Berichte 26.08.2015 | 11:18von Colin McGourty

Sinquefield Cup Runde 2: Zeitnotschlacht, Topalov vorne

Veselin Topalov gelang ein brillanter Sieg gegen Hikaru Nakamura, wodurch er nach zwei Runden beim Sinquefield Cup 2015 die alleinige Führung übernehmen konnte. Das Highlight der zweiten Runde war jedoch eine unglaubliche Zeitnotschlacht zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana, bei der Letzterer im 40. Zug einen entscheidenden Fehler beging. Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Spieler unter fünf Sekunden auf der Uhr. Für Alexander Grischuk war es ebenfalls ein besonderer Tag, da er seine erste Partie überhaupt im klassischen Schach gegen Vishy Anand gewinnen und diesen damit mit 0/2 ans Tabellenende katapultieren konnte.

Das Drama beim Sinquefield Cup: Caruanas Reflexe lassen ihn mit seinen drei Sekunden auf der Uhr gegen Carlsens vier Sekunden im Stich

Die Ruhe vor dem Sturm: MVL-Aronian und Giri-So

Die zweite Runde in St. Louis begann zunächst ruhig. Levon Aronian und Maxime Vachier-Lagrave einigten sich nach 32 Zügen und einer relativ ereignislosen Partie, bei der Aronian im 15. Zug eine Verbesserung im Gegensatz zu seiner Verlustpartie gegen Topalov beim Norway Chess spielte, auf Remis. Hatte Maxime da nicht am Tag zuvor irgendetwas über "langweilige Remisen" verlautbart? 

""Wir sind nicht hier, um langweilige Remisen zu spielen" und schon am nächsten Tag muss ich die Verantwortung dafür tragen, dass ich es nicht hinbekommen habe."

Wesley So sagte, dass er für sein über-optimistisches Spiel gegen Maxime Vachier-Lagrave am Tag zuvor "schrecklich bestraft" wurde

Bei Wesley So war die Stimmung nach seiner Erstrundenniederlage gedrückt und er sagte, dass seine Mutter ihn als einen Schachspieler beschrieben hat, der "wie ein 5-Jähriger spielt". In Runde 2 machte er etwas Typisches für das moderne Schach - er blitzte eine Eröffnung herunter, die laut Theorie als besser für seinen Gegner gilt, aber nicht so einfach zu knacken ist. Ben Finegold beschrieb sein Vorgehen in der Live-Show folgendermaßen:

I’m here. What are you going to do to me?

"Hier bin ich. Was willst du dagegen tun?"

Nach 21...b5 sah es für einen kurzen Moment so aus, als ob es eine Antwort auf diese Frage gäbe: 


22.Lxf5! Ein netter Trick. Jedoch stellte sich heraus, dass dieser Zug nur zu einem ausgeglichenen Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern führt. Giri fasste es zusammen: 

At some point I found a cheap trick, but he gladly fell for it and it ended in a draw.

"An einer Stelle fand ich einen billigen Trick, aber er fiel glücklicherweise darauf rein und die Partie endete Remis."

Das war jedoch überraschenderweise das letzte Remis an diesem Tag.

Das „Richtige" Läuferspiel: Grischuk 1-0 Anand

Vishy Anand blieb in diesem Jahr sowohl beim Shamkir Chess als auch bei Norway Chess ungeschlagen. Beim Sinquefield Cup hat er aber bereits seine beiden ersten Spiele verloren. Nach der Partie gab er zu Protokoll, dass es bereits früh in der Partie gegen Grischuk in die falsche Richtung lief:


In ihrer Partie der ersten Runde beim Norway Chess Blitzturnier spielte Grischuk hier 8.Dd4 und wurde schnell von Vishy Anand überrannt. Am Montag überraschte er Vishy, indem er die Eröffnung, die er normalerweise nur im Blitz- und Schnellschach spielt, wiederholte und mit 8.Sf3 von der vorausgegangenen Partie abwich. Vishy war nicht darauf vorbereitet, sich auf die kritischen Varianten nach 8...Se4 einzulassen und spielte daher 8...e6!?, wonach er sich sofort im Verteidigungsmodus befand. 

Vishy kommentierte:

I should not have repeated our blitz game from Norway. That’s basically what we were playing. That wasn’t very bright.

"Ich hätte unsere Blitzpartie aus Norwegen nicht wiederholen sollen. Das war im Großen und Ganzen das, was wir gespielt hatten. Das war nicht sehr clever."

Vishy konnte bei der nachfolgenden langen Tortur nicht viel Widerstand leisten. 

Dieses Mal konnte Vishys Aufgabe nicht als verfrüht beschrieben werden 

Grischuk war lange Zeit einer der größten Bewunderer des ehemaligen Weltmeisters und für ihn war es ein besonderer Tag: 

It’s a very important victory for me because, first of all, it’s my first victory in classical chess against Vishy – and we played for the first time about 15 years ago! Second, it’s my first victory this year against a really top player (ok, I had one victory against Karjakin as well, so it’s my second victory). And third, I won with my beloved opening. You know, 1.e4 e5 2.Bc4 is called the Bishop’s Opening, but I think it should be called the Wrong Bishop’s Opening, and 1.d4 2. Bf4 is the Correct Bishop’s Opening! I played it already about 30 times in blitz and rapid games, but I think it’s my first time I played it in a classical game. In Norway I lost without a fight. Now I prepared and it seems he didn’t check this line any further.

"Es ist ein sehr wichtiger Sieg für mich, weil es zunächst einmal mein erster Sieg gegen Anand in einer klassischen Schachpartie ist - und wir haben vor 15 Jahren zum ersten Mal gegeneinander gespielt! Außerdem ist es mein erster Sieg gegen einen Topspieler in diesem Jahr (ok, ich habe auch gegen Karjakin gewonnen, also ist es mein zweiter Sieg). Zu guter Letzt habe ich mit meiner geliebten Eröffnung gewonnen. Die Züge 1.e4 e5 2.Lc4 sind in der Theorie als Läuferspiel bekannt, aber ich denke, sie sollten Falsches Läuferspiel" genannt werden und die Züge 1.d4 2.Lf4 dafür Richtiges Läuferspiel"! Ich habe es bereits ungefähr 30 Mal in Blitz- und Schnellschachpartien gespielt, aber ich glaube, heute habe ich es zum ersten Mal im klassischen Schach aufs Brett gebracht. In Norwegen habe ich ohne Gegenwehr verloren. Nun habe ich mich vorbereitet und es scheint, als hätte Anand diese Variante nicht weiter überprüft."

Anands Hoffnung bestand allerdings in Grischuks Zeiteinteilung. Nach Vishys Zügen  9...Ld7 (ein schlechter Zug) und 19...Ld7 (ein guter Zug) verbrauchte Grischuk beispielsweise genau 19 Minuten und 45 Sekunden. Somit war das Endergebnis, selbst nachdem Vishy mit einem Bauern weniger spielte, unklar. Auch im Interview mit Maurice Ashley nach dem Spiel ging es um die Zeit:

Grischuk: Then I was a bit lucky because he just started to play completely for my zeitnot (time trouble).

Ashley: Do players do that to you often when you get into time pressure?

Grischuk: Yes and no, but the problem is that this year, for example in Norway, I won one game but in all eight other games I never had even the slightest of advantages. People usually don’t play on time when they’re much better. They usually start to play on time when they’re in trouble, but the problem was that no-one was in trouble against me, so they didn’t need to. But of course when you’re in trouble and your opponent’s in zeitnot, everyone plays for time.

"Grischuk: Danach hatte ich ein wenig Glück, dass er komplett darauf fokussiert war, meine Zeitnot auszunutzen.
Ashley: Versuchen Gegner das häufig gegen dich in Zeitnot?

Grischuk: Ja und nein. Das Problem ist, dass ich dieses Jahr beispielsweise in Norwegen eine Partie gewonnen habe, in den acht anderen Partien jedoch nie auch nur einen kleinen Vorteil besaß. Meine Gegner spielen normalerweise nicht auf Zeit, wenn sie deutlich besser stehen. Sie spielen immer dann auf Zeit, wenn sie schlecht stehen. Da niemand gegen mich in Schwierigkeiten war, musste auch niemand auf Zeit spielen. Aber klar, wenn man schlecht steht und der Gegner in Zeitnot ist, spielt jeder auf Zeit."

Auf die Frage, warum ein Weltklassespieler wie Vishy bei diesem Turnier so schlecht aus den Startlöchern kommt, hatte Grischuk natürlich auch eine sehr vernünftige Antwort: 

First of all, he’s also playing sort of world class players here, so it’s not like he lost to amateurs. And second, he had two Blacks in those two games, so that also was something. And also it happens when there’s not such a big difference in class or level. Sometimes you lose several games in a row. Sometimes you win several games in a row. It can happen.

"Zunächst einmal spielt er hier auch gegen Weltklassespieler und es ist nicht so, dass er gegen Amateure verloren hat. Zweitens hatte er in beiden Partien die schwarzen Figuren. Außerdem passiert so etwas, wenn nicht so ein großer Spielstärkeunterschied besteht. Manchmal verliert man einige Partien in Folge, manchmal gewinnt man mehrmals hintereinander. Das kann passieren."

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass das wahre Zeitnotdrama der Runde noch kommen würde:

Reflexartige Action: Caruana 0-1 Carlsen

Bis zu einem gewissen Punkt hatten wir es hier mit einer gewöhnlichen Partie zu tun. Carlsen vermied die Berliner Mauer, mit der er beim Norway Chess gegen Caruana eine Niederlage einstecken musste, und es entstand stattdessen ein komplexer Manövrierkampf im klassischen Ruy Lopez. Der erste Hinweis auf das sich anbahnende Drama kam im 13. Zug, bei dem Caruana 29 Minuten und 44 Sekunden an 13.La2 überlegte. Nachdem er jedoch seinen Springer auf f5 platzierte und Magnus in tiefes Nachdenken versank, schien noch alles in Ordnung. 

Magnus Carlsen startet die Uhr...den dritten Mitspieler in der Partie | Foto: Lennart Ootes

Die Uhr lief weiter und als Caruana, der nicht als der weltbeste Blitzspieler bekannt ist, noch 14 Züge bis zur Zeitkontrolle ausführen musste, hatte er bereits weniger als fünf Minuten auf der Uhr. Zur Erinnerung- in St. Louis gibt es bis zum 40. Zug keinen Zeitbonus von 30 Sekunden pro Zug. Carlsen erklärte die folgenden Ereignisse: 

It got a bit out of control. I think my 25…Kf8 was stupid. At that moment I was trying to play a bit provocatively to get winning chances, but then this 27…b4 stuff… (laughs) That was just a bit too much. After 28.a5 I realised that I might be in trouble… Then I realised there was no emergency exit and I thought I should probably start playing for tricks (laughs), from a practical point of view.

"Ich habe ein wenig die Kontrolle verloren. Mein 25...Kf8 war vermutlich nicht sehr clever. An dieser Stelle habe ich recht provokativ gespielt, um Gewinnchancen zu behalten. Meine Idee mit 27...b4 (lacht) war dann aber ein bisschen zu viel des Guten. Nach 28.a5 merkte ich, dass ich in Schwierigkeiten sein könnte...Dann merkte ich, dass es zu spät war, die Notbremse zu ziehen und musste aus praktischer Perspektive anfangen, auf Tricks zu spielen (lacht)."


Maurice Ashley war bei der der Liveübertragung völlig aus dem Häuschen:" Die Engines sagen, dass der b-Bauer tot ist...er ist jetzt offiziell begraben, wir können die Grabschrift auf den Grabstein schreiben!"

Zu diesem Zeitpunkt ging es jedoch fast ausschließlich um die Zeit und der entscheidende Zug in diesem Zusammenhang kam nach 32…fxg6:


Fabiano verbrauchte 41 Sekunden, um den einzigen Zug zu finden, der seinen Vorteil bewahrte- und übrigens den einzigen Zug, der nicht sofort verlor - 33.Db3!

Magnus erklärte, dass er einen kleinen Trick in petto hatte:

I think he’d missed this little trick when he went for the b4-pawn – 33.Rb6? Qxf5! – and I guess he was sort of lucky to have 33.Qb3.

"Ich denke, er hat den kleinen Trick mit 33.Tb6? Dxf5! übersehen, als er sich den b-Bauern schnappte - und ich vermute, dass er recht glücklich war, 33.Db3 zu haben."

Fabiano hob diesen Zug ebenfalls hervor:

It’s not a good situation to be in when you’re so low on time, but sometimes it happens. I was just trying to anticipate his moves so I could save a bit of time. For some reason this 33.Qb3 took me a lot of time. I wasted maybe 20 seconds or so, which I could have used later on. 

"Es war keine angenehme Situation, in der ich steckte - besonders wenn man so wenig Zeit hat. Manchmal passiert das aber. Ich habe versucht, seine Züge vorauszuahnen, wodurch ich ein wenig Zeit sparen konnte. Aus irgendeinem Grund habe an 33.Db3 jedoch sehr lange überlegen müssen. Ich verbrauchte 20 Sekunden oder so, die ich später gut hätte gebrauchen können."

Wie wir bereits erwähnt haben, war es doppelt so viel Zeit und das ließ Fabiano in einer Situation zurück, in der er physisch kaum in der Lage war, seine verbleibenden Züge auszuführen. Er schaffte die nächsten sechs Züge in nur elf Sekunden - es ist fast völlig irrelevant, dass er möglicherweise einen Gewinn in dieser Zeit übersehen hat. Sein letzter Zug mit drei Sekunden auf der Uhr endete jedoch in einem Desaster:


Magnus hatte selbst weniger als fünf Sekunden auf der Uhr, schaffte es aber, in dieser Situation eine perfekte Falle zu stellen. Die Dame muss nach b1, b3 oder a4 ziehen. Nach 40.Txd2?? Txd2 musste Fabiano aufgrund der schwarzen Drohung, mit der Dame auf f2 zu nehmen und im nächsten Zug matt zu setzen, jedoch aufgeben. 

Caruana erklärte, was am Ende passiert ist:

I didn’t even think about my move. I had I think maybe two or three seconds, but even that should be enough to play any other move besides 40.Rd2…The problem at the end was I had stopped keeping score and I didn’t know which move we were at. If I knew it was move 39 and I only have one more move to make I would have taken more than half a second.

"Ich habe über meinen Zug nicht einmal nachgedacht. Ich hatte ungefähr zwei oder drei Sekunden. Allerdings sollte selbst das ausreichend sein, um einen anderen Zug als 40.Td2 zu spielen...Das Problem am Ende war zudem, dass ich nicht mehr mitgezählt habe und nicht wusste, im wie vielten Zug wir uns befanden. Hätte ich gewusst, dass wir uns im 39. Zug befinden und ich nur noch einen Zug ausführen muss, hätte ich mir mehr Zeit als eine halbe Sekunde genommen. "

Carlsen sah es genauso:

The move he made, 40.Rd2, is just a reflex and it can happen. Of course if he’d just played 40.Qb3 or maybe even 40.Qa4 then I would be in for a long night, probably.

"Sein Zug, 40.Td2, war einfach ein Reflex und kann passieren. Nach 40.Db3 oder sogar 40.Da4 wäre es vermutlich eine lange Nacht für mich geworden."

Einige Reaktionen aus der Schachwelt:

"Garry Kasparow: Es ist schwer, die Qualität des Spiels innerhalb von Sekunden zu kritisieren. Es hätte so oder so ausgehen können. Aber jeder Sieg ist ein wichtiger Sieg für Magnus nach seiner gestrigen Niederlage!

Robin van Kampen: Ich kann nicht glauben, dass zwei der weltbesten Spieler es zu dieser Situation kommen lassen...dennoch sehr unterhaltsam!

Nazi Paikidze-Barnes: Was ein schrecklicher Fehler von Fabiano Caruana. Der Arme. Dieser Zeitmodus ist mies."

Das Team bei der Live-Kommentierung hatte selbst nach der Partie Schwierigkeiten damit, festzustellen, was passiert war. Ihr könnt euch das Zeitnotdrama und all die Interviews der Spieler unten nochmals ansehen. Nach drei Stunden und 59 Minuten wird es sehr bunt:

chess24 hat außerdem eine spanische Kommentierung angeboten und hier könnt ihr die finalen Momente mit GM Pepe Cuenca und IM David Martinez genießen- selbst wenn ihr kein Wort Spanisch versteht!

Wo stehen die Spieler nun? Magnus konnte es vermeiden, sein zweites Turnier in Folge mit aufeinanderfolgenden Niederlagen zu beginnen. Er beschwerte sich darüber, dass er nicht sehr pragmatisch in den ersten beiden Partien gespielt hat. Dennoch war er sehr erleichtert:

In my situation, with my recent form, I’ll take any win I can get.

"In meiner Situation und mit meiner aktuellen Form nehme ich jeden Sieg, den ich bekommen kann."

Caruana macht in der Zwischenzeit eine neue Erfahrung, die nicht so angenehm wie seine Siegesserie von sieben Spielen im gleichen Turnier im letzten Jahr ist:

I don’t think I’ve started a tournament with 0-2 before. I think today was mainly an accident. He was also down to a couple of seconds. He also could have blundered something, but these things do happen.

‌"Ich glaube nicht, dass ich schon einmal mit 0/2 in ein Turnier gestartet bin. Ich denke, dass das heute im Wesentlichen ein Unfall war. Er hatte ebenfalls nur noch wenige Sekunden. Er hätte auch patzen können. Das passiert eben."

Wenn man es jedoch bis zum 40. Zug schafft, belohnt einen der Zeitmodus bei der Grand Chess Tour mit ungeahnten Reichtümern- es gibt nicht nur eine Stunde extra, sondern auch einen Zeitbonus von 30 Sekunden pro Zug. Dadurch hatte Topalov keine Probleme mit der Zeit:

Eine "anständige" Partie: Topalov 1-0 Nakamura

Ein sehr entspannter Topalov spricht mit Maurice Ashley | Foto: Lennart Ootes

Topalov selbst hat keine Erklärung dafür, warum er nach seinem Erfolg in Norwegen auch in St. Louis so gut spielt und sagte: 

The impression people have looking at my games is that I’m working a lot, but the last training session was the beginning of 2014. I have some old ideas…

"Die Leute erhalten beim Blick auf meine Partien den Eindruck, dass ich sehr hart arbeite. Meine letzte Trainingssession war allerdings Anfang 2014. Ich habe einige alte Ideen..."

Er erklärte auch, dass „es nicht immer darum gehe, zu versuchen, den besten Zug zu spielen", obwohl es für Außenstehende sehr danach aussieht. Hikaru Nakamura hat in der zweiten Runde wenig falsch gemacht, abgesehen davon, dass er im 15. Zug nach eigenen Angaben ein bisschen zu optimistisch spielte:


15…f5!? wurde mit 16.e5 Sxd5 17.exd6 Lxd6 18.Sxd6 Dxd6 19.b3! beantwortet


Nakamura beschrieb den Zeitpunkt, ab dem alles schief lief:

Actually, when I played 15.f5 I thought I was just better. And when Veselin played 19.b3 it was just, whoops! I’m not better, it’s maybe equal but I’m definitely worse, the wrong side of equal.

"Als ich 15...f5 spielte, dachte ich, dass ich einfach besser stehe. Als Veselin 19.b3 spielte, wurde ich jedoch eines Besseren belehrt. Ich dachte: Ich stehe nicht besser, vielleicht ist die Stellung ausgeglichen, aber definitiv unangenehm für mich, ich sitze auf der falschen Seite von ausgeglichen."

Plötzlich sind die weißen Läufer bereit, dem schwarzen König auf die Pelle zu rücken und als Nakamura schließlich einen Bauern zurückgeben musste, konnte er der Kraft des Läuferpaares nicht standhalten. Eine Fehlberechnung im 47. Zug führte dazu, dass die Partie einige Stunden länger dauerte, als es normalerweise der Fall gewesen wäre (laut Nakamura). Immerhin wurden wir aber Zeugen eines wunderschön gespielten Turmendspiels. 

Nakamura fasste zusammen:

He hasn’t had any luck, he’s just played very well. He’s obviously playing the best chess, so he’s in the lead.

"Er hatte kein Glück, er hat einfach sehr stark gespielt. Er spielt ganz offensichtlich das beste Schach, daher führt er auch."

Die Tabelle sieht folgendermaßen aus:

"Silvio Danailov: So weit, so gut"

In einem solchen Turnier gibt es kein Entkommen. Anand wird versuchen müssen, sich gegen Topalov vom Boden wieder hochzukämpfen, während Caruana mit Schwarz gegen Nakamura in der dritten Runde spielt. Unten könnt ihr alle Partie nachspielen und alle Paarungen der kommenden Runden begutachten: 

Es ist wohl nicht nötig, zu erwähnen, dass ihr euch die zweite Runde nicht entgehen lassen solltet. Die Großmeister Yasser Seirawan und Maurice Ashley sowie WGM Jennifer Shahade werden erneut die Live-Show zum Sinquefield Cup übernehmen. 

Außerdem könnt ihr euch alle Partien in unseren kostenlosen mobilen Apps ansehen:

         

Siehe auch:


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