Berichte 03.01.2021 | 08:04von Colin McGourty

Radjabov übernimmt die Führung im Airthings Masters Finale

Teimour Radjabov gewann die letzte Partie des ersten Tages und damit auch auch Match. Also muss Levon Aronian das Schnellschachmatch am Sonntag gewinnen, um ein Playoff zu erzwingen und noch um den $60000-Titel kämpfen zu können. Der Tag begann mit drei intensiven Remispartien, und Levon musste bereuen, dass er in der letzten Runde eine Zugwiederholung ablehnte. Im Match um den dritten Platz sahen wir Daniil Dubov in seinem Element. Er gewann die ersten beiden Partien in üblicher Manier, doch dann spielte er wie ein Spieler der gewinnen musste, statt wie einer dem Remis reicht und MVL konnte zweimal zurückschlagen.

It was an incredibly tense encounter

Du kannst alle Partien mit der untenstehenden Auswahl nachspielen.

    

Und hier sind die Kommentare von Jan Gustafsson und Niclas Huschenbeth.


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Teimour Radjabov 2,5:1,5 Levon Aronian

Die erste Partie gab den Ton für den Rest des Tages an. Die beiden spielten eine lange Theorievariante - die ersten 20 Züge oder so wurde bereits gespielt - aber anstatt direkt Remis zu vereinbaren, wie es in solchen Situationen oft vorkommt, folgte eine sehr spannende Partie. Levon lief die Zeit weg als der die Damen auf Kosten eines Bauern tauschte(er droht einen Figurengewinn mit Dc1+, falls die weiße Dame wegzieht).

Teimour Radjabov nahm die Herausforderung mit 32.Lxa6 an, aber nur wenige Züge später nach 35.g4!? glich Schwarz bereits komplett aus und ein Remis wurde in Zug 45 vereinbart.

In der nächsten Partie war Levon an der Reihe zu drücken, die Partie begann mit dem berühmten Anand-Gelfand-Sizilianer aus dem letztjährigen chess24 Legends of Chess Event.

Erst in Zug 16 wichen sie von dieser Partie ab, Teimour reagierte auf das Schach mit 16…Kh7! anstelle von Gelfands Blockierungszug 16…f6 – aber das Gefühl überspielt zu werden, zwang ihn dazu bald seinen f-Bauern bis nach f4 zu bewegen. Er war sehr besorgt nach dem Zug 25…Tc8.


Er kommentierte:

Ich denke in einer Partie stand ich total auf Verlust, oder zumindest etwas sehr, sehr nah an total auf Verlust, in der Sizilianischpartie. Ich denke ich hatte große Probleme, dieser b3-Springer, und also ich Tc8 spielte und Sa7-b5 Zeug kam - es schien sehr schlecht für mich zu sein, weil ich auch ein paar Bauern verloren hatte und die Stellung wirklich, wirklich schlecht war.

26.Sa7! Ta8 27.Sb5! Txa2 28.c3! scheint Weiß tatsächlich eine Traumstellung zu geben, während in der Partie nach 26.Sb4 d4! Schwarz bald das Lenkrad übernahm. Tatsächlich hätte Teimour in der Endstellung vermutlich weiterspielen können, aber in Anbetracht des Fakts, wie nah er einem Desaster kam, versuchte er nicht sein Glück erneut herauszufordern.

In der dritten Partie blitzte Levon seine ersten 26 Züge mit Schwarz heraus, und hatte fast 19 Minuten auf der Uhr, obwohl sie mit 15 starten. Er nutzte diese Zeit wohlüberlegt und setzte Teimour ein wenig unter Druck, denn dieser spielte die Stellung nicht akkurat, aber objektiv war die Stellung immer im Gleichgewicht und in Zug 49 Remis.

Die letzte Partie des Tages demonstrierte einmal mehr, dass die Berliner Mauer nicht langweilig sein muss, sie folgten einer Variante, die Peter Leko schon kannte, als er noch aktiv spielte.

Levon lamentierte später:

Natürlich bin ich traurig. Ich erinnerte mich, dass diese Variante gefährlich für Schwarz ist, aber ich erinnerte mich nicht daran, wie ich spielen sollte, das ist ein Fehler in meiner Vorbereitung.

Und es folgte selbstinduzierte Bestrafung von Levon, aber trotzdem zeigten Teimours Springerzüge in Zug 20, dass er bereit war, die Züge zu wiederholen, was zu einem Unentschieden mit 2:2 im Match geführt hätte. Das bestätigte er danach auch:

In der letzten Partie spielte ich dieses Se7-Sc6, aber er wollte nicht wiederholen und spielte stattdessen 23.f6, was sehr überraschend war, denn nach f6 gibt es keine Drohung, ich bin nicht sicher, was er da übersehen hat.

Es war ein Zug, der anscheinend Chaos auf dem Brett hervorrief und Peter Leko war unsicher, was passierte...

…aber Teimour hatte bereits gegen Dubov in der Vorrunde gezeigt, dass er mit solchen Zügen gut umgehen kann und sagte, dass er danach keine Chance mehr für ihn gesehen habe. 23…Ld7 24.b4 g5! 25.Lg3 Le6 und Schwarz hatte einfach einen Bauern mehr und tolle Felder für seine Figuren. Als Levon in Zug 48 aufgab, hatte Schwarz bereits zwei Bauern mehr.

Es war ein perfekter Start für Teimour, aber er ist vorsichtig:

Ich feiere nicht zu früh, weil ich weiß wie das ist. Ich habe gegen Wesle in einem anderen Turnier gespielt und war sehr glücklich über den ersten Tag [Radjabov gewann zwei Schwarzpartien und das Match mit 2,5:1,5], aber am zweiten Tag sah das alles anders aus.

Levon muss das zweite 4-Partien Schnellschachmatch am Sonntag gewinnen, ansonsten wird es kein Playoff geben. Aber zunächst muss er sich vom Schlag am ersten Tag erholen.

Ich werde versuchen besser zu spielen, denke ich, keine Chancen zu verpassen wie heute - das ist der Plan!


Dubov 2:2 MVL

Noch in der Trance von seinem Sieg gegen Weltmeister Magnus Carlsen, konnte Dubov nur zwei Remis ud vier Verluste im Halbfinale einstecken. Aber das Match um den dritten Platz begann mit einem Daniil Dubov in starker Form, er fand den perfekten Moment für ein Qualitätsopfer gegen Maxime Vachier-Lagrave. Es war so natürlich, dass man sogar diskutieren konnte, ob es ein echtes Opfer war.

Leko sagte bereits, dass die Partie quasi vorbei ist, und er behielt Recht. Daniil verwertete seinen Vorteil ohne Probleme.

Auch in der zweiten Partie ließ er nicht nach, gewann einen Bauern und verwertete diesen problemlos. Damit führte er 2:0 in seinem Minimatch, und eine solche Führung ist fast immer entscheidend, denn dem Führenden reicht ein Remis in zwei Partien... Aber es ist vermutlich okay zu sagen, dass Remis auf Abruf nicht zu Daniils Superkräften gehört.

In Runde drei mit Schwarz, opferte er bereits in Zug 9.

Als Maxime sich von diesem Schock erholt hatte, erklärte er sich selbst vermutlich, dass das gar keine schlechte Entwicklung ist, wenn man gewinnen muss. Dubov glich an einem Punkt aus, aber die Stellung war weiter schwer zu spielen und die französische Nummer 1 gewann nach 51 Zügen.

Trotzdem hatte Daniil noch eine Weißpartie, um sich sein Remis zu sichern, doch diesmal sahen wir einen chaotischen 3.Lb5+ Sizilianer. Es ist schwer, Daniil für seine Eröffnungswahl zu kritisieren, denn schon in Zug 14 stand er total auf Gewinn. Eine Entscheidung jedoch, transformierte die Partie.


Es gibt hier viele anziehende Optionen für Weiß, aber es zeigt sich, dass der stärkste Zug der Rückzug des Springers nach e3 ist, dann behält Weiß alle seine Trümpfe und der schwarze König hat weiterhin große Probleme. Figuren zurückziehen ist jedoch nicht wie Daniil Dubov Schach spielt. Stattdessen kam ihm die Idee 18.Df3!?! dxc4 19.Lxf6 gxf6 (19…Td7! hätte den Plan verhindert) 20.Ta8+ Kc7 21.Txd8 Kxd8 22.Dxf6+, gabelt Turm und König, aber nach 22…Kd7 23.Dxh8 Le7 war die Geschichte nicht so leicht.


Objektiv steht Weiß besser, aber das Material ist ungefähr ausgeglichen und die schwarzen Läufer müssen im Auge behalten werden. Daniil war immer noch Favorit, sein Remis zu erreichen, aber Maxime krönte das, was folgte, mit dem brillianten 38…Lc1! und besiegelte das weiße Schicksal.


Weiß hat eine Qualität für einen Bauern, aber der weiße Turm ist hilflos auf b1. 10 Züge später war die Partie vorbei, da Maximes h-Bauer unaufhaltsam war.

Das Match um den dritten Platz ist also ausgeglichen, und beide Spieler hatten etwas zum Feiern nach dem ersten Tag. Levon Aronian muss heute Teimour Radjabovs Widerstand brechen, um weitere Blitzpartien zu bekommen. Es wir spannend anzuschauen.

Schaltet ab Sonntag 15 Uhr hier live auf chess24 ein!

Siehe auch:


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