Berichte 09.04.2019 | 16:08von Colin McGourty

Shamkir Chess R8: Magnus gewinnt Gashimov Memorial zum vierten Mal

Magnus Carlsen hat das Gashimov Memorial 2019 in Shamkir eine Runde vor Schluss aufgrund einer perfekten Partie mit Schwarz gegen Sergey Karjakin in Runde 8 gewonnen. "Es war eine tolle Partie", sagte der Weltmeister, nachdem er die zweite Partie in Folge in einer Art gewonnen hat, die er als "interessantes dynamisches Angriffsschach" bezeichnete. Das bedeutet, dass obwohl Alexander Grischuk und Ding Liren ihre Partien gegen David Navara und Veselin Topalov gewannen, sie nun zwar mit Sergey Karjakin den zweiten Platz teilen, sie aber keine Chancen mehr auf den Turniersieg haben.

Alle schauen zu Magnus Carlsen auf | Foto: Turnierseite

Alle Partien kannst du hier nachspielen:

Und hier gibt es den Live-Kommentar von Evgeny Miroshnichenko:

Karjakin 0-1 Carlsen: Gewinnen mit Stil

Karjakin hat Carlsen bereits auf der größtmöglichen Büren geschlagen, aber dieses Mal sollte es nicht sein Tag werden | Foto: Turnierseite

Magnus Carlsens Bilanz beim Shamkir Chess sieht nun so aus: Er hat viermal teilgenommen und viermal gewonnen. Und der diesjährige Sieg hätte nicht beeindruckender sein können. Der Sieg gegen Anish Giri in Runde 7 sah schwer zu übertreffen aus, aber Magnus merkte an, dass "ich ein wenig verärgert darüber war, die Partie nicht vernünftig zu Ende gebracht zu haben". Er spielte damit darauf an, ins Endspiel abgewickelt zu haben, anstatt mit einer taktischen Abwicklung sofort zu gewinnen. Aber in Runde 8 zeigte er absolut keine Gnade mit seinem Gegner.

Zum wiederholten Male vertraute Magnus auf seine WM-Vorbereitung und spielte auf 1.e4 den Sveshnikov-Sizilianer, der ihm im Match gegen Fabiano Caruana die besten Partien beschert hatte:

chess24: Magnus: "Diese spezielle Eröffnung ist ein Sonderfall. Wenn du den Computer zu Beginn anschaltest, sagt er dir, dass Weiß besser steht. Aber er sagt dir nicht, ob die Stellung mit Weiß oder Schwarz einfacher zu spielen ist. Weiß hat einen Mehrbauern, aber es fühlt sich so an, als ob die Fallhöhe für ihn höher ist. Ich spiele auf matt und Weiß muss ums Überleben kämpfen."

John Ludvig Hammer: Sveshnikov war eine brillante Bereicherung von Magnus' Eröffnungsrepertoire. Er überspielt die Weltelite regelmäßig und er weiß, warum.

Die Eröffnung brachte ihm bereits einen Sieg in Shamkir. Als er 8...Sb8 gegen David Navara spielte, betrat er damit das Kampffeld, dass auch in der achten und zehnten Partie des WM-Matches in London hart diskutiert wurde. Diese Partie versprach einen spannungsgeladenen Kampf, wurde dann aber jäh unterbrochen, als Navara im 18. Zug fehlgriff. Karjakins Team hatte sicherlich eine Verbesserung vorbereitet, aber Magnus entschied sich, mit 8...Se7 abzuweichen. Dazu kommentierte er:

Zuletzt spielte ich Sb8 gegen Navara, aber ich entschied mich, hier abzuweichen. Ich denke, Sergey war ein wenig überrascht von meiner Entscheidung, weil ich diese Variante seit der zwölften WM-Partie gegen Caruana nicht mehr gespielt hatte.

Das war allerdings nicht ganz korrekt, denn Magnus spielte 8...Se7 in seiner zweiten Tiebreak-Partie in London und gegen Jorden van Foreest in einer Partie, die seine Remisserie in Wijk aan Zee beenden sollte (einer Partie, zu der wir noch zurückkehren werden). Sergey ließ sich zuerst nichts anmerken und spielte die weiteren Züge schnell, auch wenn es einen interessanten psychologischen Moment gab. Karjakin hatte die Chance, ein Remis durch Zugwiederholung zu erreichen. Das war ein ähnliches Dilemma, wie es Caruana in London hatte:

Giri: Ich denke, wenn du hier die Züge mit Weiß wiederholst und du gegen den gleichen Typen noch vier weitere Partien spielen musst, dann verlierst du dein Gesicht! Er wird sich denken, "ich spiele ein 4-Partien-Match gegen einen Feigling!"

Fabi entschied sich gegen das Remis!

Svidler: Das zeugt von großem Selbstvertrauen.

Sergey wäre einen halben Punkt hinter dem Führenden geblieben und hätte sich nach der Partie einigen unangenehmen Fragen stellen müssen. Er hätte in der letzten Runde noch Chancen auf den Turniersieg gehabt, und der zweite Platz wäre ihm kaum zu nehmen gewesen. Falls diese Gedanken durch seinen Kopf gingen, taten sie es nicht allzu lange, denn er wiederholte die Züge zweimal und spielte dann weiter. Magnus kommentierte das so:

Wenn man die Zeitnot bedenkt, die er später in der Partie bekam, war das eine weise Entscheidung von ihm, die Züge so früh zu wiederholen. Offensichtlich hatte ich vor dem Hintergrund der Turniersituation keine Probleme mit einem schnellen Remis.

Ein Grund für die später auftretende Zeitnot war die seltsame Tatsache, dass Sergey zwar die Neuerung 15.Lg5 (anstatt Fabis Le3) spielte, aber dann 20 Minuten nach 15...Db8 nachdachte, einen Zug, den wir bereits vorher schon einmal gesehen hatten:

chess24: Wir wunderten uns in unserem Bericht zur 12. Partie der Schach-WM, ob Magnus den Stockfish-Vorschlag Db8 auch gegen Lg5 gespielt hätte - und wie es aussieht, hätte er das. Aber Karjakin denkt bereits seit 10 Minuten nach.

Die Partie folgte einem Aufeinandertreffen von Computern mit 16.Le2 a6 17.Sc3, bis Carlsens 17…Dc7 anstatt von Nf4 schlussendlich ein neuer Zug war. Nach 18.g3 Le7 19.Le3 e4 bekamen wir die letzten Züge, die die Eröffnung beendeten. Sergey entschied sich, kurz zu rochieren. Im Gegensatz hierzu rochierten Caruana und Jorden van Foreest lang. Aber Magnus offerierte wie in diesen Partien auch seinen h-Bauern, indem er kurz rochierte:


Jorden nahm den Bauern niemals, wurde aber dennoch vom Brett gefegt. Demgegenüber dachte Karjakin 26 Minuten nach und entschied sich dann für 21.Lxh5. Magnus sagte später dazu, als er gefragt wurde, warum er so viele Partien in WM-Matches remisiert, wenn er doch zeigt, dass er die gleichen Spieler in Turnieren schlagen kann:

Ich denke, man kann sehen, dass die heutige Partie spezielle Umstände hatte, weil Sergey einen Sieg benötigte und er Risiko auf sich nehmen musste. Das erlaubte es mir, meine Stärken in einer solchen Art von Eröffnungskampf auszuspielen. In WM-Matches habe ich die Chance hierzu seltener, deshalb denke ich, ist das einer der Gründe. Wenn meine Gegner mehr Risiko gehen, wir die Partie offener und das ist gut für mich.

Wenn du der beste bist und du es weißt, dann heißt du jeden Kampf willkommen | Foto: Turnierseite

Zu diesem Zeitpunkt hatte Weiß immer noch eine Stunde mehr auf der Uhr und eine vernünftige Stellung - sogar eine exzellente, wenn man dem Computer glauben darf. Aber Magnus meinte, dass es auch um Psychologie geht:

Natürlich musst du gut spielen, du musst gute Züge machen. Aber ich denke, wenn ich Partien mit dem Computer anschaue, dann ist es schwierig zu verstehen was wirklich in den Köpfen der Spieler los ist. Wenn ich mich mit Schach beschäftige, versuche ich so wenig wie möglich mit dem Computer zu arbeiten, weil ich weiß, dass in dem Moment, wie wir die Eröffnungsvorbereitung hinter uns lassen, dann ist es nicht mehr wirklich relevant, was der Computer sagt. Es geht mehr um Psychologie und all das. Diese spezielle Eröffnung ist ein Sonderfall. Wenn du den Computer anschaltest, sagt er dir zu Beginn, dass die Stellung besser ist für Weiß. Aber er sagt dir nicht, für welche Seite die Stellung leichter zu spielen ist. Wenn du aus der Eröffnung draußen bist, dann fühlt es sich eher so an, als ob Weiß einen Bauern mehr hat, aber die Fallhöhe für ihn umso größer ist. Ich spiele auf matt und er muss versuchen, zu überleben. Ja, ich denke Psychologie spielt definitiv eine große Rolle im Schach. Es ist eine der Gründe dafür, warum diese spezielle Variante so gut punktet.

Magnus stellte ernste Fragen mit 21…Se5 22.Le2 Dd7!, und für eine Weile fand Sergey sehr gute Erwiderungen: 23.Da4 Dc8 24.c5!? (“nicht unvernünftig”, meinte Magnus, auch wenn das Zurückgeben des Bauern mit 24.Dd1 sicherer war) 24…dxc5 25.Lxe4 c4:


Dies war das erste Mal in der Partie, dass Sergey vom rechten Wege abkam. Magnus erklärte:

Ich wollte die Initiative behalten und mochte 25...c4 - Ich konnte auch b5 spielen um ihn zu zwingen, in die Fesselung zu gehen, aber ich war mir nicht so sicher. Ich dachte, es wäre besser, den Bauern auf c4 zu haben. Hier denke ich, sollte er definitiv 26.Dc2 spielen. Es sieht seltsam aus, sich freiwillig in die Fesselung zu stellen, aber ich glaube, es gibt nichts besseres. Ich beabsichtigte, Te8 zu spielen... Ich dachte, ich hätte exzellente Kompensation für den Bauern, aber es ist natürlich eine spannungsgeladene Stellung. Meiner Meinung nach ist 26.Sc3?! ein Fehler, er hat schlicht meinen Plan unterschätzt. So weit ich das richtig beurteile von seiner Körpersprache her, ging er davon aus, dass die Partie zu diesem Zeitpunkt remis enden würde.

Magnus tippte, dass Sergey 26…Ld3 27.Lxd3 Sf3+ 28.Kg2 Sxh4+ erwartet hatte, wonach Schwarz Dauerschach mit der Dame gibt, aber Magnus hatte etwas anderes im Sinn 26…b5! 27.Dd1 b4 28.Sa4:


Magnus:

28.Sa4 ist wirklich sehr, sehr häßlich, weil es unwahrscheinlich ist, dass der Springer überhaupt noch einmal ziehen wird - genau das, was auch in der Partie so passiert.

Die kritischen Momente kamen nun Schlag auf Schlag, und die Stellung nach 28…Le4! 29.Dd4 Df5 mag die Partie entschieden haben:

chess24: Karjakin - Carlsen bleibt unglaublich spannend! Sergey muss nun sehr akkurat spielen, um die Stellung zu halten.

Hier entschied sich Sergey für 30.f4?!, aber auch wenn Springerzüge mit nicht schlecht für Magnus gewesen wären, fand er das noch energischere 30…Dg6!, einen Zug, den man leicht übersehen kann - wie es auch Evgeny Miroshnichenko in seinem Live-Kommentar ohne Computerunterstützung tat. Die letzte Chance zu überleben war 30.f3!, was einen Bauern gibt, um sich ein wenig gegen die schwarze Initiative zu stemmen. Magnus:

Ich bin mir sicher, dass es seine beste Chance war, weil seine Stellung nach 30.f4 mehr oder weniger geplatzt ist. Er hat kein Material weniger, aber die Unterschiedlichkeit in der Kraft der Figuren ist viel zu massiv.

Die letzte Chance, die Partie zu verlängern kam, nachdem die Dame nach f5 zurückkehrte - 31.Lf2 Sd3 32.h5 Df5:

chess24: Stellung und Zeit sind schrecklich für Karjakin!

"Nun muss er aber wirklich auf d3 schlagen", sagte Magnus, der das Gefühl hatte, dass Sergey zumindest versuchen konnte, in einem potentiellen Endspiel nach 33.Lxd3 Widerstand zu leisten, während in der Partie nach 33.Lg4? Dxg4 34.Dxe4 Ld6! die Stellung einfach hoffnungslos war. Zum zweiten Mal in Folge haben Carlsens Gegner damit rein physisch Probleme, die Zeitkontrolle in einer Stellung zu schaffen, die nicht in jedem Fall bereits hoffnungslos ist. Sergey gab mit Zug 39 auf:

chess24: Es ist vorbei! Glückwünsche an Magnus Carlsen zum vierten Sieg in Shamkir bei seiner vierten Teilnahme!

Eine detaillierte Analyse der Partie kannst du dir beim spanischen Großmeister Pepe Cuenca anschauen:

Das Ergebnis bedeutet, dass Magnus nun viermal in Shamkir mitspielte – 2014, 2015, 2018 and 2019 – und er alle vier gewann, auch wenn es in der finalen Runde trotzdem noch um etwas geht. In 2015 gewann er ungeschlagen mit +5. Um diese Performance zu erreichen, muss er in der letzten Runde immerhin noch Alexander Grischuk schlagen:


Das Jahr läuft bisher für den Weltmeister nicht so schlecht:

Tarjei J. Svensen: Carlsens Performance 2019 nach 21 Partien: 2915. 9 Siege, 12 Remis, 0 Niederlagen.

Und dieses Ergebnis bringt ihn auf ein Live-Rating von 2856,7 Elo, ganze 40 Punkte vor Caruana und gleich der höchsten Elo eines gewissen Garry Kasparov in der Live-Rating-Liste. Das sind seltene Höhen!


Magnus blieb noch eine Weile nach der Partie, um die Fragen von Eteri Kublashvili und den Journalisten zu beantworten. Und es gab vieles, an dem man sich erfreuen konnte.

Zu seiner besten Partie in Shamkir:

Ich glaube, es ist die heutige Partie, auch wenn ich nicht weiß, ob sie gut war. Aber sie war zumindest interessant. Und die Partie gestern gegen Anish war ebenfalls interessant, auch wenn ich ein wenig verärgert darüber bin, dass ich es nicht hinbekommen habe, die Partie sauber zu beenden. Sicherlich machten die letzten beiden Partien Spaß. Ich konnte gewinnen oder zumindest interessantes, dynamisches Angriffsschach zeigen. Das ist nicht die Art, auf die ich typischerweise Partien gewinne. Deshalb machte es mir ehrlich gesagt viel Spaß in den letzten beiden Tagen - es war einfach super!

Zum Unterschied zwischen dem Magnus 2014 und dem heutigen Magnus in Shamkir:

Ich glaube, es gibt definitiv einen Unterschied im Stil. Ich spiele sicherlich anderes als damals. Ich denke, ich weiß heute viel mehr über Schach als vor fünf Jahren. Ich hatte damals ein höheres Rating, was diese Aussage nicht zwingend nahelegt, aber ich fühle, dass ich mehr weiß, dass ich mehr kann, dass ich mehr Optionen habe. Ich habe ein weiteres Arsenal an Waffen im Vergleich zu damals.

Zur "Gefahr" der jungen Talente wie Firouzja und Artemiev:

Es gibt viele davon. Man ging davon aus, dass Wei Yi der nächste große Star sein könnte, und er könnte es immer noch, also weiß ich es nicht. Ich kümmere mich vor allem um diejenigen, gegen die ich in den Top-Turnieren spiele. Ich glaube aber auch, dass beide großartige Talente und bereits jetzt sehr gute Spieler sind. Es ist lustig, dass Alireza in der Tat zum ersten Shamkir Turnier als ein Fan kam und nun ist er vielleicht der nächste große Star, das freut mich für ihn. Und Artemiev ist ebenfalls ein ganz eigener, interessanter Spieler und wir werden sehen, wie weit er kommen kann. Aber eine Gefahr spüre ich derzeit nicht.

Leben wir in der Carlsen-Ära?

Ich glaube, wir hatten bereits ein paar Jahre davon, von daher, ehrlich gesagt, ja!

Über seine Teilnahme an den GRENKE Chess Classic demnächst:

Ich spiele in Deutschland in weniger als anderthalb Wochen, ich werde also wenig Zeit zur Erholung haben. Aber es ist ok. Wenn du ein gutes Resultat hattest, möchtest du, dass es weitergeht!


Grischuk und Ding Liren holen Karjakin ein

Der Traum ist aus für Alexander Grischuk | Foto: Turnierseite

Wieder einmal verblasste die restliche Action des Tages im Vergleich zur zentralen Partie der Runde, aber wir haben dennoch eine Reihe von Siegen gehabt, die Einfluss auf das Gesamtresultat hätten haben können. Dazu sagte Alexander Grischuk:

Bezüglich des Turniers bin ich natürlich ziemlich enttäuscht über das Resultat in der Karjakin-Carlsen-Partie, denn es beerdigt meinen Traum und ich habe keine Chance mehr, das Turnier zu gewinnen.

In der letzten Runde spielt er mit Schwarz gegen Magnus und, falls Karjakin-Carlsen in einem Remis geendet hätte, hätte er ein Stechen gegen Magnus erzwingen können. Das ist jetzt nicht mehr möglich, aber der Sieg über David Navara in der vorletzten Runde bedeutet, dass er das Turnier garantiert mit mindestens 50% beenden wird. Nicht schlecht, wenn man seinen Kommentar berücksichtigt: "Ich war so erschöpft mit dem Beginn des Turniers, dass ich befürchtete, alle Partien zu verlieren!"

Grischuk führt seinen Gewinn gegen Navara auf das "sehr unnatürliche" und "überambitionierte" 10...Sh6 zurück, welches sein Gegner in der Cato-Kann Verteidigung spielte:


Grischuk fragte sich, welches Verbrechen er begangen hätte, um solch eine Bestrafung zu verdienen, während Navara ebenfalls davon ausging, nichts falsches getan zu haben. Er gab allerdings später zu, dass Müdigkeit sein Spiel beeinflusst hat:

Gegen Ende des Turnieres wurde ich einfach müde - ich begann, Varianten falsch zu berechenen - ich habe zu viel Zeit verbraucht und manche Ideen nicht gesehen.

Der Springer auf h6 sprang nach g4 und wurde dann auf f2 geopfert, aber trotz einiger Komplikationen bekam Navara nur einen Turm für zwei Leichtfiguren, was sich als nicht ausreichend herausstellte.

Für Giri und Mamedyarov war es ein hartes Turnier, aber sie haben ihren Sinn für Humor behalten| Foto: Turnierseite

Die beiden Remis in der achten Runde können ohne große Kommentare abgehandelt werden. Radjabov-Anand war ein trockenes Remis nach 33 Zügen, das niemals drohte, irgendetwas anderes zu sein. Demgegenüber war Giri-Mamedyarov ein Kuddelmuddel zwischen den beiden Spielern, die völlig außer Form sind. In der Analyse nach der Partie witzelte Anish, dass die Varianten, die Shak während der Pressekonferenz zeigte, offenbaren, wie schlecht sie beide spielten und dass das Remis schlussendlich ein faires Resultat sei.

Die Niederlage gegen Navara brachte Ding Lirens Turnier ein wenig aus dem Tritt, aber seine Chancen, sich aufgrund des Ratings für das Kandidatenturnier 2020 zu qualifizieren, schauen nun besser als jemals zuvor aus. | Foto: Turnierseite

Der Tag machte den Eindruck, ein relativ kurzer zu werden, aber Topalov-Ding ging immer weiter und weiter. An einer gewissen Stelle hätte Veselin das Remis in der Tasche haben können, aber die Partie ging schlussendlich in das Endspiel Turm gegen Springer:


Weiß würde matt gesetzt werden, wenn er nicht noch 80.e8=S+ hätte. Es wurde schnell klar, dass die chinesische Nummer 1 dieses Endspiel bis zum Schluss auf Sieg ausspielen wollte, und warum auch nicht!   Hier eine öffentliche Ankündigung: 

Sam Shankland: Hier ist eine öffentliche Ankündigung für alle Genies, die denken, Topalov-Ding sei ein einfaches Remis für die Springer-Partei.

Topalov dachte, er hätte bereits überlebt, als er er eine dreimalige Stellungswiederholung mit Zug 90 reklamierte, aber ein Blick auf die Notation zeigte, dass 90...Tf7+ (mit Schach!) erst zweimal gespielt wurde. Der Schiedsrichter brauchte ein wenig Zeit, um das festzustellen, aber als schlussendlich die richtige Entscheidung gefällt wurde und die Partie weiterging, war es ganz schnell mit Zug 96 kein Remis mehr:


Miroshnichenko erklärte, dass ganz prinzipiell Weiß versuchen sollte, seinen Springer so nahe wie möglich am König zu belassen, aber hier verliert 96.Sg7, während 96.Sc7 immer noch ein Remis ist! Topalov hatte eine weitere Chance nach 96…Kf6 97.Sh5+, als Ding Liren 97…Ke6 spielte. Wie du sehen kannst, ist es nicht so einfach, und 98.Kg7 ist der einzige Weg zum Remis, aber nach 98.Kh7 gab es keine weiteren Ungenauigkeiten von der Nr. 3 der Welt. Ding Liren gewann in 110 Zügen:

chess24: Ding Liren hat es geschafft! Er gewinnt Turm gegen Springer in 110 Zügen und ist damit punktgleich Zweiter mit Karjakin und Grischuk vor der letzten Runde.

Er wartete 110...Kg6 nicht ab, was den Springer gewinnen würde, denn wenn Weiß mit dem Springer auf ein sicheres Feld gehen würde, käme natürlich 111…Td8#.

Mit einer noch ausstehenden Runde sieht die Tabelle damit wie folgt aus, mit Ding Liren, Karjakin und Grischuk auf dem geteilten zweiten Platz:


Ding Liren hat womöglich die beste Chance, den alleinigen zweiten Platz zu erreichen, denn er hat Weiß gegen Giri, während Karjakin mit Schwarz gegen seinen Freund Mamedyarov antreten muss. Und Grischuk hat, wie bereits angesprochen, Schwarz gegen Carlsen. Es bleibt abzuwarten, ob Carlsen alles versuchen wird, um seine beste Shamkir-Performance einzustellen und über 2860 Elo in der Live-Rating-Liste zu klettern. Während der Carlsen-Caruana-WM redete Grischuk darüber, wie speziell die Partien gegen den Weltmeister für ihn sind und er den Ansatz von Spielern nicht verstehen kann, die gegen den Weltmeister mit einem langweiligen Remis zufrieden sind.

Schalte ein um 12:00 Uhr MEZ - die Action beginnt eine Stunde früher als sonst!live hier auf chess24!

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