Allgemein 01.09.2018 | 08:17von Carlos Colodro

Europacup mit Carlsen, Mamedyarov und Ding Liren

Die Mannschaftsaufstellungen für den Europacup der Klubmannschaften 2018, der vom 12. bis 18. Oktober im griechischen Chalkidiki stattfindet, wurden bekannt gegeben. Magnus Carlsen wird bei diesem Turnier dabei sein, aber nicht bei der Schach-Olympiade, womit ein weiteres Aufeinandertreffen mit seinem Herausforderer Fabiano Caruana, der in Griechenland nicht dabei sein wird, vor dem WM-Kampf noch unwahrscheinlicher wird. Neben dem Weltmeister stehen auch Mamedyarov, Ding Liren, Giri, Karjakin, Nepomniachtchi und Grischuk auf der Teilnehmerliste.

Das Porto Carras Grand Resort in Chalkidiki | Foto: official website

Der Europacup der Klubmannschaften wird bereits zum 34. Mal ausgetragen. Dieses Mal findet das Turnier im Porto Carras Grand Resort im griechischen Chalkidiki statt. Der Format wird dasselbe sein wie in den letzten Jahren: sieben Runden Schweizer System. Für das Open haben sich bisher 58 Mannschaften angemeldet, bei den Damen 12.

Höhepunkt der Veranstaltung ist die Teilnahme von Magnus Carlsen, der drei Wochen vor seinem Match gegen Caruana in Chalkidiki antreten wird. Der Amerikaner hingegen hat seine Teilnahme beim Open auf der Isle of Man Open abgesagt — verständlich, denn dieses endet erst am 28. Oktober. Fabiano wird die USA jedoch bei der Schach-Olympiade im September vertreten, die sicher deutlich anstrengender wird.

Magnus Carlsen wird sein Debüt für die an Nummer 6 gesetzte Mannschaft von Valerenga Sjakklubb Oslo geben. Das norwegische Team hat seine Aufstellung deutlich verstärkt, nachdem letztes Jahr nur drei Spieler mit einem Titel am Start waren. Carlsen wird von David Howell, Nils Grandelius, Evgeny Romanov, Borki Predojevic und seinen Landsleuten Aryan Tari, Kjetil Lie und Johan-Sebastian Christiansen unterstützt. In einem Turnier mit so wenigen Runden wäre es keine große Überraschung, wenn diese Mannschaft einen Platz auf dem Siegertreppchen belegen würde.

Fünf Mannschaften sind stärker besetzt als Valerenga. Schauen wir sie uns kurz der Reihe nach an:

1. Globus: Giri, Karjakin, Nepomniachtchi, Grischuk, Wei Yi, Khismatulin

Der Titelverteidiger hat seine beiden Spitzenbretter verloren — Kramnik ist nicht dabei und Mamedyarov tritt für Odlar Yurdu an — ist aber immer noch das Team mit dem höchsten Elo-Schnitt. Bisher sind in der offiziellen Aufstellung erst sechs Spieler nominiert, es könnte also sein, dass Kramnik oder ein anderer starker Spieler noch dazu kommt. Das chinesische Wunderkind Wei Yi ersetzt Anton Korobov, der letztes Jahr nur dreimal eingesetzt wurde. 

2. Alkaloid: Ding Liren, Yu Yangyi, Jakovenko, Kryvoruchko, Andreikin, Eljanov, Nedev, Panceski

Der Sieger von 2016 tritt mit derselben Mannschaft wie in den Vorjahren an. Das mazedonische Team hängt stark von den sechs Spielern mit den höchsten Elo-Zahlen ab, die „Lokalmatadore“ kommen in der Regel nur in den ersten Runden zum Einsatz. Immerhin stehen die beiden stärksten Chinesen im Kader und der Russe Jakovenko hat in diesem Jahr sehr überzeugt und steht im russischen Olympia-Team — eine umstrittene Entscheidung angesichts des Fehlens von Grischuk und Svidler, die trotz besserer Elo-Zahl nicht nominiert wurden.

3. Odlar Yurdu: Mamedyarov, Radjabov, Naiditsch, Mamedov, Safarli, Guseinov, Durarbayli, Abasov

Im Grunde die Nationalmannschaft Aserbaidschans mit drei starken Ersatzspielern! Alle fünf Spieler, die auch in Batumi dabei sein werden, stehen im Kader — Mamedyarov und Radjabov wurden neu ins Team geholt. Natürlich wird sich das Abschneiden bei der Olympiade auch auf das Ergebnis in Chalkidiki auswirken.

Das Team aus Aserbaidschan hat neuerdings auch Mamedyarov und Radjabov in seinen Reihen | Foto: Anastasia Karlovich, ChessPro

4. AVE Novy Bor: Navara, Harikrishna, Wojtaszek, Vidit, Ragger, Sasikiran, Laznicka, Bartel

Auch dieses Team hat nichts an seiner Aufstellung geändert. Letztes Jahr belegte es mit (Alkaloid und Odlar Yurdu) punktgleich den zweiten Platz, landete wegen der schlechteren Wertung aber auf Platz 4. Das Team besteht aus sehr starken und hoch motivierten Spielern, die noch nicht den Sprung an die Weltspitze geschafft haben, aber immer für eine Überraschung gegen vermeintlich übermächtige Gegner gut sind.

5. Mednyi Vsadnik: Svidler, Vitiugov, Fedoseev, Matlakov, Rodshtein, Alekseenko, Goganov

Das bestens bekannte Team aus Saint Petersburg wird versuchen, seinen fünften Platz vom Vorjahr (2016 wurden sie Zweiter) zu verbessern. Von den sechs — sehr starken — russischen Spielern wird kurioserweise nur Vitiugov bei der Olympiade dabei sein. Aus diesem Grund kommt die Mannschaft im Gegensatz zu manchem Konkurrenten ausgeruht nach Griechenland. Im Vergleich zum Vorjahr wurde Khairullin durch Alekseenko ersetzt.

Peter Leko tritt für Obiettivo Risarcimento Padova an | Foto: Baku World Cup

7. Obiettivo Risarcimento Padova: Wang Hao, Vallejo, Leko, Granda, Vocaturo, David, Brunello, Dvirnyy

Wie die Nummer 6 des Turniers, Valerenga, hat sich auch die italienische Mannschaft aus Padua deutlich verstärkt. Die vier starken Italiener, die im Vorjahr noch an den ersten vier Brettern saßen, rutschen nun an die hinteren Bretter, da einige starke und erfahrene Spieler verpflichtet wurden. Es wird sehr interessant werden, wie Wang Hao, Vallejo, Leko und Granda sich schlagen, da sie dieses Jahr nur an wenigen Spitzenturnieren teilgenommen haben. Sie können sogar Gold gewinnen!

Der Damenwettbewerb

Der Cercle d'Echecs de Monte-Carlo ist nach einjähriger Abwesenheit (wegen des Austragungsorts in der Türkei) wieder dabei. 2016 gewann das Team mit Hou Yifan am Spitzenbrett — dieses Jahr wird die Chinesin nicht dabei sein, doch Anna Muzychuk ist sicher ein hervorragender Ersatz. Für die Nummer 1 der Setzliste reichte es aber nicht, da Titelverteidiger Nona einen höheren Elo-Schnitt aufweist. Im Team aus Batumi fehlt dieses Mal Harika Dronavalli, dafür sind vier der fünf Spielerinnen aus Georgien dabei, die an der Olympiade teilnehmen.

Die Titelverteidigerinnen | Foto: Anastasia Karlovich, ChessPro

Drei weitere Teams haben einen Elo-Schnitt von über 2400: Caissa Italia Pentole Agnelli (angeführt von Valentina Gunina), Ugra aus Russland (angeführt von Natalia Pogonina) und Kyiv Chess Federation aus der Ukraine (angeführt von Mariya Muzychuk).

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