Interviews 10.02.2016 | 17:11von WIM Fiona Steil-Antoni

David Navara: “Meine gute Intuition hilft mir sehr”

Am letzten Ruhetag des diesjährigen Tata Steel-Turniers hatte unsere Reporterin Fiona Steil-Antoni die Gelegenheit, mit David Navara über dessen Abschneiden, Schach im Allgemeinen und vieles mehr zu sprechen!

Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Treffen mit David. Im Jahr 2000 nahm ich für Luxemburg an der Jugend-Weltmeisterschaft in Oropesa teil und wurde von unserem Nationaltrainer Vlastimil Jansa betreut. Nachdem wir unsere Partien beendet hatten, trafen wir uns in Jansas Zimmer, um zu analysieren. An diesem Tag saßen drei oder vier von uns schon bei ihm und analysierten. Ein Spieler zeigte seine Partie, und die anderen warteten darauf, ihre Partie auch vorzuführen. Plötzlich jedoch betrat David das Zimmer, und wir freuten uns, dass er seine Partie zeigen wollte. Was dann geschah, haute mich um: David zeigte seine Partie mit einer unfassbaren Geschwindigkeit, und bevor ich wieder zu Sinnen kam, war er auch schon wieder weg. Danach traf ich David bei mehreren Turnieren auf der ganzen Welt, und er versäumte es nie, mich auf Luxemburgisch zu begrüßen oder mir ein Lächeln zu schenken. Er ist einfach immer freundlich und gut gelaunt.  

Im Plausch mit David und Harikrishna beim Europacup 2015 in Skopje | Foto: Maria Emelianova

Am letzten Ruhetag des Tata Steel-Turniers erklärte sich David freundlicherweise bereit, sich mit mir über sein Abschneiden im Turnier, Schach im Allgemeinen und viele andere Themen zu unterhalten.

Fiona Steil-Antoni: Hallo David, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmt. Kannst du dich vielleicht kurz allen Lesern vorstellen, die dich nicht gut kennen. Woher kommst du und wann hast du mit Schach angefangen.

David Navara: Ich lebe schon immer in Tschechien und komme aus Prag. Ich bin 30 Jahre alt und habe mit Schach im Alter von sechs Jahren angefangen.

Du bist einer der wenigen Spitzenspieler, die studiert haben. Kannst du uns ein wenig von deinem Studium erzählen?

Ich habe in Prag Logik studiert. Das ist nicht gerade das praxisbezogenste Fach, aber es half mir, ein wenig mein Gehirn zu trainieren, auch wenn es im Grunde nicht sonderlich viel mit Schach zu tun hat. Es fiel mir nicht leicht. Ich habe sechs statt fünf Jahre studiert, aber das ist in Tschechien mehr oder weniger normal.

Wie ist es dir gelungen, dein Studium mit dem Spitzenschach zu kombinieren?

Irgendwie habe ich es geschafft, aber ich hatte für nichts anderes mehr Zeit, auch wenn das leicht übertrieben ist.

Es heißt, du würdest sehr viele Sprachen beherrschen. Wie viele sind es denn?

Das weiß ich nicht genau, und hängt ein wenig davon ab, was es bedeutet eine Sprache zu sprechen, aber es dürften fünf oder sechs sein. Mit 15 sprach ich nur schlecht Englisch und ein bisschen Russisch. Ich bin deshalb froh, dass ich mich verbessert habe.

Ich interessierte mich sehr für Sprachen, und mein Englisch ist zwar alles andere als perfekt, aber ich kann mich fließend darin und auf Russisch unterhalten. Mein Deutsch, Polnisch und Spanisch sind deutlich schlechter, aber ich kann einigermaßen kommunizieren, während ich vom Französischen nur Grundkenntnisse habe.

Bei einigen Turnieren beobachtete ich, wie du Wörterbücher benutzt hast. Lernst du vorher einige Ausdrücke, bevor du auf ein Turnier fährst?

Manchmal schon, aber meist bin ich so sehr mit meiner Vorbereitung beschäftigt, dass ich keine Zeit bzw. keine Energie mehr übrig habe.

David kurz vor der 9.Runde des Tata Steel Masters | Foto: Fiona Steil-Antoni

Reden wir ein wenig über das Turnier hier. Zehn Runden sind gespielt, und du liegst bei 4,5 Punkten. Wie zufrieden bist du mit deiner bisherigen Vorstellung?

4,5 Punkte sind für mich ein ordentliches Resultat. Es könnte etwas besser sein, aber durchaus auch schlechter. Mein Ziel sind mindestens 6 Punkte, und ich hoffe, dass ich die erreichen kann.

Du warst an mehreren tollen und verrückten Partien beteiligt. Wie erklärst du dir das?

So viele waren es meines Erachtens gar nicht, aber generell versuche ich schon, interessantes, zu allererst aber gutes Schach zu spielen. Ich mag keine schnellen und langweiligen Remis, da ich die Zuschauer wertschätze. Willst du einige interessante Partien von mir nachspielen, solltest du dir meine Partien von der EM 2015 oder aus Biel anschauen.

Du bist zum dritten Mal beim Masters dabei. Wie fühlt es sich an, hier in Wijk aan Zee zu spielen?

Es ist schön, zu einem so prestigeträchtigen Turnier eingeladen zu werden, aber andererseits ist der Druck für mich groß, da ich es nicht gewohnt bin, an Spitzenturnieren teilzunehmen. Ich spiele normalerweise in internationalen Ligen, daher bin ich hier sehr nervös (lächelt).

Wie gehst du damit um? Wie entspannst du dich und was machst du in deiner Freizeit? Hast du jemanden, der dir bei der Vorbereitung hilft?

Ich bin absolut kein Entspannungskünstler, aber es ist besser geworden, seit ich nicht mehr so jung bin und schneller müde werde. Ich entspanne mich durch Nichtstun und ein wenig Sport. Bei der Vorbereitung hilft mir normal mein Trainer GM Vlastimil Jansa aus Tschechien, aber bei diesem Turnier arbeite ich mit dem slowakischen GM Igor Stohl zusammen. Außerdem war mein Manager eine Woche hier, um ein paar Berichte für seine Website anzufertigen und mich zu unterstützen. Er ist aber nicht an der schachlichen Vorbereitung beteiligt.

Mit unserem gemeinsamen Trainer (meinem mittlerweile ehemaligen) Vlastimil Jansa bei der Europäischen Mannschaftsmeisterschaft 2015  | Foto: Fiona Steil-Antoni
















Die gestrige zehnte Runde wurde in Utrecht ausgetragen. Wie war es für dich, vor so vielen Leuten zu spielen (etwa 3.000 Leute verfolgten das Turnier an diesem Tag)?

Es mag die Leute enttäuschen, aber ich konzentriere mich auf meine Partie und kümmere mich nicht um die Zuschauer. Das Museum hat mir aber sehr gut gefallen, und es war auch toll, dass so viele Leute interessiert unsere Partien verfolgt haben. Vermutlich war es eine gute Idee, auch in anderen Städten zu spielen, auch wenn es für die Spieler bisweilen anstrengend ist.

David beeindruckte der Ansturm in Utrecht überhaupt nicht | Foto: Fiona Steil-Antoni















Danke. Nun zu einigen Fragen, die mir Leute in den sozialen Netzwerken zusandten. Fangen wir mit Twitter an.

"Sag ihm, dass es ein Vergnügen war, seine vielen spektakulären Partien zu verfolgen. Ich hoffe, er ist nächstes Jahr wieder dabei.

@vinit_vishal: Frag ihn bitte, wie er es schafft, nach einer Niederlage Ruhe zu bewahren und weiter zu lächeln. Ein solches Verhalten ist in der Schachszene ziemlich einzigartig.

Weißt du, wenn ein Arzt einen Fehler macht, kann der Patient sterben. Wenn ein Pilot einen Fehler macht, kann er direkt oder indirekt Hunderte von Menschen in den Tod reißen. Wenn aber ein Schachspieler einen Fehler macht, verliert er nur eine Partie, und manchmal nicht einmal das. Ich finde daher, dass man Schach nicht so wichtig nehmen sollte. Natürlich ist es mein Beruf, und ich versuche ihn gut zu machen, aber ich will seine Bedeutung nicht überschätzen.

@EchecsBlois: Er scheint Schach wirklich zu lieben; warum?

Ich entschied mich als junger Mensch, Schach zu spielen, und finde es schwer zu sagen, warum man eine bestimmte Person, Schach oder einen bestimmten Ort liebt. Schach fasziniert mich seit meiner frühesten Kindheit, und ich wurde nicht dazu gezwungen, sondern habe mich freiwillig dazu entschieden. Natürlich gibt es auch Phasen, in denen ich nicht Schach spielen möchte, aber es ist ein wichtiger Teil meines Lebens.

@fischerandom: Hi & danke Fiona! David: Was sind deine Lieblingsschachbücher? Kennst du “Meine 60 denkwürdigen Partien” von Bobby Fischer?

Wenn ich meine drei Lieblingsschachbücher nennen soll, dann diese: Zunächst Dvoretskys Endspieluniversität, die ich für ein gutes Buch halte und die ich mir demnächst noch einmal neu anschaffen werde. Außerdem gefällt mir das Buch „Psychologischer Leitfaden durch eine Schachpartie“ des tschechischen FIDE-Meisters Jiri Vesely. [Psychologický průvodce šachovou partií ist der Originaltitel, doch leider ist das Buch nie ins Englische oder Deutsche übersetzt worden.] Er war schon älter, als er es schrieb, aber er war ein sehr begabter Autor, der mich sehr unterhielt. Das dritte Buch ist Bronsteins Werk über das Turnier von Zürich 1953. Ich habe “Meine 60 denkwürdigen Partien” und halte es für ein gutes Buch. Die Kommentare sind nicht zu lange, aber recht genau. Es gibt einige Ungenauigkeiten, aber vor allem für die damalige Zeit nicht sonderlich viele. Fischer war natürlich ein großartiger Spieler.

@dagbruggeman: In deiner Partie gegen Shak hast du nicht 10.cxd4 (mit Besetzung des Zentrums) gespielt, sondern eine komplizierte Variante gewählt (e5). Warum?


Stellung nach 9...exd4

Der Computer findet es merkwürdig, aber wir dachten beide über 10.cxd4 nach und hielten den Zug für nicht so gefährlich, wie er war. Mir gefiel 10...Sxd4 11.e5 Sxf3+, nicht, wo ich sogar 12.Dxf3 Lxa4 13.exd6+ Kf8 14.dxc7 in Betracht zog, doch die Stellung ist in mehreren Varianten gut für Schwarz. Weiß sollte stattdessen 10.cxd4 Sxd4 11.e5 Sxf3+ 12.Sxf3 spielen, wonach mir Se7 missfiel, weil ich dachte, dass Schwarz nach 13.exd6 cxd6 14.Lxd7 Dxd7 15.De2 Lf6 einfach seine Entwicklung abschließt und Ausgleich hat. Statt 14.Lxd7 hat Weiß aber den starken Zug 14.Lf4, wonach er großen Vorteil hat. Schwarz kann besser spielen, aber Weiß hat immer noch Vorteil.

Mit Shakhriyar und David nach deren Partie in Runde 10| Foto: Fiona Steil-Antoni

Deine letzten Worte erinnern mich an eine Frage von Michael Healey, der wissen will, ob du die Vorausberechnung für deine größte Stärke hältst?

Nein, das glaube ich nicht. Ich versuche ausgewogenes Schach zu spielen, habe aber Schwächen. Vergleichst du mich mit Spielern wie Shakhriyar, ist meine Vorausberechnung zum Beispiel nicht besonders gut, da ich mich recht oft verrechne. Ich berechne schnell und habe ein gutes Vorstellungsvermögen, aber am meisten hilft mir meine gute Intuition. Nicht immer und nicht in allen Stellungen, aber sobald ich eine mehr oder weniger normale Stellung erreiche, fallen mir intuitiv ohne großes Nachdenken vernünftige Züge ein. Ich kann auch rechnen, aber das ist nicht meine größte Stärke.

@Putuma: Hast du konkrete Pläne, unter die Top Ten vorzudringen (wo du hingehörst) und was braucht es dazu?

Natürlich würde ich gern da hinkommen, aber es gibt etwa 15 Spieler, die mehr Gründe haben, sich zu den Top Ten zu zählen, und ich glaube, sie lassen nicht zu, dass ich ihnen Gesellschaft leiste (lacht)! Sie sind einfach stärker, einige sind talentierter, andere besser vorbereitet, einige in praktisch allen Belangen besser, daher ist das Ziel nicht sonderlich realistisch. Wenn ich 18 Monate lang gut gespielt habe, kam ich auf Platz 13 oder 14 der Weltrangliste, aber dann spielte ich ein schlechtes Turnier und die ganzen Elopunkte waren wieder weg. Vermutlich ist der Aufwand zu groß, unter die Top Ten zu kommen, aber wenn ich jünger wäre und etwas verändern könnte, wäre das Ziel vielleicht sinnvoll. Letztlich bereue ich aber nichts und auch nicht, dass ich studiert habe.

In Kommentaren wirst du oft als Genie bezeichnet und mit Ivanchuk verglichen. Wie ist deine Meinung dazu? Du hattest in diesem Turnier auch einige Schwankungen, etwa nach deiner brillanten Partie gegen Anish Giri, als du am nächsten Tag gegen Hou Yifan verloren hast.

Ja, ich finde den Vergleich mit GM Ivanchuk durchaus angebracht, aber im Vergleich zu ihm bin ich ein Langweiler mit einem begrenzten Eröffnungsrepertoire und mäßiger Spielstärke (lacht). Er ist einfach talentierter und stärker als ich. Als ich 2006 zum ersten Mal in der B-Gruppe mitspielte, sagte jemand zu mir, ich sei der zweite Ivanchuk, aber dann sagte ein anderer: “Nein, er ist Navara, und nicht Ivanchuk!”. (lacht)  Meine Form ist nicht stabil genug, weil ich bisweilen nervös bin.

Vor diesem Interview unterhielten wir uns über Wei Yi, der hier in Wijk aan Zee sein Debüt gibt, und du erzähltest mir, dass du in China mit ihm in einer Mannschaft spielst. Wie ist dein Eindruck von ihm?

Bisher habe ich erst vier Partien in der chinesischen Liga gespielt, aber er hat sensationell abgeschnitten. Vor einem Jahr hat er 16,5 aus 19 geholt und dabei 12 Siege und sieben Remis gegen sehr starke Gegner geholt. In der letzten Runde hätte er auch noch auf Gewinn spielen können, aber sein Remis reichte für den Titelgewinn der Mannschaft. Er ist sehr stark und kann schwächere Spieler wie mich überzeugend schlagen (lächelt), auf Topniveau muss er aber noch Erfahrung sammeln. Bisher hat er 50 Prozent, was ein gutes Ergebnis ist, aber er muss noch lernen, wie man die besten Spieler der Welt besiegt.

Kann er irgendwann WM-Kandidat werden?

Ich glaube, dass er Weltmeister werden kann, aber vielleicht hat Magnus andere Pläne. (lacht)

Apropos WM, wer wird deiner Meinung nach das Kandidatenturnier gewinnen?

Das ist schwer vorauszusagen, und ich bin bei sowas sehr schlecht! (lacht) Ich erinnere mich daran, wie ich beim bereits laufenden Weltcup gefragt wurde, und dann Nakamura und Ding Liren als Finalisten voraussagte. Zwei Tage später schied Ding Liren aus, während Hikaru sogar schon vor Abdruck des Interviews ausgeschieden war.

Kommen wir zum Ende unseres Interviews mit einigen Fragen von Facebook-Usern. David Kjartansson: Wann hast du beschlossen, so bescheiden und ehrlich zu sein, und wie lässt sich das mit Schach auf höchstem Niveau vereinen?

Meine Eltern sind sehr korrekte Menschen, die mich auch so erzogen haben. Ich war nicht immer so, aber seit meinem 12. oder 14. Lebensjahr bin ich ungefähr der Gleiche geblieben. Auf höchstem schachlichen Niveau mag das kein Vorteil sein, aber ich lebe gern so. 

David erhält den Vugar-Gashimov-Award für Fairplay | Foto: Fiona Steil-Antoni

Angelina Kontini: Was bedeutet dir Schach und was ist das Wichtigste daran?

Ich kann nicht alles aufzählen, was Schach für mich bedeutet. Ich liebe Schach, es ist mein Lieblingsspiel. Ich spiele auf recht hohem Niveau und kann Partien spielen, die andere Leute erfreuen. Ich verbringe viel Zeit mit Schach, es ist ein wichtiger Teil meines Lebens.

David Haydon: Hast du dein Potenzial schon voll ausgeschöpft?

Ich glaube, fast niemand gelingt es, sein Potenzial voll auszuschöpfen, da dies quasi unmöglich ist. Einige kommen dem näher als andere, aber ich kann mich nicht beschweren, da es sicher mehr als 24 talentiertere Spieler als mich gibt und ich etwa Nummer 25 in der Welt bin. Natürlich hätte ich höher kommen können, aber auf andere trifft dies auch zu. Natürlich hatte und habe ich Ambitionen, aber ich bin mit dem Erreichten zufrieden.   

Hrafn Einarson: Wer ist dein Lieblingsspieler?

Ich weiß nicht, es gibt zu viele. Ich versuche mir von jedem Spieler dessen Stärken anzueignen, aber das ist leichter gesagt als getan. Zu meinen Lieblingsspielern zählen Großmeister Reti und Großmeister Keres, aber generell ist das schwer zu sagen, da ich diese Spieler nie traf und man einiges wissen muss, um diese Frage zu beantworten. (lächelt)

Apropos schwierige Fragen... Albert Pi Pares:  Was ist dein Lebensziel, und was ist dein Lieblingsbuch?

Ich möchte ein gutes Leben führen und mich andern gegenüber gut verhalten. Vielleicht  möchte ich die Frau meiner Träume treffen und eine Familie gründen, aber ich weiß nicht genau, wann. Offen gesagt tue ich auch nicht viel dafür, weil ich einfach nur Schach spiele, über Schach schreibe usw. (lacht) Schwer zu sagen, was mein Lieblingsbuch ist. Mir gefallen klassische Romane von Tolstoy und Dostoyevsky, aber nicht die dicken, weil die so viel Zeit kosten. (lächelt) Ich mag auch die Bücher von Agatha Christie und einige andere, daher ist es schwer ein Lieblingsbuch zu benennen.

Daniel Thomas: Kannst du Bars oder Restaurants in Prag empfehlen?

Tut mir Leid, da muss ich dich enttäuschen, denn wir leben nicht im Zentrum. Außerdem gehe ich meist mit anderen Schachspielern in Restaurants, die sie empfehlen.

Omar Salama: Was ist das Schachland Nummer 1 in der Welt, und in welches Land, in dem du noch nicht warst, möchtest du reisen?

Er möchte, dass ich Island sage (lächelt), und in der Tat ist Island eines der tollsten Schachländer, aber ich weiß nicht, welches die Nummer 1 ist. Es gibt noch mehr Länder, in denen Schach sehr populär ist, wie Armenien, Aserbaidschan, Russland, Ukraine, Georgien und viele mehr, aber man sie unmöglich alle aufzählen, da man immer eines vergisst. Das war auch nicht die Rangfolge, sondern nur die Reihenfolge, in der sie mir eingefallen sind. Zur zweiten Frage. Ich möchte noch einige Länder bereisen, aber ich bin kein großer Tourist, da ich mich oft verloren fühle oder meinen Koffer verliere. Ich bin recht vergesslich und geistesabwesend. Ich würde gern noch einige Länder bereisen, aber dann bräuchte es einen Ruhetag mit Führung, da es sonst nicht sinnvoll ist, mich reisen zu lassen. (lacht)

Arne Hessenbruch: Setzen junge Spieler den Computer anders ein als du?

Natürlich, genauso wie ich mich von älteren Spielern unterscheide. Als ich jünger war, arbeitete ich auch mit dem Computer oder vertrieb mir die Freizeit, aber aus heutiger Sicht waren sie sehr schwach und brachten nicht viel. Hätte mir ein starker Spieler gezeigt, wie ich mich mit dem Computer vorbereiten soll und wie nicht, hätte mir das sehr geholfen, aber in meiner Familie gibt es sonst keine Schachspieler.

Graeme Kafka: Wann trittst du wieder für die Sharks an?

Ich habe für die Slough Sharks in der 4NCL, also der Britischen Liga, gespielt, und das machte auch Spaß, aber irgendwann hörte das auf. Soweit ich weiß lag es daran, dass der Verein seinen Haupsponsor verlor, und nicht vorrangig an mir. 

David vor der letzten Runde des Tata Steel Masters | Foto: Fiona Steil-Antoni

Guillaume Lestrelin: Wie arbeitest du an deinem Schach?

Das ist eine einfache Frage, aber die Antwort wird kompliziert. Ich verbringe viel Zeit mit der Lektüre von Schachzeitschriften und Schachbüchern, mit der Analyse meiner Partien, mit der Lösung von Problemen und Studien, mit der Analyse der Partien der besten Spieler und natürlich mit Eröffnungen. Ich würde jüngeren Spieler aber nicht empfehlen, sich zu stark auf Eröffnungen zu konzentrieren, da das Repertoire nie perfekt ist. Das ist einfach unmöglich. Man kann nicht immer mit Weiß gewinnen und mit Schwarz immer mindestens remisieren. (lacht) Bei Spitzenturnieren bereite ich die meiste Zeit auf meine Gegner und die Eröffnungen vor, weil ich mein Endspiel- oder Mittelspielwissen nicht kurzfristig verbessern kann, es aber einen riesigen Unterschied ausmachen kann, wenn ich mich auf eine Variante vorbereite, die am nächsten Tag aufs Brett kommt.

Jonathan Dourerassou: Stimmt es, dass du jedes Mal, wenn du dich auf einen Gegner vorbereitest, einige Worte in dessen Sprache lernst?  

Leider nicht. Manchmal tue ich es, aber nicht immer. Ehrlich gesagt, ich habe zwar ein gewisses Sprachtalent, aber ich habe es erst relativ spät erkannt. Mein Englisch ist alles andere als perfekt, aber mit zunehmendem Alter wird es immer schwieriger und man kann einfach nicht alles lernen. (lächelt) Meine Ambitionen sind begrenzt, aber ich versuche immer mehr zu lernen oder zumindest mein Wissen aufzufrischen.

Vielen Dank, David! Willst du unseren Lesern noch etwas sagen?

Ich hoffe, euch macht Schach Spaß, und vielen Dank, dass ihr dieses Interview gelesen habt!

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Fiona Steil-Antoni

Fiona ist zur Zeit Autorin bei chess24. Sie fing im Alter von neun Jahren an Schach zu spielen, gewann 2010 den WIM-Titel und bei der Olympiade 2006 eine Goldmedaille an Brett Zwei. Sie hat beim Reykjavik Open, beim PokerStars Isle of Man International Tournament, bei der Mannschafts- Schacheuropameisterschaft 2015, dem London Chess Classic und dem Qatar Masters Open als Pressesprecherin, Kommentatorin oder Interviewerin gearbeitet.




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