Allgemein 22.02.2018 | 09:29von Carlos Colodro

Die Kandidaten: Vladimir Kramnik

Das Kandidatenturnier 2018 wird vom 10.-28. März in Berlin ausgetragen. Der Sieger spielt danach im November in London ein Match gegen Magnus Carlsen um den Weltmeistertitel. Wir schauen uns alle Kandidaten an und analysieren dabei ihre bisherigen Ergebnisse in vergleichbaren Turnieren und ihre Resultate in den Jahren 2017 und 2018. Schauen wir uns als Nächsten Ex-Weltmeister Vladimir Kramnik an!

Sein Abschneiden als Kandidat

Kramnik ist aktuell mit 2800 Elo die Nummer 3 der Weltrangliste. Der Russe war ab 1994 fast immer beim Kandidatenturnier oder der WM dabei und fehlte nur beim letzten Ausscheidungsturnier. Dieses Mal wurde er von den Veranstaltern nominiert:   


Im Jahr 1993 war die Schachwelt gespalten. Kramnik – damals die größte Hoffnung des russischen Schachs – nahm 1994 an beiden WM-Zyklen teil. Bei der PCA schied er im Viertelfinale gegen Gata Kamsky aus, während er bei der FIDE im Halbfinale an Boris Gelfand scheiterte.

1998 trug er gegen Alexey Shirov ein Match aus, bei dem der Herausforderer von Garry Kasparov ermittelt werden sollte. Der Lette (der damals für Spanien an den Start ging) gewann, doch mangels Sponsoren trat Kasparov lieber gegen Kramnik an. "Big Vlad" gewann 2000 in London tatsächlich den Titel und verdankte seinen Sieg vor allem seiner glänzenden Eröffnungsvorbereitung.

2004 verteidigte Kramnik seinen Titel gegen Peter Leko (der Titelverteidiger behielt bei unentschiedenem Ausgang den Titel), und schlug in Elista 2006 Veselin Topalov nach einem umstrittenen Duell im Schnellschach-Stichkampf. 2007 wurde Kramnik in Mexiko Zweiter hinter Vishy Anand. Der Russe pochte auf sein Recht auf einen Rückkampf und unterlag 2008 in Bonn Anand erneut – der Inder feierte einen 6,5:4,5-Sieg.

Beim Kandidatenturnier 2011 in Kazan schied Kramnik gegen Alexander Grischuk im Halbfinale aus, nachdem er sich dank eines der besten Elo-Schnitte qualifiziert hatte.

Kramnik qualifizierte sich auch 2013 für das Kandidatenturnier in London, und hatte dies wieder seiner Elo zu verdanken. Er landete nach einer dramatischen Schlussrunde punktgleich mit Magnus Carlsen auf Platz 1, doch der Norweger hatte mehr Siege errungen und wurde zum Herausforderer von Anand erklärt.

2014 in Khanty-Mansiysk wurde Kramnik mit 7 aus 14 Dritter und erzielte dabei je drei Siege und Niederlagen.

2016 war Kramnik erstmals nicht dabei, da Anish Giri ihn mit dem besseren Elo-Schnitt überholt hatte. Obwohl das Turnier in Moskau stattfand, erhielt Kramnik nicht den Ausrichterfreiplatz.

Sein Weg nach Berlin

Hier Vladimir Kramniks Ergebnisse in Turnieren mit klassischer Bedenkzeit in den Jahren 2017 und 2018:


Vladimir Kramnik verzichtete auf die Teilnahme am FIDE Grand Prix und war 2017 auch nicht bei der Grand Chess Tour dabei (in Leuven spielte er immerhin bei verkürzter Bedenkzeit), obwohl er zu beiden Events eingeladen wurde. Der Russe holte zwar keinen Turniersieg, landete aber immer im Vorderfeld. Herausragend waren sicher seine zweiten Plätze beim Gashimov Memorial und beim Altibox Norway Chess.

Triumphe feierte Kramnik in Mannschaftsturnieren, denn er gewann mit Siberia bzw. Globus die Russische Mannschaftsmeisterschaft und den Europacup.

Bei seiner letzten Turnierteilnahme wurde er beim Tata Steel Masters Dritter, dabei schlug er Caruana und verlor gegen Karjakin (in seinen letzten Duellen gegen andere Kandidaten).

Die Reihenfolge der Wertungen sieht beim Weltcup so aus: 1) Direkter Vergleich, 2) meiste Siege, 3) Sonneborn-Berger. Nur im unwahrscheinlichen Fall, dass alle Wertungen identisch sind, gibt es einen Stichkampf mit Schnell- und Blitzschach. Angesichts der gestiegenen Bedeutung von Schnell- und Blitzschach für die Weltelite hier noch ein Blick auf die entsprechenden Ergebnisse Kramniks im letzten Jahr: 


Big Vlad war bei Turnieren mit verkürzter Bedenkzeit nicht sonderlich aktiv. Außer den beiden Eröffnungsblitzturnieren in Zürich und Stavanger nahm er nur in Leuven bei der Grand Chess Tour teil. Überall belegte er Mittelfeldplätze.

Schauen wir uns zum Schluss noch Kramniks Elo-Entwicklung in den letzten 14 Monaten an:



Kramnik wird sicher versuchen, einen guten Start hinzulegen, da er in den ersten vier Runden dreimal Weiß hat. Allerdings folgen dann in den nächsten fünf Runden vier Schwarzpartien!


Hier sämtliche Paarungen:

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