Berichte 30.04.2020 | 11:32von Colin McGourty

MCI Tag 8: Anish Giri gewinnt eine Partie

Anish Giri gewinnt endlich eine Partie im 15. Versuch. Dies war der Höhepunkt des 8. Tages im Magnus Carlsen Invitational. Der Chinese Ding Liren jedoch gewann das Match der beiden im Armageddon. Hikaru Nakamura schob sich auf den zweiten Platz vor, nachdem der ein leichtes Match gegen Ian Nepomniachtchi gewann, der sich nicht davon erholte, in der ersten Partie in eine komplett verlorene Stellung hineinzublitzen.

Der Moment, auf den wir alle gewartet haben: Anish Giri gewinnt eine Schachpartie!

Du kannst alle Partien des Magnus Carlsen Invitationals mit dieser Auswahl ansehen. Klicke auf ein Ergebnis, um die Partie mit Computer-Analyse anzusehen:

Damit nahem Nakamura 3 volle Punkte mit. Ding Liren gewann im Armageddon und erhielt somit 2 Punkte, Giri nur einen.


Hier die Live-Kommentierung mit Tania Sachdev, Magnus Carlsen, Fabiano Caruana, Peter Svidler, Jan Gustafsson, Lawrence Trent und einem Interview mit Hikaru Nakamura:

Die Zusammenfassung in Pascal Charbonneaus Aftershow:

Hikaru Nakamura 2.5:1.5 Ian Nepomniachtchi

Das Match wurde schon in der ersten Partie entschieden. Ian Nepomniachtchi blitzte das sehr scharfe Winawer-Französisch herunter und wurde nicht langsamer, bis es zum Desaster kam. Mit jedem Zug gewann er 10 Sekunden Zeit, so dass er bei seinem ersten schlechten Zug, 21…b5!?, 17 Minute auf der Uhr hatte - 2 Minuten als zu Beginn. Das hatte sich kaum geändert, als er seinen Verlustzug spielte: 24…Tg6?, was 25.Rxd5 erlaubte. Nach 25…Txf6 sahen wir die Stellung, auf die Nepo vermutlich gesetzt hatte:


26.Txb5?? hätte den Vorteil vergeben wegen der kleinen Taktik: 26…Txf3! 27.Kxf3 (selbst hier ist Weiß mit 27.Tc5! noch ein bisschen besser) 27…Sd4+, mit der Gabel auf König und Turm. Das wäre nett gewesen, aber Hikaru nahm sich 2 Minuten und fand den besten Zug: 26.Tc5!. Nachdem der Springer weggezogen war, konnte er den Bauern auf b5 nehmen. Als Nepo endlich eine Pause für gründlichen Nachdenken einlegte, spielte er nach 3 Minuten 30…Sc6?  noch ein Patzerzug, und die Partie endete ein paar Züge später:

Es wurde nicht besser für Nepo in der nächsten Partie. Sein 19.Db2?! wurde von Magnus heftig kritisiert:

Schwarz dominierte bald, aber Hikaru verpasste einen studienhaften Gewinn, der das Match entschieden hätte.

In der dritten Partie gab es wieder eine Stellung, in der Hikaru das Match hätte für sich entscheiden können:


Er hatte 20.Sf5! gxf5 21.Dxh5 gesehen, aber auch ein paar Geister. Nach 20.Tb8!? entspannte sich die Lage hin zu einem Remis.

Nepo hatte Weiß in der letzten Rapid-Partie, und er brauchte einen Sieg, kam dem aber nie nahe. Die Partie endete mit zwei einsamen Königen im 66. Zug. Ein sehr leichter Tag für Hikaru, der drei Matches gewonnen hat und nur eines verloren: gegen Magnus im Armageddon.

Ding Liren 3:2 Anish Giri

Die erste Partie des Matches war nicht erwähnenswert, aber in der zweiten ging Giris Leiden weiter. Er setzte alle Hoffnungen auf den Freibauern auf der D-Linie, opferte sogar eine Figur im Versuch, ihn umzuwandeln.


Den Bauern hier mit 31…Txd7 zu nehmen wäre nur ein Remis nach 32.Dxc6, aber der Chinese fand 31…Dd1+! 32.Kh2 Dd6+!, und jetzt, da der Springer geschützt ist: 33.g3 Txd7! und Weiß gab auf.

In der nächsten Partie wendeten sich die Dinge endlich für Giri:


24.bxc4?! stellte sich als Fehler heraus. Nach 24…axb5 25.axb5 d5! war Schwarz plötzlich besser. Erfahrene Zuschauer Giris wagten es kaum zu glauben, aber obwohl Ding sich zäh verteidigte, sammelte Anish so viele Bauern ein, dass Weiß keine andere Wahl hatte als aufzugeben. 

Du kannst den Moment des Sieges in unserer Videozusammenfassung sehen:

Die nächste Partie wurde beinahe ein Desaster. Ding hatte Schwarz, schaffte es aber, all seine Kräfte zu einer Attacke auf den weißen König zu versammeln, und objektiv gesehen war die Partie vorbei. Der Chinese verlor aber den Faden, und Anish konnte die Partie retten:


39.Te7! und plötzlich gab es für Schwarz nichts Besseres als ein Remis mit Dauerschach zu erzwingen: 39…Dh5+ 40.Kg1 Dd1+ und so weiter. Jeder war im Team Anish:

Das hieß Armageddon. Aber das Traumszenario für Anish, schwarze Steine und mit einem Remis gewinnen, kam nicht zustande. Er verlor die Auslosung:

Er hatte Weiß und musste gewinnen, aber es wurde ein weiteres Armageddon-Debakel. Bei Zug 11 war seine Stellung schon verloren. Zwar schaffte er es wieder auszugleichen, aber die Partie endete im 58. Zug mit einem Remis.

Ding Liren gesellte sich Fabiano Caruana auf dem 3. Platz hinzu:


Siehe auch:


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