Berichte 07.02.2019 | 19:15von Colin McGourty

Cairns Cup 1: Kampfschach zum Auftakt

Mit Siegen von Alexandra Kosteniuk, Irina Krush, Valentina Gunina und Zhansaya Abdumalik erlebte die erste Austragung des Cairns Cup in Saint Louis einen unterhaltsamen Auftakt. Nur Harika Dronavalli und Marie Sebag trennten sich an einem Tag remis, an dem die weißen Steine und der Eröffnungsvorteil nur wenig zu zählen schienen. Valentina Gunina etwa meinte, “meine Mannschaftskameradinnen schauen bei mir nur aufs Brett, weil immer Chaos herrscht. Sie gucken daher lieber erst hin, wenn die Partie vorbei ist!”

Alexandra Kosteniuk fand gegen Elisabeth Pähtz einen schönen Partieschluss | Foto: Crystal Fuller, Turnierseite

Alle Partien des Cairns Cup könnt ihr hier nachspielen:

Und hier das Video mit der Live-Übertragung mit Jennifer Shahade, Yasser Seirawan und Maurice Ashley sowie vielen Interviews:

Den ersten Sieg beim Cairns Cup feierte Alexandra Kosteniuk gegen unsere deutsche Vertreterin Elisabeth Pähtz, nachdem sich die Nummer 1 der Setzliste in der Eröffnung für ein provokantes Vorgehen entschieden hatte. Erst spielte Kosteniuk Benoni, und dann ließ sie die Neuerung 14…Db6?! folgen:


Die ehemalige Weltmeisterin räumte ein:

Ich dachte, ich würde mich immer noch in meiner Vorbereitung bewegen, aber irgendwie gefielen mir die vorbereiteten Varianten nicht. Aus diesem Grund saugte ich mir den Zug Db6 aus den Fingern, der sicher ein Zug in die falsche Richtung ist! 

Elisabeth Pähtz meinte, “sie wollte sie dafür bestrafen” (“dazu hatte sie allen Grund!” – Kosteniuk), und objektiv war 15.e4! Lg6 16.e5! auch stark, doch sie verbrauchte 31 Minuten für e5 und bereute hinterher, nicht das positionelle 16.a4 gespielt zu haben. Kosteniuk war es nur recht, dass die Partie nach e5 zweischneidig wurde, und nach einigen Fehlern stand Weiß dann auch schnell auf Verlust. Der Hammerzug folgte dann im 32.Zug:

32…Txg2! 33.Kxg2 Dg6+! 34.Lg3 Lg4! 35.Dc1 Lf3+


Wie Kosteniuk erklärte, wäre nach 36.Kf1 das schöne Finale 36…Dxg3!! 37.fxg3 Sxg3# gekommen, doch nach 36.Kh2 Sxg3 gab Weiß einfach auf. 

Alexandra Kosteniuk behauptete Maurice Ashley gegenüber nicht, dass sie alles unter Kontrolle gehabt hatte | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Ähnlich dramatisch verlief die Partie Gunina-Khotenashvili, bei der beide Spielerinnen in der Eröffnung extrem viel Zeit verbrauchten. Richtig interessant wurde es aber nach 18.Lxh6!


Bela Khotenashvili dachte, dass dies wegen 18…Se5? nicht geht, doch dann sah sie die Widerlegung 19.Txe5! Txe5 20.Dxa8. Wenn Schwarz einfach 18…Txe1+ 19.Txe1 Te8 spielt, hat sie eine gute Stellung, doch stattdessen verbrauchte sie 28 ihrer letzten 29 Minuten für 18…d3?! und ging in Zeitnot unter. Valentina Guninas direkte und aggressive Vorteilsverwertung war vielleicht nicht optimal, aber zielführend.

Valentina Gunina feierte in Saint Louis einen guten Start | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Harika Dronavalli und Marie Sebag trennten sich mit einem gerechten Remis, während in den beiden anderen Partien das Läuferpaar plus Freibauer zugunsten von Schwarz entschied. 

Harika Dronavalli durchquerte in leuchtendem Rot den Turniersaal | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Die 19-jährige Zhansaya Abdumalik brachte im Grünfeld gegen Anna Zatonskih eine Neuerung im 15. Zug, doch offenbar waren beide Spielerinnen da schon aus dem Buch. Die Amerikanerin meinte, sie hätte „klar in Vorteil kommen können“, doch schließlich überzog sie und wurde von ihrer jungen Gegnerin bestraft. Zatonskih meinte: „Ich habe mich vor der Partie zu intensiv vorbereitet und war deshalb müde und konnte keine Varianten berechnen.“

Zhansaya Abdumalik nahm eine Position ein, die man von Wunderkindern kennt! | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite 

Abdumalik wies darauf hin, dass sie bisher erst ein Rundenturnier für Frauen bestritten hatte, 2016 in  Breslau. Ihre Konkurrentinnen hoffen sicher, dass sie dieses Mal schlechter abschneidet:


Für die amerikanischen Fans gab es dennoch gute Nachrichten, denn Irina Krush gelang in der längsten Partie des Tages ein Sieg gegen Nana Dzagnidze. Schwarz hatte schon früh Vorteil, doch Dzagnidze hätte mit präzisem Spiel vermutlich remis halten können.

Nana Dzagnidze gibt gegen Irina Krush auf | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

In Runde 2 kommt es zum Duell USA-Russland, da Krush-Gunina und Kosteniuk-Zatonskih aufeinandertreffen!

Almira Skripchenko kommentiert gemeinsam mit Anastasia Karlovich für die russischen Zuschauer | Foto: Lennart Ootes, Turnierseite

Die zweite Runde in St. Louis könnt ihr ab 20 Uhr live auf chess24 verfolgen!

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