Allgemein 17.03.2020 | 00:45von Colin McGourty

Das Kandidatenturnier startet gegen den Willen von Vladimir Kramnik

Das Kandidatenturnier 2020 wurde heute in Jekaterinburg offiziell eröffnet, obwohl alle 8 Spieler von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, nicht an der Zeremonie teilzunehmen, um ein Coronavirus-Risiko zu vermeiden. Der 14. Schachweltmeister Vladimir Kramnik trat von der Kommentierung bei chess24 zurück und sagte uns heute Abend: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Kandidatenturnier angesichts der heutigen katastrophalen humanitären Situation in der Welt hätte verschoben werden müssen.“ Die Veranstaltung wird jedoch vorerst fortgesetzt, und Magnus Carlsen und Peter Svidler nehmen statt dessen bei uns an der ersten Runde teil. Edit: Für einige der folgenden Runden hat mittlerweile auch Alireza Firouzja als chess24 Kommentator zugesagt. Es bleibt spannend.


Das Kandidatenturnier 2020 beginnt am Dienstag, dem 17. März, um 12:00 Uhr MEZ, mit Kommentierung auf chess24 auf Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Norwegisch (klicke auf eine Bewertung, um zu den Spielen zu gelangen):

Schach in Zeiten des Coronaviruses

Ian Nepomniachtchi | Foto: Lennart Ootes, Offizielle Website


Seit Teimour Radjabov vor 10 Tagen aus dem Kandidatenturnier ausgestiegen ist, als der Weltschachverband (FIDE) seinen Antrag auf Verschiebung ablehnte, haben sich die Ereignisse mit erstaunlicher Geschwindigkeit entwickelt. Sein Nachfolger Maxime Vachier-Lagrave und alle anderen Spieler haben Jekaterinburg am Rande Sibiriens erreicht, aber die Rückreise wird insgesamt schwieriger. Frankreich wurde heute zusammen mit Spanien und Italien fast vollständig gesperrt, während die Europäische Union und Russland beide ihre Grenzen geschlossen haben. Die russische Regierung hat auch ein Verbot aller Sportveranstaltungen mit internationalen Wettbewerbern erlassen. Eine Veranstaltung in Murmansk zeigt, dass Schach nicht immun ist:

Wir haben vom französischen Kader gehört, dass sie jetzt seit 14 Tagen in Murmansk unter Quarantäne gestellt werden.

Das Kandidatenturnier 2020 ist seltsamerweise fast das letzte große Ereignis im Weltsport, und die FIDE bestätigt, dass es weitergehen wird:

Die Hoffnung ist, dass das Risiko bei einer kleinen Veranstaltung gemanagt werden kann, ohne dass Zuschauer zugelassen sind und die Spieler und die mit ihnen verbundenen Personen vor und dann während des Turniers erneut auf den Virus getestet werden. Alexander Grischuk sagte zu TASS:

Ich fühle mich gut und in der Stimmung, um den Sieg zu kämpfen. Natürlich sind die mit dem Coronavirus verbundenen Nachrichten eine Ablenkung, und vieles davon scheint seltsam. Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, dass das Turnier nach dem Start nicht beendet wird, liegt bei etwa 50%.

Es ist seltsam, wie sie Quarantäne einführen und Grenzen schließen. Es schien mir, dass alles getan werden musste, bevor das Virus in ein Land eindrang, aber wenn es bereits eine Epidemie solchen Ausmaßes gibt … ich weiß nicht, seltsame Dinge passieren. Was das Turnier und das Coronavirus betrifft - eine Fahrt mit der U-Bahn durch ganz Moskau ist im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit einer Krankheit viel gefährlicher.

Maxime Vachier-Lagrave und Kirill Alekseenko scheinen verwirrt zu sein, wer die Wildcard ist | Foto: Lennart Ootes, Offizielle Website

Kramnik tritt von der Kommentierung zurück

Wir waren alle unglaublich aufgeregt darüber, den 14. Schachweltmeister Vladimir Kramnik hier auf chess24 für die Kommentierung zu haben. Ursprünglich hatte er vor, nach Hamburg zu kommen, dann, als sich die Grenzen zu schließen begannen, wurde entshcieden, dass er aus der Schweiz kommentieren würde, und jetzt hat er sich leider entschieden, überhaupt nicht zu kommentieren. In einer Erklärung erklärte er, warum er es für falsch hielt, mit dem Turnier weiterzumachen:

Ich habe beschlossen, mein Engagement als Kommentator des Kandidatenturniers in Jekaterinburg abzusagen. Bei allem Respekt und allgemeiner positiver Bewertung der Arbeit, die die FIDE in letzter Zeit geleistet hat, bin ich der festen Überzeugung, dass das Kandidatenturnier angesichts der heutigen katastrophalen humanitären Situation in der Welt hätte verschoben werden müssen. Ich persönlich finde die Entscheidung, mit dem Turnier weiterzumachen, in vielerlei Hinsicht falsch: vom äußeren Eindruck her, legal (es gab heute in Russland ein offizielles Verbot für alle internationalen Sportveranstaltungen) und am wichtigsten menschlich (einfach falscher Zeitpunkt, um das wichtigste Schachereignis des Jahres zu veranstalten, als sei nichts passiert, ohne auch nur ein bestimmtes, wenn auch sehr geringes Risiko für die Teilnehmer zu erwähnen). Ich wünsche allen Spielern, dass sie bis zum Ende des Turniers gesund bleiben, aber in der Situation jetzt ist dies das einzige Ergebnis, was bei diesem unzeitgemäßen Event zählt. Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die sich auf meine Kommentierung bei chess24 gefreut haben, aber es fühlt sich für mich aus den oben genannten Gründen einfach falsch an.

Vladimir Kramnik, 16. März, Genf


Es sind seltsame Zeiten, und wir verstehen natürlich Wladimirs Entscheidung, aber im Moment scheint das Schach weiterzugehen … und hoffentlich die Art von Ablenkung zu bieten, die viele von uns gerade brauchen!

One of Kramnik's great predecessors, 12th World Champion Anatoly Karpov, was at the Opening Ceremony | photo: Lennart Ootes, official website



Carlsen und Svidler zur Rettung

Jan Gustafsson und Lawrence Trent gehen nirgendwo hin, und Lawrence, gerade in Hamburg angekommen, begann sofort eine phänomenale Serie von Siegen gegen die GMs Magnus Carlsen, Pepe Cuenca, Ivan Cheparinov und Alvar Alonso in Folge:

Natürlich ist Magnus Carlsen kein gewöhnlicher Großmeister, und der Weltmeister wird ab Beginn der ersten Runde zu Jan und Lawrence stoßen, während der achtfache russische Meister Peter Svidler zwei Stunden später bei uns sein wird. Magnus hat schon an seinem Giri-Bashing-Material gearbeitet:

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Wenn ihr es noch nicht getan habt, dann nehmt an unserem FantasyChess-Wettbewerb teil, bei dem ihr tolle Preise gewinnen und einfach viel Spaß haben könnt. Es gibt einen Gesamtwettbewerb und einen Wettbewerb für die erste Runde, die zu Beginn der Spiele geschlossen werden. Die vollständigen Details findet ihr hier.

Wenn ihr weitere Informationen zu den Spielern braucht, dann findet ihr sie in unseren Vorschauen: 


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Nur als Erinnerung: Für die besten Fantasy-Preise und das Gesamterlebnis während des Kandidatenturniers solltest du erwägen, Premium zu werden, und wenn du das jetzt machst, gibt es ein paar tolle Angebote, einschließlich 40% Rabatt mit dem Code ‌CANDIDATES2020, oder einen kostenlosen Monat für jedes Remis Anish Giris während der vierzehn Runden mit dem Code GIRIDRAW. Viel Glück! 


Verfolge das Kandidatenturnier 2020 hier auf chess24 von 12 Uhr an!

Siehe auch:


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