Berichte 31.12.2019 | 19:20von Colin McGourty

Magnus Carlsen ist dreifacher Schachweltmeister

Magnus Carlsen geht in das Jahr 2020 nicht nur als Weltmeister im klassischen, Schnell- und Blitzschach, sondern auch als Nummer 1 der Weltranglisten in jeder Disziplin, nachdem er seine 5. Blitzweltmeisterschaft in einem Stechen gegen Hikaru Nakamura gewonnen hat. Der 16-jährige Alireza Firouzja führte erneut die Welle der neuen Jungstars an, wurde aber von der Uhr ausgebremst, als er im Begriff war, Magnus zu schlagen. Abseits holte der "pensionierte" Veteran Vladimir Kramnik sensationell Bronze. Auch bei den Frauen konnte Kateryna Lagno ihren 2018 gewonnenen Titel verteidigen.

So viel bedeutet Magnus der Sieg! | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Alle Partien der Blitz-WM kannst du hier nachspielen:

Und hier findest du den Live-Kommentar. Während der zweiten Partie des Stechens hat auch Vladimir Kramnik einen kurzen Auftritt:

Bei der Blitz-WM wurde an zwei Tagen im Modus 3+2 geblitzt. Ohne die tausenden Ereignisse groß zusammenfassen zu wollen, versuchen wir im Folgenden, ein paar Schlussfolgerungen zu ziehen:

1. Magnus hat alles gewonnen, was es gibt

Magnus gewinnt Gold, Nakamura Silber und Kramnik Bronze, auch wenn die Größe der Spieler einen verwirren kann! | Foto: Maria Emelianova, Turnierseite

"Was soll man sagen - er ist der Beste", sagte Vladimir Kramnik, nachdem Magnus Carlsen die zweite Playoffpartie gegen Hikaru Nakamura gewonnen und damit einen fast perfekten Satz Titel errungen hatte - nur das Chess960 ist dem Norweger entglitten! Technisch gesehen hatte Magnus nach dem Gewinn der Schnellschach-Weltmeisterschaft bereits die "Dreifach-Krone", da er 2018 Blitzweltmeister war, aber es wäre eine sehr kurzlebige Herrschaft gewesen, wenn er seinen Titel nicht verteidigt hätte:

Wieder dreifacher Weltmeister. Hoffe, dieses Mal hält es länger als ein paar Tage!

So wie er feierte, sieht man, wie viel ihm das bedeutet hatte:

Finale Reaktion von Carlsen nach seinem Sieg bei der Blitz-WM 2019 war sowohl Erleichterung als auch Freude! Carlsen ist nun Weltmeister in allen drei Formaten, klassisch, Schnell- und Blitzschach!

Kramnik kommentierte das wie folgt:

Ich wünschte, ich hätte eine solche Motivation wie Magnus! Natürlich ist er unglaublich, mit seinem Niveau und auch mit seiner Motivation, denn er hat im Grunde schon alles gewonnen, was man gewinnen kann, und ich kann immer noch sehen, wie konzentriert und motiviert er ist. Natürlich ist es schon bemerkenswert (...) Ich habe schon vor einiger Zeit aufgehört zu zählen, wie viele Turniere er gewonnen hat. Jetzt ist es eher eine Überraschung, wenn er nicht gewinnt - wenn er gewinnt, ist es wie ein Business as usual!

Magnus holte 16.5/21, ein +12 Ergebnis bestehend aus 13 Siegen, 7 Remis und nur 1 Niederlage. In Runde 10 spielte er gegen den Co-Führenden Bartosz Socko (6,5/7 aus den letzten sieben Partien) und es gab Einiges zu bewundern. Nach 20...Se7? holte Magnus zum finalen Schlag aus:


21.Sf6+! gxf6 22.Txd7! und Barteks 22…b5 würde zur Rettung reichen, falls 23.Dxb5? Db6!, aber als Magnus schlicht 23.Dxa7! spielte, war die Partie gelaufen.

Baadur Jobava war ein weiterer Spieler, der gegen Magnus den halben Punkt hätte retten können, hätte er zu Ende der Partie einfach "nichts" getan. Doch stattdessen visierte er den a-Bauern mit 47.Sb1? an.


Magnus war daraufhin gnadenlos und nutzte seine Chance: 47...Lb4! plant ...Le1-xg3 und 48.Kxb4 scheitert natürlich daran, dass der a-Bauer durchläuft. Das blockierende 48.Sc3 wurde beantwortet mit 48…a2! 49.Sxa2 Le1.

Einmal zu sehr entspannt und schon gibst Ärger. Baadur Jobavas 47.Sb1 hat Magnus zu 37...Lb4 eingeladen. Carlsens letzter Trick, um ein ungefähr gleiches Endspiel zu gewinnen.

Doch ging es nicht nur um schönes Schach. Magnus beschrieb den Finaltag auch als sehr, sehr hart und fügte hinzu:

Jeder macht Fehler - viele Partien waren echt hart, aber am Ende des Tages zählt das Ergebnis und ich kann darüber nicht unglücklich sein. 

Für Magnus lief es in der Tat perfekt, denn dank des Stechens holte er sich die Nummer 1 in der Blitzweltrangliste zurück:

Es war die perfekte Möglichkeit, um eine Dekade der Dominanz abzurunden:

2. Nakamura war nah dran

Viele Spieler haben in Moskau beeindruckende Ergebnisse zwischendurch geliefert, nur um beim Marathon mit 21 Runden irgendwann abzubauen. So war zum Beispiel der einzige Spieler außer Magnus, der zu irgendeinem Zeitpunkt der Blitz-WM die alleinige Führung übernahm, Vladislav Artemiev, der mit 7/8 begann und nach den Runden 7 und 8 der einzige Führende war. Seine Zeit an der Spitze des Feldes wurde von Hikaru Nakamura beendet, nachdem 28...exd3?? eine Einladung für den US-Großmeister war:


21.Lxa7+! Kxa7 30.Dxe6 und die schwarze Dame geht verloren.

Das brachte Hikaru in die gemeinsame Führung, und obwohl es einige wackelige Momente gab (z.B. gegen Kramnik), wurde die Konstanz, die er aufrechterhielt, nur von Magnus erreicht - tatsächlich erzielten sie genau die gleichen Ergebnisse, wobei Nakamuras einzige Niederlage gegen Alireza Firouzja in Runde 3 kam. Hikaru lag in den letzten beiden Runden mit einem Punkt Rückstand zurück, schlug aber auf Knopfdruck Alexander Zubov und Rauf Mamedov, um das Stechen zu erzwingen. Das lief nicht wie geplant, obwohl, wie Magnus selbst bemerkte, es verdammt knapp war.

Bin sehr stolz auf meine Leistung am Finaltag der Blitz-WM. Bin geteilter Erster, übersah allerdings 51.Sc2! (genau wie Magnus), wonach es wirklich offen wäre. Glückwünsche an Magnus zum Sieg und Firouzja für das inspirierende Schach!

Hier ist besagter Moment:


51.Sc2! gewinnt eine Figur, da 51...Tb3 auf 52.Kc4 trifft, während in der Partie nach 51.Th7+ Ke6 der Zug 52.Sc2 auch nach 52...Tb3 53.Sd4+ Material gewinnt. Derselbe Zug war auch gut, wenn auch weniger durchschlagend, einen Zug später. Aber das war eine Idee, die beide Spieler in einer bereits nervösen Begegnung völlig übersehen haben.

Das Interesse an der letzten Partie des Stechens war riesig | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Magnus hatte Weiß in der zweiten Partie und gab zu, einen "einfachen Fehler" gemacht zu haben in der Eröffnung. Hikaru hatte Magnus' Intention vermutlich falsch interpretiert, da er dachte, Magnus würde auf seinen typisch mikroskopisch kleinen Vorteil spielen, Abtauschaktionen vermeiden und dann überziehen. Doch Carlsen erklärte sein Vorgehen:

Ich glaube, er ist ein Risiko eingegangen, das er nicht eingehen musste, indem er die Damen nicht tauschte. Nachdem ich einen Bauern opferte, denke ich, dass es eine sehr seltsame praktische Situation ist, weil man weiß, dass es sofort entschieden wird. Es wird nicht mit einem Unentschieden enden, und für beide Spieler ist es unangenehm.

Kein zurück mehr gab es nach 21.Sd6:


Es scheint keine Bestrafung für 21...Dxb2 zu geben, aber stattdessen entschied sich Hikaru für das, was der zuschauende Vladimir Kramnik als "Desperado"-Zug bezeichnete, 21...Nb3?. Der ehemalige Champion fragte sich, wohin die schwarze Dame gehen würde, und es stellte sich heraus, dass es nichts Gutes gibt: 22...Tc2 Da4 23.Tc4! Da6 und nach 24.g5! ist alles vorbei.

Hikaru hatte also Silber im Blitz zu Bronze im Schnellschach hinzugefügt und eines kann er sich rühmen, was selbst Magnus nicht erreichen konnte - er hat 2018 auch beide Podestplätze erreicht! Die Kehrseite dieser Konstanz ist jedoch die seltsame Tatsache, dass einer der bekanntesten Schnellschach- und Blitzspieler der Welt noch nie eine Goldmedaille in einer Schnellschach- oder Blitz-Weltmeisterschaft gewonnen hat.   

3. Magnus ist immer noch menschlich... irgendwie!

Selbst die Sonne hat Flecken und in der Schlusspartie übersah Magnus etwas, das Kramnik nicht entging. Denn 24...Sd7 wurde mit 25.Th4! beantwortet. Und nach 25...Sbc5 verfügte Weiß über 26.Txh7+! mit einem Matt in drei Zügen (26…Kxh7 27.Dh5+ Kg8 28.Se7#)

Der einzige Beweis, dass Magnus noch menschlich ist, ist, dass er ein Matt in 3 Zügen beginnend mit 26.Txh7+ übersah!

Kramnik und Leko waren geschockt, dass Magnus die Partie nicht mit Stil abschloss (ähnlich wie die letzte Partie der WM 2016 gegen Karjakin), aber auch nach 26.Sxf7+ war der Drops bald gelutscht.

Am ersten Tag verlor Magnus kurzzeitig den Faden in einigen Partien. Gegen Dmitry Andreikin hatte er sogar das Nachsehen. Aber der vielleicht menschlichste Moment kam, als er gegen den 15-jährigen Nodirbek Abdusattorov mit 33.Sf4? einen schweren Fehler beging.


33…Rxe4!, nutzt die schwache Grundreihe und den ungedeckten Turm auf e1 aus. Man achte auf die Reaktion in Magnus' Gesicht:

Der Weltmeister patzte in Gewinnstellung gegen den 15 Jahre alten Nodirbek Abdusattorov, aber die wilde Partie endete bald remis.

Doch nach diesem Schock fokussierte sich Magnus wieder und kam dem Sieg näher als der Niederlage. Er erinnerte sich daran, was Vassily Ivanchuk ihm sagte, was dieser von Kasparov gelernt hatte:

Von Kasparov habe ich gelernt, mich in Stressmomenten schnell explodieren zu lassen und mich dann ebenso schnell wieder zu beruhigen, also jene Qualität, die ihm absolut eigen ist. In besonders stressigen Zeiten ist es wichtig, die Emotionen nicht in sich zu behalten. 


4. Die Jungen sind schon verdammt nah dran

Wenn man eines vom letzten Tag der Blitz-WM lernen kann, dann, dass Alireza Firouzja den Siegeswillen eines Champions besitzt | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Wenn es jemanden gab, der in Moskau unter die Haut des Weltmeisters zu gehen vermochte, dann schien es die Jugend zu sein, die versuchen wird, seinen Thron zu beanspruchen. Neben Abdusattorov, der wie Magnus mit 5/5 an dem Tag in die Partie ging, später aber nachlassen musste, war das vor allem der 16-jährige Alireza Firouzja. Der Iraner, der nun unter der FIDE-Flagge spielt, beendete das Moskauer Turnier mit einer Silbermedaille im Schnellschach, dem 6. Platz im Blitz und einer Wertung von 2700+ im klassischen, Schnell- und Blitzschach... und er war sichtlich enttäuscht!

Im Blitzturnier besiegte er Stars wie Nakamura, Duda, Grischuk, Andreikin, Artemiev und Giri und hätte sogar sechs Siege in Folge aneinanderreihen können, hätte er nicht die folgende Stellung gegen Daniil Dubov verloren:


Der Turm ist verloren, aber das war gut so - Firouzja brauchte nur 45.Kg6 oder 45.Kg7 zu spielen, f6 zu nehmen und den g-Bauern zu stoppen. Stattdessen wurde nach 45.g5? fxg5 46.f6 Kxc5 47.f7 Ta8 der f-Bauer gestoppt und Dubov konnte weiter ...g4 und ... e4 spielen und einen dieser Bauern opfern, damit der andere Bauer zur Dame geht.

Der größte Fisch, der davongekommen ist, war jedoch Magnus Carlsen, was vielleicht den Wendepunkt des letzten Tages darstellte. Nach einer ereignisreichen Partie, in der Firouzja von der Eröffnung an einen Vorteil hatte, dann aber überspielt wurde, gelang es dem Iraner, Magnus zu einem Fehler zu provozieren, der zu einer Position führte, in der Weiß "auf zwei Ergebnisse", einen Sieg oder ein Remis, spielen konnte:


Hier steht Weiß nach 66.g6! auf Gewinn - Schwarz kann nicht gleichzeitig den e- und g-Bauern stoppen. Weiß hätte nach 66.Kg4 auch gute praktische Chancen gehabt, hätte Alireza nicht seinen König umgeworfen! Die benötigten Sekunden zum Hinstellen des Königs waren dann zuviel und Alireza überschritt die Zeit!

Ein dramatisches Ende der Partie Firouzja gegen Carlsen. Der 16 Jahre alte Spieler überschritt mit drei Mehrbauern die Zeit.

Alireza wäre mit einem Remis davongekommen, wenn die Stellung eine wäre, in der Magnus keine Möglichkeit hätte, Matt zu geben, aber er hat sie. Es erfordert ein absurdes Maß an Unterstützung von Alireza - zum Beispiel den König auf h8 und den Läufer auf h7 oder die Umwandlung eines seiner Bauern in einem Springer. Firouzja war nicht überzeugt und bestand darauf, dass der oberste Schiedsrichter ihm die entsprechende FIDE-Regel zeigte. Artikel 6.9 über das Verlieren auf Zeit beinhaltet:

Die Partie endet remis, wenn in der Stellung kein Matt durch den Gegner mittels einer Serie legaler Züge möglich ist.

Hier gibt es aber offensichtlich eine Serie legaler Züge. 

Es gibt halt doch einige Vorteile, die FIDE-Regeln zu kennen. Alireza verliert auf Zeit gegen Magnus, obwohl die Partie remis wäre, würde er online spielen.

Generell schien Alireza schockiert, dass seine Zeit abgelaufen war, was für einen phänomenal schnellen Internet-Blitzspieler vielleicht verständlich ist. Sergey Shipov hatte zuvor in der russischen Kommentierung zur Partie gesagt:

Sie werden es nicht glauben, aber Alireza ist einfach schneller, physiologisch schneller als Magnus. Magnus ist schon langsam - kein Dinosaurier, er ist noch in der Blüte seines Lebens, aber für Firouzja ist er ein Dinosaurier - ein Schachspieler der Spitzenklasse, aber er spielt sehr langsam.

Es gab jedoch noch eine weitere Beschwerde, die 300 Euro kostete, als Firouzja um eine Wiederholung bat, mit der Begründung, dass Magnus in den kritischen Momenten in norwegischer Sprache dunkel vor sich hin gemurmelt und damit ihn abgelenkt hatte. Es war der fadenscheinigste Strohhalm, den man sich greifen konnte, und die Video-Wiederholungen zeigten, dass Magnus nur einen kurzen Ausbruch hatte, als er merkte, dass er einen Fehler gemacht hatte. Die ganze Pantomimesieht man im folgenden Video:

Am Ende blieb das Ergebnis bestehen und aus einer Position, in der er den Rückstand auf einen halben Punkt hätte herankommen können, lag Firouzja nun zwei Runden vor Schluss 2,5 Punkte hinter dem Führenden. Es war keine Überraschung, dass er die nachfolgende Partie verlor und schließlich auf Platz 6 landete - ein schönes Ergebnis, aber finanziell ein großer Rückschlag, da sich 15 Spieler mit 13,5 Punkte das Preisgeld teilen mussten.

Wie auch immer, Firouzja hatte jedoch wieder einmal gezeigt, dass er das Potenzial hat, in den kommenden Jahren zu den absoluten Topspielern zu gehören. In weniger als zwei Wochen wird er seine erste Chance bekommen, ein klassisches Superturnier in Wijk aan Zee zu spielen und es gibt kaum Zweifel, dass er es nicht ernst meint!

5. Vladimir Kramnik zeigte, dass die "Veteranen" immer noch mithalten können

Carlsen war der einzige Spieler, der Kramnik am Finaltag schlagen konnte | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Kramnik konnte Firouza in der vorletzten Runde besiegen. Und das in großem Stil:


29.Txe6! war ein mutiges positionelles Qualitätsopfer, das schlussendlich auch den vollen Punkt abwarf.

Der 14. Schachweltmeister gewann die gleiche Anzahl von Partien wie Carlsen und Nakamura, was für einen Spieler, der fast ein ganzes Jahr zuvor in den Ruhestand gegangen war, gar nicht so schlecht war. Kramnik erklärte anschließend, dass seine Strategie darin bestanden habe, "extrem schnell" zu spielen, um Zeitprobleme zu vermeiden, weil er "zu alt und zu eingerostet sei, um mit jungen Spielern zu konkurrieren". Dennoch seien seine Erwartungen nicht hoch gewesen:

Zunächst einmal bin ich nur hierher gekommen, um Spaß zu haben, um meine alten Freunde und ehemaligen Kollegen zu sehen, und irgendwie habe ich heute irgendwann das Gefühl, dass mein Kopf besser funktioniert und ich bei ein paar Partien ein bisschen Glück hatte. Ein ziemlich überraschendes Ergebnis für mich, denn ich bin wirklich nur hierher gekommen, um die Atmosphäre zu genießen und um ein bisschen Blitz zu spielen... Es ist eigentlich ganz nett, ganz nett, also vielleicht werde ich auch weiterhin ein bisschen Blitz spielen! Ich verspreche nichts, aber Blitzturniere kann ich wahrscheinlich immer noch machen und anständiges Schach spielen.


6. Kateryna Lagno verteidigte ihren Titel

So stemmt man einen Pokal in die Höhe! Katerya Lagno gewinnt Gold, Anna Muzychuk Silber und Tan Zhongyi Bronze | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Magnus Carlsen ist nicht der einzige Spieler, der das beeindruckende Kunststück vollbracht hat, einen Blitz-Weltmeistertitel zu verteidigen, denn Kateryna Lagno hat ihre Leistung in St. Petersburg wiederholt und Gold bei den Frauen gewonnen. Sie bleibt auch die einzige Spielerin mit einer Blitz-Elo über 2600.

Kateryna beendete den ersten Tag mit einem Punkt Vorsprung, nachdem sie in der letzten Runde des Tages die Schnellschach-Weltmeisterin Humpy Koneru aus einer eigentlich aussichtslosen Stellung heraus besiegt hatte. Trotz eines wackeligen zweiten Tages ging Kateryna mit der Frauen-Blitz-Weltmeisterin von 2014 und 2016 Anna Muzychuk und 1,5 Punkten Vorsprung auf die Verfolgerinnen in die letzte Runde. Als sie gegen Antoaneta Stefanova einen Fehler machte, sah es düster aus. Aber Lagno hielt das Remis und holte Gold, weil Anna ihre erste Niederlage des gesamten Turniers gegen Tan Zhongyi quittieren musste.

Glückwünsche an Kateryna Lagno, die ihren Blitz-WM-Titeln aus 2018 verteidigen konnte! Anna Muzychuk holt Silber.

Die chinesische Großmeisterin gewann Bronze und musste sich mit der Vierten Valentina Gunina das Preisgeld teilen.

Hier erzählt Kateryna, wie alles von statten ging:

7. Zeit für eine Pause!

3-time World Blitz Champion Alexander Grischuk finished 4th - he also found some time to kibitz Carlsen-Firouzja! | photo: Maria Emelianova, official website 

In der Endabrechnung des Offenen Turniers kann man sehen, dass einige der Favoriten wie Maxime Vachier-Lagrave und Alexander Grischuk am Ende zwar nahe an die Spitze herankamen, aber sie hatten sehr hart gearbeitet und trotzdem keinen Druck auf Magnus ausgeübt:

PlatzSetzlisteNameLandEloPunkteTB1 TB2 TB3 
12Carlsen MagnusNOR286516,5261,0270,02721
21Nakamura HikaruUSA288516,5259,0268,52716
316Kramnik VladimirRUS274815,0246,5255,02683
417Grischuk AlexanderRUS274114,0251,5260,52665
512Vachier-Lagrave MaximeFRA276814,0245,5255,02659
650Firouzja AlirezaFID264913,5265,5275,02733
78Artemiev VladislavRUS279313,5263,0273,52723
85Yu YangyiCHN280713,5255,5265,52707
920Matlakov MaximRUS272013,5254,5262,02694
107Duda Jan-KrzysztofPOL279613,5253,0263,02697
119Andreikin DmitryRUS278013,5250,5261,02683
1223Fedoseev VladimirRUS271413,5240,5248,02642
1310Giri AnishNED276913,5239,0247,02622
1415Zubov AlexanderUKR275413,5237,0246,52630
1531Aronian LevonARM269813,5233,5243,02632
1624Wang HaoCHN271413,5231,5239,52630
17113Inarkiev ErnestoRUS255613,5229,5236,02616
186Svidler PeterRUS280513,5220,5229,52600
1929Gelfand BorisISR270013,5216,0225,02584
2051Cheparinov IvanGEO264713,5213,5221,02576

Einige andere hatten persönliche Ziele erreicht (lediglich Fedoseev erreichte einen noch besseren Platz, ohne gegen Magnus gespielt zu haben)...

Glückwünsche an Magnus und Hikaru zu ihrer großartigen Leistung. Mein Ziel war es, so hoch wie möglich in der Endtabelle das Turnier zu beenden, ohne in 21 Runden gegen Magnus spielen zu müssen. Habs geschafft.

... während andere, wie Karjakin und Nepomniachtchi, weiter hinten landeten. Ian sprach sicherlich für ein Großteil der Weltelite, als er sagte, dass er es begrüßen würde, dass nun endlich Zeit sei, um sich ein wenig ausruhen zu können, nachdem 2019 so vollgepackt voller Schachturniere war:

Glückwünsche an die Sieger und ein frohes, neues Jahr für alle! Endlich Zeit, sich etwas ausruhen zu können.

Wir hoffen, dass ihr die Schnellschach- und Blitz-Weltmeisterschaft genossen habt und wünschen euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Es dauert nicht lange, um auf mehr Top-Action zu warten, denn am 5. Januar startet die Frauen-Weltmeisterschaft in Shanghai, bevor Magnus Carlsen und Co. am 11. Januar in Wijk aan Zee zum Tata Steel Masters wieder zusammenkommen. 2020 wird ein weiteres aufregendes Jahr sein, mit de, der m Kandidatenturnier, der Schach-Oalympiade und natürlich einem weiteren Weltmeisterschaftskampf. Wir werden alles hier auf chess24 übertragen!

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