Allgemein 24.09.2016 | 17:23von Colin McGourty

Das Tal Memorial ist zurück

Hoffen wir, dass das Gedenken an Mikhail Tal die Spieler inspiriert! | Foto: Russische Schachföderation

Die beiden ehemaligen Weltmeister Vladimir Kramnik und Vishy Anand führen bei der zehnten Ausgabe des Tal Memorial das illustre Teilnehmerfeld an, das diesen Sonntag mit einem Blitz-Turnier beginnt. Das Hauptturnier ist zu seinem klassischen Rundenturnierformat mit zehn Teilnehmern zurückgekehrt, in dem Levon Aronian zu den Favoriten zählt, während die Hoffnungen von chess24 auf Peter Svidler liegen, der für euch kostenlose Monate Premium-Mitgliedschaft gewinnen kann!

Das Tal Memorial war 2006 das erste Turnier, bei dem zehn der besten Spieler der Welt mitwirkten und neun Runden lang gegeneinander spielten. Dieses Format wurde seither von Turnieren wie dem Norway Chess und dem Shamkir Chess übernommen und ist mittlerweile Standard bei Superturnieren auf der Grand Chess Tour. Acht Jahre lang, von 2006 bis 2013, konnte das Tal Memorial von sich behaupten, das stärkste Schachturnier der Welt zu sein; 2014 trug ein Blitzschach-Turnier während des WM-Kampfes zwischen Carlsen und Anand in Sotschi diesen Namen, und 2015 fand es gar nicht statt. Nun ist es zurück!

  1. Vladimir Kramnik, Russland, 2808, Weltranglistenplatz 4
  2. Levon Aronian, Armenien, 2795, Weltranglistenplatz 5 
  3. Viswanathan Anand, Indien, 2776, Weltranglistenplatz 8
  4. Shakhriyar Mamedyarov, Aserbaidschan, 2761, Weltranglistenplatz 11
  5. Anish Giri, Niederlande, 2755, Weltranglistenplatz 12
  6. Li Chao, China, 2746, Weltranglistenplatz 17
  7. Peter Svidler, Russland, 2745, Weltranglistenplatz 18
  8. Boris Gelfand, Israel, 2743, Weltranglistenplatz 19
  9. Ian Nepomniachtchi, Russland, 2740, Weltranglistenplatz 21
  10. Evgeny Tomashevsky, Russland, 2731, Weltranglistenplatz 27 

Das Turnier findet im neuen Moskauer Museum des Russischen Impressionismus im Rahmen des Schach in Museen-Programms statt, das von der russischen Schachföderation und der Timchenko-Stiftung veranstaltet wird. 

Der Hauptsponsor des Turniers ist Avtodor (die russische Straßenbau-Gesellschaft), aber ihr habt vielleicht auch schon PhosAgro und EG Capital erkannt, jene zwei russischen Firmen, die bislang als Sponsoren des WM-Matches zwischen Carlsen und Karjakin in New York genannt wurden.

Es wird am Sonntag, den 25. September, mit einer Pressekonferenz eröffnet, wonach neun Runden Blitzschach (3 Minuten + 2 Sekunden/Zug) gespielt werden, in denen es um die Auslosung (und den Vorteil von mehr Weißpartien) geht. Ihr könnt natürlich beim ganzen Geschehen dabei sein (ab ca. 18:00 Uhr MEZ): Live-Video und -Berichterstattung gibt es auf Englisch von Evgenij Miroshnichenko, bzw. auf Russisch von Sergey Shipov. Das Hauptturnier beginnt am Montag um 14:00 Uhr MEZ.

Nachdem Caruana, Nakamura und So ab dem 3. Oktober beim Isle of Man Open mitspielen und Carlsen und Karjakin sich auf ein kleines Match in New York vorbereiten, liegt der Schwerpunkt des Tal Memorial 2016 auf der Erfahrung. Werfen wir nun einen Blick auf die Spieler und beginnen mit den Ältesten:   

Die Veteranen:  Gelfand (48), Anand (46), Kramnik (41), Svidler (40)

Vladimir Kramnik ist der einzige Spieler aus dieser Gruppe, der bei der Olympiade gespielt hat, und obwohl die Bronzemedaille für die russische Mannschaft eine weitere Enttäuschung darstellte, war Vlad in bestechender Form, da er fünf Partien gewann, drei remisierte und auf Platz Zwei der Live-Weltrangliste zurückgekehrt ist. Wenn er diese Form beibehält, ist er der Favorit auf einen dritten Gewinn des Siegerpokals, nachdem er schon 2007 und 2009 alleiniger Sieger war.

Kramnik bekommt nach dem Gewinn der Goldmedaille an Brett 2 bei der Olympiade einen Hut überreicht | Foto: Maria Emelianova, Schacholympiade Baku

Vishy Anand und Boris Gelfand werden ausgeruhter sein, und beide haben gute Erinnerungen an Moskau - sie spielten hier ihr Weltmeisterschafts-Match 2012, und einer der besten Siege Gelfands bei einem Rundenturnier stammt vom letzten vollen Tal Memorial 2013. 

Boris Gelfands Triumph 2013 entstand nicht mangels guter Gegnerschaft! | Foto: Eteri Kublashvili, Russische Schachföderation

1.Gelfand, Boris2755½1½½1½1½½62904
2.Carlsen, Magnus2864½0½½1½½112847
3.Caruana, Fabiano277401½½0½11½52820
4.Mamedyarov, Shakhriyar2753½½½½1½½½½52823
5.Andreikin, Dmitry2713½½½½½½½½152827
6.Nakamura, Hikaru27840010½10112776
7.Karjakin, Sergey2782½½½½½0½½½42733
8.Morozevich, Alexander27600½0½½1½0½2699
9.Anand, Viswanathan2786½00½½0½1½2696
10.Kramnik, Vladimir2803½0½½00½½½32649

Gelfand an der Tabellenspitze war beim Tal Memorial 2013 nicht die einzige Überraschung!   

Vishys Weg an die Spitze begann im Mikhail Tal-Schachklub in Chennai, aber er konnte das Tal Memorial noch nie gewinnen - wird es ihm dieses Jahr gelingen?

Peter Svidler ist der umgänglichste Supergroßmeister der Welt und hat sich am Freitag in seiner Wohnung in St. Petersburg für das sonntägliche Blitzturnier in Moskau mit drei Stunden (!) Geschwätzblitz bei chess24 aufgewärmt:

Wir werden Svidler noch genauer auf die Finger schauen als üblich, da wir für jeden Sieg des siebenfachen russischen Meisters im klassischen Schach kostenlose Monate Premium-Mitgliedschaft bei chess24 anbieten! Schließt einfach zwischen jetzt und dem Ende des Turniers eine Premium-Mitgliedschaft über ein bis drei Jahre ab, und ihr bekommt für jeden Sieg Svidlers einen Monat Premium-Zugang dazu, den wir mit der Zahl der Jahre multiplizieren (wenn ihr also zum Beispiel eine 3-jährige Mitgliedschaft abgeschlossen habt und Svidler drei Partien gewonnen hat, bekommt ihr weitere neun Monate Premium-Mitgliedschaft gutgeschrieben).

Erfahrene Stars: Aronian (33) und Mamedyarov (31)

Es sollte ein schweres Turnier für Naiditsch, Mamedyarov und Radjabov werden | Foto: Rasim Huseynov, Schacholympiade Baku

Levon Aronian hält mit drei geteilten ersten Plätzen (2006, 2010 und 2011) den Rekord beim Tal Memorial und wurde zweimal davon zum Sieger erklärt. 2010 war das bitter für Shakhriyar Mamedyarov, der bis zu einer Niederlage in der letzten Runde gegen Gelfand das Turnier seines Lebens gespielt hatte und dadurch noch punktegleich mit Aronian und Karjakin ins Ziel kam, aber nach Zweitwertung auf den dritten Platz zurückfiel.

Das Turnier findet nach enttäuschenden Olympiaden für beide Spieler statt. Aronian hat das Turnier nach der Entscheidung Armeniens, in Aserbaidschan nicht anzutreten, natürlich ganz versäumt; das beachtliche Ergebnis Mamedyarovs folgte hingegen der Laufbahn einer Mannschaft, die unter dem Druck zusammenbrach, zuhause zu spielen: zuerst vier Siege, dann eine Niederlage gegen Harikrishna, dann fünf Remisen.

Noch etwas zu beweisen: Tomashevsky (29), Li Chao (27), Nepomniachtchi (26)

Jede Einladung zu einem Superturnier ist für diese Spieler eine große Sache, da sie noch darum kämpfen, sich in der Elite zu etablieren. Sie hatten alle ereignisreiche Olympiaden. Der regierende russische Meister Evgeny Tomashevsky verlor nur eine (entscheidende) Partie, konnte aber der russischen Mannschaft nicht den Schub geben, den sie gegen schlechter gewertete Gegner gebraucht hätte. Die Rückkehr von Li Chao ins chinesische Team ging für jeden schlecht aus, so etwa durch drei Niederlagen in seinen letzten drei Partien. Nur Ian Nepomniachtchi bekam Anerkennung, nachdem er das Turnier mit glänzenden 7 aus 7 begonnen hatte. Ian kam im selben Jahr wie Magnus Carlsen zur Welt, aber bisher konnte er die früh geweckten Hoffnungen noch nicht erfüllen. Ein Turnier wie das Tal Memorial ist eine Gelegenheit, das zu ändern - Svidler bemerkte in seiner letzten Fragestunde, dass Nepos Potential riesig ist und er sich wirklich auf sein Schach konzentrieren kann.

Nepomniachtchi hat einige gute Erinnerungen an das Tal Memorial - so etwa hier, als er in der ersten Runde 2011 Kramnik besiegte | Foto: Russische Schachföderation (über ChessVibes)

New kid on the block: Giri (22)

Es ist merkwürdig, dass es ein Turnier gibt, bei dem ein Superturnier-Veteran wie Anish Giri nicht nur sein Debut gibt (gemeinsam mit Li Chao), sondern auch vier Jahre jünger als jeder seiner Gegner ist. Für Anish wird das Tal Memorial wahrscheinlich das letzte Turnier sein, bevor er Vater wird, aber wenn er sich auf das Schach konzentrieren kann, wird er nach einer schwierigen Phase auf Wiedergutmachung aus sein. Er hatte sowohl beim Bilbao Masters als auch beim Sinquefield Cup drei Niederlagen und keinen einzigen Sieg zu Buche stehen, während bei der Olympiade der Optimismus nach drei Auftaktsiegen mit acht Remisen in den restlichen Partien getrübt wurde. Das sollte jedoch niemanden täuschen - Giri wird in Moskau wahrscheinlich ein sehr schwieriger Gegner sein!

Wer ist euer Siegertipp beim Tal Memorial 2016?

Weitere Turniere

Das ist allerdings nicht alles, was derzeit an Schach geboten wird. Nach einer sehr kurzen Pause nach der Olympiade findet derzeit die Jugend-Weltmeisterschaft statt, das Baku Open und eine Menge Mannschafts-Wettbewerbe hat begonnen: die chinesische, polnische, serbische und georgische Liga haben den Spielbetrieb wieder aufgenommen, die spanische Mannschafts-Meisterschaft beginnt am Montag mit Spielern wie Harikrishna, Inarkiev, Radjabov, Dominguez, Rapport und Vallejo, um nur die Spieler oberhalb der 2700 zu nennen. Alle Turniere findet ihr auf unserer Live-Turnier-Seite!

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