Berichte 13.05.2017 | 09:22von Colin McGourty

Asien-Meisterschaft, R1: Wei Yi glänzt zum Auftakt

Yu Yangyi, Adhiban und Vidit kamen in der 1.Runde der Asien-Meisterschaft 2017 nicht über ein Remis hinaus, wobei Vidit sogar am Rande des Abgrunds stand. Besser machte es Wei Yi, der mit Weiß sicher den vollen Punkt erreichte und heute gegen den Vorjahreszweiten Deep Sengupta ranmuss. Bei den Damen verlor die an Nummer 4 gesetzte Padmini Rout gegen Kiran Manisha Mohanty, die 220 Elo-Punkte weniger auf dem Konto hat. 

Vidit hatte am Ende Glück, dass er mit einem Remis glimpflich davon kam | Foto: Lennart Ootes

Die Asien-Meisterschaft wird in diesem Jahr als neunrundiges Open im Schweizer System im chinesischen Chengdu ausgetragen. Neben dem Open gibt es auch ein Damenturnier, und die spannendsten Links twitterte sinochess 

Hier alle bisherigen Resultate, die Partien könnt ihr mit Computeranalyse nachspielen:

Wei Yi will den nächsten Titel

Erst kürzlich hat sich Wei Yi zum dritten Mal in Folge die Chinesische Meisterschaft gesichert und dabei alle fünf Weißpartien gewonnen. In Chengdu knüpfte er da an, wo er bei der Meisterschaft aufgehört hatte, und besiegte in der 1.Runde den Spieler, gegen den er auch bei den nationalen Titelkämpfen seine erste Partie bestritten hatte. 

Wei Yi ist bereits mit 17 Jahren dreifacher Chinesischer Meister  | Foto: Lennart Ootes

Bei der Meisterschaft erreichte IM Xu Yi trotz Minusbauer nach 174 Zügen (!) ein Weißremis gegen Wei Yi, doch es ist etwas völlig anderes, mit Schwarz gegen den weltbesten Junior antreten zu müssen. Xu Yi vermied den Anfängerfehler, gegen den jungen Taktiker Sizilianisch zu spielen, und entschied sich für Spanisch, doch nachdem er einen Bauern für aktives Spiel gegeben hatte, drehte Wei Yi den Spieß um.


35.Txf2! Sxf2 36.e5 De7 37.Sg6 und Schwarz stand unter schwerem Druck:

"Ist man einem Königsflügelangriff von Wei Yi ausgesetzt, fühlt man sich vermutlich wie jemand, der während eines Wirbelsturms darum betet, dass das Zelt nicht davonfliegt."

Xu Yi griff irgendwann fehl, und Wei Yi verwandelte seinen Vorteil in eine Stellung, in der Schwarz nichts mehr gegen seine Bauern ausrichten konnte:


Wei Yi spielte 45.Df7+ und gewann nach 53 Zügen.

Eine nützliche Erinnerung, dass heißes Wasser tatsächlich heiß sein kann| Foto: Lennart Ootes

Im Gegensatz zu vielen Open, in denen die Favoriten ihre Erstrundenpartien meist gewinnen, gab es in Chengdu einige Überraschungen. 

Adhiban kann wegen seiner Teilnahme in Chengdu erstmal kein weiteres Geschwätzblitz auf chess24 spielen! | Foto: Lennart Ootes

Der an Nummer 1 gesetzte Yu Yangyi kam gegen den Malaysier Li Tian Yeoh nicht über ein Remis hinaus, und auch Adhiban verpasste gegen Van Huy Nguyen den Sieg. Fast noch schlimmer erwischte es Vidit, der gegen Liu Guanchu mehrfach dem Tod von der Schippe sprang.

Vidit schaffte es irgendwie, sich zu retten | Foto: Lennart Ootes

Vidit versuchte mit aller Gewalt zu gewinnen, doch dann stellte er mit 45…Tb8? die Partie ein:


Dies war die erste Chance für Weiß, 46.Txd5! exd5 47.Tc6! zu spielen. Das droht Matt auf h6, doch das eigentliche Problem ist Tf6, wonach Schwarz sich bald vier verbundenen Freibauern entgegensieht. Liu Guanchu verpasste seine erste Chance mit 46.Tc6?, brachte das Opfer aber zwei Züge später. Die weitere Folge glich einem Tanz auf der Rasierklinge:


Hier gewann 51.e6!, da Schwarz zwar schneller zur Dame kommt, dabei aber Matt wird.: 51…d2 52.e7 d1=D 53.Th7+ Txh7 54.e8=Q+ Tf7 55.Dxf7#

Stattdessen stoppte Liu Guanchu den Bauern mit 51.Td7?, aber nach 51…d2! 52.Txd2 Lxf5 hatte Schwarz wieder Überlebenschancen. Vidit schaffte tatsächlich das Remis, obwohl der Computer anzeigt, dass die Schlussstellung für ihn verloren ist!

Lei Tingjie ist an Nummer 1 bei den Damen gesetzt | Foto: Lennart Ootes

Bei den Damen holte Kiran Manisha Mohanty einen eindrucksvollen Sieg gegen die Nummer 4 der Setzliste Padmini Rout.

Padmini Rout mit verpatztem Start in Chengdu | Foto: Lennart Ootes


Die an Nummer 2 gesetzte Sarasadat Khademalsharieh aus dem Iran feierte einen hübschen Sieg, obwohl sie beinahe gar nicht am Turnier teilnehmen konnte. Da der Iranische Schachverband der FIDE Geld schuldet, hieß es auf der FIDE-Website, dass alle iranischen Spieler von offiziellen Turnieren ausgeschlossen seien, doch offenbar wurde das Geld bezahlt, denn die Meldung taucht dort nicht mehr auf.

Die Turkmenin Mahri Geldiyeva hatte vielleicht den schöneren Kopfschmuck als Sarasadat Khadelmahsharieh, aber die Iranerin setzte sich am Brett durch!| Foto: Lennart Ootes

In Runde 2 muss Wei Yi gegen Deep Sengupta ran, der letztes Jahr mit 6,5/9 geteilter Zweiter wurde. Wie Wei Yi verlor auch er nur eine Partie gegen den amtierenden Meister Sethuraman. Auch dieses Jahr läuft es auf einen Zweikampf zwischen China und Indien hinaus.

Jeden Tag könnt ihr ab 8 Uhr die Partien auf chess24 verfolgen: Open | Frauen. Dies geht auch mit unseren kostenlosen Apps:

         

Weitere Links:


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