Allgemein 24.05.2019 | 13:54von Colin McGourty

Schachstars treten in einer schottischen Whiskybrennerei an

Magnus Carlsen, Vishy Anand, Ding Liren und Sergey Karjakin treten an diesem Wochenende bei einem Schnellschachturnier in der Whisky-Brennerei Lindores Abbey an. Das doppelrundige Turnier wird somit an einem historischen Ort ausgetragen, an dem die Mönche schon vor 500 Jahren im Besitz von Schachbrettern waren, und mit den Kommentaren von Danny King live übertragen. Zu diesem Anlass wurde eigens eine limitierte Spezialabfüllung von Schottischem Whisky herausgegeben.


Die Whisky-Brennerei in der Nähe der Lindores Abbey am Fluss Tay im schottischen Fife ist einer der ungewöhnlichsten Orte, an dem je ein Schachturnier ausgetragen wurde.

Die Brennerei wurde 2017 gegenüber von den Ruinen der Lindores Abbey eröffnet, das wiederum 1191 gegründet wurde, seit der Reformation im 16. Jahrhundert aber nicht mehr genutzt wird. Angeblich haben sich fünf englische Könige die Klosteranlage angesehen, und von James IV. weiß man, dass er 1494 eine Menge Whisky bestellt hat, die heute 400 Flaschen entspräche.

Höchstwahrscheinlich waren die tironensischen Mönche aus Lindores nicht nur an der Whisky-Brennerei beteiligt, sondern kombinierten diese mit ihrer Leidenschaft für Schach! Bei einer Inventur im Jahre 1480 wurden im Kloster die Worte ‘twa pairs of thabills wt thair men’ niedergeschrieben, was so viel bedeutet wie ‘zwei Schachbretter mit ihren Figuren'.

Helen McKenzie Smith, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Drew das Kloster verwaltet, meinte:

Es ist eine große Ehre für Lindores, dass die Schachgroßmeister hier zu Gast sind. Wir freuen uns sehr, dass wir im Kloster und der Brennerei einige der besten Schachspieler begrüßen dürfen, die die Welt je gesehen hat, und das Spiel der Könige nach einer Unterbrechung von mehr als 500 Jahren wieder hierher ins Kloster zurückkehrt. Die Mönche, die hier lebten und arbeiten, waren offenbar starke Schachspieler, und damit erweisen wir ihnen mit diesem Turnier eine angemessene Ehre. 

Das Wort “Thabill” (Schachbrett) wurde für den “Lindores Abbey Thabill” übernommen, einen Schottischen Whisky, der eigens zum Schachturnier herausgegeben wurde. Die Marke ist auf 500 Flaschen limitiert, die man für £150 erwerben kann, wobei es auch billigere Souvenirs gibt.


Nun aber zum Schach! Ausgetragen wird ein doppelrundiges Turnier mit vier Spielern (also sechs Runden), die Bedenkzeit beträgt 25 Minuten plus 10 Sekunden Bonus pro Zug. Bei Gleichstand wird ein Stichkampf mit Blitzpartien 3+2 ausgetragen. Alle Paarungen – wie Karjakin-Anand und Carlsen-Ding Liren in Runde 1 – findet ihr hier!

Und die Spieler brauchen wir nicht groß vorzustellen!

1. Magnus Carlsen

Der Weltmeister aus Norwegen ist einer der drei Teilnehmer, die wenig später auch am Altibox Norway Chess (nur Karjakin fehlt dort) teilnehmen werden! Erst am Mittwoch hat Carlsen in Kopenhagen an der Energi Danmark Champions Battle teilgenommen, wo er zunächst ein Simultan gegen 24 Spieler und dann einen Schnellschachwettkampf gegen das dänische Talent Jonas Buhl Bjerre bestritt. Hier das Video mit der Live-Show:

Und hier die Partien – Magnus war so gnadenlos, wie man ihn kennt, und holte 26 aus 26!   

Carlsen überzeugte zuletzt bei der Grand Chess Tour in Abidjan und wird sicher auch in Schottland den Turniersieg anstreben.

2. Viswanathan Anand

Der fünfmalige Weltmeister Vishy Anand tritt zum ersten Mal in Schottland an!

"Freue mich auf die Lindores Abbey Chess Stars. Das wird sicher interessant und ein einzigartiges Erlebnis. Außerdem bin ich zum ersten Mal in Schottland."

Der Inder muss niemandem mehr etwas beweisen, trotzdem ist mit ihm immer zu rechnen. Er zählt immer noch zu den besten Schnellschachspielern der Welt, wie sein WM-Titel 2017 beweist.

3. Ding Liren

Beim Weltcup-Finale 2017 musste Ding Liren sich gegen Levon Aronian geschlagen geben | Foto: Anastasia Karlovich, Weltcup-Website 

Die Nummer 3 der Welt Ding Liren hat aktuell die besten Chancen, sich mit dem besten Elo-Schnitt für das Kandidatenturnier 2020 zu qualifizieren, bei dem der nächste Herausforderer von Magnus Carlsen gesucht wird. Zwar gilt der Chinese nicht als Spezialist für die kürzeren Bedenkzeiten, aber er holte gegen Carlsen und Karjakin zuletzt bei der Grand Chess Tour in Afrika 1,5 Punkte im Schnellschach.

4. Sergey Karjakin

Der Vize-Weltmeister von 2016 Sergey Karjakin meinte nach seinem Ausscheiden beim FIDE Grand Prix in Moskau, dass die Teilnahme in Schottland ein hübsches Trostpflaster sei. Je nach Turnierverlauf hätten an seiner Stelle Ian Nepomniachtchi oder Daniil Dubov teilgenommen.

Karjakin war schon Schnellschach- und Blitz-Weltmeister, gehört in Topform also auf jeden Fall zu den Sieganwärtern.

Am Samstag und Sonntag werden jeweils um 14:30, 16:00 und 17:30 die drei Runden ausgetragen. Sämtliche Partien mit den Kommentaren von Danny King könnt ihr LIVE mit der Software von chess24 auf der Turnierseite anschauen. Das solltet ihr nicht verpassen!

Weitere Links:


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