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Allgemein 20.07.2021 | 12:14von Joe

FIDE Weltpokal Runde 3: Paehtz weiter, Blübaum raus

Die 3. Runde des FIDE Weltpokals endet für Elisabeth Paehtz und Matthias Blübaum nach den zwei klassischen Partien. Während sich in der 2. Runde große Dramen im Stechen abspielten und Rasmus Svane nach langem Kampf gegen Ivan Cheparinov ausschied, war die 3. Runde wesentlich entscheidender. Elisabeth Paehtz gewann ihr Match gegen die Aserbaidschanerin Gulnar Mammadova und trifft damit in der 4. Runde des FIDE Weltpokals der Frauen auf Anna Muzychuk. Matthias Blübaum verlor sein Match gegen den Serben Velimir Ivic und scheidet nach der 3. Runde aus dem Turnier aus.

Elisabeth Paehtz konnte sich entscheidend gegen Gulnar Mammadova durchsetzen und ist in der 4. Runde | Foto: Anastasiia Korolkova, offizielle Website
















Ihr könnt die Partien der 3. Runde des FIDE Weltpokals hier nachspielen:

FIDE Weltpokal

FIDE Weltpokal der Frauen


Matthias Blübaum scheidet gegen Velimir Ivic aus

Matthias Blübaum hatte eine ereignisreiche 2. Runde, als er sich im Stechen gegen Viktor Erdos durchsetzte. In der 3. Runde traf er daraufhin auf den Serben Velimir Ivic und hatte in der 1. Partie die schwarzen Steine. In der Tartakower Variation der Caro-Kann Verteidigung spielte Blübaum früh 9...h5 und direkt darauffolgend 10...h4. Dies wurde unter anderem bereits von seinem Landsmann Niclas Huschenbeth gegen Jeffery Xiong gespielt. Die Partie endete remis. Allerdings gelang es Ivic in der Partie, langsam Druck auf dem gesamten Brett aufzubauen und Schwarz Felder für seine Läufer wegzunehmen. Eine erste Ungenauigkeit kam, als Blübaum im 19. Zug Sh7 spielte. Der Computer empfiehlt hier a6 zu spielen, um Gegenspiel auf dem Damenflügel zu erzeugen und die a-Linie für die Türme zu öffnen. Wirklich gefährlich wurde es jedoch nach folgender Stellung:


Die Stellung nach 20...Sg5

Mit dem Zug 20...Sg5 erlaubte Blübaum seinem Gegner, seinen Springer auf das gedeckte Feld d5 zu ziehen. Aus diesem Grund musste zuvor Druck auf die b und c-Bauern ausgeübt werden, um das Manöver zu stoppen. Die Partie ging mit 21...Lh2+ 22.Kh1 Dd6 23.Td1 Le5 24.Lxg5 fxg5 25.f6 Ld4 26.Lh7+ weiter und es scheint, als habe Weiß einen starken Angriff auf den Königsflügel. Allerdings spielte Velimir Ivic 28.Sf6 (der Computer empfiehlt stattdessen 28.Lf5, um den Abtausch der weißfeldrigen Läufer zu erzwingen und mit den restlichen Figuren Druck auf den Schwarzen König aufzubauen), was Blübaum genug Zeit gab, seinen Turm mit 28...Te5 vorzuziehen und ins Spiel zu bringen. Die Stellung war danach beinahe wieder ausgeglichen. 

Leider patzte Blübaum wenig später mit dem ruhigen 32...Ld7 zurück, statt den gefährlichen Springer auf g4 zu schlagen. Damit gab er wiederum Ivic genug Zeit, seine Dame zum gefährlichen Angriff zu mobilisieren. Wenig später fielen mehrere Bauern und der schwarze Turm und Matthias Blübaum musste sich in der 1. Partie geschlagen geben.


Die finale Stellung nach 45.Kf1


In der 2. Partie musste Blübaum deshalb auf Knopfdruck gewinnen, um zumindest ein Stechen wie in der 2. Runde zu erzwingen. Jedoch schaffte er es nicht, aus der Eröffnung genug Angriff und Komplikationen zu erzeugen und die Partie endete bereits nach 32 Zügen im Remis. Denn nach 32.Sxd5 bietet der Computer folgende Weiterführung an: 32...Txd5 33.Txd5 Dxd5 34.Sf4 Dc6 35.Tc1 c4 36.bxc4 Sxc4 usw. Die Figuren würden abgetauscht werden und es bliebe kein Angriff übrig.

Schauen wir nun auf den FIDE Weltpokal der Frauen, bei dem Elisabeth Paehtz überzeugend in die 4. Runde gelangte.


Elisabeth Paehtz überzeugt gegen Gulnar Mammadova


Elisabeth Paehtz musste in der 2. Runde gegen Nurgyul Salimova ebenfalls ins Stechen, das sie in den Blitzpartien schließlich für sich entscheiden konnte. Als Topgesetzte der Frauen musste sie die 1. Runde nicht spielen. Gegen Mammadova sollte die Entscheidung jedoch wesentlich früher fallen. Während die 1. Partie, bei der Paehtz die schwarzen Steine hatte, bereits nach 27. Zügen in einem Remis durch Zugwiederholung endete, konnte Paehtz die 2. Partie mit Weiß für sich entscheiden. In einer Schottischen Partie schien es indes zuerst so, als hätten die beiden Kontrahentinnen eine ausgeglichene Stellung erreicht, die wenig Angriff zuließ.

Stattdessen gelang es Paehtz, langsam Druck auf dem Brett aufzubauen und ihre Figuren geschickt zu manövrieren, um schließlich eine bessere Stellung zu erreichen. Nach und nach schaffte sie es nach einem verfrühten 29...g4 von Mammadova, einen Turm auf e4 abzutauschen und mit dem anderen Turm auf d1, der den schwarzen König von seinen Bauern auf dem Damenflügel abschnitt, weitere Bauern zu schlagen. Schließlich hatte sie nach 54.Txc6 zwei Freibauern auf der a und c-Linie kreiert, die unaufhaltbar schienen, während der Läufer auf e3 die Bauernstruktur am Königsflügel intakt hielt.


Die Stellung nach 54.Txc6

Zwar kann der schwarze Turm den Bauern auf c2 schlagen. Dieser stellt jedoch nur einen Doppelbauern dar. Nach 66.Lc5+ gab sich Gulnar Mammadova schließlich geschlagen, da die Stellung hoffnungslos ist und ein Matt-in-10 droht: 66...Kf7 67.La3 Tb1+ 68.Ka2 Td1 69.a8=D (Schwarz kann die Verwandlung zur Dame nicht verhindern) 69...Td2+ 70.Kb1 Td4 71.Da5 Td1+ 72.Kc2 La4+ 73.Dxa4 (das letzte Schach, dass Schwarz geben kann) Td6 74.Da7+ Kg8 75.Txd6 (alle Figuren sind verloren und Matt im nächsten Zug folgt) Kh8 76.Td8#

Elisabeth Paehtz hochkonzentriert während der entscheidenden Weiß-Partie gegen Gulnar Mammadova | Foto: Anastasiia Korolkova, offizielle Website

Damit hat es Elisabeth Paehtz als eine der Topgesetzten des FIDE Weltpokals der Frauen in die 4. Runde geschafft. Ihre Kontrahentin steht bereits fest: Anna Muzychuk. Die Ukrainerin ist wie der Gegner von Arik Braun in der 2. Runde, Boris Gelfand, als Trainerin teil der Challengers Chess Tour. Sie stellt zudem als ehemalige Weltmeisterin im Blitz- und Schnellschach eine besonders starke Gegnerin dar. Außerdem ist sie eine von sechs Frauen, die jemals die 2600er Wertungsgrenze überschritten haben. Wir drücken Elisabeth die Daumen für die 4. Runde und hoffen auf ein spannendes Match!

Die 4. Runde des FIDE Weltpokals sowie des FIDE Weltpokals der Frauen beginnt am 22.7., da am 20.7. die Matches mit Stechen beendet werden, die noch ausgeglichen sind und am 21.7. ein Ruhetag stattfindet. Ihr könnt die Partien des FIDE Weltpokals hier auf chess24 live mit Computeranalyse verfolgen:


FIDE Weltpokal


FIDE Weltpokal der Frauen


Siehe auch:


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