Allgemein 11.03.2016 | 12:00von Colin McGourty

Das Kandidatenturnier 2016 in Moskau beginnt

Das Schach-Kandidatenturnier 2016 wurde Donnerstag Nacht mit einer kurzen Feier im Paschkow-Haus eröffnet. Der armenische Präsident Serzh Sargsyan war Ehrengast neben den meisten Spielern, während Veselin Topalov noch nicht in Moskau war. Vladimir Kramnik war vor Ort und scherzte, er könne ihn ersetzen, doch wir haben auch die Sicht von Weltmeister Magnus Carlsen, wer sein Herausforderer wird.

Caruana sekundiert zur Abwechslung Kasimdzhanov, während Svidler dem Team Ponomariov beitritt - die offizielle Berichterstatterin Alexandra Kosteniuk schaut zu | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Das Kandidatenturnier beginnt um 15:00 Uhr Moskauer Zeit (13:00 Uhr MEZ), daher war es verständlich, dass die Teilnahme an der Eröffnungsfeier vor diesem größten Ereignis ihres Lebens vieler der Spieler nur minimal ausfiel. Es gab allerdings auch eine weitere Erklärung: den Verkehr! Die Spieler sind im Four Seasons Hotel untergebracht, welches knapp außerhalb der Kreml-Mauern liegt, wie wir schon in unserem früheren Bericht erläuterten. Wir bekamen über die sozialen Medien schon bald die spektakuläre Aussicht von oben zu sehen:

Karjakin: “Ich fordere Peter Svidler zum Duell!”

Caruana schien mit dem Ort auch zufrieden zu sein:

Moscow nights

A photo posted by Fabiano Caruana (@fabianocaruana) on

Die Eröffnungsfeier fand im Paschkow-Haus statt, einer Villa aus dem 18. Jahrhundert, die auf einem Hügel erbaut wurde und die andere Seite des Kreml überblickt:

Der Präsident der russischen Schachföderation Andrey Filatov sollte später halb im Scherz sagen, dass "von allen Sportarten Schach dem Kreml am nächsten ist"


Zu Fuß wären es gerade einmal zehn Minuten, aber einige der Spieler kamen mit dem Auto, bevor sich das außergewöhnliche Straßensystem Moskaus auszuwirken begann.

Das ist vor dem Beginn der Stoßzeit...

Nicht dass sich irgend jemand auf der Eröffnungsfeier zu sehr davon stören ließ, und einer der offiziellen Sponsoren sorgte das erste Mal für Aufsehen:

Falls sich die Dinge für die Spieler nicht nach Wunsch entwickeln, wird das Wegtrinken des Kummers eine Möglichkeit während des Turniers sein | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Zwei wohlbekannte russische Gastgeber lasen aus einem Manuskript und präsentierten die Spieler anhand der Karikaturen auf der Wand hinter ihnen.

Plötzlich beginnt man sich zu fragen, ob alle Spieler Klone von einander sind... | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Danach folgte eine Reihe von Ansprachen großer Persönlichkeiten, darunter der CEO von Agon, Ilja Merenzon, FIDE-Präsident Kirsan Ilyumzhinov ("in den nächsten zwei Wochen wird Moskau das Zentrum der Schachwelt sein"), einer der stellvertretenden Premierminister Russlands, Arkadiy Dvorkovich ("selbstverständlich hoffen wir auf einen russischen Sieg, aber es wird ein harter, fairer und wunderschöner Kampf") und der armenische Präsident Serzh Sargsyan - die armenisch-russische Tashir-Gruppe sponsert das Turnier und erwirkte einen Platz im Turnier für Levon Aronian. 

Serzh Sargsyan, Kirsan Ilyumzhinov und unsere Gastgeber Nikolai Uskov und Tatiana Arno | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Armenien war natürlich auch abseits des Geschehens gut vertreten - hier sind Levon Aronian und sein Trainer Arshak Petrosian guter Stimmung | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Bis einen Tag vor Turnierbeginn war ein Auftreten des russischen Premierministers Vladimir Putin erwartet worden, doch dann änderten sich seine Pläne.

Die Veranstaltung wurde bald mit einem Klaviervortrag durch Anton Balagov und einer Darbietung zeitgenössischen Balletts fortgesetzt.

Anton Batagovs Wikipedia-Eintrag beschreibt ihn als "russischen post-minimalistischen Komponisten und Klavierspieler" | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Das letzte verbleibende Schachelement der Eröffnungsfeier war die Bekanntgabe der Paarungen der ersten Runde, aber nachdem das bereits vor einem Monat geschehen ist, war hier ein deutlicher Mangel an Drama spürbar. Falls ihr sie vergessen haben solltet, sind sie hier noch einmal; Spieler aus dem gleichen Land wurden einander in der ersten Runde absichtlich zugelost, um so geheimen Absprachen vorzubeugen (für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Endergebnis arrangiert werden soll):

Es wurden allerdings auch Erfrischungen und Schachbretter zur Verfügung gestellt - was brauchte man also sonst noch?!

Peter Svidler konnte der Versuchung nicht widerstehen, selbst ein wenig zu blitzen | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Vishy Anand hatte großen Spaß, während er sich darauf vorbereitet, seine Zweifler zu widerlegen und sich für noch eine weitere Weltmeisterschaft zu qualifizieren | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Vladimir Kramnik kam gerade zu dem Zeitpunkt, als verkündet wurde, dass Veselin Topalov noch immer nicht in Russland angekommen war und am nächsten Tag direkt zum Spielort kommen würde.

Kramnik, derzeit die Nummer Zwei der Welt, witzelte offenbar: "Ich dachte, vielleicht kommt ja jemand nicht und ich kann ihn ersetzen!" | Foto: Vladimir Barsky, Russische Schachföderation

Der frühere Weltmeister hatte früher zu Oleg Bogatov von R-Sport gemeint:

In diesem Turnier gibt es keinen klaren Favoriten. Wir sind nun in einer Lage, in der alle Teilnehmer ungefähr gleich stark sind und es wird davon abhängen, wer die beste Form abrufen kann und so gut wie möglich vorbereitet ist. Aus meiner Sicht ist es ein Turnier, das jeder Teilnehmer gewinnen kann und ich bin mir fast sicher, dass die Entscheidung in den letzten drei Runden fallen wird.

Der aktuelle Weltmeister war zum Glück freimütiger in seiner Sichtweise, als er früher in dieser Woche mit VG.no sprach:

Ist Hikaru Nakamura der Gegner, den du in New York gerne hättest?

Das wäre lustig, aber ich glaube nicht, dass er gewinnt.

Wer ist dein Favorit?
Ich denke, dass es einer dieser drei wird: Fabiano Caruana, Levon Aronian und Sergey Karjakin - das würde ich sagen. Alles andere ist reines Rätselraten. Wenn ich Geld im Kandidatenturnier setzen würde, wäre es auf einen dieser drei.

Carlsen wurde gefragt, ob Alter ein Faktor sein kann, und ob Caruana und Karjakin einen Vorteil haben:

Nun, das wird sich zeigen. Wie ich vorhin schon sagte, wäre es seltsam, wenn ich ein drittes Mal auf Viswanathan Anand treffe. Und es würde mich überraschen, sollte es Veselin Topalov oder Peter Svidler schaffen, aber ich muss sagen, dass Aronian mehr zu meiner Generation zählt, auch wenn er einige Jahre älter ist.Nun, das wird sich zeigen. 

Warum zählst du ihn zu deiner Generation?

Weil wir ungefähr zur gleichen Zeit anfingen, Spitzenturniere zu spielen. Ich betrachte Aronian in der Tat mehr zu meiner Generation gehörend als Caruana.

Nach der kurzen Eröffnungsfeier ging es also zurück ins Hotel, da es Zeit war, sich für die erste Runde des Kandidatenturniers 2016 vorzubereiten. Das vorletzte Wort hat Sergey Karjakin:

Es war ein harter Tag, und ich freue mich schon auf den Beginn dieser großartigen Veranstaltung!

Acht Spieler, und nur ein Platz, der zählt! Lasst euch unsere Berichterstattung hier auf chess24 nicht entgehen.

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