chess24 13.07.2019 | 11:00von chess24 staff

Fressinets Top 5 Neuerungen der GCT Zagreb

Der zweifache französische Meister und Trainer von Magnus Carlsen Laurent Fressinet zeigt in diesem Beitrag die besten 5 Neuerungen, die bei der gerade erst zu Ende gegangenen Grand Chess Tour in Zagreb gespielt wurden. Nicht ganz unerwartet hat sein Chef Magnus ein paar davon aufs Brett gebracht - und damit Ding Liren geschlagen und Levon Aronian bis ans Limit getestet - aber es gab ebenso feine Ideen von Wesley So, Shakhriyar Mamedyarov und Fabiano Caruana.

Laurent Fressinet schaut sich die starke Eröffnungsneuerung Magnus Carlsens an

Wenn du in einem Turnier ohne wirklich schwache gut abschneiden willst (und genau dieses Szenario gab es bei der Grand Chess Tour in Zagreb), dann musst du deine Hausaufgaben erledigt haben. Optimal ist es, wenn du ein paar Ideen im Köcher hast. Laurent schaut sich die besten Eröffnungsneuerungen im folgenden Video an:

Hier ist ein kurzer Abriss der Neuerungen, wenn du sie dir sofort anschauen willst. Oder schau dir die Partien im Detail an:

5. So 1-0 Mamedyarov: 7.Ld3 im Anti-Grünfeld

Als wir Laurent fragten, wie man diese Eröffnung am besten beschreiben sollte, schlug er vor, sie "Anti-Dubov"-Variante zu nennen, denn der kreative, junge russische Großmeister (und Carlsen-Sekundant) Daniil Dubov hatte mit dieser Idee Anish Giri am Rand der Niederlage, als Giri auf das Bauernopfer 4...e5 mit 7.d3 d5 reagierte. Wesleys neue Idee bestand in 7.Ld3:


Wesley schickte sich dann auch an, nach 7...Sxe4 die Partie zu gewinnen, aber Laurent gefällt die weiße Stellung auch nach anderen Zügen. Er fasste zusammen:

7.Ld3 mag die Variante wohl faktisch widerlegen, auch wenn möglicherweise ein paar Spieler die Herausforderung annehmen werden, etwas für Schwarz zu finden.


4: Mamedyarov 1-0 Anand: 11.Tfe1 in der Wiener Variante

Neuerungen müssen nicht immer schrill sein!


Laurent: “Ein neuer Zug, sehr simpel und logisch, ich mag ihn." Er ist ebenfalls der Meinung, dass Vishy sich "gut verteidigte", aber weil die entstehende Stellung trickreich für Schwarz zu spielen ist, ist es nicht verwunderlich, dass Shakhriyar schlussendlich seinen einzigen Sieg in dem Turnier einsammeln konnte.


3: Carlsen ½-½ Aronian: 15.0-0-0 in der Wiener Variante

Das wiederum ist verdammt schrill! Magnus Carlsen rochierte lang und bringt seinen König scheinbar in große Gefahr:


Am Ende Remis, aber sicherlich eine der besten Partien der Grand Chess Tour 2019 in Zagreb! | Foto: Lennart Ootes, Grand Chess Tour

Das weiße Spiel am Königsflügel (h4 gefolgt von Th3-g3-g4-f4-f6!) war nicht als Scherz gemeint, aber Levon konnte sich am Ende doch seiner Haut erwehren. Laurent meinte dazu, dass "beide Seiten extrem beeindruckend" gespielt haben.


2: Caruana 1-0 Nakamura: 19.Df5 Sxc5 20.h4 im abgelehnten Damengambit

Die erste Runde in Zagreb startete explosiv und das nicht nur in dieser Partie, die in der (späten) Eröffnungsphase entschieden wurde. Laurent formulierte es so:

Die Neuerung kam im 19. Zug, was ein wenig verrückt ist. Es ist nicht nur eine Neuerung, sondern ein komplett neues Konzept von Fabiano.


Laurent erklärt, dass die Idee von Weiß darin besteht, auf 19.Df5 Sxc5 mit 20.h4 fortzusetzen - "ein wenig im Stil von AlphaZero - man schiebt den h-Bauern nach vorne, um den schwarzen König zu schwächen." Nakamura ging in Flammen unter, nachdem er bereits kurze Zeit später einen entscheidenden Fehler beging.


1: Ding Liren 0-1 Carlsen: 11…La6 in the Catalan

Es passt ins Bild, dass der Turniersieger die gewichtigste Neuerung des Events spielte. Mit ihrer Hilfe schnappte sich Magnus Carlsen auch noch seinen allerersten Sieg gegen Ding Liren im klassischen Schach:


Schwarz spielt auf Entwicklungsvorsprung, auch wen Laurent anmerkt: "Natürlich gibt es das kleine Problem, dass man den Bauern nicht zurückschlägt!" Die Nummer 3 der Welt reagierte gut und der c-Bauer schaffte es sogar bis nach c7. Aber als er fiel, packte Magnus seine bekannte Technik aus, mit der er schon so viele Siege aus Stellungen herauspresste, die nur einen scheinbar geringen Vorteil boten.


Laurent Fressinet plant, diese Videos für jedes große Turnier aufzunehmen. Hier kannst du auch seine Top 5 Neuerungen vom Altibox Norway Chess anschauen:

Lange müssen wir nicht auf die nächsten hochkarätigen Schachturniere warten, denn der FIDE Grand Prix in Riga startete am Freitag, den 12. Juli. Und das jährliche Sparkassen Chess Meeting in Dortmund beginnt am heutigen Samstag.

Weitere Links:


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