Berichte 15.06.2017 | 15:37von Colin McGourty

Norway Chess, Runde 7: Carlsens Nummer Eins nach Niederlage gegen Kramnik in Gefahr

Vladimir Kramnik konnte Magnus Carlsen nach sieben Jahren wieder einmal bezwingen, womit ihm nur noch 6,4 Elopunkte fehlen, um den ersten Platz in der Weltrangliste zu belegen. Carlsen, der im Moment außer Form ist, muss die beiden verbliebenen Partien gewinnen, um noch auf 50% zu kommen - Levon Aronian spielt hingegen groß auf und konnte mit einem Sieg über den bislang ungeschlagenen Sergey Karjakin +3 sowie die alleinige Tabellenführung erreichen. An diesem sensationellen Schachtag gewann Giri in Stavanger seine zweite Partie, was MVL - der auf dem geteilten letzten Platz liegt - witzeln ließ: "Üblicherweise ist es eine gute Nachricht, wenn man mit Magnus gleichauf liegt..." Nicht so dieses Mal!

Carlsen gibt zum ersten Mal seit 2010 eine klassische Partie gegen Kramnik auf | Foto: Lennart Ootes

Nach dem spektakulären Schach in der vierten Runde (Aronian etwa hat in dieser Runde Carlsen bezwungen) wurde die Ursache bei einem Ausflug auf einen Bauernhof am Ruhetag bzw. einem Tweet von unserem Kommentator Jan Gustafsson gesucht, der fünf Remisen vorhergesagt hatte! Dieses Mal gab es am Ruhetag keine landwirtschaftlichen Tätigkeiten, daher muss auf Grund unwiderlegbarer Logik Jan am Geschehen in der siebenten Runde schuld sein:

Es hätte auch fünf entschiedene Begegnungen geben können:

Jan Gustafsson bekam Verstärkung von der schwedischen Nummer Eins Nils Grandelius, da Peter Svidler zur Mannschafts-Weltmeisterschaft in Sibirien abreiste. Ihr könnt die Sendung zur siebenten Runde unterhalb nachholen (um sie live zu sehen und solche Sendungen damit auch in Zukunft zu unterstützen, ist ein Premium-Zugang nötig):

Kramnik 1 - 0 Carlsen: Was ist mit Magnus Carlsen los?

Als die Partie beendet war und Magnus die Stavanger Concert Hall verlassen hatte, ohne mit der Presse zu sprechen, lieferte Vladimir eine Erklärung für die schlechteste Leistung des Weltmeisters seit dem Norway Chess 2015:

Meiner Meinung nach ist klar, dass er nicht gut in Form ist, aber ich denke auch, dass er seine Eröffnungen wirklich verbessern muss, besonders mit Schwarz.

Schwierige Zeiten für die Nummer Eins, die sogar Schwierigkeiten hat, die Haarpracht im Zaum zu halten | Foto: Lennart Ootes

Kramnik erklärte, dass das Turnier einfach "zu stark" ist, um ohne gute Vorbereitung teilzunehmen:

Hier sehe ich, dass er zu kämpfen hat. Er erreicht mit Weiß nichts und muss mit Schwarz kämpfen. Es ist sehr schwierig, selbst wenn du Magnus bist... Es ist für mich ziemlich klar, dass seine Eröffnungen mit Schwarz im Moment nicht besonders gut sind.

Kramnik bemerkte, dass Carlsen gegen Aronian gerade so die Eröffnung geschafft hatte, und in der siebenten Runde gelang Vlad im zwölften Zug eine Überraschung:

Ich dachte tatsächlich, dass Magnus etwas Scharfes spielen würde. Heute war für ihn vermutlich die letzte Chance, um im Turnier noch etwas zu erreichen, daher habe ich mich hauptsächlich auf eine Art Sizilianisch vorbereitet... Ich habe nicht erwartet, dass er sein normales Repertoire spielt, aber zum Glück hatte ich 12. Ld3, das ich für jemand anderen im Turnier vorbereitet habe, da es nicht meine erste Italienische Partie hier war. Ich denke, dass es ein sehr, sehr gefährlicher Zug ist.


Dieser Zug wurde zuvor schon einmal gespielt - von Sanan Sjugirov beim Chigorin-Memorial im Vorjahr -, doch als Magnus nach 14 Minuten Nachdenkpause 12. ... Te8 spielte, hatten die Spieler Neuland betreten. Kramnik erläuterte, seine Idee sei gewesen, den Springer nach g3 zu überführen, ohne Schwarz den Vorstoß d5 zu erlauben. Als Magnus bemerkte, dass er sich strategisch in Gefahr befand, traf er die radikale Entscheidung, c5 zu ziehen und eine Benoni-artige Struktur zu erreichen; später spielte er mit 22. ... Dc7 einen ordentlichen Zug, der ein außergewöhnliches Übersehen beinhaltete:


Kramnik war überrascht, dass dieser Zug nach nur vier Minuten aufs Brett kam, da er die Büchse der Pandora öffnete.


23. Lxh6!? ist ein Schlag, mit dem auch Nichtweltmeister zumindest rechnen müssen, doch Vladimir verriet:

Nach der Partie sagte mir Magnus, dass er 23. Lxh6 einfach übersehen hatte.

Ein Unglück kommt für Magnus selten allein. Gegen Aronian war es 17. Lxh7+, und auch in dieser Partie wandelte er nach einem Läuferopfer am Rand der Niederlage. Die Computer bewerten die Stellung als ausgeglichen, doch es war keine Überraschung, dass ein menschlicher Spieler nicht aus den Verwicklungen herausfand - besonders deshalb, weil Kramnik tief rechnete und mit phantastischer Präzision vorging. 

Niemand hat behauptet, es sei leicht, Carlsen zu schlagen :)

Nils Grandelius, der Teil jenes Teams war, das Magnus bei seinen Eröffnungen für das Weltmeisterschafts-Match gegen Karjakin unterstützte, führt uns durch diese Partie:

War Vlad glücklich?

Natürlich freut es mich, da ich seit geraumer Zeit nicht mehr gegen Magnus gewonnen habe. Ich muss gestehen, dass ich in den letzten Jahren meistens Schwarz gegen Magnus hatte. Es war wie eine Epidemie. Ich denke, ich hatte in zehn Partien ungefähr acht Mal Schwarz oder so, daher ist es ziemlich schwierig.

Die Bemerkungen zu den Farben werden von den Fakten nicht gänzlich unterstützt, allerdings hatte Carlsen in ihren letzten drei klassischen Begegnungen Weiß - Kramnik lag jedoch damit richtig, dass es schon eine Weile her war: er hatte Magnus zum letzten Mal 2010 in Bilbao besiegen können. Es ist merkwürdig, dass auch damals Fragen über die Nummer Eins in der Weltrangliste gestellt wurden, während Sergey Shipov seine Live-Berichterstattung dieser Partie zusammenfasste:

Was ist mit Magnus Carlsen los? Die Frage wird wahr. Seine derzeitige Form (bei der Olympiade und zum Auftakt von Bilbao) ist einfach entsetzlich. Das Niveau seines Spiels ist katastrophal gefallen. Der Kämpfer bleibt nicht konzentriert, macht falsche Berechnungen und verpasst sogar einfache Ressourcen. Aber er muss spielen! Die Verträge sind bereits unterzeichnet worden, daher gibt es keinen Ausweg. Nun, wir hoffen, dass Magnus und sein Team diese schwierige Phase durchstehen können. Er ist weit nach oben gekommen und sollte jetzt nicht tief fallen. Und nach Misserfolgen sollten neue Siege kommen...  Die Probleme seines Gegners verringerten das brillante Spiel von Vladimir Kramnik nicht im geringsten. Er war er selbst - er spielte eine saubere und sogar lehrbuchartige Partie.

Sieben Jahre später und wenig hat sich verändert... | Foto: Lennart Ootes

Als diese Partie gespielt wurde, hatte der 19-jährige Carlsen 2826 Elopunkte und 23 Punkte Vorsprung auf Veselin Topalov, die Nummer Zwei der Weltrangliste. Einen Monat später hatte er den ersten Platz an Vishy Anand verloren. Es war unglaublich eng an der Spitze (natürlich ist es interessant anzumerken, dass sieben Jahre später drei Spieler noch immer da sind, während Caruana damals auf Platz 31 und So auf Platz 73 lag):

 Anand, Viswanathan 2804 6 1969
 Carlsen, Magnus 2802 14 1990
 Aronian, Levon 2801 22 1982
 Kramnik, Vladimir 2791 21 1975
 Topalov, Veselin 2786 9 1975

Nach dem Gewinn in Bilbao gab Kramnik ein berühmtes, oder vielleicht auch -berüchtigtes, Interview. Er dachte über die Wertungszahlen nach und fühlte, dass Magnus' großer Vorsprung eine Ausnahmeerscheinung war:

Im Schach gibt es, wie bei jeder anderen Sportart auch, gute und schlechte Läufe. Die Wertungszahl, die Magnus erreichte, als er einen guten Lauf hatte, scheint meiner Meinung nach nicht den wahren Stand der Dinge an der Spitze wiederzugeben. Derzeit gibt es fünf ungefähr gleich starke Spieler - Anand, Aronian, Carlsen, Kramnik und Topalov (die Namen können in jeder beliebigen Reihenfolge angeführt werden), die stärker als der Rest sind.

Das Interview blieb jedoch wegen eines anderen Zitats in Erinnerung:

Yury Vasiliev: Es scheint, als ob Sie ein klassischer "ungemütlicher" Gegner für Magnus geworden sind...

Vladimir Kramnik: Bezüglich der Resultate, ja. Ich habe gegen ihn ein gutes Ergebnis, und ich habe ihn auch regelmäßig im Schnellschach geschlagen. Im Moment bin ich ein sehr schwieriger Gegner für ihn. Man könnte sogar sagen, um den professionellen Slang zu verwenden, dass er mein "Kunde" ist. Aber ich verstehe sehr gut, dass das nicht immer so sein wird, vor allem, da die Zeit für ihn arbeitet. Nachdem wir gemeinsam im Kandidatenturnier spielen werden, und da es auch möglich ist, dass wir uns dort auf einem "schmalen Grat" begegnen werden, ist für mich klar, dass er sehr ernsthaft arbeiten wird, um besonders sein Spiel gegen mich zu verbessern. Magnus ist jung, er entwickelt sich, und die Hauptsache ist, dass er geistig sehr belastbar ist. Der Kerl verliert nach zeitweiligen Rückschlägen nicht den Mut. Ich verstehe das völlig und mache mir keine Illusionen, aber im Moment bin ich sein Problem, nicht er meines.

Der Rest ist, wie man sagt, Geschichte. Bis gestern hatte Kramnik Carlsen in klassischen Partien nicht mehr schlagen können, während Magnus vier Siege gelangen. Er hatte in der nächsten Wertungsliste wieder den ersten Platz inne, verlor ihn danach wiederum an Anand, doch seit Juli 2011 lag er in jeder offiziellen Wertungsliste stets auf Platz Eins und erreichte im Mai 2014 die astronomisch hohe Wertungszahl von 2882 Punkten (67 Punkte vor dem zweitplatzierten Alexander Grischuk). Es ist bemerkenswert, dass seit der Einführung der offiziellen FIDE-Wertungslisten 1971 nur sieben Spieler an der Spitze gestanden haben: Bobby Fischer, Anatoly Karpov, Garry Kasparov, Vladimir Kramnik, Veselin Topalov, Vishy Anand und Magnus Carlsen:


Das bringt uns zum Nebenschauplatz des Altibox Norway Chess in diesem Jahr. Nach der siebenten Runde sieht die Live-Weltrangliste so aus:


Wie ihr seht, könnte plötzlich nicht nur Kramnik, sondern auch So und Aronian innerhalb eines Tages zur neuen Nummer Eins werden - die Wertungszahlen werden nach Turnierende am 1. Juli offiziell, da die Spitzenspieler bis dahin keine klassischen Partien mehr, sondern in Paris und Leuven Blitz- und Schnellschach spielen.

Je mehr Kramnik über seinen Rücktritt spricht, umso besser spielt er... | Foto: Lennart Ootes

Wie dachte Kramnik über die Möglichkeit nach, mit 42 noch einmal Nummer Eins der Welt zu werden (sein Geburtstag liegt vor dem nächsten Listentermin)?

Es ist natürlich schwer vorzustellen. Ich beschäftige mich tatsächlich nicht allzu sehr mit Wertungszahlen, aber es wäre nett, durch irgendein Wunder wieder einen Tag lang Erster zu sein, nur zum Spaß!

Doch Spaß bei Seite: Vladimir hat eine hervorragende Chance, sich über die Wertungszahl für das Kandidatenturnier 2018 zu qualifizieren:

Kramnik schlägt Carlsen und überholt Caruana im Rennen zum FIDE-Kandidatenturnier!

Derzeit könnten sich einige Spieler in einem Match gegen Magnus gute Chancen ausrechnen...

Carlsens Performance liegt 2017 nach 27 Partien (+5, =19, -3) bei 2776. Das ist seine schwächste Leistung seit 2007 (2726).

... doch zuerst müssen sie es dorthin schaffen! Zuvor können wir jedoch mit Popcorn beim Spektakel zusehen, ob der erste Platz in der Weltrangliste noch während dieses Turniers anderweitig belegt wird. Carlsen spielt noch gegen seine WM-Gegner Karjakin und Anand, daher kann man nichts ausschließen.

Es war schwer, den Blick von Kramnik - Carlsen abzuwenden, aber wir bekamen an allen Brettern Dramatik zu sehen:

MVL 0 - 1 Giri: Kein Hammer da

Der Spruch "Wenn du den Hammer nicht findest, bist du es vielleicht selbst", den Magnus nach dem Eröffnungs-Blitzturnier an Giri gerichtet hatte, droht spektakulär nach hinten loszugehen. Während die Dinge für den Weltmeister immer schlechter laufen, musste Anish nach einer Niederlage gegen Nakamura in der ersten klassischen Partie nicht mehr leiden: er hat seither vier Mal remis gespielt, zwei Partien gewonnen und bekommt diese Art hervorragender Stellungen, die er im Kandidatenturnier 2016 erreichte. Der Unterschied ist dieses Mal, dass er einige von ihnen auch zu Siegen verwerten kann.

Spielort mit Aussicht: die Stavanger Concert Hall | Foto: Lennart Ootes

In der siebenten Runde war es gegen Maxime Vachier-Lagrave ein Eröffnungstriumph in einer aktuellen Drachenvariante der Sizilianischen Verteidigung. Anish sagte, er habe seine Notizen kurz vor der Partie noch einmal durchgesehen und könne noch immer alle forcierten Remisen aufzählen - mit bestem Spiel von beiden Seiten. Doch stattdessen bekam er mehr als geplant:

Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so zweischneidig wird. Diese Variante ist tatsächlich sehr, sehr forciert. Ich dachte, dass das die erste beendete Partie und ein Remis sein würde.

Maxime hatte jedoch in Stavanger zu kämpfen und fiel auf -1, als er eine Stellung gegen Nakamura völlig falsch eingeschätzt hatte. Er meinte zu den theoretischen Abspielen gegen Giri: "Das Problem ist, dass ich sie gesehen habe, aber nicht heute." Beide Spieler gaben zu, dass sie ab einem gewissen Zeitpunkt auf sich allein gestellt waren und zu verstehen versuchten, was vor sich ging. Wir führen daher nicht die vom Computer angezeigten Wendepunkte an, da es vermutlich besser ist, einfach eine späte Stellung anzuführen, die zeigt, wie sehr die Dinge für Maxime schief gelaufen waren. 31. Kc2 kann nur mit Verzweiflung erklärt werden (nach 31. g6 hat Weiß in einem verlorenen Damenendspiel vielleicht noch Schwindelchancen):


Der Zug hatte wenigstens den Vorteil, dass ein miserabler Arbeitstag für die französische Nummer Eins verkürzt wurde. Es folgte 31. ... b3+ 32. Kd1 (der unmögliche Traum geht weiter...) 32. ... Tc8! 33. g6 Tc5!, und da 34. gxf7+ Kh7! das Partieende bedeuten würde: Weiß gab auf.

Karjakin 0 - 1 Aronian: Russlands Verteidigung durchbrochen

Während diese beiden Partien beachtenswert waren, war jene Begegnung, die auf den Zwischenstand im Turnier die möglicherweise größte Auswirkung hatte, ein dritter Sieg für Levon Aronian. Die armenische Nummer Eins hatte zuvor schon die beiden besten Spieler der Welt mit den weißen Steinen besiegt, doch in der siebenten Runde zeigte er, wie gefährlich er auch mit Schwarz sein kann. Wenn ihr die Videos von Artur Yusupov und Jan Gustafsson zum Thema Aronian: Fighting for the initiative with Black noch nicht gesehen habt, seien sie euch ans Herz gelegt.

Kann Levon ein zweites Superturnier in Folge gewinnen? | Foto: Lennart Ootes

Sergey Karjakin ist natürlich bekannt dafür, schwer zu schlagen zu sein, und hatte bislang in allen sechs vorangegangenen Partien remis gespielt. Er spielte das Giuoco Piano und schien sich bis zu einem gewissen Punkt gut zu schlagen. Dann verlor das weiße Spiel jedoch an Fahrt und Aronian riss die Initiative mit seinem Spiel am Königsflügel an sich, noch bevor die Partie jenen Punkt erreicht hatte, den Karjakin als kritisch bezeichnete:


Im Grunde war es eine Partie, in der es einen Fehler gab: 28. Tg6. Ich hätte einfach irgendwann Dh3 spielen sollen. Ich dachte, ich kämpfe um Vorteil, aber tatsächlich war es eine fürchterliche Entscheidung.

Als Levon Blut gewittert hatte, folgten weitere fragliche Entscheidungen (32. gxf3?!), und er musste nur noch den finalen Angriff finden:


34. ... g4! (nicht das verlockende 34. ... Tg4+, das nur zum Remis führt) 35. Kg1 T8f5! war verheerend, und obwohl Sergey mit nur einer Sekunde die Zeitkontrolle schaffte, gab er einen Zug später auf.

Ab hier ging es für Sergey bergab... | Foto: Lennart Ootes

Levon spielte seine Leistung im Anschluss herunter, aber man muss ihm nicht unbedingt Glauben schenken!

Ich denke, dass ich kämpfe. Ich spiele nicht besonders gut. Ich spiele nicht besser als sonst.

Als er nach dem Ursprung seines kämpferischen Spiels gefragt wurde, antwortete er:

Pokersitzungen mit meinen Freunden vor dem Turnier halfen mir, meine Aggression aufzubauen!


Zwei Kampfremisen

Für gewöhnlich besteht kein Zweifel an Fabiano Caruanas Aggression am Schachbrett, doch seine Wahl, das angenommene Damengambit gegen Wesley So zu spielen, sorgte für scherzhafte Kritik von unserem Kommentatorenteam - Jan Gustafsson erwähnte, er spiele wie ein 80-jähriger Mann und verwies auf Fabianos Trainer Rustam Kasimdzhanov! Die von Fabi gespielte Variante wurde tatsächlich von Rustam gespielt, und Caruana stolperte - in Stavanger nicht zum ersten Mal - in eine Stellung mit Minusbauer ohne Gegenspiel, in der er verbissen die Partie zu halten versuchte. Er schaffte das - dank ungleichfarbiger Läufer -, und kann nun auf vier Remisen in vier Schwarzpartien verweisen, um seine Vorgehensweise rechtzufertigen. 

Nakamura spielt derzeit stärker als seine US-Teamkollegen So und Caruana | Foto: Lennart Ootes 

Wesley ist unterdessen der einzige Spieler, der in allen seinen Partien remis gespielt hat, und kann bedauern, dass er eine Möglichkeit verstreichen ließ, um Magnus bis auf wenige Punkte nahe zu kommen.

Vishy und Hikarus Partie wurde von den Vorgängen an den übrigen Brettern überschattet, bot jedoch einen ziemlichen Kampf | Foto: Lennart Ootes

Die zweite Punkteteilung, dieses Mal zwischen Viswanathan Anand und Hikaru Nakamura, war ein weiteres Giuoco Piano - Vishy kommentierte diese antike Eröffnung:

Überraschenderweise ist die Italienische Eröffnung ein Gebiet, von dem sich sagen lässt, dass der Computer es revolutioniert hat, da es scheint, als ob wir viel zu früh aufgegeben hätten.

Diese Begegnung verlief extrem scharf, und Vishy bemerkte während der Analyse an einem Punkt: "Ich war mir nicht sicher, ob ich alles im Griff hatte oder den Faden verlor!" Selbst das Endspiel war unerwarteterweise eines, in dem alle drei Ergebnisse möglich waren - Remis war jedoch das logische Resultat, wodurch Nakamura einen halben Punkt hinter Aronian an der Tabellenspitze zurückfiel:


Anhand vorangegangener Runden können wir in der achten Runde mit fünf ruhigen Punkteteilungen rechnen - hoffen wir jedoch, dass dieses Muster durchbrochen wurde! Die Runde bietet Aronian - Anand (kann sich Lev eine Runde vor Schluss den Turniersieg sichern?), Carlsen - Karjakin (die Revanche für das Weltmeisterschafts-Match kommt für beide Spieler zu einem ungünstigen Zeitpunkt) und Nakamura - So (wer wird die Nummer Eins der USA?):

Die letzten beiden Runden finden ebenfalls in der Stavanger Concert Hall statt | Foto: Lennart Ootes

Und hier geht es direkt zur achten Runde mit Live-Berichterstattung von Jan Gustafsson und Nils Grandelius. Ihr könnt auch mit unseren Apps bei den Partien zusehen:

         

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