Berichte 02.01.2021 | 19:23von Colin McGourty

Airthings Masters Halbfinale 2: Aronian-Radjabov heißt das Finale

Levon Aronian und Teimour Radjabov machten keine Fehler und gewannen ihre Halbfinals um am Samstag und Sonntag im Finale um $100000 zu spielen. Maxime Vachier-Lagrave und Daniil Dubov mussten beide ihr zweites Set an Schnellschachpartien gewinnen, um ein Playoff zu forcieren, aber keiner von beiden kam dem nahe. Dubovs hyperaggressives Schach führte nur dazu, dass er beide Partien verlor und Levon hatte auch kaum Probleme, bevor er in Runde 3 in einer 113 Züge langen Partie einen Gewinn erspielte. Dubov und MVL werden ein Platz um den dritten Platz spielen, in dem es um $40000 geht. 

Nur wenige hätten am Anfang des Turniers ein Finale zwischen Levon Aronian und Teimour Radjabov vorhergesagt, doch die beiden zeigten sich in der KO-Runde in Topform

Du kannst alle Partien der KO-Runde mit der untenstehenden Grafik nachspielen.

Hier sind die Livekommentare von Jan Gustafsson und Niclas Huschenbeth.


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Am zweiten Tag der Halbfinals gab es keine Comebacks und die Matches endeten frühzeitig.


Lasst uns die Matches einzeln betrachten:

Radjabov 2:0 Dubov

Falls noch jemand Zweifel über die Pläne des Russen für sein Must-Win-Match hatte, wurden diese mit seinem fünften Zug ausgeräumt, denn er spielte 5.g4!? und nur wenige Züge später erreichten die beiden unbekanntes Terrain.

Teimour war froh über diese Entwickung.

Ich bin an diese Leute wie Magnus gewöhnt, die irgendwelches ruhiges Zeug spielen, viel Druck ausüben und 100 Züge oder so spielen, und dann macht er einfach g4...

Ich versuchte ihn so sehr zu beruhigen wie möglich, spielte ruhige Stellungen, sodass er vielleicht was opfert, im Endspiel oder so... Das war meine Strategie für das Match, so langweilig wie möglich zu spielen, aber ihr könnt Dubov dafür danken, dass er mich trotzdem dazu zwang mein Bestes zu zeigen.

Die erste Partie war aufregend, aber es war immer Schwarz, der gute Gewinnchancen hatte und schlussendlich brach Dubov in Zeitnot zusammen und spielte 26.Dg4.


26…Txe3+! ist die Art Zug, die Radjabov nicht verpasst und der Punkt ist, dass 27.fxe3 Df1+ 28.Kd2 Dd3+ 29.Ke1 Tf1# einfach Matt ist. Nach 27.Kf1 Dxg4 28.Txg4 hatte Teimour zwei Mehrbauern im Endspiel und die bessere Figuren, sodass der Ausgang der Partie klar schien.

Doch wieder schaffte Dubov es, einen Kampf zu liefern und kam dem Remis sehr nahe. In Zug 50 gab es das wunderschöne 50…Se5!, dass klar gewinnt, da der Springer wegen des h-Bauern nicht geschlagen werden kann, und wenn Weiß etwas anderes spielt, dann kommt g5+ und der Bauer läuft auch durch. 

Teimour übersah das und spielte 50…g5+?!, was Daniil eine Chance gab, die Partie zu halte, aber am Ende wurde Teimour für den Druck, den er die ganze Partie ausübte, belohnt und gewann die Partie.

Das hieß nun, dass Dubov mindestens eine Partie mit den schwarzen Steinen gewinnen müsste, und natürlich versuchte er das direkt. Peter Svidler, welcher den anderen Peter und Tania beim Kommentieren unterstützte, hatte das Gefühl, dass Daniils Ansatz gegen Teimour suboptimal war:

Peter sagte über Radjabov:

Er ist ein sehr, sehr starker Spieler, insbesondere wenn du ihn in eine Position bringst, in der er das zeigen muss, wie wir es schon seit zwei Tagen sehen - Daniil zwingt ihn die ganze Zeit Stellungen zu spielen, die wahrscheinlich okay für ihn sind, aber unbekannt, und die er dann am Brett bearbeiten muss. Er ist ein unglaublich starker Schachspieler und es gelang ihm sehr gut. Aber ich denke Daniil hätte das Ganze ein wenig ruhiger angehen sollen, um sich selbst die Chance zu geben, sich daran zu gewöhnen, dass er jetzt im Halbfinale steht, und dass noch 4 Tage Schach folgen werden.

Es wurde wieder komplex, aber nichts funktionierte wirklich für Daniil und Teimour fand starke Ideen, um seine Probleme zu lösen:


41.Txc4! schlug den möglicherweise gefährlichen Bauern, denn 41…Dxc4 läuft in 42.Sf6+ und 43.Dxc4, was die schwarze Dame gewinnt. Es zeigte auch, dass Teimour die Infiltration seiner Stellung durch die schwarzen Figuren richtig einschätzte, denn es gab nichts wovor man Angst haben musste. Der weiße König lief selbstbewusst nach h4 und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann er gewinnen würde.

48.Tc8! war der letzte Zug der Partie, und der Computer sagt Matt-in-8!

Selbst wenn Dubov die nächsten zwei Partien gewonnen hätte, wäre er nicht über ein Unentschieden am zweiten Tag hinausgekommen, also war der Weltcupsieger von 2019, Teimour Radjabov, der erste Finalist. Doch wer würde der Zweite sein?

Aronian 2:1 MVL

Levon Aronian übernahm am ersten Tag des Matches überzeugend die Führung und wirkte am zweiten Tag ähnlich stark. Sein zukünftiger Gegner Radjabov lobte ihn:

Levon zeigt hochklassiges Schach momentan, er spielt großartiges Schach, wie in den guten alten Zeiten, als er irgendwie ruhig spielte, langsames Schach ohne Fehler, einfaches Schach und so weiter.

Wir bekamen nicht so explosives Schach wie im anderen Match zu sehen. In der ersten Partien verteidigte Maxime ein unangenehmes Endspiel im Grünfeldinder.

In der zweiten Partie war es Levon, der sich verteidigen musste, diesmal in der Berliner Mauer, und dies tat er auch eindrucksvoll in 65 Zügen, obwohl er ab Zug 33 nur noch mit dem Inkrement spielte. Der e-Bauernvormarsch sicherte ihm das Remis.


54…e4! 55.f4 e3! 56.Lxe3 Ta5! 56.Lc1 Tc5! und es stellte sich heraus, dass der Druck auf die weißen Bauern genug für Remis war.

Maxime musste eine der nächsten beiden Partien gewinnen, um auszugleichen und ein Playoff zu erreichen, aber er wiederholte seinen Grünfeldinder und erhielt wieder ein unangenehmes Endspiel.

Die Arbeit eines Grünfeldspielers ist nie getan, erklärte Peter!

Bereits bei Zug 20 stand Schwarz auf Verlust, aber wie Nakamura beim Speed Chess Championships feststellte, ist Maximes Widerstand in solchen Stellungen deutlich besser geworden. Er stellte sicher, dass es keine leichten Gewinnwege für Levon gab und kam dem Remis mehrfach nahe, aber machte dann einen letzten Fehler mit 79…La7 (79…Lc7! scheint Remis zu halten).


80.Sd6! e5 81.d5! e4 82.Sxe4! und Maxime musste seine Läufer für die Bauern abgeben, und es blieb Levon nur noch zu zeigen, dass er mit Springer und Läufer mattsetzen kann. Es gab schon berühmte Spieler, die dies nicht schafften, aber Aronian spielte fehlerfrei und MVL warf in Zug 113 das Handtuch.

Also sind zwei Spieler in starker Form, Levon Aronian und Teimour Radjabov, die beiden Finalisten des Airthings Masters.


Levon sagte über Radjabov:

Natürlich ist er ein starker Gegner, er ist sehr stark in diesem Format, ich freue mich auf das Match. Ich habe schon viele Male gegen ihn gespielt, ich denke der Score ist gut für mich, aber es ist ein Finale, also wird jeder bereit sein.

Levon führt mit 5 zu 3 im klassischen Schach, aber im Schnell- und Blitzschach liegt Teimour vorne, er konnte zuletzt beim Skilling Open gewinnen. Team Levon ist aber bereit!

Auf dem Spiel stehen $60000 für den ersten Platz ($40000 für den zweiten), 80 Tourpunkte (50 für den zweiten) und ein automatischer Startplatz beim großen Finale im September 2021. Es gibt auch ein Match um den dritten Platz in diesem Event, der Unterschied zwischen dem dritten und dem vierten Platz beträgt  $10000 und 10 Tourpunkte.


Wir können spannende Matches erwarten, in denen ruhig zu bleiben leichter gesagt als getan ist!

Schaltet am Samstag und Sonntag ab 15 Uhr hier ein!

Siehe auch:


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