Allgemein 05.02.2018 | 14:21von Thomas Richter

Bundesliga, R7-8: Solingen und Baden-Baden weiter punktgleich

Im Mittelpunkt des vierten Bundesliga-Wochenende standen die Kämpfe in den Platinlogen des Bremer Weserstadions. Dort traf Gastgeber Werder Bremen, vor der Doppelrunde Dritter, auf den Zweiten SG Solingen und den Vierten DJK Aufwärts Aachen. Der Kampf gegen Solingen endete nach dramatischem Verlauf bei sechs entschiedenen Partien 4-4 unentschieden, tags darauf ein glatter 6.5-1.5 Sieg gegen Aachen. Baden-Baden (an diesem Wochenende mit Jan Gustafsson und Maxime Vachier-Lagrave, aber ohne z.B. Anand, Aronian, Caruana und Svidler) gewann am Samstag glatt 7-1 gegen den weiterhin punktlosen Abstiegskandidaten Norderstedt, wobei Mickey Adams mit einem Remis gegen Lawrence Trent gut bedient war. Sonntag dann allerdings ein überraschender Punktverlust gegen den Hamburger SK. In der Abstiegszone erzielten Speyer-Schwegenheim, MSA (Münchner Schachakademie) Zugzwang und Hofheim überraschende Punktgewinne.

Harikrishna kibitzt in Bremen am Spitzenbrett Iturrizaga-Fridman des Parallelkampfes | Foto Andreas Burblies, SV Werder Bremen


Spannung in der Bundesliga immer bereits vor der Runde: Wer spielt mit? Aufstellung werden natürlich geheim gehalten, seit dieser Saison allerdings zwei Stunden vor Rundenbeginn veröffentlicht - damit eventuell noch Zeit für hektische letzte Vorbereitungen. In ihrem Vorbericht spekulierte Werder Bremen, ob die Gegner mit Giri bzw. Ivanchuk antreten - und hat selbst nur verraten, dass sie dann gegen "Daniil Dubov, Alexander Areshchenko oder Laurent Fressinet" spielen. Wie sich herausstellte, spielte Bremen fast in Bestbesetzung (alle drei genannte und drei weitere GMs mit Elo 2600+), Solingen dagegen ohne Giri und Rapport, Aachen ohne Ivanchuk und Granda Zuniga.

Dramatischer Spitzenkampf Bremen-Solingen

Solingen (mit Harikrishna am Spitzenbrett) war dennoch leicht favorisiert und führte bereits 3.5-0.5, Bremen musste demnach drei Partien gewinnen - aber zuerst zu den Solinger Siegen:

‌Brett 1 Harikrishna-Areshchenko 1-0: Weiss gewann ein Endspiel, das direkt aus einer ungewöhnlichen Eröffnung entstand - nach 18 Zügen beiderseits noch Läufer und Springer. Wie oft in derlei Fällen (nicht nur in Partien von Magnus Carlsen) ist nicht offensichtlich, wo Schwarz den entscheidenden Fehler machte. Engines kritisieren 20.-b5, obwohl dies die schwarzen Bauern am Damenflügel entdoppelt. Weiss konnte danach jedoch seine eigene Bauernmehrheit am Königsflügel mobilisieren und die schwarze am Damenflügel entschärfen. Unter Bauernopfer verschaffte Areshchenko sich doch einen Freibauern, der war allerdings ungefährlich. Die Entscheidung dann quasi an beiden Flügeln:













Nach ‌42.h5! gab Schwarz auf, da er nicht beide weisse Freibauern kontrollieren kann - den auf der c-Linie und den potentiellen auf der h-Linie nach Durchbruch g4-g5.

Harikrishna war der einzige 2700er im Solinger Team | Foto Andreas Burblies, SV Werder Bremen


Brett 3 van Wely - Fressinet 1-0:

Nach wechselhaftem und durchgehend etwa ausgeglichenem Verlauf konnte Weiss mit einem Turm auf der siebten Reihe eindringen:













Schwarz musste diesen tolerieren und auf jeden Fall 25.d5! verhindern (24.-Tad8 oder 24.-Df5), auch wenn das natürlich 25.Txb7 erlaubt. Stattdessen geschah ‌24.-Tf7? 25.Txf7 Kxf7 26.d5! cxd5 27.Db5! usw. - Weiss bekam den Bauern mit Zinsen zurück und dann direkten Königsangriff, 1-0 nach 31 Zügen. "Lieber einen Bauern verlieren (zumindest vorübergehend) als direkt die Partie" galt später auch unter umgekehrten Vorzeichen.

‌Brett 7 Andersen-Markgraf 1-0, Entscheidung im Turmendspiel:













Vermutlich war es ohnehin für den deutschen IM verloren, aber nach zuletzt 45.Txb7 g4 46.b5! konnte/musste er sofort aufgeben.

Bei Remisen an Brett 3 und 6 musste Bremen alle verbleibenden Partien gewinnen, und nur der Sieg am "deutschen" Brett 8 IM Zumsande - GM Naumann zeichnete sich lange im Voraus hab: Weiss hatte mehr als ausreichende Kompensation für die im 22. Zug geopferte Qualität und gewann nach 66 Zügen im entstandenen Damenendspiel.

Brett 2 Dubov-Ragger 1-0:













Lange war es ausgeglichen, nun hatte Dubov sich etwas Vorteil erarbeitet (anfälliger gegnerischer König, verirrter schwarzer Springer) und nach zuletzt 45.-Dd7? ging es schnell: ‌46.Dh6+! Kg8 47.Sxf6+! 1-0. Pflicht war 45.-Sc3, auch wenn das den Bauern auf e6 verliert.

Brett 5 Smeets-Efimenko 0-1 war der nicht mehr erwartete Ausgleich für Bremen:













Stellung nach 83.-Df5. Diese Materialverteilung stand grob ab dem 37. Zug auf dem Brett, wobei Weiss lange zwei Bauern für die Qualität hatte. Unklar, wer auf Gewinn spielte - beim Stand im Match musste Efimenko gewinnen. Laut dem Bremer Bundesliga-Manager Olaf Steffens hatte er sich bereits mit Remis abgefunden und bei beiderseits noch etwa einer Minute Restbedenkzeit mit 67.-71. -De2-b2-e2-b2 Remis durch Zugwiederholung angeboten, aber Smeets wich mit ‌72.Sg1?! (72.Se5=) ab! Steffens: "Zahar meinte, er [Smeets] hatte die ganze Zeit am Brett gesessen, und möglicherweise nicht gewusst, dass ein Remis zum Gewinn reicht - wir wissen es aber nicht."

Danach gewann Schwarz (nicht forciert) den weissen Bauern auf h4, in der Diagrammstellung war es nach dem Computerzug 84.f4!! (sperrt den schwarzen Tg4 aus) wieder 0.00 - aber es kam ‌84.Da7? Txe4! 0-1.

Efimenko rettete (zusammen mit Smeets) einen Mannschaftspunkt für Bremen | Foto Andreas Burblies, SV Werder Bremen

Dubov neu im Club 2700+

Tags darauf gewann Werder Bremen überraschend klar mit 6.5-1.5 gegen DJK Aufwärts Aachen, diesmal setzte Dubov das erste Ausrufezeichen:













‌25.-Txd4! 26.Dxd4 Dc6!, und Gegner Jorden van Foreest musste mit 27.Te4 Dxe4 28.Dxe4 Lxe4 einen Turm zurückgeben, der Rest war schwarze Technik.

Daniil Dubov (Foto Samstag) nicht in Werder-grün, dennoch wichtig für sein Team | Foto Andreas Burblies, SV Werder Bremen

Nach 2/2 an diesem Bundesliga-Wochenende (zuvor in dieser Saison ebenfalls 2/2 am Spitzenbrett) ist Daniil Dubov nun erstmals in der Live-Ratingliste vertreten. Das Match war bereits entschieden, und dann gewannen auch noch Fressinet (gegen Parligras) und McShane (gegen Bindrich) ihre anfangs etwa ausgeglichenen Endspiele - sechs Bremer Siege an den ersten sechs Brettern.

Baden-Badener Punktverlust

Unerwartet spannend dagegen Sonntag ein Match am anderen norddeutschen Austragungsort im Seminarhaus Norderstedt (bei Hamburg). Bei OSG Baden-Baden - Hamburger SK stand es früh 1-1 - nicht etwa durch zwei Kurzremisen, sondern durch diese Schlusstellungen:












Naiditsch-Hansen 31.Dh3 1-0, Vorteil Baden-Baden













‌Kollars-Movsesian 26.Dc3 1-0, Ausgleich Hamburg

Derweil stand das Baden-Badener Spitzenbrett Maxime Vachier-Lagrave mit Schwarz gegen Nils Grandelius bedenklich:













In dieser bekannten Stellung empfiehlt Niclas Huschenbeth in seiner Videoserie Profirepertoire gegen 1.Sf3 und 1.c4 das übliche 9.-Tb8 und bezeichnet 9.Da4 als (aus schwarzer Sicht) harmlos. Nach 21 Minuten improvisierte MVL stattdessen mit ‌9.-Seg4?!, danach kam 10.0-0 Tb8 11.b4! - für dieses Figurenopfer brauchte Grandelius knapp 27 Minuten. Wohl ohne es zu wissen, folgten beide einer alten Schnellpartie Kramnik-Anand (Amber 1994). Kramnik gewann damals schnell und schön, MVL gab im 16. Zug die Figur zurück und landete in einem schlechten Endspiel.













Wenn Grandelius nach ‌19.-Le7? (19.-Kd7±) 20.Lxb7! gefunden hätte, wäre es wohl aus schwarzer Sicht hoffnungslos - nach ‌20.Tfd1 stand er weiterhin "nur" besser, und spätestens nachdem der Schwede im 42. Zug zum reinen Turmendspiel vereinfachte konnte MVL ein Remis retten.

Wo konnte Baden-Baden, die dieses Match natürlich gewinnen wollten (schliesslich hatten sie an allen acht Brettern mindestens 100 Elopunkte Vorteil) und mit einer Niederlage am Spitzenbrett rechnen mussten, Partien gewinnen? Oft fällt in ihren Matches die Entscheidung an den hinteren Brettern mit noch grösserem Elovorteil, diesmal allerdings das an Brett 6 GM Kasimdzhanov (2676) - IM Heinemann (2484):













Aus der Eröffnung (Nimzo-Indisch) heraus hatte Kasimdzhanov eher keinen Vorteil, aber nach zuletzt ‌24.-De6?! 25.Te1! dxc4? verpasste er seine Chance - offensichtlich ein Läuferzug mit Angriff auf die schwarze Dame, aber welcher? Richtig war 26.Lc3! - wenn der Läufer auf dieser Diagonale bleibt, drohen u.a. Motive mit Sxg7 und Schwarz hat dagegen keine ausreichende Verteidigung. Er spielte ‌26.Lg3, was zwar nach 26.-Dd7 27.Tbd1 Db5 28.Se7+ eine Qualität gewann, aber dafür hatte Schwarz mit seinen Bauern am Damenflügel volle Kompensation.

Ob Kasimdzhanov die schwarzen Bauern unterschätzte oder eben dagegen nicht die richtigen Mittel fand ist unklar, jedenfalls kippte die Partie komplett:













Hier war auch z.B. 36.Db2 b4 wohl auf Dauer hoffnungslos, aber nach 36.Tee1? Dxe1+! gab Kasimdzhanov sofort auf.

Thies Heinemann wurde dadurch auch "spät" Grossmeister | Foto Georgios Souleidis, Schachbundesliga
















Drei GM-Normen erzielte Heinemann in der Bundesliga (Saison 1997/98 und 2006/07) sowie bei der deutschen Meisterschaft 2004, aber während u.a. Caruana 2007 sofort den GM-Titel bekam fehlte beim Hamburger bisher Elo 2500, das hat er nun live nach dem Sieg gegen Kasimdzhanov.

An Brett 8 unterzog Peter Heine Nielsen (der neben seiner Rolle als Carlsen-Trainer seit Jahren nur Mannschaftskämpfe in Deutschland und Schweden spielt) Gegner IM Carlstedt einer "spanischen Tortur" (es begann mit 1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.Lf4 c5 4.e3, aber nach später 11.-e5 und 14.e4 wurde es eine quasi-spanische Struktur). Weiss (Nielsen) stand zeitweise besser, aber es verflachte zum Remis.

Ausgerechnet Jan Gustafsson rettete in der letzten Partie Baden-Baden immerhin einen Mannschaftspunkt gegen Jans Hamburger Heimatverein:













Gegner Dorian Rogozenco hatte versäumt, seinen La6 wieder am Spiel zu beteiligen, Jan trieb mit einem kleinen Läufertanz den weissen Turm von c1 nach e2, und nun ging ‌31.-Dxe5!. Nach 32.f3 (32.Lb7 mit ähnlichen Ideen war wohl besser und eventuell noch in der Remisbreite) Txd4 33.Txe4 Td1+ 34.Kg2 Db2+ gewann es materiell nur einen Bauern, aber Schwarz hatte weitere Trümpfe - anfälliger weisser König, eingedrungene Schwerfiguren und die Läufer sind nicht nur in ihrer Farbe sondern auch in ihrer Bedeutung ungleich. Die erste Chance, die Partie im direkten Angriff zu entscheiden, verpasste Jan, die zweite nutzte er.

Läuferopfer auf h6

20.Lxh6! bzw. 18.Lxh6!? führte in insgesamt erwartungsgemäss einseitigen Matches auf unterschiedliche Weise dazu, dass IMs gegen GMs mit Elo fast bzw. über 2700 individuelle Erfolgserlebnisse hatten. Einer der beiden IMs hatte allerdings hinterher gemischte Gefühle, da er Remis spielte und den möglichen Sieg verpasste.













IM Trent - GM Adams: Nach ‌20.Lxh6! kam 20.-gxh6 (offenbar besser war, Bauernverlust zu akzeptieren - 20.-Se7 oder 20.-Sf4 nebst Damentausch) 21.Sg4 d5 22.Dxh6+ Kg8 23.d4!

Zur gesamten Partie hinterher ein Twitter-Austausch unter Landsleuten:


Diese Partie ist eine recht passende Zusammenfassung meiner Karriere

Dxg6, der Zug eines Wichsers

Ich hatte noch 30 Sekunden und sah einfach nicht, dass Lc8 Lxg6 gewinnt. Zu müde und zu schwach

Spiel einfach vorher schneller - Lehren aus all dem Banter Blitz?

Zweimal konnte Trent wohl gewinnen, Gormally bezieht sich auf den zweiten Moment:













33.Dxg6+ war Auslöser des nicht jugendfreien Kommentars - 33.Dg4 (33.-Lc8 34.Lxg6! Dxg6? - aber sonst ein für Schwarz hoffnungsloses Endspiel - 35.Dxf4 überlebt Schwarz nicht). So wurde es kurz nach der Zeitkontrolle Remis. Für 20.Lxh6 hatte Trent plausible 7 Minuten verwendet; eher zum Verhängnis wurde ihm, dass er bereits ab dem 7. Zug durchgehend Bedenkzeit investierte.

Trent (links) verpasste den Sieg gegen den (Trent in einem anderen Tweet) "grössten Spieler aller Zeiten von unseren Inseln" | Foto Georgios Souleidis, Schachbundesliga
















Bei IM Dragnev - GM Rodshtein änderte sich der Charakter der Stellung innerhalb von gut 50 Minuten:












18.Lxh6!? (20 Minuten) 18.-gxh6 (32 Minuten) und nun forciert 19.Dd2 Kg7 20.Th4 Th8 21.Df4 Ld8 22.Df6+ Kg8 23.Txh6 Txh6 24.Dxh6 - drei Bauern für die Figur, für Engines 0.00.

Im weiteren Verlauf hatte Weiss immer noch drei Bauern für die Figur, wobei beide Könige auswandern mussten - der schwarze stand dann im Gegensatz zum weissen sicher. Die erste Chance verpasste der junge Österreicher gegen den Israeli mit aktuell Elo 2689 (zuvor auch mal knapp über 2700) - 38.-Th6! statt 38.-Tg6. Die zweite Chance nutzte er:













Ab hier noch ‌47.b3?! (beschleunigt das Ende) 47.-Df3 48.Td2 De4+ 49.Kd1 Txd2+ 50.Kxd2 Lh6+ 0-1

Turm und Leichtfigur gegen Dame

Auch dazu zwei Partien am Samstag unter unterschiedlichen Vorzeichen:













Bei Buhmann-Bartel aus dem Match Hockenheim-Dresden hat Weiss materiellen Vorteil, das ist allerdings auch alles: sein Lb1 ist unscheinbar, der Freibauer auf h6 ungefährlich, der König zappelt im durch 46.-b4 geschlossenen Mattnetz. Es folgte noch ‌47.Dd1 Sxg5 48.a3 Se4 0-1. Zuvor hatte Bartel die Einladung 35.Te1? Dxe1+! 36.Lxe1 Txe1+ zu Recht angenommen.













Bei Edouard-l'Ami, nochmals aus dem Match Bremen-Solingen, hatte Schwarz zuvor defensiv die Dame geopfert. Weiss hatte anfangs gar einen Mehrbauern, aber konnte keine Fortschritte machen. Nach zuletzt ‌34.Kf2? Tf5! ist Schwarz zumindest in Sicherheit - seine Figuren sind koordiniert, die weissen momentan bei anfälligem König nicht. Weiss muss eher aufpassen, z.B. ist hier ‌35.Dc1 der einzige Zug. Im weiteren Verlauf konnte Schwarz eventuell gar auf Gewinn spielen, aber nach 48 Zügen endete die Partie mit Remis durch Dauerschach.

Abstiegskampf

Knappe Matches mit überraschenden Ergebnissen wurden oft durch Partien entschieden, die in Zeitnot plötzlich kippten. Einige Beispiele:













GM Graf - IM Zysk 0-1 - Schwarz wurde für riskante und objektiv inkorrekte Gewinnversuche belohnt! Es folgte ‌36.g7? Db6+ 37.Ka1? (nach 37.Db3 Tb4 kann Weiss aufgrund des starken Freibauern auf g7 noch hoffen) 37.-Tc1+ 38.Db1 Dxb1#. Weiss musste zuerst mit 36.Ka1 seinen König sichern und sollte sich dann auf Dauer durchsetzen.

So gewann MSA Zugzwang, im Vorfeld noch recht pessimistisch, überraschend 4,5-3,5 gegen Schachfreunde Deizisau. Die Schwaben hatten an fast allen Brettern - auch an diesem - 150-200 Punkte Elovorteil. Aber nur GM Dautov konnte gewinnen, während an Brett 8 GM Zilka gegen den Münchner Mannschaftsführer IM Lammers ebenfalls verlor.

Der Hamburger SK war gegen Speyer-Schwegenheim leicht favorisiert, aber auch hier kippte eine Partie in Zeitnot komplett:













Bei GM Hansen - IM Meskovs folgte ‌38.Dg6? Lxf6 39.Dxf6+ Tg7+ 40.Kf1? (40.Kh2 d3 41.Tg1 =) 40.-d3 und nach der Zeitkontrolle musste nicht Schwarz, sondern Weiss aufgeben. Nach 38.f3! Idee Tg2 könnte Schwarz bestenfalls mit den Klimmzügen 38.-d3 39.Tg2 Dd4+!?! 40.Lxd4 Lxd4+ 41.Kf1 Txh7 weiterspielen - Weiss muss die Dame zurückgeben aber hat dann im Endspiel eine Mehrqualität.

So gewann Speyer-Schwegenheim letztendlich 4,5-3,5, dabei hatte Hamburg einen Traumstart im Match:













Bei WGM Hoolt - IM Carlstedt folgte 14.Sf5? (14.Sxg6+ mit erträglichem Nachteil) 14.-Sf4 15.g3? Lxf5 16.exf5 Dc6! 0-1. Am Ende erzielte Hamburg 2,5/3 an den "deutschen" Brettern 6-8, aber nur 0,5/4 an den ersten vier Brettern. Trotz des Punktgewinns tags darauf gegen Baden-Baden weiterhin Abstiegskampf für das Bundesliga-Urgestein.

Ursache für den überraschenden Punktgewinn von Hofheim gegen Dresden am Sonntag u.a. diese Partie:













Zuvor war Turm und Bauer gegen Läuferpaar in IM Lobzhanidze - GM Gajewski etwa ausgeglichen, aber nach ‌38.g5 hatte der Lf6 auf der ganzen langen Diagonale kein einziges sicheres Feld (e7 natürlich auch nicht) und ging ersatzlos verloren, damit auch die Partie aus schwarzer Sicht. Falsch war zuvor ‌35.-Tc8?, wofür Gajewski immerhin noch vier Minuten investieren konnte.

Damit haben Speyer-Schwegenheim und Hofheim im Abstiegskampf derzeit die besten Karten. Sie haben allerdings bereits gegen fast alle Abstiegskonkurrenten gespielt, die fünf Teams dahinter teilweise noch nicht. Am anderen Tabellenende kann am nächsten Bundesliga-Wochenende eine Vorentscheidung um den Meistertitel fallen, Solingen und Baden-Baden treffen am 25. Februar aufeinander.

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