Berichte 23.12.2017 | 13:07von Colin McGourty

Nussknacker: Mamedyarov mit neuem persönlichem Elo-Rekord

Shakhriyar Mamedyarov beginnt das Jahr 2018 mit einem neuen persönlichen Elo-Rekord. Der Star des Nussknacker-Turniers holte beeindruckende 3,5 aus 4 beim Kampf der Generationen und verbesserte sein Rating auf 2804. Da die Könige aber durch Sergei Rublevsky drei Niederlagen gegen Andrey Esipenko, Grigoriy Oparin und Vladislav Artemiev hinnehmen mussten, ist nach den Turnierpartien noch nichts entschieden. Acht Runden Schnellschach müssen nun die Entscheidung bringen.    

Der 15-jährige Sergei Esipenko erhielt von Shakhriyar Mamedyarov eine Lektion in puncto Angriffsschach| Foto: Vladimir Barsky, Russischer Schachverband

Alle Partien des Nussknacker-Turniers könnt ihr mit einem Klick auf die Runde bzw. das Ergebnis nachspielen:

Mamedyarov mit Lauf

Shakhriyar Mamedyarov ist der unbestrittene Star des Nussknacker-Turniers und als einer der besten Spieler der Welt, der sich zudem in der Form seines Lebens befindet, eine absolute Bereicherung des Teams Könige, das sonst eher aus Spielern besteht, die ihren Zenit überschritten haben. Seinen Sieg gegen Grigoriy Oparin aus der 1.Runde haben wir bereits präsentiert, und in diesem Takt ging es weiter.

Der 15-jährige Andrey Esipenko opferte mit der Furchtlosigkeit der Jugend einen Bauern gegen Mamedyarov, doch der bestrafte das ungestüme Vorgehen des Youngsters eindrucksvoll:


32…Lxg3+! zerstörte den Schutz des weißen Königs und war der Auftakt zur hübschen Schlusssequenz, die Shak laut eigenen Angaben bis zum Schluss komplett berechnet hatte: 33.Dxg3 Dg1+ 34.Kh3 Td3 35.Lf3 Txf3 36.Dxf3 g4+ 37.Dxg4 Dh1+ 38.Kg3 Tg1+ Weiß gab auf

Peter Svidler kommentierte Mamedyarov nächsten Sieg während seiner Banter-Blitz-Session so:

Ich habe Shaks heutige Partie gesehen und muss sagen, er ist echt in Form. Alle drei Partien sind Meisterstücke. Die heutige Partie war merkwürdig, weil sein Gegner in der Eröffnung äußerst seltsam gespielt hat und nach zehn Zügen schon sehr schlecht stand. Dann wehrte er sich sehr gut, konnte sich aber nie mehr davon erholen. In den Partien davor hat er seine Gegner praktisch mit purer Willensstärke überspielt.

Die seltsame Eröffnungsbehandlung von Daniil Yuffa kulminierte in dem Zug 8…Lf5?!, mit dem er den Springer auf e4 deckte:


Nach 9.g4 musste Yuffa Material geben: 9…Sxf2 10.gxf5 Sxh1 11.Lxh1. Der weiße König kam aus der Brettmitte nicht mehr weg, doch Schwarz hatte bereits zwei aktive Figuren geben müssen, was Shak seinerseits zum Angriff nutzte!

25…Kg7? war der entscheidende Fehler, denn nach 26.fxg6! fxg6 folgte schon der letzte Hieb:


27.Txg6+! Kxg6 28.Se5+ Schwarz gab auf

Nur Artemiev hielt gegen Mamedyarov Stand | Foto: Eteri Kublashvili, Russischer Schachverband

In der letzten Partie gewann Mamedyarov gegen Vladislav Artemiev einen Bauern, doch der reichte nicht zum Sieg. Der 19-jährige Russe blieb ohne Niederlage, verpasste aber wieder knapp die Marke von 2700 - er beginnt das Jahr mit 2697 – während Mamedyarov beim Tata Steel Masters als klare Nummer 3 der Welt antritt:

Source: 2700chess

Seine Hauptkonzentration gilt aber sicher dem anschließenden Kandidatenturnier.

Boris Gelfand holte beim Turnierschach solide +1 | Foto: Eteri Kublashvili,  Russischer Schachverband

Die Könige gewannen drei der vier Runden Turnierschach, und am besten lief es in Runde 2, als Boris Gelfand und Alexei Shirov ihre einzigen Siege feierten. In einem komplizierten Sizilianer griff Oparin mit 23…a4?! an, doch Shirov fand die richtigen Antworten, in dem er den Springer via a1 auf eine ertragreiche Route schickte!        


Der einzige “Altmeister”, der überhaupt eine Niederlage einstecken musste, war Sergei Rublevsky, doch da er dreimal verlor und auch gegen Daniil Yuffa nur knapp der Null entkam, sorgte er quasi im Alleingang für Spannung bei den folgenden Schnellschachpartien, was den Ausgang des Wettkampfs angeht. Die interessanteste Partie spielte er gegen Esipenko, der in einer scharfen Caro-Kann-Partie keine Furcht kannte:


Wie kompliziert die Stellung ist, zeigt sich daran, dass der Computer sie nach 43.Lc1 (44.La3, 45.Ld6) als für Weiß gewonnen einschätzt, doch 43.Db5+!? Tc6 44.Lc1 war nicht annähernd so stark. Der Youngster kam mit den Komplikationen besser zurecht und führte nach dem Damentausch das Endspiel zum Sieg:


62…Txd2! beendete die Partie. Rublevsky hatte den Tiefpunkt damit aber noch nicht erreicht, die letzte Turnierpartie verlor er zu allem Überdruss durch Zeitüberschreitung.

Sergei Rublevsky arbeitet mittlerweile vor allem als Trainer, aber mit seiner Leistung konnte er dennoch nicht zufrieden sein! | Foto: Eteri Kublashvili, Russischer Schachverband

Vor den abschließenden Schnellschachpartien haben die Könige zwei Punkte Vorsprung, doch da die Turnierpartien doppelt zählen, beträgt der Vorsprung faktisch vier Punkte. 32 Partien mit 15 Minuten+10 Sekunden stehen aber noch an!

Die Kommentatoren Najer, Miroshnichenko und Dubov | Foto: Vladimir Barsky, Russischer Schachverband

Alle Schnellschachpartien könnt ihr heute und morgen ab 13 Uhr live auf chess24 verfolgen!

Das ist auch mit unseren kostenlosen Apps möglich:

         

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