Allgemein 02.12.2019 | 12:38von Colin McGourty

Vorschau auf das Finale der Grand Chess Tour

Magnus Carlsen strebt beim heute beginnenden Finale der Grand Chess Tour nach seinem dritten Titel und der Siegprämie von $150.000, doch zuvor muss er erst einmal im Halbfinale Maxime Vachier-Lagrave besiegen. Im anderen Halbfinale trifft die Nummer 3 der Welt Ding Liren auf die Nummer 6 Levon Aronian, der seinen letzten Platz in Kolkata vor Wochenfrist vergessen machen will. Parallel zum GCT-Finale findet die Britsche K.O.-Meisterschaft mit Mickey Adams, David Howell, Gawain Jones und Luke McShane statt, die genau nach dem gleichen Muster ausgetragen wird.


Im Zentrum der 11. London Chess Classic steht das Final Four der Grand Chess Tour, das am Montag um 17 Uhr im Olympiad Conference Centre beginnt.

Ihr könnt das Geschehen auf chess24 verfolgen, Jan Gustafsson wird live für euch kommentieren:

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Gespielt wird mit demselben Format wie 2018. Jedes Match besteht aus zwei Turnierpartien (mit 130 Minuten für alle Züge und 30 Sekunden Verzögerung pro Zug) an den ersten beiden Tagen und 2 Schnellpartien (25+10) und bis zu 4 Blitzpartien (5+3) am letzten Tag. Beim Turnierschach gibt es 6 Punkte für einen Sieg und 3 Punkte für ein Remis, beim Schnellschach 4 Punkte für einen Sieg und beim Blitz 2 Punkte für einen Sieg. Das bedeutet, dass die Entscheidung frühestens beim Schnellschach fällt.

Vor dem Finale der Grand Chess Tour Finale ist auch der Bart wieder da! | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Für das Finale qualifizierten sich die vier Spieler, die in den sieben Qualifikationsturnieren am besten abschnitten:


Der beste Spieler der Qualifikation Magnus Carlsen trifft auf den Viertplatzierten Maxime Vachier-Lagrave, während Ding Liren als Dritter auf die Nummer 2 Levon Aronian trifft. Schauen wir uns kurz an, was wir von den Matches erwarten können:

Halbfinale 1: Magnus Carlsen gegen Maxime Vachier-Lagrave

Maxime Vachier-Lagrave und Ding Liren fragen sich, was dieser Herr hier macht... | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Beim Duell der Nummer 1 der Welt gegen die Nummer gibt es natürlich einen klaren Favoriten. Dennoch haben beide die Chance, das Finale zu erreichen:

Warum wird Magnus gewinnen? Nach Kolkata liegt der Weltmeister in allen drei Elo-Listen (Turnierschach, Schnellschach und Blitz) vorn, wobei er nach seinen Siegen bei den GRENKE Chess Classic, der Grand Chess Tour Zagreb und dem Sinquefield Cup mittlerweile mit 8 zu 2 bei den Turnierpartien führt. Magnus hat die GCT schon zweimal gewonnen und selbst eine Magenverstimmung konnte ihn in Kolkata nicht stoppen. Mit 29 Jahren ist sein Siegeshunger immer noch nicht gestillt, und manch ein Gratulant ist auf seiner Seite:

Warum wird MVL gewinnen? Auch die französische Nummer 1 hat einige Vorzüge aufzuweisen. Zum einen hat er vor allem beim Blitzen schon gezeigt, dass er mit Magnus mithalten kann. Im Laufe dieses Jahres hat er Magnus bereits dreimal geschlagen, zweimal in Abidjan und beim Eröffnungsblitz des Altibox Norway Chess. 

Allez les Bleus! | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

MVL ist vermutlich auch ein wenig ausgeruhter, da er nicht nach Indien fuhr. Allerdings hat er auch nicht komplett pausiert, da er beim Bundesliga-Auftakt für Baden-Baden antrat und sein Team mit einem Sieg im Najdorf gegen Alexey Sarana und einem Remis gegen Vishy Anands Sekundanten Grzegorz Gajewski zu einem Doppelsieg führte. Nach seiner Gewinnpartie gab er ein längeres Interview:

Dabei teilte er auch mit, dass er dieses Jahr bei der Schnellschach- und Blitz-WM in Moskau teilnehmen werde, und sprach über seine bittere Niederlage gegen Alexander Grischuk im Halbfinale des Grand Prix in Hamburg. Dieses Erlebnis muss er in London abschütteln, aber die große Aufgabe wartet auf ihn beim Grand Prix Jerusalem, wo er sich den Platz für das Kandidatenturnier immer noch sichern kann.

Halbfinale 2: Ding Liren gegen Levon Aronian

Levon Aronian ist in London | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Zunächst muss erwähnt werden, dass Aronian überhaupt dabei ist, denn wie Teimour Radjabov hat er für den Grand Prix Jerusalem aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Er will sich einer Behandlung unterziehen, um seine anhaltenden Atemprobleme zu beheben:

Auch in diesem Duell gibt es einen Favoriten, denn als Nummer 3 ist Ding Liren immer noch klar vor Levon Aronian platziert, der sich jüngst wieder auf Platz 6 geschoben hat.

Ding Liren und ein junger Fan | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Warum wird Ding Liren gewinnen? Ding Liren ist außer Magnus Carlsen der einzige Spieler, der in allen drei Elo-Listen über 2800 hat, und man hat das Gefühl, dass der Chinese den Norweger gern entthronen würde… oder es zumindest versuchen. Beim Sinquefield Cup beendete er Carlsens zehnjährige Siegesserie in Stichkämpfen und konnte diesen als einziger Spieler in Kolkata besiegen – und das gleich zweimal! Natürlich muss er erst einmal Aronian bezwingen, was sicher nicht leicht wird. Trotz der Bilanz von 3:0 Siegen im Turnierschach für den Chinesen ist mit Aronian auch nach seinem letzten Platz in Kolkata immer zu rechnen.  

Levon ist nach seiner Darbietung in Kolkata etwas in Zugzwang | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Warum wird Levon Aronian gewinnen? Eine ähnlich schlechte Leistung wie in Kolkata wird sich nicht wiederholen, da in London deutlich mehr auf dem Spiel steht. Allein der Sieg im Halbfinale bringt mindestens $100.000 Preisgeld ein, außerdem konnte Levon Aronian sowohl in St. Louis als auch beim Superbet in Bukarest Turniersiege im Schnell- und Blitzschach feiern. Zwar ist er im Turnierschach gegen Ding Liren leichter Außenseiter, aber in den schnellen Disziplinen liegt der Vorteil bei ihm. Zudem konnte er den Chinesen beim Weltcup-Finale 2017 schlagen.  

Wer kann Magnus stoppen? | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Die beiden Halbfinals finden von Montag bis Mittwoch statt, und nach dem Ruhetag am Donnerstag geht es von Freitag bis Samstag mit dem Finale weiter. Außerdem wird ein Wettkampf um den dritten Platz ausgetragen, bei dem der Sieger $60.000 und der Verlierer $40.000 erhält.

Auch bei den elften London Chess Classics wird es wieder viele weitere Turniere geben. Besonders gespannt darf man auf die Britische Knockout-Meisterschaft sein, bei der David Howell, Mickey Adams, Luke McShane und Gawain Jones im gleichen Format wie die Spieler der Grand Chess Tour ihren Meister küren.

Howell-Jones und Adams-McShane treffen im Halbfinale aufeinander | Bild: Turnierseite

Allerdings stand nicht im Voraus fest, dass diese vier Spieler im Halbfinale stehen würden, da in einem Qualifikationsturnier drei Spieler für das Viertelfinale gegen die fünf Elo-Besten ermittelt wurden. Um ein Haar hätte FM Marcus Harvey, Elo 2412, nach zuvor 8,5/9 in der Qualifikation, Mickey Adams besiegt. Die beiden Turnierpartien endeten remis und im Armageddon hatte Harvey Schwarz. Er brauchte nur ein Remis, doch dann stand er in einer Stellung, in der es eigentlich keine Tricks mehr gab, sogar auf Gewinn:


41...Txc2+ gefolgt von 42...Tc3 hätte Harvey die Kontrolle über das komplette Brett verschafft und das mit 30 Sekunden mehr auf der Uhr. Stattdessen steuerte er mit 41...Sxc2 42.Te2 ein Springerendspiel mit Mehrbauern an, das immer noch mindestens remis war, doch dann wickelte er ins Bauernendspiel ab und ermöglichte Adams einen Trick, der ihm den Einzug unter die letzten vier einbrachte. 

Marcus Harvey verpasste das Halbfinale nur hauchdünn | Foto: Lennart Ootes, London Chess Classic

Außerdem wird das neunrundige FIDE Open ausgetragen, bei dem der 14-jährige Inder Praggnanandhaa als Nummer 3 der Setzliste wie Anton Smirnov und Danny Gormally mit 4 aus 4 startete. Allerdings musste er in der 4.Runde eine Zeitnotschlacht überstehen. 

Vishy Anand ist nicht in London, weil er seinen 50. Geburtstag feiert, aber sein potentieller Nachfolger Praggnanandhaa ist vor Ort | Foto: Lennart Ootes, London Chess Classic

Ab heute könnt ihr das Finale der Grand Chess Tour täglich ab 17:00 Uhr live auf chess24 verfolgen!

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