Berichte 28.04.2014 | 20:05von IM Georgios Souleidis

Shamkir, 8. Runde: Caruana und Nakamura siegen

Fabiano Caruana und Hikaru Nakamura heißen die Sieger des Tages in Shamkir. Der Italiener fügte Teimour Radjabov die erste Niederlage im Turnier zug, während der Amerikaner Shakriyar Mamedyarov schlug. Im Spitzenspiel trennten sich Magnus Carlsen und Sergey Karjakin remis. Großmeister Jan Gustafsson schaute sich genau diese Partie für die Leser von chess24 ausführlich an.

8. Runde Vugar Gashimov-Memorial

Mamedyarov  ShakhriyarAZE 0 - 1Nakamura HikaruUSA
Carlsen MagnusNOR ½ - ½Karjakin SergeyRUS
Caruana FabianoITA 1 - 0Radjabov Teimour AZE


Fabiano Caruana eroberte nach seinem Sieg gegen Teimour Radjabov den alleinigen zweiten Platz und dürfte in den letzten zwei Runden Carlsens härtester Konkurrent um den Turniersieg sein. Radjabov wählte gegen den 21-jährigen Italiener, wie gegen Magnus Carlsen, die Königindische Verteidigung. In einer Klassischen Variante mit 7. Le3 entbrannte ein sehr interessanter Kampf mit Qualitätsopfern auf beiden Seiten. Lange hielten sich die Chancen die Waage, bis Radjabov im letzten Zug vor der Zeitkontrolle der entscheidende Fehler unterlief.

Heute mit dem nötigen Fortune ausgestattet, Fabiano Caruana auf der Pressekonferenz | Foto: Ahmed Mukhtar (Offizielle Webseite)


40. c7 Weiß hat einen starken Freibauern und die bessere Leichtfigur. Der schwarze Mehrbauer fällt nicht ins Gewicht, dafür aber umso mehr sein entfernter Freibauer - der allerdings noch in den Startlöchern steckt - und der Druck auf den Punkt f2, der ihm in vielen Varianten Gegenspiel gibt.

40... ♖f8? Indem er seinen Turm von der 7. Reihe entfernt, begeht Schwarz mit dem letzten Zug vor der Zeitkontrolle den entscheidenden Fehler. Mit präzisem Spiel hätte er wahrscheinlich das Gleichgewicht wahren können, z.B.

40... ♕a1+ 41. ♔g2 (41. ♖d1 ♕e5 42. ♘d5 a5 und hier scheint dynamisches Gleichgewicht zu herrschen. Die Stellung ist kompliziert, aber beide Seiten binden die gegnerischen Kräfte durch ihre jeweiligen Drohungen.) 41... ♕g7 42. ♕xe4 ♕c3! (42... ♖xc7? 43. ♖xh5+ ♔g8 44. ♕e8+ ♕f8 45. ♖h8+ ♔xh8 46. ♕xf8++− ) 43. ♖xh5+ ♔g7 44. ♖g5 ♕f6 45. ♕e5 ♕xe5 46. ♖xe5 ♖xc7=

41. ♕d2!+− Weiß nutzt aus, dass sein Bauer auf c7 nicht angegriffen ist, um mit seinem Turm auf d8 einzudringen. Danach sind die schwarzen Kräfte totel gebunden. Weiß steht schon auf Gewinn.

41... ♕f7 42. ♖d8 ♔g8

42... a5 43. ♘c4 (43. ♖xf8 ♕xf8 44. ♕xa5± ) 43... e3 Mit dem Versuch die offene Diagonale mal für den Läufer auszunutzen, hätte Weiß vor größeren technischen Problemen gestellt. Nach 44. ♕xe3 ♕f6 45. ♘e5 sollte sich Weiß langsam aber sicher durchsetzen.

43. ♕d5 ♔g7

43... ♗e6 44. ♖xf8+ ♔xf8 45. c8Q+ ♗xc8 46. ♕c5+ ♔g7 47. ♕xc8+−

44. ♕d4+ ♔h6 45. ♘c4 Ab jetzt ist es einfach. Schwarz kann nichts gegen Sb6 oder Sd6 ausrichten.

45... ♗e6 46. ♕c5 ♖g8 47. c8Q ♗xc8 48. ♖xc8 ♖xc8 49. ♕xc8 ♕d5 50. ♘e3 ♕d3 51. ♕h8+ ♔g5 52. ♕f8 und Radjabov gab auf, da er forciert matt gesetzt wird.

1-0

Die Partie zwischen Shakriyar Mamedyarov und Hikaru Nakamura war ein offener Schlagabtausch. Zwar leisteten sich die Spieler einige Fehler, doch genau diese sind für die Zuschauer manchmal das Salz in der Suppe, um nicht wegzunicken. IM David Martinez analysierte die entscheidende Phase dieser Partie.

Nakamura (links) und Mamedyarov (rechts) lieferten sich einen Kampf mit offenem Visier | Foto: Ahmed Mukhtar (Offizielle Webseite)


In einer der klassischen Hauptvarianten der Slawischen Verteidigung hat Weiß das Läuferpaar erobert, während Schwarz über dynamische Möglichkeiten am Damenflügel mittels des Durchbruchs b6 verfügt.

20. ♖e1? Erlaubt den erwähnten Durchbruch am Damenflügel mittels b6. Mamedyarov geht mit Weiß mal wieder sehr viel Risiko ein.

20. ♗b5 war deutlich solider und auch besser, aber dann hätten wir das folgende Spektakel verpasst.

20... b6 21. ♕a4 Opfert einen Bauern und war wohl die Idee von Mamedyarov.

21. cxb6? ♖b8 gefolgt von Txb6, Db7, Thb8 und Matt!

21... bxc5 22. ♗a6 Mit der Idee, die schwarze Dame abzulenken, so dass sie nicht mehr e6 deckt.

22. ♗b5 trifft auf 22... ♖b8 23. ♗xc6 ♖b4!

22... ♕c7 23. ♗b5 ♖ab8

23... ♘xd4! war gut möglich, da Schwarz einen sehr starken schwarzfeldrigen Läufer erhält, falls Weiß nimmt und falls Weiß nicht nimmt, hat Schwarz gleich zwei Bauern mehr. 24. ♗xd4 cxd4 25. ♖c1 (25. ♕xd4 ♖ab8 gefolgt von Lf6 und Angriff auf b2.) 25... ♕d6 26. ♖c6 ♕b4 mit schwarzem Vorteil.

24. ♖xe6! Forciert!

24. ♗xc6 trifft wieder auf 24... ♖b4

24... ♔xe6 Nimmt die Herausforderung an, aber es ist gefährlich!

24... ♖xb5 war eine positionelle Alternative, die sicherlich von Spielern wie Carlsen gewählt worden wäre. Schwarz gibt das Material zurück, um den positionellen Vorteil auszunutzen. 25. ♖xe7+ ♘xe7 26. ♕xb5 c4 und Schwarz möchte ins Endspiel ohne Damen übergehen, um seine besseren Figuren auszunutzen.

25. ♗xc6 ♖hd8 26. dxc5 Weiß scheint genug Kompensation für die Qualität zu haben - ein Bauer und das Läuferpaar, aber die Stellung ist sehr konkret. Die Schlüsselfaktoren sind die Stellung der Könige und der Unterschied zwischen den Bauern d5 und c5. Welcher ist stark und welcher schwach?

26... ♗f6

26... ♔f7 möchte zuerst den König in Sicherheit bringen und später auf c5 schlagen, z.B. 27. ♗d4 ♖bc8 gefolgt von Lxc5.

26... ♖bc8 direkt war nicht gut wegen 27. ♕c2! und die Dame dringt über f5 ein.

27. ♗d4 ♔f7 Nakamura möchte das weiße Läuferpaar auflösen und den eigenen König in Sicherheit bringen, alles sehr logisch.

28. ♖d1?

28. ♗xf6 war komplizierter. 28... gxf6 (28... ♔xf6 29. ♖e1 mit der Idee Dd4, so dass Schwarz seinen König in Sicherheit bringen muss. Nach 29... ♔f7 30. ♕a6! hat Weiß weiterhin eine Initiative und genügend Kompensation für die Qualität.) 29. h4 und Weiß bringt seinen Turm ins Spiel, wonach alles geschehen kann.

28... ♔f8 Auf diesem Feld steht der schwarze König relativ sicher.

29. a3 Mamedyarov kann nicht mehr angreifen und versucht positionelle Kompensation zu kreieren, aber mit präzisem Spiel verhindert Schwarz, dass Weiß die gewünschte Aufstellung aufnimmt. Vor allem bekommt Weiß Probleme mit seinem Läufer auf c6, der ein wenig verloren wirkt.

29... ♗xd4 30. ♖xd4 ♕e5! Gegenangriff!

31. ♖d2 ♕e1+ 32. ♖d1 ♕e2 33. b4 ♕xf3 Der Materialnachteil wird zu groß für Weiß und Mamedyarov versucht das Spiel wieder kompliziert zu gestalten.

34. ♔b2 ♕xg4 35. ♕c2 ♕e6 36. ♗a4 ♔g8 Nakamura bringt seinen König in Sicherheit, um Weiß jeglichen Gegenspiels zu berauben.

37. ♗b3 ♔h8 38. c6 Dieser Bauer hat nicht genügend Unterstützung, um sich in eine Dame zu verwandeln.

38... ♖d6 39. ♖c1 f3 40. ♕c5 ♕f6+ 41. ♔a2 f2 42. c7 ♖c8 43. ♖f1 d4 44. h4 ♕f3 45. ♗c4 ♖c6 46. ♕xd4 ♖6xc7 47. ♖xf2 ♖xc4 Mental ein wichtiger Sieg für Nakamura nach der gestrigen Katastrophe gegen Carlsen. Mamedyarov seinerseits scheint mit Weiß einfach zu viel zu wollen und seine Gegner nutzen das aus, um mit Schwarz recht einfach zu gewinnen.

0-1

Kommen wir zum Spitzenkampf des Tages zwischen Magnus Carlsen und Sergey Karjakin. Die Partie war eine erstaunlich trockene Angelegenheit, da der 24-jährige Russe seinen nur einige Monate jüngeren Kollegen scheinbar mühelos auspräparierte. Großmeister Jan Gustafsson gab sich trotzdem die Ehre dieser Damenindischen Partie alle Feinheiten abzugewinnen. 

Acht Remis in acht Partien, Karjakin macht Leko Konkurrenz | Foto: Ahmed Mukhtar (Offizielle Webseite)


Carlsen bleibt dabei, Shamkir 2014 als sein persönliches 1. d4-Thematurnier zu behandeln. Als angehmener Nebeneffekt kann er dadurch vermeiden, gegen Karjakins Berliner Mauer anrennen zu müssen.

1. d4 ♘f6 2. c4 e6 Karjakin spielt Nimzoindisch oder Dameninindisch. Nicht flexibel, aber dafür in ebendiesen überragend gut vorbereitet. Eine typische Entscheidung, die Topspieler fällen müssen: Spiele ich alles und bin dafür nicht ausrechenbar, oder spezialisiere ich mich in einer Eröffnung? Mir scheint, dass der Trend wieder etwas hin zur Spezialisierung geht: Viel Grünfeld von Caruana, viel Nimzo von Carlsen/Karjakin, viel Berliner Mauer von allen.

3. ♘f3 b6 Damenindisch soll es also sein.

4. g3 die Alternative

4. a3 war auf diesem Niveau zuletzt selten anzutreffen, 4... ♗b7 5. ♘c3 d5 hat sich als sehr solide erwiesen.

4... ♗a6 dieser auf den ersten Blick seltsam anmutende Zug ist seit Jahr und Tag die Hauptvariante und Karjakins Präferenz. Der Bauer c4 wird angegriffen und kann zwar auf diverseste Arten verteidigt werden, aber jede Möglichkeit bringt ein gewisses Zugeständnis mit sich

5. ♘bd2 Nicht der populärste Zug. Weiß entwickelt eine Figur und pariert die Drohung Lxc4, aber der Springer würde lieber auf c3 ein Zuhause finden, wo er Kontrolle über das Schlüsselfeld d5 ausübt und seinem Kollegen auf c1 nicht die Sicht versperrt.

5. b3 ist das Zentrum der Theoriediskussionen, zuletzt etwa 5... ♗b4+ 6. ♗d2 ♗e7 7. ♘c3 0-0 8. ♗g2 c6 9. e4 d5 10. exd5 cxd5 11. ♘e5 ♗b7 12. 0-0 ♘c6 13. ♗f4 ♘a5 14. ♖c1 ♗a3 15. ♖b1 ♗b4 16. ♘e2 ♘c6 17. ♗g5 ♗e7 18. ♘f4 ♕d6 19. ♗xf6 ♗xf6 20. cxd5 exd5 21. ♗xd5 ♗xe5 22. dxe5 ♕xe5 23. ♖e1+/= Aronian - Karjakin, Wijk aan Zee 2014

5... ♗b7 Mission erfüllt, der weiße Springer steht schlecht, der Läufer geht nun auf sein angestammtes Feld. Andere pupuläre Züge sind

5... ♗b4 und

5... d5 In aller Regel ist es eine gute Idee, Karjakins Wahl in diesen Abspielen zu vertrauen oder zu folgen.

6. ♗g2 ♗e7 Sehr solide. Zu schärferem Spiel führt

6... c5 7. e4! cxd4 (7... ♘xe4? 8. ♘e5 funktioniert nicht) 8. e5

7. 0-0 Auch hier war der Zug

7. e4 eine Möglichkeit, die plötzlich zu scharfem und sehr konkreten Spiel führt. Der Fakt, das Karjakin dieses Abspiel auswählte, deutet jedoch stark darauf hin, dass hier bei Schwarz alles in Ordnung ist, zudem ist es nicht unbedingt Carlsens Art, direkt aus der Eröffnung in scharfe forcierte Varianten zu gehen. Ein Beispiel wie es weitergehen könnte ist 7... ♘xe4 8. ♘e5 ♗b4 9. ♕g4 0-0 10. ♗xe4 f5 11. ♗xb7 fxg4 12. ♗xa8 c6 13. 0-0 und weil es für den Läufer auf a8 kein Entrinnen gibt, sollte bei Schwarz alles ok sein.

7... 0-0 8. b3 ein absolut natürlicher Zug, Carlsen schafft dem Läufer ein schönes Plätzchen auf b2. Mir scheint, dass dieser Zug es dem Schwarzen jedoch unmittelbar erlaubt, die Struktur vorteilhaft zu vereinfachen und damit seine Eröffnungsprobleme dauerhaft zu lösen. Kritisch ist stattdessen

8. ♕c2 mit der Idee e4. Den Unterschied macht 8... c5 (8... d5 ist besser, aber die Struktur nach etwa 9. cxd5 exd5 10. ♘e5 bietet dem Anziehenden deutlich mehr Chancen auf eine volle Partie als die Partiefortsetzung) 9. e4 cxd4 10. e5! ♘e8 11. ♘g5! und Weiß erobert dank der Drohung Dxh7 matt eine Qualität 11... ♗xg5 12. ♗xb7 ♘c6 13. ♗xa8 ♕xa8 14. ♘f3

8... c5! 9. ♗b2

9. dxc5 behält mehr Figuren auf dem Brett, nach 9... bxc5 10. ♗b2 d6 nebst Sbd7 sollte Schwarz jedoch keinerlei Probleme haben.

9... cxd4 in der entstandenen Igelstruktur ist nicht nur der Springer auf d2 unglücklich postiert, Weiß muss auch dem Abtausch der weißfeldrigen Läufer zustimmen (oder zuviel Zeit verlieren), was die schwarze Sache erleichtert

Ich versuchte ohne Risiko auf Sieg zu spielen, aber letztendlich spielte mein Gegner völlig ohne Risiko (Magnus Carlsen in der Pressekonferenz).


10.
♘xd4

10. ♗xd4 ♘c6 11. ♗b2 d5=

10... ♗xg2 11. ♔xg2 ♘c6! und wieder der solideste Zug. Karjakin ist einverstanden, eine symmetrische Struktur herbeizuführen, in welcher dank des bereits reduzierten Materials die Remisbreite extrem hoch ist. Typisch wäre auch der Zug

11... ♕c8 (oder Dc7), um die Dame nach b7 zu überführen. Karjakin mag jedoch das Endspiel nach 12. e3 (12. e4 ♕b7 13. ♕f3! ist auch nicht schlecht, e5 folgt) 12... ♕b7+ 13. ♕f3 ♕xf3+ 14. ♘2xf3 nicht zugesagt haben.

11... d5 12. ♖c1 schwächt das Feld c6 und erschwert damit die Entwicklung des Springers auf b8

12. ♘xc6 wohl der beste Versuch, um wenigstens noch ein paar Fragen zu stellen.

12. ♘2f3 ♕c8! ist nun bequem für Schwarz, das Feld f3 steht der weißen Dame nicht mehr zur Verfügung.

12... dxc6 13. e4 Carlsen versucht, mittels e5 Raum zu gewinnen, insbesondere das Feld e4 für seinen Springer. Sollte beides gelingen, könnte Weiß durchaus Druck machen, aber der Nachziehende unternimmt sofortige Gegenmaßnahmen.

13. ♕c2 kam ebenfalls in Betracht, zumal es den Partiezug aus der Stellung nimmt. Nach 13... ♕c7 14. ♖ad1 (14. e4 ♘d7 ) 14... ♖ad8 sollte Schwarz jedoch wenig zu befürchten haben. Ein Generalabtausch auf der d-Linie nebest Händeschütteln ist bei weitem das wahrscheinlichste Szenario

13... ♕d3

13... ♗b4 14. e5! ♕xd2 15. ♕xd2 ♗xd2 16. exf6 g6 sollte ebenfalls halten, aber Schwarz hat keinerlei Grund, sich den Pfahl im Fleische auf f6 verpassen zu lassen.

14. e5 ♘e4 die Idee des letzten Zuges. Ohne Springer wäre absolut nichts los, Carlsen behält diese daher zunächst auf dem Brett.

15. ♘f3 ♖fd8 16. ♖e1 Carlsen kritisierte diesen Zug im Nachhinein und meinte, er habe bei seinem Plan bleiben sollen.

16. ♘d4 war die weltmeisterliche Absicht, aber er übersah 16... ♖xd4! (16... ♘d2 17. ♖e1 ♖xd4 18. ♖e3 ♕f1+ war gleicht ebenfalls aus) 17. ♗xd4 ♘d2 mit Vereinfachungen

16... ♘c5 laut Carlsen ist es ab hier der Anziehende, der wegen seiner schlechter koordinierten Streitkräfte Vorsicht walten lassen muss. Die Remisbreite wird jedoch nirgends überschritten werden. Meh, Self-Spoiler...

16... ♘d2 war ebenfalls sehr gut möglich und hätte die Stellung noch schneller vereinfacht als die Partiefortzsetzung, z.B. 17. ♘d4 ♖xd4 18. ♖e3 ♕f1+! 19. ♕xf1 ♘xf1 20. ♗xd4 ♘xe3+ 21. ♗xe3 ♖d8

17. ♘d4 ♖ac8 18. ♖e3 ♕xd1

18... ♕g6 19. ♕f3

19. ♖xd1 ♘xb3 erneut der nüchternste Zug, Karjakin bedient sich einer petite Combinaison, um auch die Springer vom Brett verschwinden zu lassen. Spannender war

19... f6 wonach der Anziehende 20. ♖d2! finden muss, um das Gleichgewicht zu wahren. (20. f4 f5! mit dem Plan Kf7, Se4, nebst Turmverdoppelung auf der d-Linie und/oder g5. Weiß muss aufpassen. ; 20. exf6 ♗xf6 lässt Weiß sowohl vertikal als auch diagonal gefesselt) 20... fxe5 21. ♖xe5 ♗f6 22. ♖ee2 und alles ist gedeckt, Sf3 folgt im nächsten Zug.

20. axb3 c5 die Idee, Schwarz erobbert den Springer zurück, beiden Seiten verbleibt wenig Gewinnpotential.

21. ♖ed3 cxd4 22. ♖xd4

22. ♗xd4 erschien Karjakin präziser, "aber alles ist Remis"

22. ♔f3 nebst Ke4 sofort kam ebenfalls in Betracht, umd die Entscheidung zu vertagen, wie auf d4 geschlagen werden soll.

22... ♔f8 23. ♔f3 ♔e8 24. ♔e4 ♗c5 25. ♖xd8+ ♖xd8 26. ♖xd8+ ♔xd8 27. f3 das entstandene Endspiel ist etwa so spannend wie eine Steuerklärung.

27... ♔c7

27... ♗b4 gab Karjakin als letzten Miniversuch an, aber selbst Bauernendspiele nach etwa 28. ♔d3 ♔d7 29. ♗c3 ♗xc3 30. ♔xc3 ♔c6 31. b4 a5 32. ♔b3 sind absolut remis

28. ♗c3 nimmt auch dieses Lb4 aus der Stellung, der Rest bedarf keiner großen Kommentare. Ok, das vorhergegangene vielleicht auch nicht. Einfach eine korrekte Partie.

28... ♔c6 29. ♔d3 b5 30. b4 ♗g1 31. h3 ♗f2 32. g4 ♗g3 33. ♔d4 a6 34. ♔d3 ♗f2 35. ♗d2 ♗g3 36. ♗c3 ♗f2 37. ♗d2 ♗g3 38. ♗c3 1/2-1/2

Karjakins 8. Remis in Folge, wo man ihm aber heute schwerlich einen Vorwurf machen kann. Gute Eröffnungsbehandlung gefolgt von umsichtigem Abtauschen, der Weltmeister kam nicht einmal in die Nähe des vollen Punktes. Karjakin droht ein bisschen das Schicksal zu ereilen, das einst Leko traf. "Equalizing" ist zwar schwierig und arbeitsintensiv, aber keine Aktivität, die die Massen begeistert. Und Schachspielern ist es leider nicht vergönnt, eingeschlafenen Zuschauern die Leviten zu lesen: 


Vugar Gashimov-Memorial - stand nach der 8. Runde

#NameRtgPerf123456PtsSB
1Carlsen,Magnus288128520½½011115.0/8 
2Caruana,Fabiano278328131½½½1½½04.5/8 
3Karjakin,Sergey27722785½½½½½½½½4.0/816.75
4Radjabov,Teimour271327851½0½½½½½4.0/815.75
5Nakamura,Hikaru2772279100½½½½114.0/813.50
6Mamedyarov,Shakhriyar27602646001½½½002.5/8


Am Dienstag geht es weiter mit der 9. Runde in Shamkir. GM Jan Gustafsson und IM Lawrence Trent kommentieren für euch die Partien ab 12 Uhr deutsche Zeit live auf dieser Seite. Seid dabei, wenn Calrsen versucht sich bei Radjabov für die Hinrundenniederlage zu revanchieren und Caruana danach trachtet, durch einen Sieg gegen den Tabellenletzten Mamedyarov, Carlsen an der Spitze aufzuholen.

Siehe auch:


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