Berichte 17.11.2019 | 22:55von Colin McGourty

Hamburg Grand Prix Finale 1: Grischuk kommt dem Sieg nahe

Alexander Grischuk hatte die Chance, in der ersten Partie gegen Jan-Krzysztof Duda beim Hamburger FIDE Grand Prix in Führung zu gehen, aber mit weniger als einer Minute auf der Uhr ließ er die Gelegenheit verstreichen. Duda war ebenfalls in hochgradiger Zeitnot, aber schaffte es, mit den schwarzen Steinen das Remis festzuhalten und hat nun am Samstag in der letzten klassischen Partie Weiß. Endet auch diese Partie Remis, geht es am Sonntag in den Tiebreak.

Alexander Grischuk ist nur noch eine Partie davon entfernt, einen Platz im Kandidatenturnier 2020 zu buchen | Foto: Valeria Gordienko, Turnierseite 

Alle Partien des FIDE Grand Prix kannst du dir hier ansehen:

Bei den Kommentaren hatten wir die Qual der Wahl unter anderem zwischen IM Christof Sielecki, dem Polen FM Kamil Plichta und dann niemand Geringeres als der Inder Harikrishna, der gerade sein Partie am Spitzenbrett für AVE Novy Bor im European Club Cup in Montenegro beendet hatte!

Oder eben Evgeny Miroshnichenko, der die Action ebenfalls kommentierte:

In den Halbfinals schickte Alexander Grischuk den Franzosen Maxime Vachier-Lagrave auf die Bretter mit den weißen Steinen und auch gegen Duda lief es zunächst nach Plan für den Russen. 

Die letzten Zwei in Hamburg | Foto: Valeria Gordienko, Turnierseite

Der 21 Jahre alte Pole entschied sich für die Damenindische Verteidigung, dachte jedoch nach 13.Tc2 ganze 33 Minuten nach:


Es war jedoch keine komplett neue Position, denn Ivan Cheparinov, der während des Partie im Chat von chess24 auftauchte, hatte in der letzten Runde des Grand Swiss im vergangenen Monat gegen Sandro Mareco auf die gleiche Art und Weise gespielt. Diese Partie war unvergesslich, weil sie epische 132 Züge dauerte und Remis endete. Mareco dachte damals 22 Minuten lang über 13...Sf8 nach. Duda wählte stattdessen 13...Lf8!? 14.Lf4 c5 und hatte bald Probleme auf der Uhr wie dem Brett.... obwohl Alexander bald aufholte und ebenfalls 31 Minuten investierte!

Es war nicht leicht für Duda nach einem 50-minütigem Nachdenken in den letzten beiden Zügen, aber Grischuk hat nun dennoch wieder weniger Zeit auf der Uhr! :)

Es war eine Stellung, in der man jedem verzeihen konnte, dass er viel Zeit investierte, da Weiß vielversprechende Optionen wie 15.Sb5, das knifflige 15.Sc4 oder den Zug, den Grischuk schließlich wählte (15.Nxd7), besitzt. Als Schwarz nach einer Reihe von Abtauschen mit doppelten f-Bauern, potenziell schwachen hängenden Bauern und zudem einem schlechten Läufer gegen einen guten Springer übrig blieb, sah es wie folgt aus:


Von hier an war Dudas Spiel absolut beeindruckend, da er komplett auf Dynamik und Figurenspiel setzte. Es schien, als sei das Schlimmste für Schwarz vorüber, doch nach 34…Te2?! hätte es noch schrecklich schief gehen können:


Grischuk verbrauchte hier 34 seiner 44 Sekunden und spielte 35.Dg5!? Dxg5 36.hxg5 und wieder einmal zeigte Duda in Hamburg, wie gut er mittlerweile Endspiele behandelt. Der wirkliche Test jedoch wäre 35.Se5! gewesen. Danach wäre 35…De4 36.Dxe4 Txe4 37.Sd3 erzwungen und Weiß dominiert die Stellung. Es ist nicht so leicht zu sehen, warum das alles erzwungen ist, aber ein natürlich aussehender Zug wie 35...Df5 würde zum Beispiel mit 36.Td8+! Kh7 und nun dem Schlüsseltrick 37.Sd7! beantwortet werden.


37...Dxd5 wird natürlich mit 38.Sxf6+ beantwortet und Schwarz hat nichts Besseres, als ein hoffnungsloses Endspiel mit Minusqualität zu verwalten.

Die Partie selbst blieb dann ein Krimi dank der Uhr, aber als beide Spieler den vierzigsten Zug gemacht hatten und nichts Dramatisches mehr passierte, ging die Intensität bald flöten.

Es scheint, als ob Grischuk eine echte Chance in Zeitnot verpasst hätte. Jetzt haben beide Spieler die Zeitkontrolle erreicht und es ist immer noch alles andere als klar!

Grischuk dachte im 41. Zug noch einmal lange nach, aber konnte nichts Konkretes finden und das Remis wurde mit dem 46. Zug unterschrieben.

Jan-Krzysztof Duda ist womöglich auf dem Niveau der Elite angekommen | Foto: Valeria Gordienko, Turnierseite

Damit hat Jan-Krzysztof Duda alle Chancen in der eigenen Hand, da er in der letzten klassischen Partie am Samstag die weißen Steine führen wird. In Hamburg schlug er bereits Ian Nepomniachtchi und Yu Yangyi mit Weiß in den klassischen Partien, doch Grischuk wird hochmotiviert sein, damit genau dies eben nicht eintritt - denn das Kandidatenturnier ist für ihn zum Greifen nahe!

Weitere Links:


Sortieren nach Datum (absteigend) Datum (absteigend) Datum (aufsteigend) meiste Likes Benachrichtigung bei neuen Kommentaren

Kommentare 0

Guest
Guest 7939444964
 
chess24 beitreten
  • Kostenlos, Schnell & Einfach

  • Sei der Erste, der kommentiert!

Registrieren
oder

registriere dich und leg los!

Ich bin älter als 16 Jahre.

Mit einem Klick auf 'Registrieren' stimmst du unseren Nutzungsbedingungen zu und bestätigst, dass du unsere Datenschutzrichtlinie und den Abschnitt über die Verwendung von Cookies gelesen hast.

Lost your password? We'll send you a link to reset it!

Nach der Übermittlung deiner E-Mail-Adresse erhältst du von uns eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen des Passworts. Wenn du dann weiterhin nicht auf deinen Account zugreifen kannst, melde dich bitte beim Kundendienst.

Welche Funktionen möchtest Du aktivieren?

Wir respektieren Deine Privatsphäre und Datenschutzbestimmungen. Einige Komponenten erfordern das Speichern von personenbezogen Daten in Cookies oder dem lokalen Speicher.

Show Options

Hide Options