Allgemein 06.09.2021 | 09:04von Joe

Magnus Carlsen gewinnt das Aimchess US Rapid!

Schachweltmeister Magnus Carlsen gewann das Aimchess US Rapid, das 9. und letzte reguläre Event der Meltwater Champions Chess Tour vorm großen Finale, indem er sich gegen Vladislav Artemiev im Finale durch setzte. Artemiev zeigte ebenfalls erneut sein Können im Schnellschach und sicherte sich seine dritte Top 3-Platzierung der Tour in Folge. Levon Aronian belegte den 3. Platz, da Alireza Firouzja leider nicht mehr das Match spielen konnte. Alle regulären Turniere der 2021 Tour sind nun gespielt und es folgt das große Finale, das am 25. September beginnt.














Wenn ihr die Partien der K.o.-Runden nachspielen wollt, klickt hier.

Hier ist der Live-Kommentar des Finales mit Jan Gustafsson, Rustam Kasimjanov und Sonja Bluhm:



Magnus Carlsen in Topform

Weltmeister Magnus Carlsen hatte bei den letzten Turnieren der Tour gewaltige Konkurrenz. Beim Goldmoney Asian Rapid belegte er den 3. Platz hinter dem Erstplatzierten Levon Aronian und dem Zweitplatzierten Vladislav Artemiev. Beim Chessable Masters trat er aufgrund des FIDE Weltpokals nicht an. Darum waren beim Aimchess US Rapid viele Augen gebannt auf den Weltmeister gerichtet. Würde er seine Topform abrufen können und neben seiner Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft gegen Ian Nepomniachtchi Ende des Jahres trotzdem im Online-Schnellschach überzeugen? Kurz und knapp: Ja, würde er! 
Magnus selbst gab sich währenddessen gewohnt bescheiden:

Im Interview mit Kaja Snare betonte Carlsen indes, wie sich das Aimchess US Rapid für ihn von den vorherigen Turnieren unterscheide:

Es fühlt sich großartig an! Zum ersten mal, jemals, gewinne ich eines dieser Turniere und es lief alles einigermaßen glatt.

Diese Einschätzung dürfte nicht besonders überraschen, schließlich gewann Magnus alle Matches der K.o.-Runden im regulären Schnellschach ohne Stechen und verlor auf seinem Weg zum Sieg lediglich eine Partie gegen Vladislav Artemiev.

Magnus Carlsen begann die K.o.-Runde mit einem Aufeinandertreffen mit dem Polen Jan-Krzysztof Duda. Das Duell wurde mit Spannung erwartet, schließlich schaffte es Magnus in der letzten Partie der Vorrunde nicht, eine vollkommen gewonnene Stellung gegen den Gewinner des FIDE Weltpokals zu verwandeln. Doch das Match war noch aus anderer Hinsicht äußerst interessant. Denn der Weltpokal ist bereits das Stichwort. Duda konnte Magnus dort zu Fall bringen und das Turnier für sich entscheiden, während der Weltmeister sich mit einem 3. Platz zufrieden geben musste. Wie würde es nun beim Schnellschach beim Aimchess US Rapid aussehen?

Nun, Magnus überzeugte durch und durch. Die individuellen Matches endeten beide 2.5-1.5:












Als nächstes wartete Levon Aronian auf den Weltmeister. Jener hatte sich im Viertelfinale gegen Shakhriyar Mamedyarov durchgesetzt. Levon hatte zudem das vorletzte Turnier, das Goldmoney Asian Rapid (s.o.), für sich entscheiden können und beim Chessable Masters den 4. Platz belegt. Das Match Carlsen-Aronian startete hingegen weniger ereignisreich als das Match gegen Duda. Alle vier Partien endeten remis. Ein Ergebnis, das Carlsen so nicht erwartet hatte, aber im anschließenden Interview für Lacher sorgte:

Das 2. Match war dann zumindest auf dem Papier klarer: Magnus gewann die erste Partie, es folgten zwei Remisen, woraufhin alles auf eine letzte entscheidende Partie hinauslief, die bestimmen würde, ob Aronian es ins Stechen schafft oder ausscheiden würde. Es kam zu einer wechselhaften Partie, bei der der Weltmeister die weißen Steine hatte und Levon mehrere Gelegenheiten gab, die Partie herumzureißen, bspw. im 39. Zug:


Magnus spielte 39.h3, was aus der Sicht des Computers lediglich eine ausgeglichene Stellung vorbereitet, da der Zug zu passiv ist. Stattdessen wäre besser gewesen, direkt c6 zu spielen. In der Partie kam es indes zu: 39...e8 40.c6 Ld6 41.g3 Lxb4. Lxb4 gab Magnus Carlsen dann wieder eine Chance, Druck zu erzeugen, denn sein Springer auf c3 wurde nun zwar zweifach bedroht, es war aber Ld4 möglich. Mit diesem Zug griff Carlsen gleichzeitig auch die schwarze Dame an. Aus der Stellung folgten letztlich einige Abtausche, aus denen der Freibauer des Weltmeisters auf der c-Linie zu dominant wurde. Levon Aronian gab sich schließlich im 51. Zug nach Sd5 geschlagen:


Die finale Stellung nach Sd5 von Carlsen

Damit endeten die individuellen Matches 2-2 und 3-1 für Carlsen. Im Finale traf der Weltmeister dann auf Vladislav Artemiev, der sich nach einem harten Kampf im Halbfinale gegen Alireza Firouzja durchsetzen konnte. Artemiev bewies damit abermals seine Spielstärke im Schnellschach sowie in der Tour. Das Aimchess US Rapid ist das dritte Turnier nach seinem Tour-Debüt beim Goldmoney Asian Rapid.

Zuerst sah es so aus, als würden wir eine sehr schnelle erste Hälfte beim Finale bekommen. Denn der Weltmeister schlug den russischen Großmeister in den ersten beiden Partien überzeugend nach 35 bzw. 29 Zügen. Doch Artemiev konnte in der 3. Partie mit Weiß zurückschlagen. Magnus Carlsen machte im 25. Zug mit 25...De5 einen großen Fehler (ein Mouse-Slip), der Artemiev erlaubte, schlicht den schwarzen Bauern auf a6 zu schlagen und selbst einen Freibauern zu generieren.

Nach dem Abtausch der Damen und verbliebenen Läufer hatte der Russe daraufhin ein dominantes Endspiel und die Partie war im 38. Zug entschieden. Die letzte Partie des ersten Final-Tags endete im Remis.

Am 2. Final-Tag gab Magnus dann keine Partie mehr aus der Hand und entschied das Match bereits nach 3 Partien 2.5-0.5. Dabei gelang ihm in der entscheidenden 3. Partie noch ein brillanter Zug!
Nachdem Artemiev bereits im 32. Zug gezwungen war, in der Mitte des Bretts seine Dame für einen Läufer zu opfern, um sich irgendwie in der Partie zu halten, spielte Magnus Carlsen das sehr schöne 34.Lxf7+! 


Carlsens 34.Lxf7!


Der Sinn ist, dass der schwarze König nicht den Läufer auf f7 schlagen kann, da sonst die schöne Kombination 34...Kxf7 35.Te7 Kxe7 36.Dxg7 folgt und Weiß noch immer die Dame sowie eine vollkommen überlegene Stellung besitzt. Stattdessen spielte Artemiev Kf8 und es kam zu einigen Abtauschen. Doch die Freibauern des Weltmeisters sowie der Läufer in der offenen Stellung waren zu mächtig und er konnte die Partie schließlich für sich entscheiden.

Magnus Carlsen gewann damit überzeugend das Finale gegen Vladislav Artemiev, der abermals bei einem Turnier der Meltwater Champions Chess Tour den 2. Platz belegte und beeindruckendes Schach zeigte. Dabei setzte er sich u.a. gegen Alireza Firouzja durch, der leider nicht mehr das Match um den 3. Platz spielen konnte, weshalb dieser nun kampflos Levon Aronian zugesprochen wurde.

Wir gratulieren den Spielern!



























Jetzt bleibt nur noch das große Finale der Saison 2021 der Meltwater Champions Chess Tour übrig. Es wird vom 25. September bis 3. Oktober stattfinden. Die Top 8 der Tour-Tabelle sind bereits automatisch dafür qualifiziert. Hier die Tabelle im Überblick:














Wie ihr sehen könnt, hat sich Vladimir Artemiev mit seiner Leistung beim Aimchess US Rapid nicht nur den 2. Platz im Turnier, sondern auch den 8. Platz auf der Tour-Tabelle und damit die Qualifikation fürs Finale gesichert! Zu den weiteren Teilnehmern wird es in Kürze noch mehr Informationen geben, bleibt gespannt!

Wir danken allen, die das Turnier live verfolgt haben und hoffen, dass ihr auch schon auf das Finale hin fiebert.


Siehe auch:


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