Features 04.11.2016 | 12:29von IM David Martínez

chess24 gewinnt Rechtsstreit vor der Schach-WM

Peter Svidler wird gemeinsam mit Jan Gustafsson, Eric Hansen, Robin van Kampen und Fiona Steil-Antoni für den englischsprachigen Live-Kommentar von chess24 bei der Schachweltmeisterschaft sorgen, die in einer Woche in New York beginnt. Den deutschsprachigen Kommentar übernehmen Melanie und Nicolas Lubbe. Im Vorfeld des Wettkampfs wies das Moskauer Handelsgericht eine Klage von Agon, das von chess24 20 Millionen Rubel für die Übertragung der Züge während des Kandidatenturniers im März forderte, vernichtend zurück.

Unsere Kommentatoren bei der Schach-WM

Das Warten ist fast vorbei! In einer Woche nimmt Sergey Karjakin die schwierige Aufgabe in Angriff, mit Magnus Carlsen einen der besten Schachspieler aller Zeiten herauszufordern. Wird er genügend Eröffnungsideen und Siegeswillen mitbringen, um den Titelträger vom Thron zu stürzen, oder wird der norwegische Champion seinen Titel verteidigen? Bald wissen wir mehr, und auf chess24 werden wir das Geschehen in New York mit einem ganzen Stab von Kommentatoren auf Genaueste verfolgen.  

Auf Deutsch werden Melanie und Nicolas Lubbe die Partien für euch live kommentieren. 
















Auf Englisch berichten gleich fünf Kommentatoren aus unseren Reihen:


Wir freuen uns sehr, dass wir den derzeit besten Live-Kommentator, Peter Svidler, auch für die WM verpflichten konnten. Er wird gemeinsam mit Jan Gustafsson und Fiona Steil-Antoni aus Hamburg berichten, wobei Fiona für die Hintergrundberichte zuständig sein wird.

Außerdem sind einige neue Gesichter dabei. Der niederländische GM Robin van Kampen ist zwar schon chess24-Autor und kommentierte bereits beim Kandidatenturnier, aber zum ersten Mal wird er vom Kanadier Eric Hansen unterstützt. Während Svidler beim Europacup spielt, werden die beiden in die Bresche springen, wie ihr unserem vorläufigen Zeitplan entnehmen könnt: 

Freitag, 11. November |  1. Partie | Eric Hansen & Robin van Kampen
Samstag, 12. November | 2. Partie | Eric Hansen & Robin van Kampen

Sonntag, 13. November | Ruhetag

Montag, 14. November | 3. Partie | Eric Hansen & Peter Svidler

Dienstag, 15. November | 4. Partie | Eric Hansen & Peter Svidler

Mittwoch, 16. November | Ruhetag

Donnerstag, 17. November | 5. Partie | Eric Hansen & Peter Svidler

Freitag, 18. November | 6. Partie  | Eric Hansen & TBA

Samstag, 19. November | Ruhetag

Sonntag, 20. November | 7. Partie  | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Montag, 21. November | 8. Partie | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Dienstag, 22. November | Ruhetag

Mittwoch, 23. November | 9. Partie | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Donnerstag, 24. November | 10. Partie | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Freitag 25. November | Ruhetag

Samstag, 26. November | 11. Partie | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Sonntag, 27. November | Ruhetag

Montag, 28. November | 12. Partie | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Dienstag, 29. November | Ruhetag

Mittwoch, 30. November | | Peter Svidler & Jan Gustafsson

Unser spanisches Aufgebot kann sich übrigens auch sehen lassen...



Außerdem werden wir in zusätzlichen Videos und News ausführlich von der WM berichten.

Von den Spielern selbst werden wir keine Videos bringen, da die Rechte dafür beim Veranstalter liegen. Damit sind wir auch schon bei einem Thema angelangt, das unsere Vorbereitungen ziemlich überschattet hat…

chess24 gewinnt den Rechtsstreit wegen des Kandidatenturniers

Wir haben uns mit Aussagen zum Streit über die Live-Übertragung der Züge vom Kandidatenturnier sehr zurückgehalten, da wir zum einen glauben, dass das Schachpublikum sich nicht so einfach täuschen lässt und auf PR-Tricks hereinfällt, und zum anderen der Meinung sind, dass der richtige Ort für rechtliche Androhungen der Gerichtsaal ist.

Der Sieger des Kandidatenturniers, Sergey Karjakin, bei seiner Weißpartie gegen Peter Svidler in Runde 1 | Foto: Colin McGourty

So kam es denn auch, denn im Verlauf dieses Jahres verklagte die Turnir Pretendentov LLC (eine Firma, die Ilya Merenzon und einem Anwalt gehört) eLearning Ltd (die Firma, der das geistige Eigentum von chess24 gehört) auf 20 Millionen Rubel (umgerechnet etwa 290.000 Euro) Schadensersatz. Der Vorwurf lautete: unlauterer Wettbewerb durch Offenlegung von Geschäftsgeheimnissen.

Nach einer ersten Anhörung im September fand die letzte Anhörung am 25. Oktober im Moskauer Handelsgericht statt, an deren Ende der Richter sein Urteil sprach. Er wies den Antrag von chess24 auf Einstellung des Verfahrens ab, wies anschließend aber auch sämtliche Forderungen von Agon zurück. Zwei Tage später konnte man das Urteil auf der Website des Gerichts nachlesen:


Am 1.November veröffentlichte das Gericht dann die Urteilsbegründung, in der allen Argumenten unserer Anwälte stattgegeben wurde, einzig nicht in der Frage der Zuständigkeit. Insgesamt ist das Papier zwölf Seiten lang und in russischer Gerichtssprache abgefasst, aber wir haben hier eine Übersetzung von der Zusammenfassung der Urteilsbegründung des Gerichts:

Nach Studium aller Unterlagen und der Anhörung aller Argumente kam das Gericht zu dem Beschluss, dass die Anklage unbegründet ist, weil,

·         Der Beklagte nicht Inhaber der Seite http://chess24.com ist und daher auch nicht verantwortlich ist für deren Inhalt;

·         Die Ansprüche des Klägers nicht auf Fakten basieren und er seine Argumente in der Klageschrift nicht untermauern konnte;

·         Die Rechtsvorschriften zum unlauteren Wettbewerb, auf die sich der Kläger bezieht, gelten nicht für den vorliegenden Rechtstreit;

·         Dem Kläger ist kein Schaden in Form von Gewinneinbußen entstanden;

·         Es besteht kein Kausalzusammenhang zwischen dem entstandenen Schaden für den Kläger und dem angeblichen Vorgehen des Beklagten;

·         Die Forderung des Klägers, dass die Übertragung der Züge unterbleiben müsse, kann nicht erfüllt werden, da das Turnier bereits vorbei ist. Abgesehen davon, ist die Übertragung von Schachzügen Allgemeingut und rechtlich nicht geschützt;

·         Der angebliche Zusammenhang besteht laut russischem Recht nicht.

Die Details sind eigentlich nur für Juristen interessant, zusammengefasst lässt sich aber sagen, dass das Urteil kaum klarer ausfallen hätte können. Der erfolglose Kläger hat nun 30 Tage Zeit, Einspruch gegen das Urteil einzulegen. Soweit wir wissen, laufen die Anhörungen noch in den Fällen ChessGames (17. Januar 2017) und ChessBomb (28. Februar 2017).

Solche Fotos sind nun definitiv nicht illegal!  | Foto: Colin McGourty 

Enrique Guzman, Chef von chess24, kommentiert das Urteil so:

Wir freuen uns über unseren Sieg und danken unseren Anwälten Taylor Wessing and Secretan Troyanov Schaer. Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen – wir haben vorher mit Agon zusammengearbeitet und würden dies wieder tun – aber im Interesse des Schachs und der Schachfans konnten wir nicht nachgeben. Einfach gesagt, kann man niemanden mehr daran hindern, von einem Schachzug zu berichten, so wie dies auch für ein Tor von Lionel Messi gilt. Ein Sieg von Agon wäre ein gefährlicher Präzedenzfall gewesen.


Es dauert also nur noch eine Woche bis zum Beginn der Schach-WM 2016, auf die die gesamte Schachwelt gespannt wartet! Wir hoffen, dass ihr sie hier auf chess24 verfolgen werdet, und bis dahin könnt ihr euch mit dem Europa Cup (MVL, Kramnik, Aronian, Svidler…) und dem Champions Showdown in St. Louis (Anand, Topalov, Caruana, Nakamura) vergnügen. Das wird ein toller Schachmonat 

Weitere Links:

·         Die Schach-WM auf chess24

·         Carlsen-Karjakin Vorschau 1: Magnus mit Weiß

·         Offizielle Turnierseite der Schach-WM


Sortieren nach Datum (absteigend) Datum (absteigend) Datum (aufsteigend) meiste Likes Benachrichtigung bei neuen Kommentaren

Kommentare 52

Guest
Guest 3398703417
 
chess24 beitreten
  • Kostenlos, Schnell & Einfach

  • Sei der Erste, der kommentiert!

Registrieren
oder

registriere dich und leg los!

Mit einem Klick auf 'Registrieren' stimmst du unseren Nutzungsbedingungen zu und bestätigst, dass du unsere Datenschutzrichtlinie und den Abschnitt über die Verwendung von Cookies gelesen hast.

Lost your password? We'll send you a link to reset it!

Nach der Übermittlung deiner E-Mail-Adresse erhältst du von uns eine E-Mail mit einem Link zum Zurücksetzen des Passworts. Wenn du dann weiterhin nicht auf deinen Account zugreifen kannst, melde dich bitte beim Kundendienst.