Allgemein 05.02.2019 | 11:55von Colin McGourty

Grand Chess Tour nun auf 4 Kontinenten mit einem Preisgeld von $1,75 Millionen

In diesem Jahr wird die Grand Chess Tour bereits zum fünften Mal ausgetragen und es gibt einige Neuerungen. Erstmals finden Turniere in Asien und Afrika statt, außerdem gastiert die GCT erstmals in Rumänien und Kroatien. Vor allem die kroatische Station hat es in sich, treten hier doch alle zwölf Teilnehmer zu einem klassischen Rundenturnier an. In Kombination mit dem Sinquefield Cup wird die Hälfte der Punkte beim Turnierschach vergeben, ehe Halbfinale und Finale wieder im Rahmen der London Chess Classic im Dezember ausgetragen werden. Hier findet ihr alle Details zu den nun acht Turnieren!


Neue Länder, neue Kontinente

2019 ist die Grand Chess Tour zum ersten Mal ein wirklich globales Event, mit Turnieren in sieben Ländern und auf vier Kontinenten. Symbolisch steht dafür schon, dass das erste Turnier im Mai in Abidjan in der Elfenbeinküste stattfindet:

  • Abidjan, Elfenbeinküste

Letztes Jahr wurde dort praktisch als Generalprobe ein Einladungsturnier durchgeführt, das vom Ägypter Bassem Amin gewonnen wurde.

Bassem Amin ist der erste Afrikaner, der eine Elo von 2700 erreichte, und ein heißer Freiplatzkandidat für das erste Turnier der Grand Chess Tour 2019 | Foto: Kasparov Chess Foundation Afrika

Zur Grand Chess Tour zählen auch die indischen Tata Steel-Turniere in Kolkata, die letztes Jahr von Hikaru Nakamura (Schnellschach) und Vishy Anand (Blitz) gewonnen wurden.

Natürlich finden auch Turniere in Amerika - der Sinquefield Cup und das Schnellschach- und Blitzturnier von St. Louis - und Europa statt, wo in Paris wieder Schnellschach & Blitz gespielt und bei den London Chess Classic das Finale ausgetragen wird. Statt YourNextMove in Leuven werden dieses Mal aber das Superbet Rapid & Blitz in Bukarest und ein neues Turnier in Zagreb auf dem Programm stehen. 

Das Format

2015 fanden im Rahmen der Grand Chess Tour mit dem Norway Chess, dem Sinquefield Cup und den London Chess Classic drei klassische Schachturniere statt. Im Jahr 2018 jedoch wurde vor allem Schnellschach und Blitz gespielt, und nur der Sinquefield Cup blieb als Station mit Turnierschach übrig. Dieses Jahr trifft man sich in der Mitte, denn die Hälfte der Punkte und des Preisgeldes werden beim Turnierschach verteilt.

Hikaru Nakamura gewann 2018 die Grand Chess, obwohl er keine Turnierpartie gewinnen konnte (und stattdessen drei verlor) - das wird sich dieses Jahr vermutlich nicht wiederholen | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Statt neun festen Teilnehmern wie im Vorjahr werden 2019 zwölf Spieler eingeladen, die beim Sinquefield Cup und dem neuen Turnier in Kroatien, der neuen Heimat eines gewissen Garry Kasparov, dabei sein werden. Bei den klassischen Turnieren werden jeweils elf Runden ausgetragen, aber die Bedenkzeit wurde „zur Förderung des Kampfschachs“ von 100 Minuten für 40 Züge plus 60 Minuten für den Rest der Partie auf 130 Minuten für die gesamte Partie gesenkt. Wer möchte, kann am Anfang mehr Zeit verbrauchen, aber gegen Ende sind Zeitnotschlachten vorprogrammiert.

Erneut werden bei der Grand Chess Tour keine Boni pro Zug gut geschrieben, sondern die sogenannten Verzögerungen („delays“) angewandt. Das bedeutet, dass die Uhr erst 30 Sekunden nach einem Zug losläuft, aber auch, dass die Spieler keine neue Bedenkzeit anhäufen können – hat man noch eine Sekunde, kann man sich bei jedem Zug 30 Sekunden Zeit nehmen, aber man kann nie mehr das Brett verlassen! Remisangebote derweil sind nur beim Turnierschach erlaubt.     

Magnus Carlsen bekam 2018 einen Freiplatz beim Sinquefield Cup, wo er mit Fabiano Caruana und Levon Aronian den ersten Platz teilte - 2019 wird er wohl immer dabei sein | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour 

2018 wurden drei Schnellschach- und Blitzturniere ausgetragen, bei denen alle gesetzten Spieler teilnehmen mussten, dazu kam ein Spieler mit einem Freiplatz. Dieses Jahr stehen fünf Schnellschach- und Blitzturniere auf dem Programm, von denen jeder gesetzte Spieler drei bestreiten muss. Alle Ergebnisse zählen, wobei es 20 Punkte (18 bei Teilung) für einen Sieg beim Turnierschach und 13 (12 bei Teilung) für einen Sieg beim Schnell- und Blitzschach gibt. Das bedeutet, dass es recht viele Freiplätze geben wird.

Die besten vier Spieler werden wieder in London zum Finale antreten, allerdings wurde das genaue Format dieses Turniers noch nicht bekannt gegeben.

Wie viel können die Spieler gewinnen?

Insgesamt gibt es dieses Jahr $1.750.000 zu gewinnen, das sind $700.000 mehr als im Vorjahr. Beim Schnellschach und Blitz gibt es wieder jeweils $150.000 zu gewinnen, davon gehen $37.500 an den Sieger. Die Preisgelder beim Turnierschach wurden von $300.000 auf $325.000 erhöht, der Sieger erhält $90.000. Für das Finale in London wurde das Preisgeld von $300.000 auf $350.000 erhöht, der Sieger und Zweitplatzierte erhält dieses Mal $150.000 bzw. $100.000.      

Wer sind die Teilnehmer?  

Eingeladen wurden die drei Erstplatzierten des Vorjahrs, die vier Elobesten nach dem Universal Rating System am Stichtag 1.Januar 2019, die vier Elobesten des Zeitraums Februar 2018 bis Januar 2019 und Ian Nepomniachtchi, der einen Freiplatz erhielt:

# Name FED URS (Rank) FIDE (Rank) Qualified by
1 Magnus Carlsen 2859 (1) 2835 (1) URS
2 Hikaru Nakamura 2806 (2) 2749 (16) GCT 2018
3 Maxime Vachier-Lagrave 2796 (3) 2780 (6) GCT 2018
4 Fabiano Caruana 2794 (4) 2828 (2) GCT 2018
5 Shakhriyar Mamedyarov 2792 (5) 2817 (3) URS
6 Ding Liren 2788 (6) 2813 (4) URS
7 Levon Aronian 2782 (7) 2767 (10) URS
8 Wesley So 2779 (8) 2765 (11) FIDE
9 Ian Nepomniachtchi 2778 (9) 2763 (13) Wildcard
10 Vladimir Kramnik 2768 (13) 2777 (7) FIDE
11 Anish Giri 2765 (14) 2783 (5) FIDE
12 Viswanathan Anand 2761 (16) 2773 (8) FIDE

Magnus Carlsen, der Sieger von 2015 und 2017, hat seine Teilnahme bereits bestätigt, aber Vladimir Kramnik wird nach seinem Rücktritt kaum dabei sein. Damit dürfte der erste Ersatzmann, Sergey Karjakin, eine Einladung erhalten, der zweite Ersatzmann ist Yu Yangyi. 

Wann finden die Turniere statt?

Mai 2019

1. Elfenbeinküste Rapid & Blitz | Abidjan, Elfenbeinküste |  7.-12. Mai

FIDE Grand Prix, 1.Turnier | 16. - 30. Mai

Juni 2019

2. Kroatien GCT | Zagreb, Kroatien | 25. Juni – 8. Juli

Juli 2019

FIDE Grand Prix, 2. Turnier | 11. - 25. Juli

3. Paris Rapid & Blitz | Paris, Frankreich | 27. Juli - 1. August 

August 2019

4. St. Louis Rapid & Blitz | St. Louis, USA | 9. -14. August

5. Sinquefield Cup | St. Louis, USA |16. – 29. August 

November 2019

FIDE Grand Prix, 3. Turnier | 4. – 18. November 

6. Superbet Rapid & Blitz | Bukarest, Rumänien | 4. - 11. November 

7. Tata Steel India Rapid & Blitz | Kolkata, Indien | 20. - 27. November 

Dezember 2019

8. London Chess Classic (GCT Finale) | London, GB |  1. - 9. Dezember

FIDE Grand Prix, 4. Turnier| 10. – 24. Dezember 

Da die Spieler nur an drei der fünf Blitz- und Schnellschachturniere der GCT und nur an drei der vier Grand-Prix-Turniere teilnehmen müssen, sollten alle Teilnehmer genügend Spielraum haben und sich die beiden Turnierserien nicht übermäßig in die Quere kommen.   

Levon bereitet sich bereits hart auf die kommenden Aufgaben vor...

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