Allgemein 05.11.2019 | 23:33von Colin McGourty

Das Rennen ums Kandidatenturnier nimmt mit Beginn des Hamburger FIDE Grand Prix Fahrt auf

MVL-Wei Yi, Wojtaszek-Grischuk und Duda-Nepomniachtchi gehörten zu den Paarungen der ersten Runde beim vorletzten FIDE Grand Prix in Hamburg, der am Dienstag begann. Das dritte KO Turnier mit 16 Spielern trägt dazu bei, herauszufinden, welche beiden Spieler sich letztendlich für das Kandidatenturnier 2020 qualifizieren und somit die Chance haben werden, ein WM-Match gegen Magnus Carlsen zu spielen. Bei der Eröffnungsfeier enthüllte FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Argentinien Bewerber für dieses Match und dass die Olympiade 2020 von Khanty-Mansijsk nach Moskau verlegt werden soll.

Im Hamburger Curio-Haus wurden die Paarungen der 16 Spieler gelost | Foto: Oliver Koeller

Das Turnier findet im Kehrwieder-Theater in Hamburg vom 5.-17. Dezember statt und damit in den der restaurierten Speicherstadt:

Wie in Moskau (gewonnen von Nepomniachtchi) und Riga (gewonnen von Mamedyarov) handelt es sich um ein KO-Turnier mit 16 Spielern bei klassischer Bedenkzeit. Dabei werden je zwei klassische Partien und ggf. ein Tiebreak am dritten Tag gespielt. Zu gewinnen sind 130.000 Euro Preisgeld, davon 24.000 für den ersten Platz, aber wichtiger sind die Grand-Prix-Punkte, die sich wie folgt verteilen:

  • Gewinner: 8 Punkte
  • Zweiter: 5 Punkte
  • Halbfinalverlierer: 3 Punkte
  • Verlierer im Viertelfinale: 1 Punkt
  • Verlierer der ersten Runde: 0 Punkte

Es gibt auch einen Extrapunkt für den Matchgewinn ohne Tiebreak. Jeder Spieler nimmt an drei der vier Grand-Prix-Turniere teil, wobei vom 11. bis 23. Dezember noch einmal in Jerusalem spielen wird. Der aktuelle Stand ist wie folgt:

SpielerFEDEloMoskauRigaHamburgJerusalemSumme
1Shakhriyar Mamedyarov276501010
Alexander Grischuk27667310
3Ian Nepomniachtchi277599
4Maxime Vachier-Lagrave277588
5Radoslaw Wojtaszek273755
6Wesley So2763134
7Hikaru Nakamura2754303
8Peter Svidler2737202
Daniil Dubov2700202
Wei Yi273722
11Jan-Krzysztof Duda2729011
Sergey Karjakin2748011
Yu Yangyi273611
Veselin Topalov274011
15Anish Giri2779000
Levon Aronian2756000
Nikita Vitiugov2727000
Teimour Radjabov275900
Pentala Harikrishna273400
David Navara273400
Dmitry Jakovenko271100
Boris Gelfand2676

Ziel ist es, einen von zwei freien Plätzen Kandidatenturnier zu ergattern, das im März nächsten Jahres in Jekaterinburg stattfinden wird:

  1. Fabiano Caruana (letzter Herausforderer)
  2. Teimour Radjabov (World Cup-Sieger)
  3. Ding Liren (World Cup-Zweiter)
  4. Wang Hao (Sieger Grand Swiss)
  5. Anish Giri (wahrscheinlicher Qualifikant nach Elo)
  6. Ein Inhaber einer Wildcard

FIDE-Generaldirektor Emil Sutovsky hat die Möglichkeit einer Qualifikationsveranstaltung Anfang nächsten Jahres zwischen allen zugelassenen Wildcards ins Spiel gebracht. Das sind die Spieler, die durch den World Cup (MVL), das FIDE Grand Swiss (Kirill Alekseenko) und den Eloschnitt diesen Jahres - derzeit Mamedyarov, Nepomniachtchi, Grischuk und Aronian - knapp verpasst haben. Der Drittbeste der Grand-Prix-Serie wäre ebenfalls teilnahmeberechtigt.

Nach Abhandlung dieser Details werfen wir nun einen Blick auf die Grand-Prix-Serie in Bezug auf das, wofür die Spieler da sind- nur die fettgedruckten Spieler sind in Hamburg im Einsatz (Mamedyarov, So, Karjakin, Giri und Aronian überspringen das Turnier):

1. Bereits im Kandidatenturnier: Radjabov (0 points)

Jeder Spieler in Hamburg beginnt mit mindestens einer mathematischen Chance, bei maximal 12 Punkten auf den ersten beiden Plätzen des Grand Prix zu landen. Aber Teimour Radjabov ist derjenige, der nach dem Gewinn des World Cups bereits weiß, dass er beim Kandidatenturnier mitspielen wird. Natürlich hat dieses Turnier auch gezeigt, dass er trotz der Niederlage gegen Nakamura in Runde 1 in Moskau nicht schlecht in KO-Turnieren ist! Er kann in Hamburg zum Spaß oder für die Preise spielen.

2. Die Führenden: Grischuk (10), Mamedyarov (10)

Mamedyarov schlägt MVL im Rigaer Turnier erst im Armageddon und bekam dafür 10 Punkte. In Moskau holte er dafür keinen Einzigen | Foto: Niki Riga, Turnierseie 

Alexander Grischuk und Shakhriyar Mamedyarov führen derzeit die Tabelle an, aber sie haben zwei Turniere gespielt und haben nur noch eines vor sich. Shakh wird in Jerusalem spielen, wonach er eine gute Vorstellung davon haben sollte, was er tun muss, während Grischuks Aufgabe einfach darin besteht, zu versuchen, in Hamburg maximale Punkte zu erzielen und auf das Beste zu hoffen. Es ist eine knifflige Position, aber auf der anderen Seite ist es auch nicht schlecht, in Führung zu liegen, da es für Verfolger durchaus möglich ist, in Runde 1 zu verlieren und damit 0 Punkte zu erzielen. Die Hälfte des 16 Spieler umfassenden Feldes wird immer in 2-3 Tagen eliminiert sein.      

3. Das größte Potential: Nepomniachtchi (9), MVL (8), Wojtaszek (5)

Kann sich Maxime Vachier-Lagrave zum ersten Mal für das Kandidatenturnier qualifizieren? | Foto: World Chess/FIDE 

Die wahren Spitzenreiter jedoch sind vielleicht Ian Nepomniachtchi und Maxime Vachier-Lagrave, die in Moskau und Riga sehr gut abgeschnitten haben und noch zwei Turniere des Grand Prix vor sich haben. Radek Wojtaszek ist auch nach dem Einzug ins Viertelfinale gut platziert und erhält zwei Bonuspunkte für den Sieg über Mamedyarov und Svidler im klassischen Schach in Moskau.  

4. Noch im Rennen: Wei Yi (2), Yu Yangyi (1), Topalov (1), Harikrishna (0), Navara (0), Jakovenko (0)

Diese Spieler hatten einen schlechten Start, aber da sie noch zwei Turniere vor sich haben, könnten sie sich ebenfalls noch qualifzieren - wenn es bei beiden Turnieren deutlich besser läuft.

5. Ohne Chance: So (4), Nakamura (3), Svidler (2), Dubov (2), Duda (1),   Karjakin (1), Giri (0), Aronian (0), Vitiugov (0)

Diese Spieler haben alle zwei Turniere gespielt und es müsste noch ein Wunder geschehen, damit es einer dieser Spieler schafft (wobei Giri sich womöglich über die Elo qualifizieren wird). Realistisch gesehen spielen sie an dieser Stelle nur noch um ihren Stolz und natürlich um Geld.

Für den Hamburger Grand Prix gibt es andere Vorhersagen:

FIDE Präsident Arkady Dvorkovich spricht zum Zeit-Journalisten Ulrich Stock | Foto: World Chess/FIDE

Bei der Eröffnungsfeier gab es einige überraschende Nachrichten von FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich, der verriet, dass Gebote aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Dubai wurde erwähnt) und Argentinien für das WM-Match, das im November 2020 stattfinden soll, eingegangen sind. Es wird erwartet, dass auch die Olympiade 2020, die im August stattfinden soll, von ihrem geplanten sibirischen Veranstaltungsort Khanty-Mansijsk nach Moskau verlegt wird. Khanty-Mansijsk würde stattdessen eine erste Schach-Paralympics veranstalten.

Es bleibt nur noch zu sagen, dass wir ab 15:00 Uhr MEZ die ganze Action aus Hamburg mit Live-Kommentar in mehreren Sprachen hier auf chess24 haben werden!

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