Allgemein 26.04.2019 | 21:32von Colin McGourty

Das WM-Match 2020 wird 14 Partien umfassen

Der Weltschachbund FIDE hat heute bekannt gegeben, dass die Weltmeisterschaft 2020 zwischen Magnus Carlsen und dem Gewinner des nächsten Kandidatenturniers über 14 statt wie bisher 12 Partien gehen wird. Der Preisfond soll von 1 auf 2 Millionen Euro verdoppelt werden und die Zeit, die beiden Spielern zur Verfügung steht, soll unangetastet bleiben. Lediglich die Zeitzuschläge vor dem 60. Zug sollen wegfallen. Ebenfalls wird es den Spielern verboten sein, vor Zug 40 Remis anzubieten.

Partie 12 des Carlsen-Caruana-Matches war ein großer Kampf, aber trotzdem das zwölfte Remis in Folge | Foto: Niki Riga

London 2018 - zu viele Remis?

Die 12 Remis des WM-Matchs 2018 sorgte für hitzige Diskussionen über was, falls überhaupt, geändert werden müsste.


Seitdem der neue FIDE Präsident Arkady Dvorkovich und sein Team im Amt sind, stand erst einmal alles zur Diskussion. Der Weltmeister Magnus Carlsen kam dabei selbst mit einigen gewagten Vorschlägen um die Ecke:

Olimpiu G. Urcan: Während eines Gastauftritts bei chess24 heute Abend machte sich Magnus Carlsen darüber Gedanken, wie sein bevorzugtes WM-Format aussehen würde. Er betonte, dass das Schnell- und Blitzschach auch seine Berechtigung hierfür hat.

Magnus machte sich im kompletten Interview darüber Gedanken, wie sein bevorzugtes WM-Format aussehen sollte:

Mein derzeitiges favorisiertes System wäre, so sehe ich das bereits seit einiger Zeit, erst einmal so wie das derzeitige vorherrschende System, mit der Ausnahme, dass man jeden Tag vier Schnellschachpartien spielt - relative kurze Partien, vielleicht 15 Minuten plus 10 Sekunden pro Zug, wie bei der Schnellschach-WM - und man für jeden Tag einen Punkt bekommen kann. Wenn man sehen will, wer der beste Spieler ist, sollte man sie so viele Partien wie möglich spielen lassen und wenn man das Schnellschach-Format wählt, dann gibt es immer noch Raum für Eröffnungsideen, Vorbereitung und all das. Das Schnellschachformat erlaubt es dir allerdings nicht, deine Schwächen zu verbergen. All das gibt es nicht. Du schraubst die Risiken hoch und du erhöhst die Chancen auf Fehler. Und ich denke, das würde es spannender und aufregender machen. Das würde ein besseres Bild darüber geben, wer der beste Spieler ist.

Wie wir heute aber sehen, ist das Schnellschach nicht die Richtung, für die sich die FIDE entschieden hat.

Der neue WM-Match-Plan der FIDE

Die Bekanntmachtung der FIDE umreißt die folgenden Änderungen für das WM-Format:

  • 14 klassische Partien statt wie bisher 12
  • 5 Ruhetage statt wie bisher 6, mit 3 Partien am Stück zu 3 Zeitpunkten, statt wie bisher 2 Partien am Stück gefolgt von einem Ruhetag - An allen Samstagen und Sonntagen des WM-Matchs finden Partien statt
  • Die Zeit, die beiden Spielern zur Verfügung steht, bleibt gleich: 120 Minuten für 40 Züge, 60 Minuten für die nächsten 20 Züge, und danach 15 Minuten bis zum Ende der Partie - aber es wird kein Inkrement vor Zug 60 geben (Den Zeitzuschlag von 30 Sekunden pro Zug bekommen die Spieler erst mit ihrem 61. Zug)
  • Remisangebote vor dem 40. Zug von Schwarz sind verboten – in 2018 galt das Remisverbot bis Zug 30
  • Die “Empfehlung” für den Preisfond wurde von einer (wie 2016 und 2018) auf ein Minimum von 2 Million Euro angehoben
  • Die FIDE übernimmt die komplette technische wie kommerzielle Kontrolle über das Match. Agon/World Chess spielt damit für das Kandidatenturnier oder das WM-Match keine Rolle mehr
  • Das WM-Match der Frauen wird einem ähnlichen Format folgen. Ju Wenjun wird gegen den Gewinner des diesjährigen Kandidatenturniers spielen. Das Match geht über 12 Partien, mit einem Preisfond von 500,000 Euro

Einige dieser Änderungen wie die Verdopplung des Preisfonds werden sicherlich von allen gern gesehen, wohingegen das Anheben der Partienanzahl etwas ist, was viele Schachfans und -Spieler vorgeschlagen hatten. Auch die Reduzierung der Ruhetage war eine populäre Idee, auch wenn unser GRENKE Kommentatoren-Team Jan Gustafsson und Peter Leko der Meinung sind, dass das ziemlich hart für die Spieler werden könnte. Peter vermutet, dass die Intention darin liegt, dass "wir die Spieler mehr unter Druck setzen, sodass diese später mehr Fehler machen!" Sie bezweifelten ebenfalls, ob diese Maßnahmen helfen würden, Remisen zu verhindern, denn die Spieler und ihre Teams brauchen Zeit, um ihre Eröffnungsvarianten vorzubereiten.

Vielleicht die größte Änderung dürfte die Abschaffung des Inkrements sein. Das wiederum könnte man ebenfalls als einen Versuch sehen, mehr Spannung zu schaffen und Fehler in aufziehendem Zeitmangel zu provozieren, sodass die Partien dramatischer werden. Wir haben bereits beim zuletzt zu Ende gegangenen Gashimov Memorial in Shamkir gesehen, wie Magnus die Uhr zu seinem Vorteil genutzt hat. Und er sprach sich dafür aus, im klassischen Schach kein Inkrement zu nutzen:

Ganz generell gesprochen glaube ich, dass es eine gute Idee wäre, im klassischen Schach kein Inkrement zu nutzen, weil es eine weitere Dimension in die Schachpartie einführt, in der du dir deine Zeit gut einteilen musst anstatt einfach auf das Inkrement zu vertrauen... Es ist eine schöne Art, das Tempo zu wechseln.

Er wies allerdings auch darauf hin, dass er so oder so kürzere Zeitkontrollen bevorzugt.

Wie findest du die Änderungen des WM-Formats? Lass es uns wissen und schreib einen Kommentar!

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