Berichte 28.08.2019 | 20:12von Colin McGourty

Sinquefield Cup 10: Magnus fängt rechtzeitig an zu siegen

Magnus Carlsen hat schließlich eine Partie gegen Wesley So gewonnen, die er als "Hommage an Botvinnik" bezeichnete, um nur mit einem halben Punkt Rückstand auf Ding Liren in die Schlussrunde des Sinquefield Cups 2019 zu gehen. Die chinesische Nr. 1 ist nun der alleinige Tabellenführer, nachdem er gegen Levon Aronian remisierte, während der ebenfalls zu Beginn des Tages mit ihm führende Ian Nepomniachtchi einen verheerenden "Fingerfehler" gegen Maxime Vachier-Lagrave beging. Garry Kasparov, der in die Live-Show anrief, verglich Vishy Anand mit Robin Hood und teilte Anatoly Karpovs Meinung nicht, dass er und Garry mehr von Schach verstanden hätten als Magnus.

Magnus Carlsen beendete seine Serie von 9 Remis in Folge mit einem Sieg | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Hier kannst du die Partien des Turniers nachspielen:

Und hier findest du den Live-Kommentar des Tages:

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Carlsen hat es geschafft!

Garry Kasparov meldete sich per Telefon während der Live-Übertragung aus St. Louis zu Wort und es schien, dass das seinen ehemaligen Schüler inspiriert hätte. Garry meinte dazu:

Er ist frustriert, und wenn du frustriert bist, hilft es dir nicht. Bei Magnus wissen wir, dass er einen Sieg braucht und dann ist er unaufhaltsam. Etwas hat hier einfach nicht funktioniert... Etwas beschäftigt ihn. Er ist immer noch der beste Spieler, daran besteht kein Zweifel, aber es reicht nicht aus, der beste Spieler zu sein, man muss jede Partie gewinnen!

Das sind unsagbar hohe Standards, aber Magnus ist auch kein Allerweltsspieler.

Garry Kasparov wird für das Ultimate Moves Turnier ab Donnerstag in St. Louis sein und ab nächster Woche Chess960 spielen.

Bei der russischen Übertragung mit Evgeny Miroshnichenko und Almira Skripchenko kommentierte Garry ein kürzliches Interview, das Anatoly Karpov während einer Reise nach Rovokuznetsk in Sibirien gab. Anatoly wurde gefragt, wie ein hypothetisches Match über 10 Partien zwischen Magnus und Garry ausgehen würde, wenn beide ihr bestes Schach abrufen könnten:

Es ist klar, dass Carlsen derzeit der beste Spieler ist und zuletzt wurde er sogar noch besser. Dennoch denke ich, dass wir Schach besser verstanden haben. Vielleicht war unsere Endspieltechnik sogar besser. Ich glaube, Kasparov würde mit 5,5:4,5 oder 6:4 gewinnen.

Und wie sähe ein Match zwischen Karpov und Carlsen aus, wenn beide ihr bestes Schach abrufen könnten?

Ich glaube, der Unterschied wäre größer. Zu meinen Gunsten.

Garry konnte dem nicht zustimmen:

Ich bin kein Fan von solchen antihistorischen Aussagen. Aus meiner Sicht hat [Karpov] eine eher vage Vorstellung von der Spielstärke von Magnus. Natürlich wäre es interessant, aber die Idee selbst ist absurd, denn der Magnus von 2018 weiß einfach viel mehr über Schach als Karpov und ich. Was sein Verständnis von Schach betrifft, so möchte ich nicht in einen langen Streit mit Karpov geraten, aber ich habe ziemlich viel Zeit mit Magnus verbracht und im Allgemeinen versteht er Schach nicht schlechter als wir.

Das Thema betraf auch, wer auf Magnus folgen würde, wobei Garry erklärte, dass er in seiner Arbeit mit jungen Talenten in Europa oder Amerika noch niemanden Vergleichbares gefunden habe:

Es gibt viele sehr starke Schachspieler, sagen wir in Russland Artemiev, aber es ist klar, dass er kein Magnus ist, und nicht einmal in der Nähe von Magnus. Ich sehe viele junge Schachspieler, die es auf 2750, vielleicht sogar 2800 schaffen werden, aber der Weltmeister ist eine andere Kategorie.

Garry fügte hinzu, dass "die Art und Weise, wie Ding spielt, ich denke, dass ein Carlsen-Ding WM-Match interessant sein könnte", und während er immer noch glaubt, dass Caruana ein starker Herausforderer für Magnus im klassischen Schach ist, hat er auch das Gefühl, dass Fabi im Moment eine Krise durchmacht. Garry wird diese Theorie in einer Woche selbst testen können, da sein Gegner für ein 20-Partien-Chess960-Match in St. Louis niemand Geringeres als die Nummer 2 der Welt sein wird. Als Yasser fragte, ob Garry sich der zweitstärksten Herausforderung im Schach stellt, antwortete der 13. Weltmeister:

Es ist kein klassisches Schach. Es ist kein richtiges Schach, es ist Chess960. Und am Ende ist es ein großer Spaß!

In der Zwischenzeit schaffte es Magnus Carlsen beim Sinquefield Cup endlich seinen "einen Sieg in Folge" einzutüten, den er gegen Wesley So auch bitter nötig hatte, denn Wesley musste sich am Vortag für 132 Züge verteidigen und stand schlussendlich dennoch ohne Punkte da.

In Runde 10 sollte das Schicksal unterschiedliche Dinge für MVL und Wesley bereithalten | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

In der Partie folgte Magnus einer Lieblingsvariante von Maxime Vachier-Lagrave im Italiener. Doch sein radikales 17.Sc4!? war ein neuer Zug. 17…Dxd1 18.Taxd1 Lxc4 18.bxc4 war alles erzwungen, wonach wir folgende kritische Stellung auf dem Brett hatten:


Auf den ersten Blick, und das war auch die Meinung eines so starken Positionsschachspielers wie Yasser Seirawan, sieht es so aus, als ob Schwarz sehr gut stehen müsste, da die Bauernstruktur von Weiß verkrüppelt ist. Aber die Bauern auf c3 und c4 schränken die schwarzen Springer stark ein und die Struktur lädt den weißen Springer ein, nach d5 zu gehen. Hier spielte Wesley den natürlichsten Zug in der Stellung, 19...b6!?, aber im Nachhinein verdienen zwei Computer-Vorschläge eine ernsthafte Berücksichtigung. Einer davon ist, den c5-Bauern mit 19...Tac8 zu verteidigen und dann den b-Bauern auf b7 zu lassen, wo er von den Türmen oder einem Springer auf d6 verteidigt werden kann. Die andere ist, den Bauern mit 19...Sc8!? einfach aufzugeben, um mit ...Ta6-c6 fortzusetzen und auf c4 Material zurückzugewinnen.

Die Art und Weise, wie Wesley in der Partie spielte, erlaubte es Magnus, das zu schaffen, was er als "Hommage an Botvinnik" bezeichnete:

Olimpiu G. Urcan: Als Magnus bei der russischen Übertragung vorbeischneite, erwähnte er, dass in Bezug auf Struktur und Thematik sein Sieg gegen Wesley ein wenig eine "Hommage an Botvinnik" wäre.

Seine Strategie wurde im 32. Zug gekrönt, denn nach 31…Se7?! konnte Weiß seinen beabsichtigten Zug mit noch mehr Wucht spielen:


32.Sd5! Sxd5 33.cxd5 zwang Schwarz zur passiven Verteidigung 33…Tb7, denn ansonsten käme Lxc5! wegen des ungedeckten Turms. Dieser Umstand hätte in einem hübschen Zugzwang enden können, worauf Magnus selbst hinwies:  

Olimpiu G. Urcan: Magnus Carlsen erklärt ein wenig Endspielmagie.

Was soll Schwarz ziehen?


In der Partie spielte Wesley aktiver und das hätte sich auch fast noch ausbezahlt, weil Magnus mit 39.Ke2? einen großen Fehler beging, da der König auf d2 oder c2 besser gestanden hätte, um 39…Tc3! zu verhindern. Magnus meinte im Anschluss, dass sein Spiel "ein wenig beschämend" gewesen sei und dieser Zug "unverzeihlich" und "verrückt" gewesen wäre, zumal er mehr als eine Stunde auf der Uhr hatte. Am Ende des Tages ist es egal, aber nur, weil Wesley etwas noch viel unverzeichlicheres tat, indem er 42...Kf6?? nach wenigen Sekunden Bedenkzeit spielte:


Wesley muss bereit gewesen sein, aufzugeben, denn nach 43.d6! hat er das auch getan, da nach 43...Td4 44.e5+  die Züge d6-d7, e5-e6 und Te8 nicht mehr zu verhindern sind und Weiß sich eine neue Dame holen wird. Stattdessen musste Wesley 42...Kf8! spielen, wenn 43.d6? Td4 44.e5 Weiß nichts mehr einbringt, da d6-d7 den Turm verlieren würde. Magnus plante, 43.Te6! zu spielen, aber erklärte:

Ich habe keinen klaren Gewinn gesehen. Ich dachte, ich hätte sehr gute Gewinnchancen, aber einen klaren Gewinn habe ich nicht gesehen.

Magnus beschwerte sich nicht: "Ich denke, zum jetzigen Zeitpunkt muss ich nehmen, was ich kriegen kann!" Mit seinem Abschneiden in St. Louis ist er zudem gar nicht so unzufrieden:

Ich war nach Zagreb sehr, sehr glücklich, denn in solchen Turnieren mit nur Top-Spielern habe ich generell ein wenig gekämpft. Ich hatte ein paar schlechte Norway Chess-Turniere. Ich mache normalerweise +2, vielleicht +3, so etwas in der Art, also habe ich versucht zu sagen, dass Zagreb ein bisschen ein Ausreißer ist. Ich erwarte nicht, dass ich gegen diese Art von Gegnerschaft jedes Mal so das Feld dominieren werde. Ich erwarte auch nicht, dass ich keine Partien mehr gewinne, sondern irgendetwas dazwischen normal ist. 

Ich habe überhaupt nicht gut gespielt. Ich hatte die Kontrolle, es gab im Grunde genommen keine Gegenchancen in irgendeiner meiner Partien.... aber die sehr wenigen Chancen, die ich bekommen habe, habe ich nicht wirklich nutzen können. Wenn ich in den entscheidenden Momenten in Bestform gewesen wäre, hätte ich definitiv in der gemeinsamen oder gar klaren Führung liegen können. Ich bin mit meinem Spiel überhaupt nicht zufrieden, aber auch hier wäre es eine große Leistung gewesen, meine Elo in einem solchen Feld zu halten.

Magnus fragt höflich bei Levon nach, warum dieser nicht Ding Liren schlagen konnte, damit Magnus einen perfekten Tag erlebt hätte?  | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Das Haupthindernis auf dem Weg von Magnus, unerwarteter Sieger des Sinquefield Cups zu werden, ist Ding Liren, der es trotz der Überraschung durch Levon Aronians Variante in der Preußischen Partie ("Ich habe die Vorbereitung vergessen. Ich habe vergessen, wie man ausgleicht!") immer noch geschafft hat, diese Partie zu einem komfortablen Unentschieden zu führen. Damit liegt Ding vor der Finalrunde einen halben Punkt vor Magnus.

Rückschlag für Nepomniachtchi

Wenn du weder lachen noch weinen kannst...  | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

Garry fühlte sich zu Beginn der 10. Runde sehr wohl, als Nepomniachtchi-MVL einer sehr alten Anti-Grünfeld-Variante folgte, für die er sich bereits in den 80er Jahren stark gemacht und diese sogar für seinen WM-Kampf gegen Vladimir Kramnik im Jahr 2000 vorbereitet hatte. Peter Svidler kommentiert in seiner Grünfeld-Serie die von Nepo gespielte Zugfolge 6.Lb5+ S8c6 7.d4 cxd4 8.a3 dxc3:


Es gibt hier Unmengen an Theorie, aber mit Weißt spielt das keiner mehr, weil Schwarz mittlerweile herausgefunden hat, wie man Remis macht.

Es stimmt zwar, dass die Variante auf absolutem Top-Level selten anzutreffen ist, doch hier und da gibt es immer mal wieder Partien. Vor allem von Levon Aronians Sekundanten in St. Louis, Manuel Petrosyan. Dieser gewann kürzlich mit Weiß in dieser Variante eine Partie beim Abu Dhabi Masters. Nach 9.Dxd8+ Kxd8 10.axb4 cxb2 11.Lxb2 f6!? (Garry merkte an, dass Jan Timman hier bereits 11…Ld7 gegen Mikhail Tal in 1985 spielte) 12.e5 hatte Garry allen Grund für gute Erinnerungen an diese Stellung:


Hier war Viktor Korchnoi 1989 nach 12...Lg4? gegen Garry bereits in großen Schwierigkeiten und hatte drei Züge später eine verlorene Stellung und die Partie endete in der Tat nach 23 Zügen. Garry erklärte, dass es "sehr gefährlich" sei und fühlte, dass Maxime in die Irre geführt worden wäre - "Ich denke, MVL ist jetzt in schlechter Verfassung und Nepo hat eine sehr gute Wahl getroffen". 

Aber vielleicht sollten wir die Vorbereitung der französischen Nummer 1 nicht unterschätzen. Nach 12...Ld7 13.Lc4 e6 lud er Nepo zu 14.exf6 Lxb4+ 15.Ke2 gxf6 16.Lxf6+ Kc7 17.Lxh8 Txh8 ein und kommentierte:

Ich habe mir das ziemlich sicher vor zwei Jahren angeschaut und ich sollte hier ausreichend Kompensation für die Qualität haben.

Mach dir dein eigenes Bild:


So oder so, Nepo entschied sich für das konservativere 14.0-0 und mit Zug 20 neigte sich die Partie dem Remis zu, auch wenn die Stellung sehr scharf blieb:


21.Sc6+! und nach 21…bxc6 22.Lxc6 muss Schwarz Material zurückgeben, um das Remis zu halten. Stattdessen aber dachte Nepomniachtchi nur eine halbe Minute nach und spielte 21.Sd7??, was jedoch an 21…Ld6! scheitert, denn plötzlich ist der Springer gefangen. Dazu sagte Maxime:

Von dem, was ich gesehen habe, ging ich davon aus, dass er schlicht gepatzt hat. Denn ich habe gleich eine Figur mehr. Natürlich kann er Sc6+ spielen statt Sd7 und dann hätten wir die Hände friedlich geschüttelt. Doch nach ...Ld6 kann er glaube ich nichts mehr machen.

Grand Chess Tour: Spielt diese Partie eigentlich irgendwer?

Maxime gab im Beichtstuhl ebenfalls zu: "Vermutlich gibt es einen Preis für die längste Zeit abseits des Bretts und ich glaube, wir beide sind seit 10 Minuten nicht am Brett." Nepos Abwesenheit konnte man nur mit seiner Unzufriedenheit erklären. Später sollte er einen Tweet absetzen:

Ian Nepomniachtchi: Ok, wenn du Sc6 spielen willst und stattdessen Sd7 spielst, dann fühlt sich das komisch an.

Am Ende war Maxime statt der Figur mit zwei Doppelbauern im Vorteil. Doch auch wenn er das Gefühl hätte, "es sich selbst schwer gemacht zu haben", gewann er am Ende nach 46 Zügen überzeugend.

Anish und Magnus begutachten die Katastrophe | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Im Anschluss sprach er darüber, dass dieser Fehler eine Rache für Ians typischerweise schnelles Spiel ist:

Ich war so überrascht, aber ich schätze, es ist eine kleine Rache für ihn, da er in jeder Partie so schnell spielt. Heute hat es ihn die Partie gekostet. Er hat Druck über die Uhr gegen alle seine Gegner ausgeübt. Gegen Levon gewann er so, aber er hatte auch eine interessante Idee in der Eröffnung, gegen Wesley gewann er definitiv so, und gestern war ich ziemlich sauer wegen meines Spiels und ich schaue auf Ian und er gewinnt alle seine Partien, er spielt so schnell, und dann schaue ich mir sein Spiel an und ich sehe, dass dort Fehler an Fehler passiert. Also dachte ich: Sich nicht durch sein schnelles Spiel verunsichern lassen, sondern seine Fehler bestrafen!

Auch an den anderen Brettern waren die Partien spannungsgelanden, auch wenn Nakamura-Giri nach nach nur 23 Zügen vorbei war. In dieser Partie gab es eine oskure Wiederholung von Zügen, die sich durch das Verbot von Remisangeboten durch die Spieler erklärt.

Caruana behält ein paar Außenseiterchancen auf den Sieg im Turnier, aber dafür muss Ding Liren in der letzten Runde verlieren | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Mamedyarov-Caruana geriet außer Kontrolle, aber Fabiano erklärte, dass dies nicht hätte geschehen dürfen:

Es ist keine verrückte Stellung. Es ist eine wichtige theoretische Variante, die bekanntlich eine Art erzwungenes Remis ist. Es ist im Grunde genommen eine sehr remisliche Variante. Es ist eine Art Variante, die man spielt, wenn man das Gedächtnis des Gegners testen will, oder man hat einfach nicht wirklich Lust, an diesem Tag zu spielen, aber ich konnte mich an nichts erinnern, also versuchte ich, normale Züge zu machen.

Die normalen, aber nicht ganz optimalen Züge waren jedoch ausreichend, um Mamedyarov aus seiner Vorbereitung zu werfen und er stand danach sogar schlechter. Doch dann fand er die Widerlegung von 23…Lh3?! (23…Kh8! wäre richtig gewesen):


24.Lf5! remisiert auf der Stelle, weil 24…Lxf5 25.Sxf5 Dxf5 26.Qxb7+ zu einem Damenendspiel mit Mehrbauer für Weiß führt.

Bei Vishy Anand verlief der Tag in normalen Bahnen | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Karjakin-Anand war ebenfalls eine harte theoretische Debatte. Sergey Karjakin witzelte nach der Partie:

Eigentlich war mein Plan, ein sehr solides Remis zu machen und dann zu Vishy zu sagen, dass es die erste Partie ist, in der er nicht auf Gewinn stand. Aber unglücklicherweise schaffte ich das nicht, umzusetzen.

Stattdessen hatte Vishy, dem Garry Kasparov zugeschrieben hatte, dass er in einigen seiner Partien in St. Louis "sehr frisch" gespielt hatte, alles im Voraus bis zu 20...hxg4 vorbereitet:


Er erinnerte sich daran, dass 21.Se5 Sxe5 22.dxe5 Dd2 die erste Variante des Computers und ein Remis ist, aber Sergey spielte stattdessen 21.Se1!?, wonach Vishy auf sich allein gestellt war. Von da an bis zum Ende der Partie spielte Vishy bis auf 25...Ld6 vermutlich die Züge, die auch der Computer gespielt hätte. Er fand eine hübsche Fortsetzung, die das Remis erzwang, was er nach der Partie auch reflektierte:

Am Brett musste ich ein wenig arbeiten und ich habe wohl einen guten Job gemacht.

Ausnahmsweise war es nicht die Geschichte, die Garry zu Beginn des Tages erzählt hatte:

Was mich ein wenig traurig macht, ist Vishy's Leistung - ich sage, er ist wie Robin Hood! Er probiert es jeden Tag, es ist fast schmerzhaft, ihn zu beobachten, er erspielt sich eine hervorragende Stellung, müsste einige Partien zwingend gewinnen und fällt dann dem Alter zum Opfer.

Kasparov merkte auch noch an, dass Vishy klar das Turnier anführen müsste, wenn er ein paar seiner guten Stellungen nach Hause gebracht hätte:


Alles ist perfekt für die letzte Runde bereitet, in der keiner der fünf Siegkandidaten gegeneinander antreten muss. Wenn Ding Liren seine Partie gewinnen kann, dann ist er natürlich der Sinquefield Cup Champion 2019 - und Mamedyarov ist ein Spieler, der für kämpferisches Schach bekannt ist. Shakh kommentierte seine Partie gegen Ding:

Von den besten Schachspielern der Welt ist es nur Ding, den ich noch nie besiegt habe - nicht ein einziges Mal im klassischen Schach. Ich konnte ihn in den letzten beiden Partien trotz +10 Stellungen in der Olympiade und in Zagreb nicht schlagen. Er verteidigt +10 so leicht, das ist ok für ihn! Es ist, als hätte Vishy +10 gegen ihn gehabt, und dann ist es nicht wichtig, er spielt einfach bis zum Ende.

Wenn Ding Liren in der letzten Runde gegen Mamedyarov gewinnt, ist er der Sieger des Sinquefield Cups 2019. Remisiert er, hat er zumindest das Stechen sicher | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Magnus hat Schwarz gegen MVL, ein Spieler, den er schon beim GRENK Chess Classic und in Zagreb dieses Jahr in der letzten Runde geschlagen hat. Viel mag davon abhängen, ob Maxime gewinnen will, um sich für das Finale der Grand Chess Tour in London zu qualifizieren. Dazu meinte Magnus:

Ich hoffe ein wenig, dass er es sich überlegt und er morgen auf Sieg spielt, sodass wir einen richtigen Kampf kriegen!

Die anderen Schlüsselpartien werden Caruana-Karjakin, Anand-Nakamura und Giri-Nepomniachtchi sein. Gibt es einen geteilten ersten Platz, wird es am Donnerstag ein Stechen geben. Schafft es Mamedyarov gegen Ding zu gewinnen, könnte das Stechen sechs Spieler umfassen! Schalte ein ab 20 Uhr und hör dir den Livekommentar an!

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