ausgetragen | Foto: Offizielle Turnierseite

Kommen wir zunächst zu den praktischen Informationen. Die Auslosung am Freitag erbrachte folgende Paarungen für das Tata Steel Masters:

Und hier der vollständige Turnierplan, mit den Angaben, welche Kommentatoren auf chess24 kommentieren. Peter SvidlerJan Gustafsson und Lawrence Trent wechseln sich dabei ab. Falls nicht anders angegeben, finden die Runden jeweils um 13:30 statt: 

Samstag, 14.Januar: Runde 1 – Peter & Jan
Sonntag, 15.Januar: Runde 2 – Peter & Jan
Montag, 16.Januar: Runde 3 – Peter & Lawrence
Dienstag, 17.Januar: Runde 4 – Peter & Jan

Mittwoch, 18.Januar: Ruhetag

Donnerstag, den 19.Januar: Runde 5 (14:00 im Feyenoord-Stadion, Rotterdam) – Peter & Jan
Freitag, 20.Januar: Runde 6 – Peter & Jan
Samstag, 21.Januar: Runde 7 – Peter & Jan
Sonntag, 22.Januar: Runde 8 – Jan & Lawrence

Montag, 23.Januar: Ruhetag

Dienstag, 24.Januar: Runde 9 – Jan & Lawrence
Mittwoch, 25.Januar: Runde 10 (14:00 in der Philharmonie, Haarlem) - Jan & Lawrence

Donnerstag, 26.Januar: Ruhetag

Freitag, 27.Januar: Runde 11 – Jan & Lawrence

Samstag, 28.Januar: Runde 12 – Jan & Lawrence
Sonntag, 29.Januar: Runde 13 (12:00) – Jan & Lawrence

Bei diesem Turnier ist der Live-Kommentar nur für chess24 Premium-Mitglieder zugänglich. Wer noch kein Premium ist, kann sich hier für $9.99 im Monat anmelden und bekommt neben dem Zugang zu den 13 Runden Wijk aan Zee eine Menge zusätzliche Content, wie unsere Video-Serien, den Taktiktrainer, das Analyse-Tool und vieles mehr. 

Aktuell haben wir noch ein Spezialangebot für euch. Wer sich jetzt für eine jährige Premium-Mitgliedschaft entscheidet, bekommt eine von Peter Svidler signierte chess24-Tasse. 

Peter arbeitete während der WM hart | Foto: Oliver Koeller

Außerdem nimmt jedes Neumitglied an der Verlosung folgender Preise teil:

  1. Exklusives Coaching mit Peter Svidler. Peter analysiert drei Partien des Gewinners
  2. Hochwertiges Schachbrett mit Figuren
  3. Eine von drei DGT3000-Schachuhren.

Uns ist klar, dass nicht jeder Premium werden kann, und wir hoffen auf euer Verständnis, dass wir ein solches Experiment gelegentlich ausprobieren müssen, um neue Kunden zu gewinnen. Natürlich könnt ihr alle Partien mit Computeranalyse auf chess24 verfolgen und auch unsere Rundenberichte lesen. Einen weiteren Live-Kommentar findet ihr auf der offiziellen Turnierseite, wo Yasser Seirawan aus Wijk aan Zee berichten wird.     

Schauen wir uns nun aber das Teilnehmerfeld in der ungefähren Elo-Reihenfolge an.     

Alte Rivalen: Carlsen (2840) und Karjakin (2785)

Magnus und Sergey sind derzeit Dauerrivalen, denn nach den 16 Partien in New York trafen sie auch bei der Blitz-WM in Doha aufeinander, wo Karjakin den Weltmeister im direkten Duell besiegte und – nach einigem Auf und Ab – den Titel gewann. Karjakin wurde 2009 in Wijk aan Zee alleiniger Erster (Magnus wurde Fünfter), er weiß also, wie man das längste Supergroßmeisterturnier des Jahres gewinnt. 

"Das war gestern eine tolle Geburtstagsfeier! Vielen Dank an alle meine Freunde, jetzt fliege ich nach Wijk aan Zee"

In einem Interview mit dem Sport-Express verkündete er schon seine Ziele für 2018:

Ich hoffe, ich kann in Wijk meine normale Leistung bringen, und danach werde ich mit den Vorbereitungen auf das Kandidatenturnier beginnen. 

Magnus dagegen muss zumindest sich selbst etwas beweisen. Der Sieg bei der WM hing am seidenen Faden und das Unentschieden in den normalen Partien hatte zur Folge, dass er mit 2840 Elo „nur noch“ 13 Punkte vor Fabiano Caruana liegt. Carlsen würden diesen Vorsprung sicher gern wieder ausbauen, bevor Caruana Ende des Monats beim Gibraltar Masters an den Start geht.

Carlsen hat also noch einen Grund mehr, ein gutes Ergebnis zu erzielen, zumal es ihm an Siegeswillen nie mangelt. Bisher hat er in Wijk aan Zee fünfmal gewonnen, wird er auch dieses Mal Erster, wäre dies sein dritter Triumph in Folge. 

Magnus reflektiert über sein Leben... in Wijk aan Zee

Der Kronprinz: Wesley So (2808)

Bislang hat Wesley So es geschafft, Turniere zu gewinnen und dabei möglichst wenig Aufheben von der eigenen Person zu machen, doch spätestens in Wijk aan Zee steht er nach seinen letzten Erfolgen im Rampenlicht. In der zweiten Jahreshälfte 2016 holte er sich den Sieg bei der Grand Chess Tour und verbesserte seine Elo auf über 2800 – man darf gespannt sein, wie er mit dieser neuen Rolle umgeht.   

Gleich die erste Runde, in der er Weiß gegen Magnus Carlsen hat, kann wegweisend für Wesley sein! | Foto: Offizielle Turnierseite

Will Wesley zeigen, dass er mit Magnus um den Sieg ringen kann, muss er bei einem Turnier wie dem Tata Steel Masters auch gegen Weltklasseleute auf Sieg spielen.

Zeit für ein Ausrufezeichen: Aronian (2780) und Giri (2773)

2016 war für diese beiden einstigen WM-Aspiranten zumindest schachlich ein Jahr zum Vergessen, denn beide verpassten die Qualifikation für die Grand Chess Tour 2017 (Levon hat noch eine Chance, falls einer auf den Start verzichtet). Das kann sich aber schnell wieder ändern, und Anish formulierte zumindest einen Vorsatz, der in die richtige Richtung geht:

"Vorsatz für das neue Jahr: Weniger twittern, öfter gewinnen!"

Bisher klappt das noch nicht ganz!

"Frohes Neues Jahr! Dieses Geschenk bekam ich zum Neuen Jahr von meinen größten Fans! Botschaft verstanden!"

Levon derweil hat an Wijk aan Zee gute Erinnerungen, denn er hat hier schon viermal das Masters gewonnen. Letztes Jahr fehlte der Armenier, aber er könnte einer der Hauptrivalen von Carlsen werden.

Russische Hoffnungsträger: Nepomniachtchi (2767) und Andreikin (2736)

Es gab schon Vorwürfe, beim Tata Steel würde man Spieler bevorzugen, die nicht aus Russland kommen, aber dieses Mal sind gleich drei Russen dabei, darunter auch diese beiden hochtalentierten Spieler, die aus der berühmten 1990-Generation stammen.

Nepomniachtchi machte im Vorjahr einen großen Schritt nach vorn | Foto: Eteri Kublashvili, Russischer Schachverband

Keiner der beiden hat bisher sein Potential voll ausgeschöpft, und beide sind hungrig auf Teilnahmen bei Supergroßmeisterturnieren. Ian Nepomniachtchi meinte 2016 nach seinem Sieg beim Tal Memorial:

Ich gewinne solche Turniere nicht nur selten, ich nehme auch selten an ihnen teil!

2017 ändert sich zumindest für Nepomniachtchi mit der Teilnahme an der Grand Chess Tour einiges, während Andreikin sich mit Siegen bei Open und der Europameisterschaft im Blitzschach bewiesen hat und nun auf Einladungen wartet. Noch weiß er nicht genau, wie es danach weitergehen wird:

Nach den Weihnachtsferien spiele ich in Wijk aan Zee. Das ist ein langes, hartes Turnier, das vom 14. bis 29. Januar dauert. Je nachdem, wie es da läuft, plane ich meine Open-Teilnahmen. Möglich sind in den nächsten Monaten Aeroflot, Dubai, Reykjavik. Natürlich habe ich noch nicht die Hoffnung aufgegeben, am FIDE Grand Prix teilzunehmen, aber das hängt ganz von mir ab.

Dmitry hat starke Unterstützung!

Gestandene Profis: Harikrishna (2766), Eljanov (2755), Wojtaszek (2750)

Elozahlen lügen nicht, und obwohl diese Spieler schon über 30 und keine echten Topstars sind, sollte man sie auf keinen Fall unterschätzen. Harikrishna war bereits 2016 Stammgast bei Supergroßmeisterturnieren und er war kurz davor, Anand in der Weltrangliste zu überholen, während Pavel Eljanov mit seinem Sieg beim Isle of Man Open wieder in den Elobereich vordrang, der ihm 2010 den 6.Platz in der Weltrangliste eingebracht hatte. Radek Wojtaszek hingegen schlug bei seiner letzten Teilnahme in Wijk aan Zee 2015 sowohl Carlsen als auch Caruana. 

Kämpfer: Wei Yi (2706), Rapport (2702), Van Wely (2695), Adhiban (2653)

Die letzten vier Spieler haben zwar unterschiedlich viel Schacherfahrung, denn während Loek van Wely bereits zum 25.Mal in Wijk aan Zee dabei ist, sind die anderen mit 17, 20 und 24 Jahren noch nicht einmal so lange auf der Welt. Gemeinsam ist ihnen aber der Kampfgeist, der die Schachfans begeistert. Der Augenmerk richtet sich natürlich auf die jungen Spieler - Wei Yi ist einer der begnadetsten Taktiker seit Tal, während Rapport die Kreativität des jungen Keres vorweisen kann. 

Rapport gewann das Match gegen Wei Yi mit 4:3, fünf der sieben Partien fanden einen Sieger | Foto: cca.imsa.cn

Das Match der Jungstars, das jüngst in China stattfand, konnte Rapport im Armageddon für sich entscheiden, aber Wei Yi zeigte in Wijk schon einmal eine tolle Leistung. Er holte 2016 mit nur einer Niederlage 50 Prozent, während Rapport 2014 sechs Partien verlor und geteilter Letzter wurde. Auf das Abschneiden beider Jungstars darf man richtig gespannt sein!

Van Wely muss man nicht vorstellen, bleibt noch Adhiban, der sich mit dem Sieg bei den Challengers 2016 für das Masters qualifizierte. Er ist nun in einem Feld dabei, das gegen ihn den vollen Punkt holen will, und wird sicher einige Konter setzen können! 

Wer gewinnt bei den  Challengers?

Auch dieses Jahr haben 14 Spieler die Chance, sich mit dem Sieg bei den Challengers für das Masters 2018 zu qualifizieren. Von den Spielern, die im Vorjahr dabei waren, sind nur die drei Niederländer - Van Foreest, Bok und L’Ami – wieder am Start!

Ein wirklich tolles Feld, bei dem sich das größte Interesse vermutlich auf den 16-jährigen Juniorenweltmeister Jeffery Xiong konzentriert. Nachdem er schon bei der US-Meisterschaft im Vorjahr gut abschnitt, prognostizierte ihm Garry Kasparov eine große Zukunft, doch stellt sich nun die Frage, ob er dieses Jahr den nächsten Schritt schafft. 

Jeffrey Xiong in der Mitte als Sieger der Juniorenweltmeisterschaft | Foto: wjcc2016india.com

Sopiko Guramishvili hingegen hat 100 Elo-Punkte weniger als der zweitschwächste Spieler im Feld, sie kann also guten Beistand gebrauchen!

Los geht es am Samstag ab 13.30 mit sämtlichen Partien aus Wijk aan Zee!

Weitere Links:


Sortieren nach Datum (absteigend) Datum (absteigend) Datum (aufsteigend) meiste Likes Benachrichtigung bei neuen Kommentaren

Kommentare 3

Guest
Guest 12890840424
 
chess24 beitreten
  • Kostenlos, Schnell & Einfach

  • Sei der Erste, der kommentiert!

Registrieren
oder

registriere dich und leg los!

Mit einem Klick auf 'Registrieren' stimmst du unseren Nutzungsbedingungen zu und bestätigst, dass du unsere Datenschutzrichtlinie und den Abschnitt über die Verwendung von Cookies gelesen hast.

Lost your password? We'll send you a link to reset it!

Nach der Übermittlung deiner E-Mail-Adresse erhältst du von uns eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen des Passworts. Wenn du dann weiterhin nicht auf deinen Account zugreifen kannst, melde dich bitte beim Kundendienst.

Welche Funktionen möchtest Du aktivieren?

Wir respektieren Deine Privatsphäre und Datenschutzbestimmungen. Einige Komponenten erfordern das Speichern von personenbezogen Daten in Cookies oder dem lokalen Speicher.

Show Options

Hide Options