Berichte 06.09.2019 | 16:52von Colin McGourty

Chess9LX, Tag 4: Nakamura schafft das Comeback

Hikaru Nakamura begann den letzten Tag des Chess960-Turniers in St. Louis mit einem Punkt Rückstand auf Levon Aronian, aber schaffte es dennoch, bereits zwei Runden vor Schluss den Sieg für sich zu reklamieren, da Levon zwischenzeitlich unglaubliche 14 Partien in Folge ohne Sieg blieb. Wesley So brauchte nur eine Partie, um den Matchsieg gegen Veselin Topalov einzutüten, während Peter Svidler den Sieg vier Runden vor Schluss bereits sicherstellen konnte. Caruana-Kasparov war bereits am Vortag entschieden, doch war der letzte Tag des Aufeinandertreffens zweier großartiger Schachspieler ein amüsantes Bergfest des Schachs.

Hikaru Nakamura zerstörte Levon Aronian an den letzten drei Tagen! | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Alle Partien des Turniers kannst du hier nachspielen:

Und wie immer kannst du dir hier noch einmal den Live-Kommentar des Tages anschauen:

Die finalen Endergebnisse kannst du der folgenden Grafik entnehmen. Die Sieger nehmen 30.000, die Verlierer immerhin noch 20.000 US-Dollar mit nach Hause:


Schauen wir uns die Matches chronolgisch an, beginnend mit dem zuerst entschiedenen Kräftevergleich:

Fabiano Caruana 19:7 Garry Kasparov

Ein hartes Match, aber auch viel Spaß | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Fabiano Caruanas 19 Punkte sind der höchste Wert aller Spieler und das Match war sogar schon ein Tag vor Schluss entschieden. Aber das hielt die Spieler nicht davon ab, sich bei den letzten acht Blitzpartien einen intensiven und schön anzusehenden Schlagabtausch zu liefern. Als Maurice das Match als ein Kampf von Schwergewichten bezeichnete, konterte Caruana:

Es war glaube ich eher ein Kampf betrunkener Boxer, die versuchen, Treffer zu landen, es aber nicht wirklich schaffen! Heute war es nicht wirklich gut. Die Qualität der letzten Tage war zumindest fragwürdig, aber heute war es wirklich gar nicht gut, von keinem von uns, denke ich.

Diese Beschreibung passt sehr gut zur ersten Partie, in der Fabi einen schönen Vorteil besaß. Es folgte ein Qualitätsopfer, nur in der komplett falschen Ausführung. Kasparov mag nicht mehr das Monster mit den 1000 Augen sein, als das Tony Miles ihn einmal beschrieb, aber die folgende Chance sollte er sich nicht entgehen lassen:


24…Sxe3! war der tödliche Schlag, da, 25.dxe3 Td1+ den Läufer auf a1 zurückgewinnt. Und ohne das Läuferpaar hätte Weiß gar keine Kompensation für die Qualität. Fabianos 25.Txc5 beschleunigte das Ende nur noch, da hierauf 25…Txd2! folgte und nun auch noch g2 bedroht ist.

Sollte es Garrys Tag werden? Nicht unbedingt, denn in der zweiten Partie entglitt ihm eine gute Stellung:


30.Tb2! war die solide Alternative für Weiß (auch wenn es scheint, dass es nicht sofort gewinnt, wie Kasparov dachte). Die Computer schlagen 30.Sf4! Lxb3 31.Tb2 als richtigen Weg vor, doch in der Partie folgte 30.Ta4? Tb8! 31.Sf4 Lxb3 32.Ta7 Lc2 und Garry konnte den b-Bauern nicht mehr aufhalten, sondern nur noch aufgeben.

Wenn sich Levon als Fabianos Sekundant verstanden sah, hatte er wirklich gute Arbeit geleistet! | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Zu den ersten beiden Partien meinte er:

Ich kenne meine Grenzen. Ich habe hart gekämpft, aber es ist wieder die zweite Partie heute, die mir die Stimmung verdorben hat. Ich gewann Partie 1, ich hatte eine schlechte Stellung, aber dann habe ich ihn einfach ausgetrickst und die Partie gewonnen. Und in Partie 2 stehe ich auf mehrere Arten und Weisen auf Gewinn, doch dann hatte ich plötzlich einen totalen Blackout und ich sah auf meine Uhr und es waren nur noch 3 Sekunden übrig! Ok, das bedeutet, dass ich immer noch 5 Sekunden habe, aber ich bin dann in Panik geraten und anstelle von Tb2, was meinen Bauern deckt und absolut gewinnt, sogar mit 3 Sekunden, spielte ich Ta4 Tb8 und es ist plötzlich vorbei.

Kasparov sagte, die Partie hatte einen "sehr schlechten Einfluss" auf ihn und in der nächsten Partie stand er bereits nach 9 Zügen aufgabereif und gab tasächlich mit Zug 13 auf. Er hatte Glück, die vierte Partie Remis zu halten. Doch nach der Pause sollte Garry in seinen Weißpartien noch ein wenig Spaß mit einer neuen Stellung bekommen. Fabiano schien sich nämlich mit möglichst schlechten Stellungen überbieten zu wollen: In der ersten Partie schickte er seinen h-Bauern im AlphaZero-Stil bis nach h3. Doch als Garry diesen Bauern aufsammelte, war die schwarze Stellung bereits hoffnungslos:


Die Partie ging noch 16 Züge lang weiter, aber für Fabiano gab es kein Entkommen. Doch das war nichts verglichen mit der nächsten Partie, in der die Nummer 2 der Welt zugab, dass das frühe ...f5 ein Fehler war:

Ich hatte nicht das Gefühl, dass der Zug sehr gut wäre, aber dann wollte ich es probieren, denn Garry tat es, Peter tat es, jeder tat es. Also dachte ich, ok, schauen wir mal, wie es läuft. Und es lief schrecklich schief!

"Wenn er mir jeden erdenklichen Vorteil gibt, kann ich gewinnen - dann kann sogar ich gewinnen!" gab Garry zu. und er war froh, dass er den Plan vorbereiten konnte und 9.d5! fand


9…c5? 10.Se3! und die Bewertung des Computers springt bereits auf einen Vorteil von 5 Bauerneinheiten, auch wenn kein sofortiger Materialverlust in Sicht ist. Die schwarzen Figuren am Damenflügel sind schrecklich postiert, vor allem der b8-Läufer, der es noch nicht einmal versuchte, sich zu entwickeln, da war das Massaker am Königsflügel auch schon vorbei!

chess24: Wir möchten einen Mörder melden!

Das war Kasparovs vierter Sieg in dem Match und wenn er in der letzten Partie noch einen fünften hinzufügen hätte können, dann hätte er zumindest reklamieren können, den virtuellen Tagessieg gegen Fabi geholt zu haben. Stattdessen stand noch einmal eine herbe Enttäsuchung für den 13. Weltmeister auf der Agenda, der zum wiederholten Male eine großartige Stellung erreichte, sie dann aber nicht verwertete:


28…Sh5! war der Zug, den er im Anschluss bereute, nicht gespielt zu haben, denn nach 28…Sfg4? 29.Txg4 Sxg4 (29…Th5!! 30.h4 Db1+ 31.Tg1 Txh4+ rettet die Variante, aber man kann nicht erwarten, im Blitz solch brillante Züge zu sehen) 30.Dxg4 f3? 31.Sxf3 und Weiß stand bereits besser. Caruana reklamierte dann nach 59 Zügen auch den vollen Punkt.

Garry kommentierte:

Es ist ein wahrer Fluch. Heute in der letzten Partie gewinnt jeder Zug. Es gibt so viele Gewinnzüge, ich habe ihn völlig überspielt und kann den Tagessieg holen. Doch dann lasse ich ihn die Stellung öffnen, doch selbst wenn ich dann ...Sh5 statt des dämlichen ...Sg4 gefunden hätte, was eine Figur einstellt... Wenn ich ...Sh5 spiele, wird es eine schöne Partie, aber ok, dass ich es nicht gesehen habe, ist Pech.

Die Idee mit dem Fluch kam von Garrys Frau:

Vermutlich ist es so, wie mir meine Frau sagte: "Garry, es ist ein Fluch". Und vermutlich ist es ein Zeichen, solche Sachen nicht mehr zu machen. Man sollte sich nicht mit jungen Spielern messen, denn es ist eine große Anstrengung und man kann sehen, es wird schlimmer und schlimmer. Es ist nicht der Fall, dass ich nichts mehr verstehe und sie mich überspielen. Ich glaube nicht, dass ich in einer einzigen Partie überspielt wurde... Aber die Anzahl der Patzer, bei der eine Stellung von gewonnen zu verloren wechselt, ist vielleicht ein Signal von oben: "Garry, hör auf, diese dummen Sachen zu machen!"

Andererseits wollte sich Garry auch nicht hinter Ausreden verstecken:

Kasparov: Traurig, aber wahr. Ich bin mir sicher, mit mehr Übung besser spielen zu können. Aber man darf sich auch nichts vormachen. Ein 56-jähriger Schachspieler ist wie ein Tennisspieler mit 40. Die einzige Ausnahme war Korchnoi.

Olimpiu G. Urcan: Garry Kasparov: Ich bin alt. Eingerostet ist etwas anderes. Eingerostet meint, du bist jung, aber ohne Übung. Ich bin alt. Ich bin 56, mal ehrlich.

Der andere Grund, keine Ausreden zu nutzen, war, dass Garry offenbarte, vor St. Louis ein Test-Match gegen Peter Svidler gespielt zu haben - und das gewann er!

Anderer Spieler hatten ihre eigenen Erklärungen, warum das Match so lief. Hikaru verwies darauf, wie gut sich Fabiano verteidigt:

Ich denke, das spricht wirklich Bände darüber, wie viel besser moderne Spieler als Verteidiger sind, denn Garry hat in diesem Match alles bekommen, was man sich wünschen kann, und es reichte immer noch nicht aus, um zu gewinnen. Man kann sagen, dass er eingerostet ist, aber ich denke, es zeigt wirklich den Unterschied in der Qualität der Verteidigung der modernen Spieler. Leider ist Fabiano für Garry, wie viele von uns, eben ein sehr, sehr guter Verteidiger. Wenn Menschen nicht umkippen und scih selbst umbringen und du so lange nicht mehr ernsthaft gespielt hast, ist es wirklich, wirklich hart.

Olimpiu G. Urcan: Hikaru Nakamura meinte zu Kasparov, dass "der Unterschied in der Qualität der Verteidigung" der modernen Spitzenspieler liegen würde.

Fabiano konnte dem Einiges abgewinnen:

Wir haben einen Vorteil, den Garry nicht hat, nämlich die praktische Erfahrung. Wir sind es gewohnt, sowohl gute als auch schlechte Stellungen zu erreichen, und defensive Fähigkeiten sind eine der wichtigsten Eigenschaften im praktischen Schach, besonders im Schnellschach, wo man immer irgendwann schlechte Stellungen bekommt. Wenn du alle deine guten Stellungen gewinnst und alle deine schlechten Stellungen hältst, würdest du jedes Blitzturnier gewinnen, also ist das eines der wichtigsten Dinge.

Wesley So 18:8 Veselin Topalov

Es gibt zwei systematische Nachteile für das Champions Showdown Format. Einer davon ist, dass man eine Schachlegende wie Garry einlädt, aber wir sehen ihn nur gegen einen anderen Spieler spielen. Das andere ist, dass die Matches tendenziell lange vor dem eigentlichen Ende entschieden sind, und dann gibt es wenig Interesse an dem Rest des Matchs. Wie man gesehen hat, war das bei Caruana-Kasparov nicht wirklich der Fall, aber es gab nichts, was die Spannung in So-Topalov hätte retten können. Das Match endete nach der ersten Partie des Tages, als Veselin am Schluss einen Sieg verpasste und Wesley das Remis mitnahm, das er brauchte, um das Match zu gewinnen. Die restlichen Partien waren eine Formalität, denn Veselin holte nur einen Sieg. Insgesamt gewann der Bulgare nur zwei von 20 Partien.

Von Veselin Topalov haben wir in St. Louis nie wirklich etwas gesehen, denn Wesley dominierte das Match nach Belieben | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Wesley sagte nach dem Match, dass es seinem "Selbstvertrauen einen Schub" nach dem letzten Platz beim Sinquefield Cup gegeben hätte. Von daher hofft er, die gute Form in den World Cup mit herübernehmen zu können, da dieser nächste Woche beginnt.

Peter Svidler 15,5:10,5 Leinier Dominguez  

Peter startete in den Tag mit einer Führung von 4 Punkten. Doch hielt er das Match erst einmal interessant, nachdem er durch einen Aussetzer Dominguez einen Punkt auf dem Silbertablett servierte:

chess24: Svidlers Führung beträgt damit nur noch 3 Punkte nach einem groben Patzer: 46.Dd2?? Dxg3+ und Weiß gibt auf.

Peter sollte dazu später sagen:

Ich bin ehrlich gesagt sehr zufrieden mit meinem Spiel - ich dachte, mein Spiel macht im Allgemeinen schon Sinn. Ich ließ einige Türme einzügig einstehen, aber abgesehen von diesen Blackouts und Springer, die sich rückwärts bewegen können und so weiter, dachte ich, es gäbe eine anständige Menge an gesundem Menschenverstand und eine ganz ansehnliche Variantenberechnung zwischendurch. Von daher bin ich glücklich, so wie es lief!

Eine Menge beobachtet Dominguez-Svidler | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Das ist eine ziemlich gute Zusammenfassung des Tages. Denn in der nächsten Partie schlug er bereits zurück, indem er mit Schwarz Leinier langsam überspielte trotz einer etwas suboptimal gelaufenen Eröffnungsphase. Mit diesem Sieg war klar, dass Svidler das Unentschieden im Match bereits sicher hatte. Aber ein Sieg im Endspiel in der nächsten Partie besiegelte das Match dann endgültig, auch wenn er in der darauffolgenden 153-zügigen Partie Turm gegen Turm und Springer erfolgreichen verteidigen musste. 

In den verblieben Partien wurden Siege hüben wie drüben verbucht. Im Anschluss richtete Peter seine gedanken bereits auf den am Dienstag startenden World Cup. In Runde 1 wird er gegen Carlos Daniel Abonoroz Cabrera antreten müssen. Yasser bezeichnete diesen als "ein ganz spezielles kubanisches Kind":

Keine Respektlosigkeit gegenüber meinem Gegner, aber ich denke, er ist etwa zwei Jahre älter als meine Kinder! Kombiniert man das mit mir, wird das meinem Schädel nicht gut tun (Svidler rechnete aus, dass die Partien in Khanty um 3 Uhr morgens beginnen, wenn man die Zeitzone von St. Louis als Maßstab nimmt).

Das Match mit Dominguez sollte besser ausgehen als das Vorbereitungsmatch gegen Garry! | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite 

Wenn Peter die erste Runde übersteht, muss er gegen Ruslan Ponomariov ran, einen Spieler, auf den er im Halbfinale der Weltmeisterschaft zweimal traf und den er als "einen der typischen World Cup-Gangster" bezeichnete. Der 2011er- und fast-2015er-Gewinner des World Cups Peter Svidler ist natürlich ein weiterer World Cup-Gangster, aber er hat einen harten Weg vor sich - in Runde 3 könnte er auf einen gewissen Hikaru Nakamura treffen, der in St. Louis sein bestes Schach zeigte!

Hikaru Nakamura 14,5:11,5 Levon Aronian

Wir haben in St. Louis erlebt, wie Garry Kasparov gelitten hat, aber Levon Aronian muss nach seinem Zusammenbruch in den letzten drei Tagen innerlich geschrien haben. 

So nah wie Levon nur am Weinen sein kann... | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Er verbrauchte wohl sein ganzes Glück, um mit 7,5/8 einen furiosen Start am ersten und zweiten Tag hinzulegen. Doch auch wenn er noch mit einem Punkt vor dem letzten Tag führte, war er dort bereits 7 Partien in Folge ohne Sieg geblieben. Diese Serie sollte auf 14 Partien anwachsen. Und alles, was schief gehen konnte, ging dann auch schief.

Wie Garry kann auch Levon darauf verweisen, dass vieles hätte anders laufen können. Hätte er die folgende wunderschöne Stellung gewonnen, dann hätte er einen Vorsprung von zwei Punkten gehabt:


Levon erkannte die gewinnbringende Idee eines Springeropfers gefolgt vom Damenfang, aber statt 19.Sfd5!! exd5 20.La6! bewegte er den falschen Springer 19.Sed5 was durch 19…Sg6! ausgekontert wurde, da nach 20.La6 Sxf4! 21.Sxf4 De4 die Dame entkommen konnte. Levon kämpfte noch mit 20.c6!, aber der Weg zum Sieg war bereits schmal und Hikaru übernahm bald das Ruder und gewann schlussendlich.

Nakamura, der sein schnelles und akkurates Spiel als "Nepo-Stil" beschrieb, hatte das Gefühl, dass dies die kritische Partie war:

Heute hatte ich ein wenig Glück. Wenn die erste Partie anders verlaufen wäre, was sie objektiv hätte tun sollen, dann wäre es sehr, sehr eng geworden, aber als ich die erste Partie des Tages gewonnen hatte, dachte ich, dass es wirklich keine Chance für Levon gab, zurückzukommen. Ein wirklich guter Tag gestern und ein noch besserer Tag heute.

Nakamura und sein Trainingspartner So | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Aber das fühlt sich zu sehr an wie das Beurteilen von Ergebnissen, denn selbst wenn das Match unentschieden stand, hätte das Pendel nach einem Sieg Levons zu Gunsten des Armeniers ausschlagen können. Auch in der zweiten Partie lief es für ihn gut, aber er geriet dann auf Abwege und tappte in eine wunderschöne Falle:


37.Txe4!! und Levon nahm noch nicht einmal den Turm, da er feststellte, dass nach 37…fxe4 38.a6 man den a-Bauern nicht aufhalten kann, weil der weiße Läufer das Feld h8 kontrolliert. Doch natürlich konte er nach 37...Kd8 die Partie nicht mehr retten. 

Trotzdem hätte Levon das Match immer noch ausgleichen können, wenn er eine große Chance in der dritten Partie des Tages genutzt hätte:


38.Sxb5 ist gut für Weiß, aber wenn man 38...Tg1! 39.Dxg1 Se2+ sieht, könnte man auch gleich vor Schreck umfallen. Doch hier hatte Levon das siegbringende 38.Df3!, was Matt in 2 droht. Stattdessen spielte er aber 38.Dxb5?, was den Damentausch anbietet. Das simple Abzählen der Bauern mag diese Entscheidung rechtfertigen, doch war das eine völlige Falschbeurteilung der Stellung. Denn alsbald führten die schlecht koordinierten weißen Figuren und der schwarze f-Bauer den Nachziehenden zum Sieg.

Eine 2-Punkte-Führung ließ es wirklich wie ein Kinderspiel aussehen, erst Recht dank der beiden Unentschieden, die folgten. Aber in der zweiten Partie stand er objektiv im Endspiel auf Gewinn, bis er bei Zug 72 danebengriff und die Partie nach 112 Zügen mit der Punkteteilung endete. In der letzten Partie des Tages konnte Levon nach seinem 26.d5? verzweifeln, wurde dann aber bald von seinen Qualen erlöst:


26…Lc5+! 27.Kf1 Txh3! 28.Txf6 Th1+ 29.Ke2 Te8+ war ein brutales Ende:

chess24: Ein weiterer Albtraum für Levon und Nakamura gewinnt das Match zwei Runden vor Schluss!

Auch wenn Levon es immer noch schaffte, in der nächsten Partie in einer gewonnenen Stellung schrecklich zu patzen, gewann er schließlich nach 14 sieglosen Spielen wieder eine Partie und beendete damit das Match mit ein wenig Trost. Es war ein sehr seltsamer Sommer in Amerika für Levon, der beim St. Louis Rapid und Blitz-Turnier gewann, nur um dann beim Sinquefield Cup Letzter zu werden. Sein Fokus liegt nun auf der Verteidigung des World Cup-Titels von 2017 oder zumindest auf dem Erreichen des Finals und damit der Qualifikation für das Kandidatenturnier. Sein Gegner Nakamura betonte:

Während dieses Turniers habe ich schon ein bisschen Vorbereitung für den World Cup gemacht und ich vermute, Levon tat Ähnliches. Anstatt sich Sorgenum das Chess960-Match zu machen oder sich gar darauf vorzubereiten, denkst du bereits an das nächste Turnier!

Der World Cup beginnt am Dienstag (hier kannst du ihn live verfolgen), doch zuvor wird erst einmal der Weltmeister Magnus Carlsen eine weitere Episode Geschwätzblitz gegen Premium-User von Chess24 spielen. Du kannst daran teilnehmen oder einfach nur zuschauen: Geschätzblitz mit Magnus Carlsen | Freitag, den 6. September ab 18:00 Uhr MEZ.


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