Berichte 19.09.2019 | 19:59von Colin McGourty

Khanty World Cup R3 TB: Xiong wirft Giri raus

Der 18 Jahre alte Jeffery Xiong warf die Nr. 2 der Setzliste, Anish Giri, aus dem FIDE World Cup 2019. Dabei produzierte Xiongs Tiebreak-Strategie "aus jeder Partie ein totales Kuddelmuddel zu machen" eine faszinierende Show. Die Nr. 3 der Setzliste, Maxime Vachier-Lagrave, verlor die erste Schnellschachpartie gegen Dmitry Jakovenko, konnte dann aber zurückschlagen und im Blitz gewinnen. So wie auch Ian Nepomniachtchi gegen Tomashevsky und Leinier Dominguez gegen Wang Hao. Ding Liren gegen Firouzja, Svidler gegen Nisipeanu und Yu Yangyi gegen Wei Yi kamen bereits nach 2 Partien weiter. Die Nr. 11 der Setzliste Vladislav Artemiev muss dagegen ebenfalls die Koffer packen, nachdem er einen krassen Fehler gegen Le Quang Liem beging.

Einer der kommenden US Stars, Jeffery Xiong, schickte Giri nach Hause | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Alle Partien des FIDE Grand Prix kannst du hier nachspielen:

Und hier gibt es wie immer auch noch den Live-Kommentar. Jan Gustafsson und Laurent Fressinet wurden dieses Mal wieder von Weltmeister Magnus Carlsen unterstützt. Und als Magnus die Show verließ, rief Peter Svidler aus Khanty-Mansiysk nach seinem Sieg im Match gegen Nisipeanu an. Wenn du dir unsicher bist, was du am Ruhetag tun solltest, dann ist die Live-Kommentierung hier sicherlich eine gute Idee!

Magnus meinte zum World Cup:

Also Fan ist es super anzuschauen. Ich denke, dass das Turnier seinen Höhepunkt in Runde 3 oder 4 erreicht, weil man noch viele Partien hat, die Wahrscheinlichkeit vieler Tiebreaks hoch ist und die Matches dennoch bereits von sehr hoher Qualität sind.

Die Tiebreaks der dritten Runde war sicherlich ein großer Spaß, von daher lasst uns die Tiebreaks in der Reihenfolge begutachten, in der sie zu Ende gingen:

25-Minuten Partien: Ding Liren, Yu Yangyi und Svidler ziehen in die nächste Runde ein

Alireza Firouzja verwickelte den Chinesen in einen großen Kampf, doch dieser gab ihm keinen Millimeter an Chancen zum Weiterkommen | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Der 16 Jahre alte Alireza Firouzja hielt gegen die Nr. 1 der Setzliste und Nr. 3 der Welt, Ding Liren, in den ersten beiden klassischen Partien sehr gut mit, zeigte keine Angst und keine Anzeichen von Schwäche. Dieses Muster zeigte sich auch im Tiebreak am Mittwoch. Firouzja spielte die Eröffnung in der ersten Schnellschachpartie gut, doch vebrauchte er viel Zeit und hatte bei Zug 20 bereits 10 Minuten weniger auf der Uhr. Das war alles, was Ding brauchte, um in einer fast symmetrischen Stellung so richtig Druck zu machen:

Heute hatte ich in der ersten Partie viel Glück, diese ausgeglichen scheinende Endspiel zu gewinnen, weil ich mehr Zeit auf der Uhr hatte und ich Druck machte, um zu gewinnen. Das Turmendspiel mag etwas besser für mich sein und ein wenig schwierig für Schwarz zu verteidigen.

Selbst als Ding eine Gewinnstellung erreichte, griff er einige Male fehl, bis dann der letzte Fehler im 62. Zug kam:


62…Kd5! ist der einzige Zug, der das Remis noch hält, aber nach 62...Td7?, mit 3 Sekunden auf der Uhr gespielt, ergriff Ding die Siegchance und spielte 63.Tc6 (auch wenn acht andere Züge ebenfalls gewinnen). Damit war klar, dass Alireza die zweite Partie gegen die chinesische Nummer 1 zwingend gewinnen musste und er macht auch sogleich mit 10.c5!? einen sehr ambitionierten Versuch:

chess24: Magnus Carlsen nach 10.c5!?: "Schaut euch Alireza an - das ist gutes Zeug!"

10…bxc5 mag nicht ganz präzise gewesen sein, aber Alireza schaffte es nie, seinen Angriff zum Laufen zu bringen, obwohl seine Königsflügelbauern nach vorne geworfen wurden. Ding hatte das Gefühl, mit Zug 22 das Kommando zu übernehmen:


Die Computer schlagen hier 22...Sxe5! 23.fxe5 Td4! vor, aber Ding betrachtete seine Stellung bereits als so viel besser, dass er das weniger riskante 22.c4! wählte - und plötzlich ist die weiße Dame abgeklemmt und Schwarz steht zu ...Db6+. ...Sc5-d3, ...La6 und ...Td4 bereit. Alles Züge, die in der Partie auch kamen, wonach Ding eindrucksvoll seinen Vorteil zum vollen Punkt verdichtete.

Es ist schade, dass der 16 Jahre alte Alireza Firouzja damit nun aus dem Turnier ausscheidet, aber er hat viel für seine Reputation getan. Nun wartet auf Ding Liren Kirill Alekseenko, ein 22 Jahre alter Russe, bei dem Ding gestehen musste, "ihn nicht wirklich zu kennen":

In der vierten Runde steht mit Yu Yangyi auch die chinesische Nr. 2, doch das nur, weil mit Wei Yi ein anderer Chinese ausgeschieden ist. In der ersten Schnellschachpartie spielte der 20-jährige Wei Yi sehr früh f5, doch versandete sein Vorteil irgendwann und die Partie endete remis.

Die Chance für Wei Yi, wieder auf seinen früheren "Weg zur Weltmeisterschaft" zurückzufinden, ist vorbei | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite 

Die zweite Partie war ein Beispiel dafür, wie schnell der Weg zum World Cup Titel vorbei sein kann. Wei Yi stand in der folgenden Stellung eigentlich gut, bis er ungünstig auf 32...g4 reagierte:


Es ist leicht zu sehen, warum 33.hxg4 hxg4 34.Dxg4+ Tg7 mit dem weißen König, der exponierten Dame und dem schwachen Bauern auf d4 unattraktiv ist, aber das sollte dennoch für Weiß zu halten sein. Stattdessen geschah in der Partie 33.Tg2?! Lg5! 33.Df2? (33.hxg4!! und das Damenopfer 33…Te3 35.gxh5! war der einzige Versuch, in der Partie zu bleiben) 33…Te3! Yu Yangyi gewann die Stellung ohne großes Federlesen

Peter Svidler war überall am Start: Bei einem Interview in Russisch und in der chess24-Liveshow | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite 

Auch Peter Svidler erledigte seine Aufgabe schnell. Mit Weiß erreichte Liviu-Dieter Nisipeanu nichts und wurde in der zweiten Partie sanft ausgespielt. Später sagte er seinem Gegner, dass er im Schnellschach heutzutage wenig Übung hat. Zum Schluss gab es aber noch eine letzte Falle:


42.Txc7?? würde mit 42…Te1+! und der weißen Aufgabe beantwortet werden. In einer Zeitnotschlacht mag das funktionieren, doch Peter machte ruhig mit 42.Kh2! einen Schritt zur Seite, wonach Nisipeanu aufgab, denn c7 und e7 können nicht länger gleichzeitig verteidigt werden.

10-Minuten Partien: Aus für Giri und Artemiev

Ein fester Handschlag während eines intensiven Matchs | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Die zwei wirklich großen Überraschungen des Tages fanden beide in den "schnellen Schnellschachpartien" statt. Der Fokus lag dabei auf Anish Giri und seinem Match gegen den 18 Jahre alten Jeffery Yiong. Und das nicht nur, weil Magnus sehen wollte, was "sein Junge" so vollbrachte - es gab ebenso Xiongs Strategie zu bewundern:

Das war meine Matchstrategie: Einfach aus jeder Partie ein totales Kuddelmuddel zu machen und jedwede Eröffnungsvorbereitung umgehen, indem ich ungewöhnliche Eröffnungen spielte.

In der ersten Partie ging das nicht ganz so auf, doch versuchte Xiong in einem Endspiel, den vollen Punkt zu erzwingen. Er schien nur einen trickreichen Zugzwang entfernt vom Sieg. Jefferys 16...f5!? scheint voller Risiko, aber Giris 19.f5?! ein paar Züge später gab den Bauern einfach wieder zurück:

chess24: Giri spielt 19.f5, was 19...Txf5 zulässt (wegen des Matts auf g2). Laurent: "Er hat das einfach übersehen". Magnus: "Das kann er nicht übersehen haben!" Laurent: "Ich habs übersehen!" :)

Nach 19…Txf5! brauch die Hölle los! 20.b4 Th5 21.h3 Tf8 22.Ted1 Txh3!?


Jeffery dachte hierfür 6 Minuten nach und nach 5 Minuten des Nachdenks spielte Giri tatsächlich den Zug, den die Computer als einzigen Zug ansehen: 23.Lxg7! Die verrückte Partie (Magnus wunderte sich zu einem bestimmten Zeitpunkt, ob die Spieler die Kommentatoren nicht einfach auf den Arm nehmen wollten) ging weiter mit 23…Th2?! 24.Dg5! Tf5!


Magnus hatte bereits vor einigen Zügen vorhergesagt, dass Giri diesen "Trick zum zweiten Mal übersehen wird" (der Turm ist wegen Matts auf g2 tabu), doch Weiß steht immer noch besser. Der letzte kritische Moment der Partie entstand nach 25.Dg4 Kf7 26.Lb2 Lf4 27.b5 Dc7:

Romain Edouard: 28.Td5!! hätte das Match für Giri gewonnen, krasses Zeug!

Magnus hatte 28.Td5 gesehen, fragte sich aber, was nach 28...Lxd5 geschah, obwohl es so aussieht, als würde sich der Staub nach 29.cxd5 legen! Weiß hat einfach mehr Material. In der Partie wurde nach 28.Dg7+ eine Art normale Stellung wiederhergestellt, und schließlich bekamen wir ein ungleichfarbiges Läuferendspiel, in dem Xiong auf Sieg spielte, aber das Remis das wahrscheinlichste Ergebnis war.

In der ersten 10-Minuten-Partie nahm sich Jeffery ein paar mehr Freiheiten, als selbst seine Strategie trotz der weißen Steine vertragen konnte, aber als Giri einen fast entscheidenden Vorteil verspielte, bekam Xiong seine Chance. Dennoch verteidigte der Niederländer mit wenig Zeit auf der Uhr gut und die Spieler gingen mit fünf Unentschieden in die entscheidende Partie. 

Der frühere Jugendweltmeister Jeffery Xiong hat mittlerweile die 2700 Elo-Grenze überschritten und sich nun für höhere Weihen empfohlen | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Wieder einmal stand Giri ausgangs der Eröffnung gut, doch die Stellung war sehr kompliziert. Der kiebitzende Weltmeister sagte voraus, dass Anish es sich leicht machen und er eine Zugwiederholung anstreben würde. Vielleicht hatte Kiri das mit 22.Kb2?! (22.De3!) sogar vor, weil das zu 22...Sc4+ 23.Ka1 Sa3 einlädt, aber es war bereits zu spät. Die Wolken um den weißen König zogen sich zusammen und die letzte Chance, heil davon zu kommen, gab es mit Zug 25:


Der absolut einzige Zug ist hier 25.Dh3!, denn das, was in der Partie passierte, hätte dann mit der Schlüsselressource De6 aufgehalten werden können, weil das ein Dauerschach erzwingt. Stattdessen geschah 25.f5?, wonach Jeffery nach 25...Txc3!! 26.Sxc3 Txc3 einen mächtigen Angriff startete. Der Punkt ist natürlich, dass 27.Dxc3 an 27...Sc4+ scheitert und die weiße Dame verloren gehen würde. Nach 27.De2 Sc4+ 28.Ka1 Se5 stand Schwarz absolut dominant und Xiong brachte den vollen Punkt mit absoluter Brutalität nach Hause. 

Magnus war ein wenig verärgert darüber, dass es nun keinen mehr gab, den er in diesem Turnier "anfeuern" konnte. Doch zu Xiong meinte er: "Er hat heute einfach besser gespielt - das ist gar keine Frage." Der englische Großmeister David Howell war ein weiterer Bewunderer:

David Howell: Sehr beeindruckt von Jeffery Xiongs Spiel heute. Keine Angst gegen Anish Giri im World Cup. Angriffsschach und Kreativität in jeder Partie. In St. Louis brachte er mir zuletzt auch Einiges bei.

Xiong gab zu, ein wenig "schockiert" darüber zu sein, wie weit er gekommen ist. Aber er blieb auf dem Boden und merkte an, dass er sein Spiel noch sehr verbessern kann in den klassischen Partien. Der nächste Gegner wird für ihn der 21 Jahre alte Jan-Krzysztof Duda sein. Keiner der beiden hätte laut Setzliste so weit kommen dürfen. Sie haben noch nie gegeneinander gespielt, aber Xiong beschrieb seinen Gegner als "sehr ambitioniert, einen beeindruckenden Spieler, von daher erwarte ich spannende Partien."

Für Giri und seinen Fanclub war es eine harte Niederlage (nun wird er hoffen, dass Ding es ins Finale schafft, damit Giri eine Chance hat, sich über das Rating zu qualifizieren):

chess24: Magnus: "Ich werde gehen, wenn diese PArtie vorüber ist. Mein Junge Anish ist raus und ich habe den Willen zum Leben verloren."

Anish Giri: Aber ich werde zurückkommen.

Die andere, wenngleich weniger große Überraschung war der Sieg des an Nr. 22 gesetzten Le Quang Liem gegen die Nr. 11, Vladislav Artemiev. Über vier Partien war es ein gut gespieltes Match, wozu Le Quang Liem meinte:

Ich denke, in den zwei klassischen Partien und den ersten beiden Schnellschachpartien haben wir gutes Schach gezeigt. Keiner hat Fehler gemacht und der logische Ausgang sind dann halt vier Remis.

Der Weltmeister sah das ähnlich und fand vor allem die erste Partie sehr beeindruckend:

Magnus Carlsen: Wir sollten uns eine Minute Zeit nehmen, um die positionellen Feinheiten in Artemiev-Le Quang Liem zu würdigen...

Das Match drehte sich dann aufgrund eines groben Patzers:


Nachdem Le Quang Liem 35.g4 gespielt hatte, hatte Artemiev 35 Sekunden auf seiner Uhr, um den einzigen Zug 35...Qg6 zu spielen, aber stattdessen entschied er sich für 35...Txc8???. Nachdem das Geschenk mit 36.gxh5 angenommen wurde, waren die 15 verbleibenden Züge der Partie überflüssig.

Vladislav musste in der zweiten Partie um jeden Preis gewinnen und tat alles, was er konnte, um die Sache zu verkomplizieren, aber obwohl er kurzzeitig eine Chance hatte, wurde der Großteil der Partie von dem vietnamesischen Spieler diktiert, der am Ende hätte gewinnen können, wenn er sich nicht dafür entschieden hätte, ein Remis zu erzwingen.

5-Minuten Partien: MVL, Nepomniachtchi & Dominguez sind durch

Die Nr. 3 der Setzliste machte dort weiter, wo sie aufgehört hatte und haderte weiter im Turnier, ebenso wie die Nr. 5 (Ian Nepomniachtchi) und die Nr. 8 (Leinier Dominguez). Alle schafften es erst im Blitzen eine Runde weiter.

Manche der Tricks von MVL gelangen erst spät | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Der Tag begann mit einem Schock für MVL, da er gegen Dmitry Jakovenko verlor. Auch wenn Schock vielleicht der falsche Ausdruck ist, wenn man sich ihren bisherigen Score gegeneinander ansieht: Dmitry hat 5 Partien gewonnen, Maxime aber im klassischen Schach noch keine! Jakovenko bekam einen gefährlichen Freibauern auf der d-Linie, doch Magnus hatte Vertrauen in die franzäsische Nr 1: 

Das ist typisch für ihn. Er spielt schnell und mit Selbstvertrauen... und auf Tricks! Er wird schon eine Möglichkeit finden, sich da rauszuwinden...

40…Tg5? war jedoch ein Trick zu viel:


Wenn Weiß das Feld g2 mit 41.Tg1 verteidigen müsste, könnte Schwarz dank 41...Tc5 ausgleichen, aber nach 41.Dc8+! Kg7 42.Db7+ Kf8 und erst jetzt 43.Rg1! ist Maximes Stellung ein Trümmerhaufen. Erst hier meinte ein "wenig beeindruckter Magnus":

Ich habe das Gefühl, dass Maxime jetzt die Partie zum ersten Mal Ernst nimmt! Davor spielte er nur auf Tricks.

Im Rückspiel entschied sich Maxime für eine interessante Eröffnung, aber das Match hätte womöglich einen anderen Verlauf genommen, hätte Dmitry sich im 22. Zug anders entschieden:


22…Lxa2 erinnert ein wenig an Fischers verrücktes ...Lxh2, doch nach 23.b3 a5! wird der Läufer eben nicht gefangen. Dmitry dachte eine Minute lang nach und spielte dann 22...Sg6. Auch wenn das ausreichend für ein Remis sein sollte, bekam der Franzose langsam etwas Greifbares:

chess24: Magnus Carlsen: "Maxime hat alles erreicht, was er erhoffen konnte."

Zum Schluss wurde Dmitry zu optimistisch, als er auf a5 schlug:


44.Ld5! und wegen der Drohung des Matts in einem Zug hatte Jakovenko nur noch den Trick 44…Txf2+. Falls 45.Kxf2, so 45…Lb6+! und Partie und Match wären gerettet, aber nach 45.Kg1! e4 46.Ta6+! Entging der Turm der Gabel und Schwarz verlor unweigerlich Material.

Nach einer kurzen Verschnaufpause gab es zwei ruhige Remispartien in den 10-Minuten Partien, bis Maxime dann in der ersten Blitzpartie die Führung übernahm, auch wenn seine Leistung alles andere als überzeugend war:

chess24: "Er spielt nicht sein bestes Schach", meint Peter Svidler zu MVL, weil dieser 32.Se6 verpasste

Jakovenko stolperte später dann sogar in ein Mattnetz und kam nie ansatzweise nah an den Sieg in der zweiten Partie, den er gebraucht hätte.

Wang Hao konnte immer noch lachen, auch wenn er zwei Mal gegen Leinier führte, um dann am Ende gegen den Kubaner dennoch auszuscheiden | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Die anderen Maatches waren noch wilder, denn Weiß gewann fünfmal hintereinander in Dominguez-Wang Hao, wobei Leinier sich zweimal in einer Situation befand, in der er unbedingt gewinnen musste. In der fünften Partie hatte er jedoch Weiß und schaffte es, in einem 3 gegen 2 Bauern Turm-Endspiel einen Sieg aus dem Nichts zu zaubern. Es war eine beeindruckende Leistung:

Olimpiu G. Urcan: Endspieltechnik von Leinier Dominguez

Dieser Lauf wurde erst dadurch unterbrochen, dass Leinier in der letzten Partie fast gewann, sich dann aber mit einem Remis zufrieden gab, um weiterzukommen.

Nepomniachtchi war sichtlich erleichtert über den Sieg in seinem Match | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Ian Nepomniachtchi schien sich den Weg in die nächste Runde leicht zu machen, als er die erste 10-Minuten-Partie gegen Evgeny Tomashevsky gewann und in der zweiten ein ausgeglichenes Endspiel erreichte, aber irgendwie erlaubte Nepo einem seiner Springer, sich hinter den feindlichen Linien zu verlieren. Er ließ sich davon jedoch nicht unterkriegen und hörte sich vielleicht in der Pause etwas Musik an, da er sofort zurückkam, als er in der ersten 5-Minuten-Partie einen vernichtenden Sieg erzielte:

Partie Nr. 2 war sogar noch beeindrucker, unter anderem mit dem Zug des Tages:


28…Dg4!! Ok, es ist nicht so schwer zu realisieren, dass 29.Lxg4? Sxg4# die Partie beendet, aber zuerst musst du den Zug sehen und dann auch noch die Konsequenzen berechenen nach anderen weißen Zügen. Nepo hatte alles unter Kontrolle und wenige Züge später verlor Evgeny auf Zeit in einer bereits hoffnungslosen Stellung.

Olimpiu G. Urcan: Eine wunderschöne Zugfolge von Ian Nepomniachtchi.

Die Paarungen für die morgige Runde der letzten 16 lauten daher:

  • Ding Liren (Nr. 1 der Setzlsite) vs. Alekseenko (49)
  • Dominguez (8) vs. Grischuk (9)
  • So (4) vs. Vitiugov (20)
  • Nepomniachtchi (5) vs. Yu Yangyi (12)
  • Xiong (31) vs. Duda (18)
  • Mamedyarov (7) vs. Radjabov (10)
  • MVL (3) vs. Svidler (19)
  • Aronian (6) vs. Le Quang Liem (22)

Vor Beginn des Turniers konnte man nur die Paaraungen Dominguez-Grischuk, Nepomniachtchi-Yu Yangyi und Mamedyarov-Radjabov erwarten, aber trotz Giris Niederlage haben es 9 Spieler der Top 10 geschafft. 6 der verbliebenen 16 Spieler schafften es zwei Jahre zuvor auch bereits in Runde 4 - Svidler, MVL, Grischuk, Aronian, So und Ding Liren. MVL-Svidler ist die Wiederauflage des Viertelfinals vom World Cup in Tbilisi.

So langsam erreichen wir den Zeitpunkt, wo die Offiziellen und Schiedsrichter gegenüber den Spielern in der Überzahl sind | Foto: Kirill Merkuryev, Turnierseite

Die Spieler haben nun den Luxus eines Ruhetages vor Beginn der zweiten Hälfte des World Cups, denn die Veranstaltung ist jetzt vom Zeitplan her identisch mit der FIDE-Grand-Prix-Serie, die wir in diesem Jahr gesehen haben, außer dass die Final- und die Spiele um den dritten Platz vier klassische Partien statt zwei Partien dauern werden.

Runde 3 beginnt am Freitag um 12:00 Uhr MESZ, und Lawrence Trent wird zurückkommen, um Jan Gustafsson am Kommentatorstand zu begleiten. Wer weiß, vielleicht telefonieren auch wieder einige anständige Kiebitze in die Shows! Schaltet ein ab 12:00 Uhr!.

Weitere Links:


Sortieren nach Datum (absteigend) Datum (absteigend) Datum (aufsteigend) meiste Likes Benachrichtigung bei neuen Kommentaren

Kommentare 0

Guest
Guest 7648759688
 
chess24 beitreten
  • Kostenlos, Schnell & Einfach

  • Sei der Erste, der kommentiert!

Registrieren
oder

registriere dich und leg los!

Ich bin älter als 16 Jahre.

Mit einem Klick auf 'Registrieren' stimmst du unseren Nutzungsbedingungen zu und bestätigst, dass du unsere Datenschutzrichtlinie und den Abschnitt über die Verwendung von Cookies gelesen hast.

Lost your password? We'll send you a link to reset it!

Nach der Übermittlung deiner E-Mail-Adresse erhältst du von uns eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen des Passworts. Wenn du dann weiterhin nicht auf deinen Account zugreifen kannst, melde dich bitte beim Kundendienst.

Welche Funktionen möchtest Du aktivieren?

Wir respektieren Deine Privatsphäre und Datenschutzbestimmungen. Einige Komponenten erfordern das Speichern von personenbezogen Daten in Cookies oder dem lokalen Speicher.

Show Options

Hide Options