Allgemein 02.01.2016 | 16:42von IM David Martínez

Das Beste aus 2015

2015 ist nun also vorbei! Nach zwölf Monaten voller Emotionen, Freude, Bedauern und natürlich gutem Schach wirft unser spanischer Redakteur David Martínez einen unbeschwerten Blick und nominiert Leute, Turniere und Momente, die im abgelaufenen Jahr seiner Meinung nach in der Schachwelt besonders hervorstachen. Würdet ihr die gleiche Auswahl treffen?    

Magnus Carlsen hätte fast alles abgeräumt! | Foto: David Llada

Die Partie des Jahres

Wei Yis atemberaubender Sieg über Lázaro Bruzón beim Danzhou Superturnier ist schwer zu überbieten. GM Jan Gustafsson erklärt in einem Youtube-Beitrag, warum diese Partie so beeindruckend war, und sorgte damit für das beliebteste chess24-Video aus eigener Produktion im Jahr 2015! Es sollte jedoch vielleicht darauf hingewiesen werden, dass der Titel "Partie des Jahrhunderts" ein Vergleich mit dem Sieg des 13-jährigen Bobby Fischer gegen Donald Byrne war und kein Versuch, einige Zuseher zu verärgern

Weitere großartige Partien waren etwa Carlsens Sieg über Fabiano Caruana beim Tata Steel Masters zu Beginn des Jahres...

...und die Demolierung Li Chaos beim Qatar Masters am Schluss:

Der Zug des Jahres

Natürlich sieht man in einem ganzen Jahr eine Menge großartiger Züge, aber nach langem Nachdenken haben wir - wegen seiner Subtilität und Tiefe - das brillante 44. Kg1!! gewählt, das Denis Khismatullin gegen Pavel Eljanov bei der Europameisterschaft im März gespielt hat. Wir haben uns schon damals gefragt, ob es der Zug des Jahres werden würde, und zur Abwechslung war das keine Übertreibung!


44.Kg1!!

Der Spieler des Jahres

Es gab einige Zweifel, da es nicht sein bestes Jahr war, aber nachdem Magnus Carlsen die Grand Chess Tour mit dem Sieg in London gewonnen, seinen Schnellschach-Weltmeistertitel verteidigt, beim Qatar Masters gewonnen und das Jahr als Nummer Eins im klassischen, Schnell- und Blitzschach beendet hat, ist es schwierig, für diese Kategorie weitere Kandidaten zu finden.

Carlsen beendet sein aktivstes Jahr seit 2009 mit +28, =34, -10 (62,5 %), mit einer Performance von 2829. Nun in 22 Partien ungeschlagen.

Magnus hat viel gespielt (Danke, Magnus!) und liegt über 40 Punkte vor seinen härtesten Konkurrenten. Wie viele Jahre wird er die Schachwelt noch weiter dominieren?

Die Spielerin des Jahres

Obwohl Hou Yifan objektiv gesehen noch immer die beste Spielerin der Welt ist, geht die Auszeichnung an Mariya Muzychuk, die 2015 nach einer beeindruckenden Knockout-Leistung nicht nur Weltmeisterin geworden ist, sondern nun auch unter den besten drei Spielerinnen der Welt ist - all das im Alter von nur 23 Jahren.

Mariya Muzychuk ist zur Damen-Weltmeisterin gekrönt | Foto: Anastasia Karlovich, Turnierseite

Die überraschendsten Momente des Jahres

Wir wurden 2015 auch Zeugen einiger völlig unerwarteter Momente! Da wir uns nicht entscheiden konnten, liefern wir euch drei davon, die uns die Sprache verschlagen hat:

1. Dieser stammt aus der neunten Runde der US-Meisterschaft. Der Hauptschiedsrichter entschied darauf, einen der Stars der Veranstaltung - Wesley So - zu nullen, nachdem er sich in einer nur sechs Züge  langen Partie Notizen gemacht hatte. Unsere spanische Berichterstattung vom Turnier fing den Vorfall auf Video ein......

...und Lennart Ootes verewigte ihn in diesem Foto:

Timur Gareevs Pose und der unglaubliche Farbkontrast machen das zu einem wundervollen Kandidaten für das Foto des Jahres! | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

2. Während einer nervenzerfetzenden Armageddon-Partie im Tiebreak des World Cups rochierte Hikaru Nakamura mit beiden Händen. Ian Nepomniachtchis folgender Protest stieß auf taube Ohren und die Nummer Eins der USA stieg trotz der Kontroversen in die nächste Runde auf.


3. Wir hatten im Gebäude, in dem das Madrider chess24-Studio untergebracht ist, während einer nachmittäglichen Blitz-Sitzung einen Rohrbruch. Ein Klempner kam, um den Schaden zu beheben, und während einer Pause entzückte er uns mit einigen technischen Kommentaren - er wies (nicht ganz korrekt...) auf ein Matt hin, das GM Jan Gustafsson übersehen hatte!

Die Entdeckung des Jahres

2015 war ein Jahr mit einigen großartigen Aufschwüngen großer Stars: Levon Aronian kam mit seinem Sieg beim Sinquefield Cup wieder zurück auf die Erfolgsspur, ein Schlussspurt von Vladimir Kramnik brachte den Ex-Weltmeister erneut auf den zweiten Platz in der Weltrangliste, aber die Entdeckung des Jahres war vielleicht - falls der womöglich beste Spieler der Geschichte überhaupt noch eine Entdeckung sein kann - Garry Kasparov. Beim Massaker von St. Louis konnte man sehen, wie er Nigel Short in herrlicher Manier auseinander nahm. Das Biest von Baku hat es immer noch drauf! 


Das Turnier des Jahres

Einige waren besorgt, dass ein Jahr ohne Weltmeisterschaft oder Olympiade öde verlaufen könnte... doch es gab keinen Grund zur Sorge! Wir konnten uns zwischen den folgenden drei Turnieren nicht entscheiden:

1. Die Grand Chess Tour vereinte drei großartige Turniere und schuf eine globale Veranstaltung mit den besten Spielern der Welt. Norway Chess, der Sinquefield Cup und die London Chess Classic stehen für Spitzenschach. Es gab zwar einige Kritik wegen der mangelnden Vielfalt an Spielern, bzw. sogar wegen kleinen Auswahl der gespielten Eröffnungen... aber eine Veranstaltung dieser Größenordnung verdient es zweifelsohne, in dieser Kategorie nominiert zu werden.


2. Das Jahr nahm mit dem Qatar Masters in großem Stil Abschied, und war eines der stärksten - wenn nicht das stärkste - offenen Turniere aller Zeiten! Das Teilnehmerfeld wurde von den drei Spielern angeführt, die 2016 als die Nummern Eins, Zwei und Drei der Welt beginnen. Die Schachöffentlichkeit verfolgte das Geschehen zumindest ebenso genau wie bei den Elite-Rundenturnieren, was die Frage offen lässt: offene oder geschlossene Eliteturniere?   

Beim Qatar Masters 2015 gab es Spitzenschach zuhauf | Foto: Katerina Savina, Qatar Masters

3. Die 72-Stunden-Schachathons! Zuerst spielten die internationalen Meister Ernesto Fernández und David Martínez und einige Wochen später die Großmeister Jan Gustafsson und Pepe Cuenca 72 Stunden ohne Unterbrechung Blitzschach gegen die Benutzer von chess24. Das Ergebnis: Ermattung, Fehler und jede Menge Spaß!


Nach 56 Stunden scheint der Verstand Jans und Pepes noch gut zu funktionieren...

Wir spielen vielleicht nicht ganz auf dem Niveau der Weltspitze, aber wir liefern eine gute Show

Und mit dieser Anmerkung verabschieden wir uns von 2015 und wünschen euch für 2016 ein Jahr voller Erfolg, Gesundheit, Liebe und, natürlich, chess24! Frohes neues Jahr!

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