Berichte 13.10.2016 | 00:29von Colin McGourty

Świercz triumphiert am Millionaire Monday

Der Pole Dariusz Swiercz hat einen guten Start in sein neues Leben in den USA erwischt und gewann den mit 30.000 Dollar dotierten ersten Preis bei der dritten und vielleicht letzten Ausgabe des Millionaire Chess. Er bezwang Emilio Cordova im Semifinale, indem er die erste Partie mit den schwarzen Figuren glatt gewann, bevor das Turnierergebnis von der ersten Finalpartie gegen Gawain Jones abhing: ohne Zeit auf der Uhr und auf dem Brett völlig auf Verlust stehend gelang es Swiercz, seinen Gegner Matt zu setzen. Er kam locker zum Sieg, da er auch die nächste Partie mit Weiß gewann.

Maurice Ashley überreicht Swiercz den mit 30.000 Dollar dotierten ersten Preis | Foto: Millionaire Chess

Der Millionaire Monday ist das Highlight des Millionaire Chess, bei dem die besten vier Spieler jedes Abschnitts von den klassischen Partien im Open auf zwei Schnellschachpartien mit 25 Minuten + 5 Sekunden Verzögerung spielen. Steht es nach diesen beiden Partien unentschieden, folgen zwei 15+5-Partien, danach zweimal 5+2 und schließlich eine Armageddon-Entscheidung, aber im obersten Abschnitt brachten die Spieler die Dinge schnellstmöglich zu Ende!

Wie wir in unserem letzten Bericht erläuterten, war Gawain Jones der einzige Spieler, der sich ohne Schnellschach-Entscheidung am Vortag direkt für den Millionaire Monday qualifizieren konnte, und zuerst sah es so aus, als ob die mangelnde Spielpraxis ein Nachteil für ihn sei. In der ersten Partie gegen Zhou Jianchao lehnte er einen Damentausch ab und entschied sich stattdessen für ein Bauernopfer, um Vorposten für die weißen Figuren zu schaffen:


Die Stellung nach 25. e5!?

Es schien, als ob Zhou Jianchao einfach den Druck absorbieren und dann den materiellen Vorteil verwerten würde, doch plötzlich verlor der Chinese die Kontrolle und verpasste bei knapper Bedenkzeit eine Gelegenheit zur Stellungswiederholung. Sein König geriet stattdessen in Gefahr, was seine Dame das Leben kostete:


42. Te8! Dxe8 43. De2+ war nicht der einzige Gewinnweg, aber sicherlich der überzeugendste. Es sollte Zhou Jianchao nicht gelingen, ins Turnier zurückzukommen, doch er sicherte sich schlussendlich noch den dritten Platz und 8.400 Dollar, indem er Emilio Cordova im kleinen Finale besiegte.

Wie wir bereits erwähnt haben, schaffte es Dariusz Swiercz ohne große Probleme ins Finale, und er zeigte auch insgesamt das vermutlich beeindruckendste Schach in Atlantic City - er verlor nur durch Zeitnot einige zusätzliche halbe Punkte. In der ersten Finalpartie gegen Gawain Jones, die zu einer Achterbahnfahrt wurde, sollte die Zeit ebenfalls ein Faktor sein.

Das finale Duell zog die Zuschauer an | Foto: David Llada, Millionaire Chess

Swiercz konnte in einem komplexen Mittelspiel dagegenhalten, als jedoch ein Remis in Sichtweite war, hatte er schließlich ohne wirkliche Kompensation einen Bauern weniger. Es war nicht einfach, den Vorteil zu verwerten, aber mit mehr Bedenkzeit machte sich Gawain mit derselben Energie an den technischen Teil, die er bei seinem Sieg über Adhiban gezeigt hatte. Darek hatte keine Zeit mehr zur Verfügung und spielte mit der Verzögerung - die Uhr startet nach Ausführung eines Zuges fünf Sekunden lang nicht - man kann daher mit 0 Sekunden spielen, aber die verlorene Bedenkzeit nicht mehr aufholen. Gawain konnte einige Zeit investieren, um nach dem entscheidenden Schlag zu suchen... doch er fand nicht!


Hier ist 64. Th7+ Sxh7 65. e7! ein einfacher, forcierter Gewinn, da die neue Dame die Partie entscheidet. Gawain wiederholte die Stellung stattdessen einmal und spielte dann Te8 - das gewinnt noch immer, ist jedoch der erste Schritt auf dem Weg zum Ruin. Der nächste Schritt kam nach 67. ... Td2+


68. Ke1 oder 68. Kf1 sind in Ordnung, aber 68. Kg1? reichte bereits nur noch für ein Remis. Doch es kam noch schlimmer: 68. ... Kh4! 69. e7 Kg3:


Und nun kostete 70. Td8?? 15.000 Dollar…


… da es zu 70. ... Txg2+ 71. Kf1 Sxf3 72. Td2 Txd2 73. e8=D Tf2# einlud.


Diese außergewöhnliche Partie entschied über den Titel, da Gawain den eng verlaufenden königsindischen Rückkampf mit den schwarzen Figuren nicht gewinnen konnte - er verlor sogar noch ein weiteres Mal.

Somit hat Dariusz Swiercz, Juniorenweltmeister von 2011, 30.000 Dollar Taschengeld, wenn er sein Studium an der Universität von St. Louis beginnt. Das größere Problem des 22-jährigen ist, wie er den Scheck einstecken soll 

Niemand hat behauptet, 30.000 Dollar zu gewinnen sei einfach... | Foto: Millionaire Chess

Dariusz teilte seine Gedanken zum Turnier auf Facebook mit (anklicken zum öffnen):

Gawain Jones konnte sich garantiert nicht beschweren, da der zweite Platz und 15.000 Dollar Preisgeld seine Entscheidung, über den Atlantik nach Atlantic City zu reisen, als nur den Sprung auf die Isle of Man zu machen, reich belohnten.

Gratulation an Dariusz Swiercz zum Gewinn des #MC3. Großartige Nerven und ein würdiger Sieger. Ich hatte schließlich kein Glück mehr, bin aber mit dem zweiten Platz dennoch zufrieden.

Nach einer schlechten Nacht in AC konnten wir uns nur das leisten:

@GMGawain auf Wiedersehen AC, du warst gut zu uns @HighStakesChess #MC3 #chess

Am Montag wurde jedoch noch viel mehr Geld verteilt, darunter auch an jene, die sich nach den letzten Runden des offenen Turniers nicht für den Millionaire Monday qualifizieren konnten. Bruzon, Mamedov, Xiong, Akobian und Zherebukh bekamen für den geteilten ersten Platz mit 6,5 aus 9 jeweils 1.740 Dollar, doch das war bescheiden im Gegensatz zu dem, was in den K.O.-Entscheidungen des Millionaire Monday zu gewinnen war. In den Abschnitten 2400-2549, U2400, U2200, U2000 und U1800 bekam der beste Spieler 12.000 Dollar, und selbst auf den Sieger des U1200-Abschnitts warteten 4.800 Dollar.

Gratulation an @ChristianChirila zum Gewinn des Unter-2550-Abschnitts!

Mark Robledo (1944 Elo) sicherte sich die 12.000 Dollar für den ersten Preis des U2200-Abschnitts | Foto: David Llada, Millionaire Chess

Vanessa Sun hatte im einzigen Match von 36, das bis zur Armageddon-Partie gespielt wurde, das Nachsehen - nachdem Weiß jede Partie gewinnen konnte, hatte sie bei der Farbauslosung für die Entscheidung Pech!

Vanessa gewann das Duell um den dritten Platz im U1200-Abschnitt und konnte 1.200 Dollar mit nach Hause nehmen | Foto: Millionaire Chess

Nachdem es so aussieht, als ob das die letzte Ausgabe des Millionaire Chess gewesen wäre, könnte es einige Zeit dauern, bis wir eine ähnliche Preisfonds-Struktur erleben, doch Maurice Ashley und Amy Lee verdienen für den Versuch dieses Experiments unsere Dankbarkeit. Hoffen wir, dass etwas Ähnliches - oder zumindest ebenso Ambitioniertes - aus der Asche des Millionaire Chess entsteht. Es war sehr unterhaltsam! 

Es gibt aber noch viel Schach in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten, wie uns Fiona in ihrer Herbst-Vorschau (auf englisch) zeigt:

Weitere Links: 


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