Allgemein 18.08.2018 | 12:53von Colin McGourty

Vorschau auf den Sinquefield Cup 2018 mit Magnus Carlsen

Weltmeister Magnus Carlsen trifft zum Auftakt des Sinquefield Cup 2018, der heute in St.Louis beginnt, mit Schwarz auf Maxime Vachier-Lagrave. Der Norweger reiste schon ein wenig früher an, um an dem Schaukampf Ultimate Moves teilzunehmen, bei dem der Spaß im Vordergrund stand. Schon bei der Eröffnungsfeier stieg die Spannung aber deutlich an, denn Fabiano Caruana ließ sich zu der Bemerkung hinreißen „In den letzten Monaten habe ich in der Regel die Turniere gewonnen, an denen Magnus teilgenommen hat.“ Mit Sicherheit tragen die beiden in St.Louis die letzte Turnierpartie vor dem WM-Kampf aus, bevor es im November dann richtig ernst wird. 

Magnus Carlsen hatte beim UItimate-Moves-Schaukampf viel Spaß | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Der Sinquefield Cup und die daran teilnehmenden Spieler bedürfen wirklich keiner Einführung, daher können wir direkt zu den Fakten kommen. Die erste Runde beginnt heute um 13 Uhr Ortszeit, also um 20 Uhr hiesiger Zeit. Die Paarungen lauten so:

Alle Partien könnt ihr  mit Live-Kommentar auf Englisch (Jennifer Shahade, Yasser Seirawan und Maurice Ashley), Russisch (Peter Svidler und Evgeny Miroshnichenko) und Spanisch (David Martinez) verfolgen. Das perfekte Vergnügen (ohne Werbung, uneingeschränkter Chat, vollständiger Zugang zur Datenbank und Tablebase, Computeranalyse aller möglichen Züge) sowie den Zugang zu Hunderten exklusiven Videos und vielem mehr erhaltet ihr als  Premium-Mitglied. Mit dem Gutscheincode SINQUEFIELD2018 bekommt ihr für €99 nicht nur eine einjährige Premium-Mitgliedschaft, sondern drei Monate gratis obendrauf, womit ihr lediglich €6,60 pro Monat bezahlt – das Angebot gilt aber nur für die Dauer des Sinquefield Cups!     

Kampfansagen bei der Eröffnungsfeier

Zum dritten Mal innerhalb einer Woche saß ein Großteil der Weltelite in der St. Louis Hall of Fame bei einer Eröffnungsfeier. Hier könnt ihr sie euch noch einmal anschauen:

Natürlich wurden dabei die üblichen Reden gehalten und die typischen Scherze gemacht, so dass nicht jeder Zuschauer dem Geschehen seine volle Aufmerksamkeit schenkte 

"Bin bei der Eröffnungsfeier und schaue Peter Svidler beim Hearthstone-Spielen zu." 

Chris Bird, also der Mann, der diesen Tweet in die Welt setzte, wurde gestern als US-amerikanischer Turnierdirektor des Jahres geehrt. Der größte Unterschied zu den beiden vorherigen Eröffnungsfeiern war aber, dass Magnus Carlsen an ihr teilnahm. Das ändert einiges, wie Hikaru Nakamura zu berichten wusste:

Magnus ist Weltmeister, und jedes Turnier, an dem er nicht teilnimmt, wird anders wahrgenommen als eins, bei dem er dabei ist. Kannst du ein Turnier gewinnen, bei dem Magnus teilnimmt, ist das etwas sehr Spezielles, daher wird es sicher ein interessantes Turnier. Magnus ist derzeit der beste Spieler, doch wir werden alle unser Bestes geben, um vor ihm zu landen. 

Magnus selbst meinte zu seinen Siegchancen:

Es wird mal wieder Zeit. Ich habe die erste Austragung gewonnen, seitdem aber nicht mehr. Ich hoffe, dass es dieses Jahr besser läuft, und wüsste keinen Grund, warum mir das nicht gelingen sollte!

Bescheidenheit zählte noch nie zu den Stärken des Weltmeisters, aber die Liste der Sieger ist sehr bunt: 

  • 2013: Magnus Carlsen
  • 2014: Fabiano Caruana
  • 2015: Levon Aronian
  • 2016: Wesley So
  • 2017: Maxime Vachier-Lagrave

Vishy Anand:

Wie Jeanne und Rex mir gegenüber mehrfach erwähnt haben, konnte bisher noch niemand seinen Sieg wiederholen. Aus diesem Grund würde ich die Tradition gern fortführen und selbst gern gewinnen! 

Wesley So dagegen hofft, dass jemand (sprich er selbst) zum zweiten Mal gewinnen kann, während Levon Aronian herausstellte, dass er bei diesem Thema Erfahrung hat:

Letztes Jahr ist es mir als erstem Spieler zum zweiten Mal gelungen, den Weltcup zu gewinnen, das ist aus meiner Sicht eine gute Tendenz!

Maxime Vachier-Lagrave meinte, “Ich habe sehr gute Erinnerungen an das Vorjahr, und man sagt ja, das zweite Mal sei immer schöner als das erste”. Shakhriyar Mamedyarov sagte, “Ich denke nicht über das Ergebnis nach, da Carlsen hier ist”, doch da steckte auch ein wenig Ironie drin, da Mamedyarov gerade vor Magnus das Turnier von Biel gewonnen hat!

Die langweiligste Antwort kam von Sergey Karjakin, der mit den Worten begann, “Natürlich werde ich mein Bestes geben”. Als Maurice Ashley dann erwähnte, dass Alexander Grischuk “nicht zwangsläufig Favorit auf den Turniersieg ist”, gab er eine willkommene Steilvorlage!

"Grischuk: Wegen seines Namens fühle ich mich in diesem Gebäude ziemlich deplatziert. Es heißt "Ruhmeshalle", und mir kommt es vor, dass es für mich ein eigenes Gebäude mit dem Namen "Halle der Schande" geben müsste! Aber wie schon Sergey sagte, ich werde mein Bestes geben!"

Grischuk hatte die Lacher damit natürlich auf seiner Seite.

Der Junge von damals ist erwachsen geworden | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Am besten in Erinnerung wird von dieser Eröffnungsfeier aber der Beginn der Kampfhandlungen im Vorfeld der Schach-WM im November bleiben. Es war schon ein komischer Moment, als Magnus so tat, als würde Maurice Ashley vom  Finale der Grand Chess Tour in London reden, obwohl er eindeutig den WM-Kampf meinte:

Maurice Ashley: Hat ein Sieg hier etwas für London zu bedeuten?

Magnus Carlsen: Für mich nicht, aber Fabi muss meines Wissens hier gewinnen, um sich für London zu qualifizieren … also das Finale der Grand Chess Tour, nicht für das Finale der WM.

Fabiano Caruana: „In den letzten Monaten habe ich in der Regel die Turniere gewonnen, an denen Magnus teilgenommen hat, daher …“

Magnus Carlsen: Ich wollte keinen Blödsinn erzählen, sondern einfach die Fakten benennen. Aber sicher hat er schon viele Male gezeigt, dass er Turniere gewinnen kann, bei denen ich mitspiele.

Hier der gesamte Wortwechsel:

Der Stand bei der Grand Chess Tour ist auf jeden Fall ein Problem für Fabiano, da er sich nicht einmal mit den 20 Punkten, die der Sieger bekommt, sicher für das Finale der Grand Chess Tour in London qualifizieren würde:


Die Spieler beantworteten auch die Frage von Mike Klein, der wissen wollte, wer als Herausgeber der Sammlung ihrer besten Partien fungieren solle. Hier ein paar Antworten:

Grischuk: Entweder ich ober keiner. Ich kann mir niemanden vorstellen, der sich dieser Aufgabe annehmen würde.  

Karjakin: Ich wünsche mir, dass Giri ein Buch über mich schreibt. Das wäre mein Traum… da er sehr gern Unsinn erzählt und viele lustige Sachen schreiben würde. Das wäre toll.

Carlsen: Nee, das ist mit irgendwie egal… Vermutlich würde ich das Buch eh nicht lesen!

MVL: Ich ein wenig sadistisch veranlagt, daher denke ich mir, dass Magnus extrem angepisst wäre, wenn er das machen müsste – ich nehme ihn! (Magnus: Wie viel bezahlst du? MVL: Viel!)

So (nachdem Nakamura bereits Kasparov genannt hatte): Wenn Garry je ein Buch über uns schreibt, wird es “Meine großen Nachfolger” heißen. 

Aronian: “Ich denke, wenn Garry ein Buch schreibt, wird es ‘Inglourious Basterds’ heißen”!


Ultimate Moves

Der bittere Moment, wenn du gerade ein einzügiges Matt zugelassen hast und sich der Weltmeister ans Brett setzt ... |Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Magnus musste nur noch den Handschlag von Mamedyarov annehmen, nachdem Rex in einer anderen Partie seine Dame eingestellt hatte | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Maxime: "Gegen dich gebe ich nicht auf!" | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Wie der Name schon sagt, wird der Ultimate Moves-Schaukampf eigentlich erst ausgetragen, wenn alle ernsthaften Züge in St. Louis gemacht sind, doch dieses Jahr fand er zwischen dem St. Louis Rapid & Blitz und dem Sinquefield Cup statt. Zum Glück wurde er dadurch nicht ernster als sonst. Rex Sinquefield und sein Sohn Randy waren wieder die Kapitäne von zwei Teams, die bei einem Match auf sechs Partien abwechselnd die Züge ausführten:

Team RandyTeam Rex
Randy SinquefieldRex Sinquefield
Magnus CarlsenFabiano Caruana
Levon AronianSergey Karjakin
Hikaru NakamuraMaxime Vachier-Lagrave
Alexander GrischukWesley So
Leinier DominguezShakhriyar Mamedyarov
Viswanathan AnandPeter Svidler

Dieses Mal legte das Team Randy einen starken Start hin und stellte den Gesamtsieg schon eine Runde vor Schluss sicher. Alle Partien könnt ihr mit einem Klick auf das Ergebnis nachspielen: 

Rein schachlich hat dieses Event vielleicht nicht gar so viel zu bieten, Spaß zuzusehen macht es aber allemal!

Beim Trash Talk beteiligten sich natürlich wieder alle Spieler (Grischuk: “Wir haben mehr Zeit, mehr Raum, die besseren Spieler!”), doch die beste Show bot Levon Aronian, auf dessen Konto folgende Bon-mots gingen:

Das ist meine Eröffnung. Ich schaue ihnen einfach zu, und die Klasse, die sie zeigen, ist vor allem von weißer Seite enorm. (über eine schlechte Stellung der gegnerischen Mannschaft)

Wir möchten dafür sorgen, dass das Ergebnis den wahren Spielstärkeunterschied der Teams widerspiegelt.

Lasst nicht zu, dass (eure Team-Mitglieder) euer Vertrauen in die Menschheit zerstören! (Svidler: Du kennst mich lang genug, ich habe kein Vertrauen in die Menschheit)

Uns fehlt ein Bauer – die Struktur wird aber meist besser, je weniger Bauern man hat!

Alle drehen sich um, wenn Levon seine weisen Worte spricht | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Ein Dialog zwischen Peter Svidler und Maurice Ashley zog das Fazit des Tages:

Maurice: Levons Gelaber macht dir nichts aus?

Peter: Ich bin ihm schon mal früher begegnet!

Magnus Carlsen postete den besten Tweet im  Vorfeld des Sinquefield Cup:

Wird er das Nilpferd gegen Maxime Vachier-Lagrave in Runde 1 spielen? Bald wissen wir mehr. Alle Partien könnt ihr live auf chess24 ab 20 Uhr verfolgen)!

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