Berichte 07.03.2019 | 13:47von Colin McGourty

Duda mit Auftaktsieg beim Prager Schachfestival

Mit einem gelungenen Konter hat Jan-Krzysztof Duda bei der Premiere des Prager Schachfestivals Richard Rapport besiegt. Die anderen Partien beim Masters endeten allesamt remis, obwohl David Navara gegen Boris Gelfand 100 Züge lang sein Glück versuchte. Bei den Challengers dagegen wurden vier Partien entschieden. David Anton besiegte die Nummer 1 der Setzliste Alexei Shirov und Mateusz Bartel wies den 13-jährigen Praggnanandhaa in die Schranken.

Mateusz Bartel hatte gegen Praggnanandhaa das bessere Ende für sich | Foto: Vladimír Jagr, Turnierseite

Ein großes neues Turnier ist immer interessant, und das Prager Schachfestival, bei dem neben dem Masters und den Challengers mit je zehn Spielern auch noch ein Open auf dem Programm steht, hat das Zeug, noch ganz groß herauszukommen. Aktuell treffen die besten tschechischen Spieler auf Spieler der erweiterten Weltspitze. 

Die Spieler des Masters bei der Eröffnungsfeier | Foto: Vladimír Jagr, Turnierseite

Alle Partien könnt ihr hier mit einem Kilck auf das Ergebnis bzw. die Runde nachspielen:

Der 20-jährige Pole Jan-Krzysztof Duda ist bis auf Platz 20 der Weltrangliste geklettert und damit zumindest einen Tag wieder bester Junior der Welt. Gegen Richard Rapport stand er früh unter Druck, nutzte dann aber seine Konterchancen, als der Ungar in komplizierter Lage nur noch eine Minute auf der Uhr hatte:


Nach dem Springeropfer 37.Scxe5+? fxe5 38.Sxe5+ Kc8 39.Sxc6 Sxe4! war Schwarz am Ruder, und obwohl Rapport im anschließenden Endspiel dem Remis sehr nahe kam, gewann Duda nach 94 Zügen.

Viktor Laznicka und Nikita Vitiugov analysieren ihre Remispartie | Foto: Vladimír Jagr, Turnierseite

Auch bei Harikrishna-Shankland wurde hart gekämpft, doch war die Partie kein Vergleich zu Navara-Gelfand, wo dieselbe Russisch-Variante zur Debatte stand wie in der vorletzten WM-Partie zwischen Carlsen und Caruana. Im Gegensatz zu Carlsen, der sich nach 12.Kb1 bald ins Remis schickte, versuchte Navara das ambitioniertere 12.Lg5. Zwar stellte Schwarz nicht direkt mit 12…h6? 13.Lxh6! die Partie ein wie bei Karjakin-Harikrishna 2016, aber dieselbe Zugfolge kam wenig später trotzdem aufs Brett!


16.Lxh6!? war der Auftakt eines Feuerwerks, das mit 16…Se4 17.Df4 Sxf2! 18.Dg3 Sg4! weiterging. Gelfand musste am Brett die besten Züge finden, während Navara seine Vorbereitung herunterblitzte. Am Ende konnte der Israeli den Schaden in Grenzen halten und eine Stellung mit Turm + Läufer gegen Dame erreichen:


Weiß versuchte mit aller Macht zu gewinnen, aber 70 Züge später konnte Gelfand nach genau 100 Zügen das Remis sichern.

Boris Gelfand und Frauen-Weltmeisterin Ju Wenjun bei der Eröffnungsfeier | Foto: Vladimír Jagr, Turnierseite

Wilder Auftakt bei den Challengers

Wie in Wijk aan Zee qualifiziert sich auch beim Prager Schachfestival der Sieger der Challengers für das Masters im Jahr 2020, und dieses Ziel führte in Runde 1 zu lebhaftem Schach:

Der vielleicht interessanteste Teilnehmer ist der 13-jährige Praggnanandhaa, der nach dem Erreichen des Großmeistertitels den Aufstieg in die Weltspitze anpeilt. 

Praggnanandhaa ist mit 13 Jahren bereits ein etablierter Großmeister | Foto: Vladimír Jagr, Turnierseite

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg, wie man in der 1.Runde sehen konnte, in der der Pole Mateusz Bartel mit Schwarz früh die Initiative übernahm. Wie Rapport im Masters verschärfte auch Praggnanandhaa in schwieriger Lage das Geschehen. Er spielte 18.f5?!


Bartel sah keine Gespenster und spielte das korrekte 18…gxf5!, ehe er zeigte, dass der Schwarze derjenige ist, der auf der g-Linie angreifen kann. Nach 34 Zügen gab der junge Inder auf, und Bartel war der erste Spieler, der einen ganzen Punkt eingefahren hatte. 

Mateusz Bartel war buchstäblich der erste Spieler, der seinen Gewinn an der Tafel eintrug! | Foto: Vladimír Jagr, Turnierseite

Die wichtigste Partie der ersten Runde war vermutlich das Duell zwischen Turniersenior Alexei Shirov und David Anton. Durch Shirovs Rückkehr in den Spanischen Verband ist Anton nur noch die Nummer 3 seines Landes, aber nach weiteren Partien dieser Art kann sich das schnell ändern. Shirovs Stellung flog auseinander, als er in leicht schlechterer Stellung 22 Minuten überlegte und dann 19.f3? spielte:


Nach 19…c5! stand das Brett in Flammen, doch während Shirov in Zeitnot verkehrte, erwiesen sich die taktischen Verwicklungen als günstig für Schwarz. Als sich der Rauch verzogen hatte, hatte Weiß eine Figur weniger und gab nach 30 Zügen auf. 

Alle Partien aus Prag könnt ihr täglich ab 15:00 Uhr auf chess24 verfolgen, übermorgen beginnt dann zusätzlich das Open: Masters | Challengers | Open

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