Berichte 01.01.2021 | 20:40von Colin McGourty

Airthings Masters Halbfinale 1: Radjabov & Aronian schlagen zu

Wir sind auf dem Weg zu einem Aserbaidschan-Armenien Finale, nachdem Teimour Radjabov und Levon Aronian das erste Set ihrer Halbfinals gewinnen konnten. Radjabov spielte sehr solide gegen den Magnus Carlsen-Besieger Daniil Dubov, bis er in der letzten Partie auch taktisches Können und Nerven aus Stahl zeigte, um den Alles-oder-Nichts-Angriff seines Gegners abzuwehren. Levon Aronian konnte seine brilliante Form aus dem Viertelfinale beibehaten und schlug MVL 3:1, und das obwohl er in der letzten Partie eine ganze Figur einstellte. 

Levon Aronian behauptete nicht, dass er die Figur absichtlich einstellte, um ein Remis gegen MVL zu bekommen.

Du kannst alle Partien der Knockout-Runde mit untenstehender Auswahl nachspielen.

Hier sind die Kommentare von Jan Gustafsson und Niclas Huschenbeth.


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2020 wird nicht in guter Erinnerung bleiben, aber es gab Lichblicke, denn am letzten Tag des Jahres konnten wir sehr spannendes Schach sehen. Wie Magnus Carlsen zur Onlinerevolution sagte:

Ich finde es großartig, wie das Schach angepasst wurde, und ich denke, wenn bessere Zeiten kommen, wenn wir ein bisschen freier reisen können, es weniger Einschränkungen gibt und so weiter, werde ich immer noch sehr froh sein, dass wir diese Tour gestartet haben und einige ernsthafte Turniere online stattfinden, da dies die Schachwelt nur massiv bereichern und auf die nächste Stufe bringen wird.

Aber jetzt lasst uns zu den Matches kommen.


Radjabov 3:1 Dubov

Das Rezept den unheimlich gefährlichen russischen Youngster Daniil Dubov zu schlagen, scheint klar zu sein, aber es ist viel leichter gesagt als getan. Langweile ihn, gib ihm technische Stellungen und dann nutze jede Chance, den vollen Punkt mitzunehmen.

Magnus Carlsen schaffte das im Viertelfinale nicht, Teimour Radjabov machte diesen Job viel besser. Er hatte einigen Druck mit Weiß in einer 63 Züge andauernden ersten Partie, hatte vermutlich auch klaren Vorteil in einer Stellung in Runde 2, in der er ein Remis durch dreifache Stellungswiederholung nahm und brach in Runde 3 endlich durch. Teimour startete einen Minoritätsangriff auf dem Damenflügel und induzierte so einen schwachen c-Bauern in der schwarzen Stellung. Dann manövrierte er methodisch, bis schließlich 39.Se5! Schwarz verteidigungslos sah.


Daniil spielte 39…c5, aber nach 40.Dxd6 Lxd6 41.Sxd5 erreichte er einfach ein Endspiel mit Minusbauer. Die Verwertung war nicht annähernd makellos und Daniil bekam Chancen zu entwischen, doch nach 71…Le5 begann der letzte Abschnitt der Partie.


72.Sxf6! gewann den Mehrbauern zurück (72…Lxf6 73.Td6+ gewinnt eine Figur) und diesmal machte Teimour keinen Fehler mehr.

Das hieß, Daniil musste unbedingt die letzte Partie des Tages gewinnen, und er gab alles! In Zug 22 spielte er getreu seinem Motto "niemals zurückziehen, niemals zögern", das er oft mit den weißen Steinen anwendet.


23.Sxf6!?? war objektiv kein toller Zug, aber wir haben gegen Magnus am Vortag gesehen, wie schwer es ist, gegen solch aggressive Züge zu spielen, wenn sie zumindest einige konkrete Ideen haben. 23…Txf6 24.Txd6 Txf5!? (24…Txd6 25.Txd6 Dc8! ist super für Schwarz) 25.Txc6 Txf2+! 26.Kxf2 Dxc6 war nur ausgeglichen, aber unklar, und viel wichtiger, Daniil hatte seinen Gegner in Zeitnot gebracht.

Teimour spielte den Zug 32…Dg6! mit nur einer Sekunde auf der Uhr (nach jedem Zug erhalten die Spieler 10 Sekunden).


Dubov hatte 2,5 Minuten, um zu versuchen die Aufgabe seines Gegners zu erschweren, aber Teimour spielte diese Phase sehr stark und fand brilliante Ressourcen. Der Zug 36…Lg5!! wurde wieder mit nur 1 Sekunde auf der Uhr gespielt.

Der Läufer unterbricht die Kommunikation zwischen der weißen Dame und dem h4-Bauern, daher droht Dxh4#. Es gab keinen besseren Weg, das zu verhindern, als mit 37.Dxg5, aber das hieß, dass 37…e1=D möglich wurde und Schwarz eine Qualität gewann. Radjabov machte keinen Fehler mehr und gewann das erste Set mit 3:1.

Aronian 3:1 MVL

Levon Aronian ließ seinen zwei Siegen gegen Hikaru Nakamura auch einen gegen Maxime Vachier-Lagrave folgen. Die französische Nummer 1 ist als der Topspieler bekannt, der regelmäßig gegen die Berliner Mauer ankämpft und das Endspiel spielt, aber dieses Mal verlor er ein wenig den Faden, als er seine Springer auf g5 und b5 postierte, nur um dann den Bauern auf a7 zu schlagen.


Nach 27…c6 gab es keinen guten Weg zurück für den Springer, und 8 Züge später opferte Maxime ihn für den c6-Bauern, nur damit der schwarze König ihn nicht schlagen konnte. Levon verwertete seine Mehrfigur komfortabel.

Levon kam einem vierten Sieg in Folge unheimlich nahe, aber Maximes 33…Le7?! hatte zumindest einigen Wert, wenn es darum ging Levon zu verwirren, denn dieser hatte nur noch 22 Sekunden gegen die 6 Minuten seines Gegners.

Levon spielte 34.Txf7?, was ein guter Zug gegen z.B. 33…Lg7 gewesen wäre, aber nach 34…Lc5 35.Dxc5!? Dxc5+ 36.Tf2 verflachte die Partie und endete Remis. Stattdessen wäre 34.Le5, wie von Peter Leko vorgeschlagen, stark gewesen, aber noch stärker war 34.Txd5! und nach 34…exd5 35.De6! the sagt der Computer Matt-in-10 an.

Die dritte Partie ging auch Remis aus, auch wenn diesmal Maxime am Drücker war. Das hieß für Maxime, dass er die vierte Partie gewinnen musste. Obwohl der Franzose die Komplikationen, die er brauchte, erreichte, halfen sie Levon, der eine komfortable Gewinnstellung erreichte. Doch genau in dem Moment, als Peter Leko einen möglichen Einsteller zeigte, spielte Levon 41.Dxc6?

Und verlor eine ganze Figur, aber er war nicht überrascht von seinem Fehler:"Ich habe mir die ganze Zeit gesagt, dass das in einem Moment passieren muss!"

Die Überraschung jedoch war, dass Levons zwei Bauern für die Figur in Kombination mit seinem aktiven König, die Stellung perfekt vereinfachten und ihm eine gute Ausgangssituation für den Matchsieg gaben. "Glücklicherweise hatte ich ein wenig Spiel - vielleicht war es ein praktischer Einsteller", sagte er danach.

Danach erreichte Levon wieder eine Gewinnstellung, und geht somit mit einer Führung gegen Maxime ins neue Jahr.


Damit heißt es, dass am Neujahrstag sowohl Daniil Dubov als auch Maxime Vachier-Lagrave das zweite Minimatch gewinnen müssen, um ein Playoff zu bekommen und um einen Platz im Finale kämpfen zu können. Aber alles wird heute entschieden.

Verfolgt alle Halbfinals hier!

Siehe auch:


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