Berichte 27.04.2020 | 08:50von Colin McGourty

MCI Tag 6: Ding Liren schlägt MVL in 16 Zügen

Ding Liren belegt im Magnus Carlsen Invitational den 3. Platz, nachdem ein spannendes und gut gespieltes Match im Armageddon abrupt zu Ende ging. „Es ist eine Farce, kein Armageddon“, kommentierte Alexander Grischuk, als Maxime Vachier-Lagrave einen Fehler machte und in nur 16 Zügen verlor. In der Zwischenzeit geht Anish Giris Streben nach einem Partiegewinn weiter, da er eine große Chance verpasst hat, bevor Ian Nepomniachtchi die vollen 3 Matchpunkte einsammelte.

Maximes Leiden im Armageddon wird schlimmer und schlimmer.

Du kannst alle Partien des Magnus Carlsen Invitationals mit dieser Auswahl ansehen. Klicke auf ein Ergebnis, um die Partie mit Computer-Analyse anzusehen:

Das bedeutet, dass Ian Nepomniachtchi die meisten Punkte eingefahren hat mit seinem Matchsieg ohne Armageddon, währen Ding Liren zwei Punkte bekam und MVL einen.


Du kannst die Live-Kommentierung mit Tania Sachdev, Lawrence Trent, Jan Gustafsson, Peter Svidler, Alireza Firouzja und später Alexander Grischuk, Fabiano Caruana und Ian Nepomniachtchi hier ansehen:

Und hier die Rückschau mit Pascal Charbonneau:

Maxime Vachier-Lagrave 2:3 Ding Liren

Dies wurde schon im Vorhinein als Schwergewichtskampf angesehen und dem entsprach das Match auch. Die Nummern 3 und 5 der Weltrangliste — oder 3 und 2, wenn man das Rapid-Rating nimmt — gaben einander nur leichte Hoffnungsschimmer in den vier Rapidpartien. Diren Liren kam einem Durchbruch mit den weißen Steinen vermutlich am nächsten, aber der gefährlichste Moment war, als er in einer der Partien die Verbindung zum Server verlor. Glücklicherweise konnten die Spieler die Partie von derselben Position mit denselben Zeiten ohne großen Aufwand fortsetzen.

Dies hieß Armageddon für die beiden Spieler, die ihre beiden vorherigen Armageddons verloren hatten: Ding Liren gegen Fabiano Caruana und MVL gegen Nepomniachtchi. Sicher schien nur, dass Maxime nicht schlimmer dran sein konnte als als in der Partie gegen Nepo, als er  nach 17 Zügen verloren war und nach 20 aufgab. Er konnte doch.

Unsere Kommentatoren nannten schon MVLs 4…Lf5!? einen Patzer, aber 12…Sc2+? und 13…Dxb2? brachten das Fass zum Überlaufen:


14.Se5! ist der einzige Gewinnzug für Weiß, aber er ist überwältigend, denn er droht Matt auf d7, neben anderen Dingen. 14…b5 15.Da5+ Ke8 16.Dc7 und Maxime warf das Handtuch statt noch ein paar Trotzschachs zu geben:


Anish Giri 1.5:2.5 Ian Nepomniachtchi

Dieses Match begann auch ruhig, aber in der zweiten Partie zeigte Ian Nepomniachtchi, dass er es ernst meint mit 7.Dc2:


Dieser stille kleine Zug ist nicht so unschuldig — z. B. 7…0-0? 8.Sxd5! Dxd5 9.Sg5!, und Schwarz kann aufgeben — aber das der bemerkenswerteste Punkt ist, dass dies eine Neuerung zu sein scheint. Früher hätte niemand eine Neuerung in einem Rapid- oder Blitz-Event „verbrannt“, aber hier geht es um ernsthafte Einsätze, und wie Fabiano Caruana in einem früheren Interview sagte:

Dies ist das einzige Turnier, das ich für eine lange Zeit haben werde, und es ist auch ein Turnier mit vielen, wenn nicht den meisten der besten Spieler der Welt, also nehme ich es ernst, und ich möchte gut abschneiden.

Während des sechsten Tages fügte er hinzu: „Ich weiß nicht, wie es bei den anderen ist, aber ich habe schon alle meine Ideen für das Kandidatenturnier gezeigt!“.

Anish fiel nicht auf irgendwelche einfachen Fallen herein, aber er wurde irgendwann überrumpelt von einem mutigen Qualitätsopfer seines Gegners:


25.Dxc7!? Lxf1 26.Kxf1 f6 27.Dxa7 und Nepos Freibauer auf der A-Linie entschied irgendwann die Partie, obwohl Giri hätte mehr tun können, um ihn aufzuhalten.


Also musste Anish eine der beiden nächsten Partien gewinnen, und in Partie Nummer 3 sah aus, als sollte ihm das gelingen.


Giri widerstand dem Sirenenruf 27.Dxe4 Lxe4 28.Txe6 aktivierte sein inneres AlphaZero für 27.h6+! Kf7 28.Sf4!, und die Dame tauschte er erst als ihm dies zu einer Gewinnstellung verhalf. Alles lief richtig bis 34…Tc4!, einem schönen Mehrzweckzug:


Die offensichtliche Drohung ist Tc1+ und Th1 mit Matt, was nicht unterschätzt werden darf, aber mit 35.f3! beantwortet werden kann. 35.Tb1? indes erlaubte Nepo, sich ein neues Ziel zu wählen und auf den Springer auf h7 loszugehen. Am Ende war Nepo näher am Gewinn.

In der letzten Must-Win-Partie war es nominal Giri, der mit den schwarzen Steinen Druck machte, aber er kam einem Gewinn niemals nahe und verbleibt somit bei 0 Matchpunkten gemeinsam mit Alireza Firouzja:


Noch bleiben vier Runden, potentiell 12 Matchpunkte, um die Situation der Spieler zu verbessern, aber Alireza, der morgen auf Caruana trifft, kommt jetzt in Gewinnzwang. Zur Erinnerung: Die vier besten kommen ins Knockout im Kampf um die hohen Preise. Das andere Match ist auch ein Publikumsmagnet, bei dem die Rapid-Nummer 1 Carlsen auf Nummer 2 MVL trifft.

Siehe auch:


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